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Mittwoch, 14. März 2012

Astaron - Brut des Schreckens








Astaron - Brut des Schreckens
(Contaminazione)
mit Ian McCulloch, Louise Marleau, Marino Masé, Siegfried Rauch, Gisela Hahn, Carlo De Mejo, Carlo Monni, Al Cliver, Nick Alexander, Angelo Ragusa, Martin Sorrentino, Brigitte Wagner
Regie: Luigi Cozzi
Drehbuch: Luigi Cozzi / Erich Tomek
Kamera: Giuseppe Pinori
Musik: Goblin / Agostino Marangolo
FSK 18
Italien / 1979

Im Hafen von New York treibt ein führerloses Schiff. Seine Fracht besteht aus einer Ladung mysteriöser, übergroßer Eier. Als ein Forscherteam die unheimliche Fracht untersuchen will, werden sie angegriffen und auf grausame Weise getötet. Die Ladung birgt ein tödliches Geheimnis, eine außerirdische Macht versucht die Menschheit zu vernichten.


Bei "Astaron - Brut des Schreckens" handelt es sich ganz bestimmt nicht um die Krone der italienischen Filmkunst, jedoch bekommt dieses herrliche Relikt der späten 70er viel zu selten Die Beachtung, die es eigentlich verdient hätte. Rein filmisch gesehen gibt es zugegebenermaßen so einige Defizite zu beobachten, was allein schon durch die doch eher dünne Rahmenhandlung ziemlich offensichtlich wird, doch dafür bekommt man erstklassige-und extrem unterhaltsame Filmkost geboten. Die Kombination aus Science/Fiction und Horror ist rein inhaltlich sicher nicht die größte Offenbarung, doch macht dieses Werk einfach immer wieder Spaß und wird auch nach der unzähligsten Sichtung nicht annähernd langweilig. Das liegt wohl auch in dem hohen Trash-Potential begründet, das "Astaron" auf jeden Fall beinhaltet, denn an einigen Stellen zaubert einem das Geschehen ganz unweigerlich den ein oder anderen recht dicken Schmunzler ins Gesicht. Das ist aber auch als eine der großen Stärken des Filmes anzusehen, dem durch diesen Aspekt sein unglaublicher Charme verliehen wird, der ihm unter den etlichen SCI/FI-Horrorfilmen einen ganz besonderen Platz einräumt.

Besonders erwähnenswert sind sicherlich die größtenteils recht derben Effekte, stellenweise geht es ordentlich zur Sache und die blutigen Passagen lassen das Herz eines jeden Gorehounds höher schlagen. Es ist immer wieder herrlich anzusehen, das zu dieser Zeit Begriffe wie CGI ein absolutes Fremdwort waren, denn die handgemachten Effekte sind doch immer noch die besten. Und diese sind zudem auch noch in einer ordentlichen Anzahl vertreten, so das man sich um die Kurzweliigkeit der Geschehnisse keinerlei Sorgen zu machen braucht. Hier ist ganz einfach die pure Unterhaltung angesagt und so kann man auch ohne Weiteres über diverse Logiklöcher in der Geschichte hinwegsehen. Auch sollte man keinesfalls einen gehobenen Anspruch auf ausgefeilte Charaktere oder besonders wertvolle Dialoge legen, denn für solche Dinge ist das Werk von Luigi Cozzi einfach nicht ausgelegt.

Die darstellerischen Leistungen sind alles andere als herausragend, aber für einen Film dieser Art vollkommen ausreichend. In einer der Hauptrollen ist einmal mehr Ian McCulloch zu sehen, der auch schon in anderen italienischen Produktionen wie "Zombies unter Kannibalen" oder auch "Woodoo - Die Schreckensinsel der Zombies" zu sehen war. Wie immer erledigt der bekannte Mime seinen Job ordentlich , ohne dabei jedoch herauszuragen. Bei der Darsteller-Riege ist aber auch ein deutscher Anteil vorhanden, denn mit Siegfried Rauch und Gisela Hahn sind auch Schauspieler aus unserem Land vertreten. Das diese dabei den Part der Bösewichte einnehmen ist dabei nicht besonders verwunderlich, denn anscheinend besetzt man in ausländischen Produktionen die Rolle der Fieslinge nur zu gern mit Gesichtern aus Deutschland, genügend filmische beispiele findet man da schnell.

Im Prinzip ist das aber auch eher belanglos, denn "Astaron - Brut des Schreckens" ist ein echter Kracher, der auch im Laufe der Jahre rein gar nichts von seinem Charme-und Unterhaltungswert verloren hat. Für mich persönlich hat dieser Film einen vollkommen unumstrittenen Kultstatus und gehört in jede gut sortierte Sammlung. Warum diese echte Trash-Perle nie die ihr zustehende Beachtung gefunden hat entzieht sich meinem Verständnis, denn allein schon die Begegnung mit dem Zyklopen am Ende der Geschichte dürfte ein unvergessliches Erlebnis sein. Diese eher unförmige Masse wurde nämlich so herrlich skurril in Szene gesetzt, das sie viel weniger bedrohlich, sondern witzig und amüsant erscheint. Wie dem aber auch sei, man sollte dieses kleine Juwel auf jeden Fall kennen, das sich jederzeit zu einer neuerlichen Sichtung eignet und dem Zuschauer 90 Minuten pure Unterhaltung bietet, wenn man denn im Besitz des ungeschnittenen Bootlegs ist. Die anderen deutschen Veröffentlichungen sind allesamt geschnitten wobei man hier eine Einschränkung vornehmen sollte, da es sich bei den fehlenden Passagen nicht um Härte-Szenen, sondern ausschließlich um Handlungs-Sequenzen handelt, die das Geschehen ein wenig runder erscheinen lassen.


Fazit:


Auch wenn hier filmisch nicht die höchste Stufe des italienischen Kinos erreicht wird, zählt "Contaminazione" wie der Film im Original heißt, zu meinen persönlichen Lieblingsfilmen aus der damaligen Zeit. Es macht einfach immer wieder einen Heiden-Spaß, sich diese Italo-Granate anzuschauen und man verliert auch niemals die Lust an diesen Film. Von vielen Leuten extrem unterbewertet, von anderen vollkommen verschmäht zählt Cozzi's Werk zu den absoluten Kult-Klassikern der späten 70er Jahre. Wer "Astaron" nicht kennt und auch nicht sehen will, der hat es auch nicht besser verdient und ist dieser SCI/FI-Horror-Granate auch nicht würdig.


9/10

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