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Samstag, 10. März 2012

Spiderhole - Jemand muss bezahlen








Spiderhole - Jemand muss bezahlen
(Spiderhole)
mit Amy Noble, Emma Griffiths Malin, George Maguire, John Regan, Reuben-Henry Biggs, Moya Farrelly
Regie: Daniel Simpson
Drehbuch: Daniel Simpson
Kamera: Vinit Borrison
Musik: Jason Cooper / Oliver Kraus
Keine Jugendfreigabe
Irland / 2009

Zusammen mit ihren drei Freunden macht sich die Kunststudentin Molly in London auf die Suche nach einem leerstehenden Haus welches sie besetzen können. Keine Miete bezahlen, nach Lust und Laune Partys feiern und ihrer künstlerischen Ader frönen, das ist das Ziel der Clique. Ein scheinbar passendes Haus ist schnell gefunden und in Besitz genommen. Doch der Wunsch nach einer freien Kommune verwandelt sich in einen Albtraum aus Angst und Schmerzen, als die Studenten entdecken, dass sie in dem angeblich leerstehenden Haus nicht alleine sind.


Nun stellt dieser irische Horrorfilm sicherlich kein Highlight des Genres dar und wartet im Endeffekt sogar mit einer recht vorhersehbaren Geschichte auf, dennoch bekommt man meiner Meinung nach durchaus solide Filmkost geliefert, die kurzweilig zu unterhalten weiß. Zwar hat man schon etliche bessere Erstlingswerke eines Regisseurs gesehen, doch Daniel Simpson hat mit "Spiderhole" eine Low Budget-Produktion ins Leben gerufen, die vor allem in atmosphärischer Hinsicht gut punkten kann. Die Story an sich ist allerdings etwas dünn ausgefallen und beinhaltet nicht gerade sehr viel Substanz, zudem sind offensichtliche Ähnlichkeiten zu Filmen wie "Saw" unübersehbar. Dies bezieht sich jedoch nicht unbedingt auf den vorhandenen Härtegrad, denn in dieser Beziehung hält sich vorliegender Film trotz der hohen Alterseinstufung eher vornehm zurück. Die härteren Szenen werden zumeist lediglich angedeutet, wobei sich der Rest dann im Kopf des Zuschauers abspielt.

Dafür kann sich allerdings ein recht straff gezogener Spannungsbogen aufbauen, was insbesondere dem Umstand zu verdanken ist, das die Bedrohung für die Protagonisten in der ersten Filmhälfte im Dunkeln gehalten wird, denn erst danach tritt der scheinbar geisteskranke Killer auch visuell in der Geschichte auf. Durch ihn wird aber auch die Schwäche des Filmes offenkundig, denn der Zuschauer bekommt im Prinzip keinerlei Erklärungen für dessen Motive, die Jugendlichen zuerst bestialisch zu quälen, um sie danach zu töten. Dennoch können sich Kenner der Szene ihr eigenes Bild machen, werden einem doch während der gesamten Laufzeit immer wieder kleinere Puzzle-Teilchen hingeworfen, aus denen man sich letztendlich sein eigenes Bild über die Beweggründe formen kann. Trotz dieser Möglichkeit wären einige erschöpfende Erklärungen jedoch sehr nett gewesen, da manch einer nach Beendigung des Szenarios eventuell doch mit einigen Fragezeichen vor dem heimischen Bildschirm sitzt.

Trotz dieser offensichtlichen Schwächen hat mir "Spiederhole" recht gut gefallen, was vor allem der dichten Grundstimmung zu verdanken ist, die sich innerhalb des besetzten Hauses entfaltet. Dabei entstehen teils bedrohliche Züge und das Ambiente ist herrlich siffig und dreckig gehalten. So entstehen durchaus einige Gänsehautmomente, die man allerdings durch einen etwas kräftigeren Score noch besser hätte hervorheben können. So allerdings entstehen immer wieder leichte Spannungseinbrüche, die man auf jeden Fall hätte vermeiden können. Dennoch handelt es sich insgesamt um einen Horrorfilm, der insgesamt gesehen längst nicht so schlecht ist, wie es einige Kritiken eventuell vermuten lassen.

Letztendlich muss man Daniel Simpson ein zwar nicht in allen Belangen, dafür aber kurzweiliges Regie-Debüt attestieren, bei dem man aber noch viel mehr hätte bewerkstelligen können. Der Höhepunkt ist sicherlich die gelungene Atmosphäre der Geschichte, Schwachpunkte findet man bei den fehlenden Erklärungen für die Motive des Killers und in kleineren Spannungseinbrüchen. Mit einem höheren Budget und etwas mehr Liebe zum Detail hätte man einen richtig guten Genre-Beitrag abliefern können, aber auch so handelt es sich immer noch um einen sehenswerten Film, den man sich ohne Weiteres gut anschauen kann, ohne dabei seine kostbare Lebenszeit zu vergeuden.


Fazit:


"Spiderhole" ist alles andere als ein filmisches Meisterwerk, bietet allerdings grundsolide Genre-Kost mit einigen kleineren Defiziten. Ob der Film einen nachhaltigen Eindruck hinterlässt muss jeder für sich selbst entscheiden, für einen kurzweilig unterhaltenden DVD-Abend ist das Werk jedoch bestens geeignet. Zudem ist die Laufzeit mit gerade einmal knapp 78 Minuten auch so bemessen, das überhaupt kein Platz für etwaige Längen bleibt.


Die DVD:

Vertrieb: Splendid
Sprache / Ton: Deutsch / Englisch DD 5.1
Bild: 2,35:1 (16:9)
Laufzeit: 78 Minuten
Extras: Trailer, Trailershow


7/10

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