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Donnerstag, 9. Februar 2012

Kiss the Abyss








Kiss the Abyss
(Kiss the Abyss)
mit Nicole Moore, Scott Wilson, Scott Mitchell Nelson, James Mathers, Mark Craig, Douglas Bennett, Ronnie Gene Blevins, Christina Diaz, Jonna Walsh, Trisha Rae Stahl, Pia Eerikainen
Regie: Ken Winkler
Drehbuch: Eric Rucker / Ken Winkler
Kamera: David C. Smith
Musik: Robert ToTeras
Keine Jugendfreigabe
USA / 2010

Mark und Lesley sind ein glücklich verheiratetes Ehepaar. Nichts scheint ihrem Glück im Wege zu stehen, bis zu jenem schicksalhaften Tag, als Lesley von einem Einbrecher ermordet wird. Für Mark bricht eine Welt zusammen. Er kann sich ein Leben ohne seine geliebte Frau nicht vorstellen. Aus diesem Grund macht er sich auf den Weg zu Gus, einem in der Wüste lebenden Einsiedler. Durch Einsatz eines mysteriösen Serums soll dieser Lesley wieder ins Leben zurückholen. Tatsächlich gelingt das Experiment und Lesley erwacht wieder zum Leben. Doch etwas stimmt mit Lesley nicht. Sie scheint sich verändert zu haben. Sie verspürt einen wachsenden Hunger. Einen Hunger nach Fleisch und Blut...


Die Thematik der Geschichte ist nicht unbedingt neu, denn das Tote durch irgendwelche Rituale wieder ins Leben zurückgeholt wurden hat man schon oft genug gesehen. So bietet dann das Regie-Debüt von Ken Winkler auch nicht gerade Innovation, zudem die Umsetzung der Story auch noch eher dürftig ausfällt. Gute Ansätze sind dabei durchaus vorhanden, doch verzettelt sich Winkler in eher belanglosen Nichtigkeiten, anstatt das Thema konsequent auszuarbeiten. Ausserdem ist das Ganze doch von der ersten Minute an sehr durchschaubar-und vorhersehbar in Szene gesetzt worden, auch wenn das Szenario in den ersten gut 20 Minuten auf 2 verschiedenen Ebenen erzählt wird. Einerseits sieht der Zuschauer die Gegenwart, in der 3 Männer in einem Auto durch eine Wüstenlandschaft fahren, auf der anderen Seite bekommt man in Rückblenden die Situation geschildert, die letztendlich zum gegenwärtigen Geschehen hinführt. Was hier wohl als eine innovative Erzählstruktur gelten soll zündet allerdings nicht so richtig, denn gerade die Einführungsphase gestaltet sich doch recht langatmig, zudem entwickelt sich nicht die nötige Spannung für einen ganzzeitig gut unterhaltenden Horrorfilm.

Man merkt dem Film in jeder Phase das anscheinend niedrige Budget an, was ja nicht automatisch negativ zu bewerten ist, in diesem Fall sind es aber insbesondere die recht talentfreien-und ungelenken Darsteller, die das Sehvergnügen stark beeinträchtigen. Hölzerne Dialoge und extrem steifes Schauspiel sorgen streckenweise sogar für dezente Ermüdungserscheinungen beim Betrachter. Wenn nun wenigstens ein ordentlicher Härtegrad vorhanden wäre, würde man zumindest teilweise auf seine Kosten kommen, doch in dieser Beziehung hält sich "Kiss the Abyss" sehr vornehm zurück. Ein bisschen Blut gibt es zwar zu sehen, doch insgesamt gesehen erscheint mir persönlich die Alterseinstufung zu hoch gewählt. Eine 16er Freigabe wäre vollkommen ausreichend gewesen, doch so werden viele Horror-Liebhaber wieder einmal auf eine falsche Fährte gelockt und erwarten ein blutiges Spektakel, das es aber definitiv nicht zu sehen gibt.

Lediglich die größtenteils schön düstere-und teils etwas dreckige Grundstimmung bewahrt den Film davor, hier von einem echten Rohrkrepierer zu sprechen. Ken Winkler muss sich deswegen auch den Vorwurf gefallen lassen, das er durchaus positive Ansätze nicht richtig ausgearbeitet hat und damit ein weitaus besseres Gesamtbild verschenkt hat. Ich persönlich finde das sehr schade, denn man hätte viel mehr aus dieser Story herausholen können, die vom Grundgedanken her äusserst interessant erscheint. Wenn sich dann aber noch nicht einmal ein konstanter Spannungsbogen aufbauen kann, dann ziehen die Ereignisse eher belanglos an einem vorbei, so das man am Ende den Abspann des Filmes regelrecht herbeisehnt.

Letztendlich ist "Kiss the Abyss" ein Werk das man sich zwar ruhig einmal anschauen kann, jedoch verpasst man auch nicht viel, wenn man die Finger von der DVD lässt. Dennoch bin ich mir sicher, das auch dieser Film seine Fan-Gemeinde finden wird, worauf allein schon einige 5 Sterne Bewertungen bei Amazon hindeuten. Ich kann mir das nur so erklären, das die Leute einen anderen Film gesehen haben, aber Geschmäcker sind nun einmal verschieden und das ist auch gut so. Meiner Meinung nach kann man Ken Winkler hier lediglich ein Regie-Debüt attestieren, das einige gute Ansätze beinhaltet die aber keinesfalls für einen richtig guten Film ausreichend sind.


Fazit:


Verschenktes Potential, hölzerne Darsteller und kaum Spannung überwiegen leider eine gelungene Atmosphäre und lassen im Endeffekt einen eher unterdurchschnittlichen Gesamteindruck entstehen. Für Vielseher sicherlich geeignet, kann das Werk höhere Ansprüche keinesfalls erfüllen und dürfte für viele Horror-Fans viel eher eine recht herbe Enttäuschung darstellen.


Die DVD:

Vertrieb: Splendid
Sprache / Ton: Deutsch / Englisch DD 5.1
Untertitel: Deutsch
Bild: 1,78:1 (16:9)
Laufzeit: 87 Minuten
Extras: Trailer, Trailershow


3,5/10

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