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Samstag, 21. Januar 2012

Shining (Stanley Kubrick)








Shining
(The Shining)
mit Jack Nicholson, Shelley Duvall, Danny Lloyd, Scatman Crothers, Barry Nelson, Philip Stone, Joe Turkel, Anne Jackson,Tony Burton, Lia Beldam, Billie Gibson, Barry Dennen
Regie: Stanley Kubrick
Drehbuch: Stephen King / Stanley Kubrick
Kamera: John Alcott
Musik: Wendy Carlos / Rachel Elkind
FSK 16
Großbritannien / USA / 1980

Der erfolglose Schriftsteller Jack Torrance (Jack Nicholson) entschließt sich, mit Frau und Kind als Hausmeister in einem leerstehenden Luxushotel in Colorado einzuchecken. In der Abgeschiedenheit tief verschneiter Berge hofft er einen neuen Roman zu Papier zu bringen. Doch statt der ersehnten Inspiration ergreift der Wahnsinn von ihm Besitz und der Autor greift zur Axt und macht in den verwinkelten Fluren Jagd auf seine Familie.


Spätestens seit 1997 "Stephen King's The Shining" unter der Regie von Mick Garris entstanden ist, sieht man Kubrick's Version der Romanvorlage doch mit anderen Augen. Sicherlich handelt es sich hier immer noch um einen wirklich tollen Film, dessen Highlight aber hauptsächlich in der brillanten Darstellung von Jack Nicholson in der Rolle von Jack Torrence zu finden ist. Prägt er doch allein schon durch seine herausragende Mimik diesen Film und kaschiert dadurch etliche inhaltliche Schwächen, die dem Zuschauer allerdings erst auffallen, wenn man beide Film-Versionen gesichtet hat. Zwar ist "Shining" ein absolut packender Film, der ohne jegliche Effekthascherei ein Höchstmaß an Bedrohlichkeit heraufbeschwört und zudem einen erstklassigen Spannungsbogen beinhaltet, jedoch ist die europäische Version der DVD mit 119 Minuten viel zu kurz geraten. Etliche für die Geschichte sehr wichtige Elemente werden nur unzureichend angerissen, so bekommt man beispielsweise nur einen sehr oberflächlichen Eindruck über die Motive die dafür Sorge tragen, das die Hauptfigur sich immer mehr dem Wahnsinn nähert und die Grenze zwischen Realität-und Fiktion überschreitet.

Auch die anderen Figuren der Geschichte nehmen nicht annähernd den Stellenwert ein der ihnen zu teil werden müsste, so kommt der kleine Danny hier viel zu kurz und nimmt im Prinzip lediglich die Stellung eines Statisten ein. Von Jack's Ehefrau Wendy will ich erst gar nicht anfangen, wobei in dieser Version erschwerend hinzukommt, das Shelley Duvall in der Rolle nicht unbedingt eine schauspielerische Glanzleistung abliefert. Phasenweise erscheint die gute Frau sogar wie eine Art Fremdkörper und kann nicht einmal annähernd an die gelungene Darstellung einer Rebecca De Mornay in der Langfassung heranreichen. Das mag allerdings vielleicht auch an der Omnipräsenz eines Jack Nicholson liegen, ist doch das gesamte Geschehen ganz offensichtlich auf seine Person bezogen, so das sämtliche andere Personen zu sehr in den Hintergrund geraten und sich zu keiner Zeit richtig entfalten können.

Sieht man einmal vom glänzenden Schauspiel eines Jack Nicholson ab, der hier in einer seiner besten Rollen zu sehen ist, dann muss man ganz objektiv feststellen, das "Shining" beim filmischen Aspekt doch einige Wünsche offen lässt. Wenn man beide Versionen und auch die Romanvorlage kennt, dann ist die Fassung von Mick Garris ganz eindeutig vorzuziehen. Inhaltlich viel komplexer-und ausführlicher inszeniert bekommt der Zuschauer dort einen viel besseren Eindruck über die gesamten Umstände, die sich im "Overlook" abspielen. Dennoch kann ich es überhaupt nicht nachvollziehen, das Kubrick seinerzeit sogar für die goldene Himbeere für die schlechteste Regie vorgeschlagen wurde. Das gleiche Schicksal erfuhr allerdings auch Shelley Duvall, nur das es bei ihr um die schlechteste Schauspielerin ging, was man nach Sichtung des Filmes durchaus nachvollziehen kann. Trotz aller dieser Umstände handelt es sich hier immer noch um einen fantastischen Film, der den Betrachter auch jederzeit in seinen unheimlichen Bann zieht. Das liegt insbesondere an der herausragenden Atmosphäre-und an einem diabolisch erscheinenden Hauptdarsteller, dessen geniale Performance man einfach lieben muss.

Der Kultstatus dieses Werkes ist meiner Meinung nach durchaus berechtigt, wenn man allerdings Wert auf eine inhaltsvollere Geschichte legt, dann sollte man unbedingt zur 1997 erschienenen Lang-Version greifen, die in filmischer Hinsicht mindestens eine Klasse besser ist. Zwar kann dort ein Steven Weber nicht an die Glanzleistung von Nicholson heranreichen, aber auch seine Darstellung des Jack Torrence kann sich jederzeit sehen lassen. Zudem wirkt die Story nur dort wirklich komplett, wohingegen Kubrick's Fassung an etlichen Stellen nicht komplett erscheint.


Fazit:


Ich persönlich ziehe jederzeit "Stephen King's The Shining" vor, dennoch handelt es sich auch bei vorliegendem Film um einen erstklassigen Horror-Thriller, der in keiner gutsortierten Sammlung fehlen darf. Allein das brillante Schauspiel des Hauptdarstellers ist die reinste Augenweide und lässt einen immer wieder in Verzückung geraten.


8/10

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