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Freitag, 18. Mai 2012

Love









Love
(Love)
mit Gunner Wright, Corey Richardson, Bradley Home, Nancy Stelle, Roger E. Fanter, Jesse Hotchkiss, Troy Mitleider, Brid Caveney, Ambyr Childers, Dan Figur, Brian Varnik, Mark Eaton
Regie: William Eubank
Drehbuch: William Eubank
Kamera: William Eubank
Musik: Angels & Airwaves
FSK 12
USA / 2011

Der amerikanische Astronaut Lee James Miller weilt gerade zu Routinearbeiten auf einer internationalen Raumstation in der Erdumlaufbahn, als er eines Tages den Kontakt zur Erde verliert und auch nach zähen Bemühungen nicht wieder findet. Miller richtet sich an Bord des Raumschiffs ein und hat viel Zeit, sich mit Dingen wie Philosophie zu beschäftigen, während um ihn herum die Systeme nach und nach den Geist aufgeben. Da entdeckt er plötzlich die dreihundert Jahre alten Aufzeichnungen eines Bürgerkriegssoldaten.


Es ist schon ein durchaus beeindruckender-und ambitionierter Regie-Erstling, den William Eubank hier auf die Menschheit losgelassen hat. Jenseits des üblichen Mainstreams angesiedelt offenbart sich ein SCI/FI Film, der im Prinzip vollkommen ereignislos erscheint und durch seine fast schon behäbige Erzählstruktur die Geduld des Zuschauers auf eine harte Probe stellt. Wenn man sich jedoch auf die Geschichte einlassen kann, entfaltet sich mit zunehmender Laufzeit eine nicht zu beschreibende Faszination, die einen in den sogartigen Strudel der vollkommenen Einsamkeit entführt, in der sich die einzige Hauptfigur Lee James Miller befindet. Nun ist meine letzte Sichtung der Klassiker "Moon" und "2001: Odyssee im Weltraum" schon viel zu lange her als das ich wirklich den oft genannten Vergleich mit diesen Filmen heranziehen könnte, doch etliche Anlehnungen sind definitiv nicht von der Hand zu weisen. Eubank hat eindeutig phasenweise von diesen Werken abgekupfert und man muss das nicht unbedingt gut finden, dennoch erzählt sein Film seine ganz eigene Geschichte, die einen auf ganz komische Art und Weise in ihren Bann zieht.

Man sieht dem vor allem in optischer Hinsicht sehr gelungenem Szenario in keiner Phase das recht geringe Budget von gerade einmal 500.000 $ an, zu stark ist die von den fantastischen Bildern ausgehende Wirkung. Dabei beginnt der Film mit einer vollkommen ungewöhnlichen Einführung in das Geschehen, denn statt Bildern aus einer Weltraum-Station wird man erst mit Bildern aus dem amerikanischen Bürgerkrieg konfrontiert. Der Sinn dieses gewöhnungsbedürftigen Einstieges ergibt sich erst zum Ende hin, bei dem die Thematik noch einmal Gestalt annimmt. Dennoch erscheinen gerade diese Passagen etwas fehl am Platz und nehmen den Ereignissen meiner Meinung nach auch etwas an Kraft, zudem sorgt es beim Betrachter doch auch für gelegentliche Verwirrungen. Im Focus steht jedoch ganz eindeutig das Gefühl der Einsamkeit, das sich immer mehr bei der einzigen Hauptfigur der Geschichte einstellt und mit der Zeit offensichtliche Halluzinationen zum Ausdruck bringt. In einer kammerspielartigen Inszenierung schafft es Eubanks fast spielend, dieses Gefühl auch zum Zuschauer zu transportieren, der sich definitiv nicht wohl in seiner Haut fühlte.

Dabei möchte man sich gar nicht erst vorstellen wie es denn wohl wäre, wenn man selbst in einer so aussichtslosen Lage wäre, abgeschnitten von jeglicher Kommunikation und fern der Heimat. Erschwerend kommt hinzu, das man im Unklaren darüber gelassen wird, warum seit mehreren Jahren kein Kontakt mehr zur Erde besteht. Die Ausweglosigkeit der Situation ruft eine starke Beklemmung hervor, die sich wie eine zentnerschwere Last auf die eigenen Schultern legt und einen dabei schier erdrücken will. Ein wenig davon abgelenkt wird man lediglich mit einigen herrlich schönen Bildern, wird in dieser Beziehung jedoch mit einer Mischung aus Realität und surrealen Elementen bedient, die man stellenweise schon kaum noch unterscheiden kann.

Auch wenn diese Art von Film im Normallfall nicht unbedingt meinen Geschmack trifft, konnte ich mich der irgenwie faszinierenden Geschichte zu keiner Zeit entziehen, ein weiteres Mal könnte ich mir "Love" jedoch auch nicht anschauen. Meiner Meinung nach handelt es sich nämlich viel eher um einen Film, der lediglich bei der ersten Sichtung seine volle Intensität entfalten kann und danach rapide an Reiz verliert. Trotzdem sollte man Eubank's Erstling eine reelle Chance geben, denn eine Sichtung dieses außergewöhnlichen Filmes lohnt sich allemal.


Fazit:


"Love" ist einerseits recht schwere Filmkost, die auch ganz bestimmt nicht jedem zusagen wird. Man sollte schon über viel Geduld verfügen und eine Vorliebe für sehr ruhig erzählte Geschichten haben, die im Prinzip keinerlei Tempo beinhalten. Dafür kann man sich aber einen exzellenten Eindruck über das Gefühl der Einsamkeit machen und auch noch deren Folgen abschätzen.


Die DVD:

Vertrieb: Splendid
Sprache / Ton: Deutsch / Englisch DD 5.1
Untertitel: Deutsch / Niederländisch
Bild: 1,78:1 (16:9)
Laufzeit: 81 Minuten
Extras: Deleted Scenes, Music Videos


6/10

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