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Sonntag, 1. Januar 2012

The Walking Dead (Staffel 1)








The Walking Dead (Staffel 1)
(The Walking Dead)
mit Andrew Lincoln, Jon Bernthal, Sarah Wayne Callies, Laurie Holden, Jeffrey DeMunn, Steven Yeun, Chandler Riggs, IronE Singleton, Norman Reedus, Lauren Cohan, Scott Wilson, Jane McNeill, Madison Lintz
Regie: Guy Ferland / Bill Gierhart u.a.
Drehbuch: Charlie Adlard / Tony Moore u.a.
Kamera: David Boyd / Rohn Schmidt
Musik: Bear McCreary
Keine Jugendfreigabe
USA / 2011

Polizist Rick Grimes erwacht aus dem Koma und erkennt die Welt nicht wieder: Das abgelegene Krankenhaus, in dem er sich befindet, liegt in Trümmern, das Umland ist verwüstet - und überall lauern blutrünstige Zombies darauf, die Lebenden zu zerfleischen! In einem Lager am Stadtrand von Atlanta kämpft eine kleine Gruppe Überlebender um die verbliebene Existenz der Menschheit und wird dabei immer wieder von den Untoten in die Enge getrieben. Wird es Rick und den anderen gelingen in dieser furchteinflößenden Welt an ihrer Menschlichkeit festzuhalten? Und werden sie unter schrecklichsten Bedingungen und inmitten persönlicher Rivalitäten schließlich miteinander überleben?


Wohl kaum eine andere TV-Serie wurde von den Horror-Fans so sehnsüchtig erwartet wie "The Walking Dead" und schon im Vorfeld hörte man eigentlich nur Positives über dieses TV-Format, in dem einige wenige Überlebende gegen eine weltweite Zombie-Seuche zur Wehr setzen müssen. Als dann kurz darauf die Nachricht die Runde machte, das die deutsche Veröffentlichung nur gekürzt erscheinen würde, erlitt die Vorfreude allerdings einen gepflegten Dämpfer. Auch ich persönlich bin im Normalfall ein erbitterter Gegner der Zensur, doch ganz ehrlich gesagt kann man bei dieser fantastischen Serie ruhig einmal ein Auge zudrücken. Die erste Staffel beinhaltet nämlich gerade einmal Kürzungen von insgesamt gut 30 Sekunden, die im Gesamtbild noch nicht einmal wirklich auffallen. Zudem besitzt die Serie soviel Klasse und Qualität, das man beim Anschauen gar nicht auf eventuelle Schnitte achtet.

Gleich im Pilotfilm lassen sich Ähnlichkeiten zu einem Film wie "28 Days later" erkennen, erwacht doch auch hier die Hauptfigur der Serie in einem Krankenhaus und sieht sich einer vollkommen veränderten Welt gegenüber, die von Zombies beherrscht wird. So bekommt man als Zuschauer sofort den richtigen Einstieg in ein perfekt umgesetztes Endzeit-Szenario, das man kaum besser hätte gestalten können. Die Macher der Serie haben hier eine Atmosphäre geschaffen, die einerseits extreme Tristesse und Trostlosigkeit in den Vordergrund rückt, die aber anderseits immer wieder von Hoffnungsschimmern durchdrungen wird. Auch wenn es sich um eine Zombie-Serie handelt, stehen hier keinesfalls explizite Gewaltdarstellungen im Focus des Geschehens, vielmehr ist es die äusserst interessante Geschichte einer Gruppe Überlebender und die erstklassige Charakterzeichnung der einzelnen Figuren. Diese fällt im Prinzip bei allen für die Story wichtigen Personen sehr intensiv aus, wobei natürlich die ein oder andere Figur noch etwas mehr im Mittelpunkt steht. Das dargebotene Schauspiel der Akteure kann sich dabei wirklich sehen lassen, man merkt von der ersten Minute an, das hier wirklich Leute am Werk sind, die etwas von ihrem Handwerk verstehen.

Der Härtegrad der Serie ist durchaus ansehnlich, es gibt wirklich etliche Passagen, die recht harte Genrekost anbieten, wobei das Geschehen zu keiner zeit in eine reine Metzel-Orgie ausarten würde. Doch selbst Freunde der etwas härteren Gangart dürften durchaus auf ihre Kosten kommen, denn die vorhandenen SFX sind nicht von der schlechten Sorte. Sicherlich gibt es auch genügend Leute, die sich im Bezug auf die Zombie-Action noch mehr erwartet hätten, doch meiner Meinung nach ist hier genau das richtige maß an Härte gefunden worden, zumal die entsprechenden Szenen absolut erstklassig umgesetzt wurden. Jedoch steht ganz eindeutig die Gruppe Überlebender im Focus der Ereignisse und dem Zuschauer wird ein erstklassiger Eindruck von den alltäglichen Problemen gewährt, die nun in einer veränderten Welt auftreten. Normale Gesetze haben keine Gültigkeit und es müssen schwere Entscheidungen getroffen werden, über die man im normalen Leben keinen einzigen Gedanken verschwenden würde. Im Prinzip gibt es nur noch den täglichen Überlebenskampf in einer Welt, in der es eigentlich nichts Lebenswertes mehr gibt. Dennoch wird sich immer wieder an die Hoffnung geklammert, das es irgendwo noch jemanden gibt, der eine Lösung für die Zombie-Seuche parat hält. Und so begibt sich dann auch die Gruppe auf die Suche nach der Hoffnung, wobei die Reise sich als eine einzige Odyssee gestaltet, die von etlichen Rückschlägen und Verlusten begleitet wird.

Eine große Stärke von "The Walking Dead" sind die sehr vielschichtigen-und teils vollkommen unterschiedlichen Charaktere, die auch immer wieder für diverse Reizpunkte sorgen. Echte Liebe, Anfeindungen und offensichtliche Missgunst treten dabei immer wieder in den Vordergrund und sorgen für jede menge Abwechslung. Jede einzelne Episode dieser ersten Staffel ist ein Highlight an sich und insgesamt gesehen ergibt sich ein absolut erstklassiges Gesamtbild, so das man sich schon jetzt auf die zweite Staffel freuen darf. Diese lief ja bekannterweise schon im Pay-TV und ich kann versprechen, das es so spannend und abwechslungsreich weitergeht, wie es in dieser Staffel geendet hat. Das Warten auf die nächste Box lohnt sich in jedem Fall und man darf sehr gespannt sein, wie sich diese tolle Serie noch weiterentwickelt.


Fazit:


"The Walking Dead" ist eine in allen Belangen überzeugende TV-Serie, bei der man sogar generös über die leichten Kürzungen hinwegsehen kann. Extreme Spannung, eine sagenhaft gute Endzeit-Atmosphäre und erstklassige Darsteller sorgen hier für hochklassige Unterhaltung, die sich kein Fan des Genres entgehen lassen sollte.


9/10

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