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Montag, 2. April 2012

Tucker & Dale vs Evil








Tucker & Dale vs Evil
(Tucker and Dale vs Evil)
mit Tyler Labine, Alan Tudyk, Katrina Bowden, Jesse Moss, Philip Granger, Brandon Jay McLaren, Christie Laing, Chelan Simmons, Travis Nelson, Alex Arsenault, Adam Beauchesne, Joseoh Allan Sutherland,
Regie: Eli Craig
Drehbuch: Eli Craig / Morgan Jurgenson
Kamera: David Geddes
Musik: Mike Shields
FSK 16
Kanada / USA / 2010

Mit den besten Vorsätzen für ein friedliches Männer-Wochenende machen sich Tucker McGee (Alan Tudyk) und Dale Dobson (Tyler Labine) auf den Weg zu ihrer Ferienhütte in der Wildnis West Virginias. Als sie auf dem Highway fast mit einer Gruppe Collegekids kollidieren, ahnen die gutherzigen Hinterwäldler nichts Böses. Doch genau das stellt sich ein, als sich beide Gruppen in der Einsamkeit erneut begegnen: Dales schüchterne Einfalt und die Vorbehalte der Studenten gegen das rustikale Äußere der Hillbillies lenken die Ereignisse in eine fatale Richtung. Dass Tucker und Dale die hübsche Allison (Katrina Bowden) vor dem Ertrinken retten, interpretiert ihre Clique als Entführungsversuch. Als die properen Camper beginnen, sich gegen die vermeintlichen Psychokiller zur Wehr zu setzen, geraten die Kumpels unfreiwillig in ein Gemetzel ? in dem ein Student nach dem anderen auf skurrile Weise das Zeitliche segnet...


Wirklich gute-und kurzweilige Horror-Komödien findet man gar nicht einmal so oft, viele Filme des Sub-Genres werden dabei manchmal auch vollkommen überbewertet. Doch was Eli Craig hier mit seinem Langfilm-Debüt auf den Weg gebracht hat ist so dermaßen witzig, das es die Bezeichnung Komödie auch wirklich verdient. Gab es in den letzten Jahren zumeist komische Zombie-Komödien zu begutachten, so trifft es dieses Mal den Backwood-Slasher, der ordentlich auf die Schippe genommen wird. Bemerkenswert dabei ist in erster Linie der Umstand, das sich die ansonsten üblichen Umstände und Klischees einmal vollkommen umdrehen und nicht die beiden kauzigen Hinterwäldler Tucker & Dale die Bösewichte sind. Vielmehr sind es die klischeehaften Gedanken der Teenager und jede Menge äußerst skurriler Zufälle, die hier für ein extrem vergnügliches Filmvergnügen Sorge tragen und dem Zuschauer dabei streckenweise die Tränen in die Augen jagen. Und so entwickelt sich nach einer recht kurzen Einführung in die Geschichte schon recht schnell ein teils blutiges Gemetzel das etliche Opfer fordert und dabei mit einer Art von Humor angereichert wurde, die sehr charmant und liebenswert ist.

Ganz besonders die Todesfälle unter den Teenies strapazieren die Lachmuskeln den gesamten Film über, dabei entsteht größtenteils eine schon als grotesk zu bezeichnende Situationskomik die ihresgleichen sucht. Herrliche Dialoge und zumeist brillanter Wortwitz runden das Szenario nahezu perfekt ab und ein ordentlicher Härtegrad dürfte sogar den ein-oder anderen Gorehound zufriedenstellen. Dennoch liegt der absolute Höhepunkt des Filmes meiner Meinung nach in den beiden Haupt-Charakteren, denn die beiden Hinterwäldler Tucker & Dale werden einfach großartig dargestellt und erfüllen dabei im Prinzip sämtliche Vorurteile, die man aus unzähligen Backwood-Slashern her kennt. Kauzige Typen, die rein optisch gesehen genau dem Klischee des handelsüblichen Psychophaten entsprechen, die nur zu gern bildhübsche Teenager um ihr noch junges Leben bringen entpuppen sich in vorliegendem Fall viel eher als leicht naive Männer, deren Gutmütigkeit ihnen fast zum Verhängnis wird.

Besonders Dale (Tyler Labine) kristallisiert sich im Laufe der Zeit als liebenswerter Eigenbrötler heraus und spielt sich zusehends in die Herzen der Zuschauer. Man kann gar nicht anders, man muss diesen verschrobenen Typen einfach mögen, der lediglich einer jungen Frau helfen möchte. Dieses Unterfangen wird jedoch von deren Freunden so missinterpretiert und so nimmt das Unheil seinen unaufhaltsamen Lauf. Beobachtet man die jungen Leute bei ihren skurrilen Rettungsversuchen, so muss schon fast zwangsweise der Eindruck entstehen, das man es hier mit einer Horde durchgeknallter Selbstmörder zu tun hat, denn Eli Craig hat die Geschehnisse so brillant in Szene gesetzt, das unzählige Zufälle und diverse Missverständnisse gar keine andere Mutmaßung zulassen. Es macht einfach nur eine Menge Spaß, an dieser Stelle einmal einen Backwood-Horrorfilm zu sehen, bei dem die Vorzeichen einmal vollkommen umgedreht werden und der zudem vor witzigem Humor nur so überquillt. Selten habe ich in den letzten Jahren eine unterhaltsamere Horror-Komödie zu Gesicht bekommen, an der es im Prinzip überhaupt nichts auszusetzen gibt.

Letztendlich kann man Eli Craig hier nur zu einem großartigen Langfilm-Debüt gratulieren, der gute Mann scheint ein ausgeprägtes Gespür für passenden Humor und genau die richtigen Darsteller zu haben. Beide Aspekte sind ausschlaggebend dafür, das dieser Film so herrlich funktioniert. Denn selbst die ansonsten zumeist farblos erscheinenden Jugendlichen nehmen hier eine sehr wesentliche Rolle ein und überzeugen allesamt durch komödiantisches Talent. Das Bedienen sämtlicher in Filmen dieser Art vorkommenden Klischees ist ein weiterer wesentlicher Faktor und es werden wirklich sämtliche Register gezogen, um den Zuschauer auch in dieser Beziehung zufriedenzustellen. So kann man dann im Endeffekt auch nur eine unbedingte Empfehlung für diesen Film aussprechen, der meiner ganz persönlichen Meinung nach zum Besten zu zählen ist, was je die Bezeichnung Horror-Komödie getragen hat.


Fazit:


"Tucker & Dale vs Evil" ist nicht nur absolut sehenswert, der Film vermischt außerdem die Horror-Elemente nahezu perfekt mit skurriler Situationskomik und brillantem Wortwitz. Zwei besonders liebenswerte Hauptfiguren und eine Horde selbstmörderischer Teenies sorgen für einen Unterhaltungswert, der ganz weit oben anzusiedeln ist. Hier ist ein Werk entstanden, das man sich gern auch immer wieder anschauen kann, ist doch charmant-witzige Unterhaltung auf jeden Fall vorprogrammiert.


9/10

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