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Donnerstag, 21. Juni 2012

Der Nuttenkiller









Der Nuttenkiller
(Der Nuttenkiller)
mit Mario Padovan, Michaela Linne, Susanne Pöhls, "Nino" Muce, Srbislav Samolovac, Mike Teschke, Julia Stock, Birgit Sommerfeld, Heidi Wüstefeld, Silke Kosiollek, Anke Bruns, Günther N. Maas
Regie: Christian Kröger
Drehbuch:Keine Information
Kamera: Keine Information
Musik: Keine Information
Ungeprüft
Deutschland / 2001

Seine Leidenschaft gilt den leichten Mädchen, nur von Verhütung hält er nichts. Als er plötzlich erfährt, das er mit HIV infiziert ist schwört er bittere rache an allen Huren. Als Prostituierte ist man kaum noch sicher, denn der Nuttenkiller treibt sein Unwesen. Immer mehr Opfer sind zu beklagen. Aber nicht nur die Huren, sondern auch Störenfriede und Freier müssen ihr Leben lassen. Doch dann gerät er selbst ins Kreuzfeuer von Kriminellen und der Jäger wird zum Gejagten....


"Der Nuttenkiller" könnte auch durchaus als Titel für einen amerikanischen Slasher herhalten, jedoch handelt es sich leider nur um eine deutsche Amateur-Produktion, die unter der Regie von Christian Kröger entstanden ist. Da es sich um seine bisher einzige Regie-Arbeit handelt, kann man als Zuschauer eventuell die Hoffnung hegen, das sich der gute Mann nicht noch einmal auf Abwege begibt, um einen mit solch filmischem Rotz zu bedienen, wie es hier der Fall ist. Dabei bin ich im Normalfall ein Freund von Low Budget Filmen und das man selbst in Deutschland mit wenig Geld viel bewerkstelligen kann, hat unlängst ein Film wie "Toxic Lullaby" unter Beweis gestellt, der mit einem Budget von gerade einmal 10.000 Euro produziert wurde und dabei wirklich erstklassige Filmkost serviert hat. Davon ist man jedoch bei vorliegender Geschichte weit entfernt und weiß ehrlich gesagt noch nicht einmal, an welcher Stelle man mit der Aufzählung der negativen Kritikpunkte ansetzen soll. Im Prinzip kann man nämlich den ganzen Film verteufeln und wundert sich doch immer wieder darüber, wie solch ein Müll auf DVD gelangt und zudem noch von den Leuten gekauft wird. Bringt man das Werk dann noch in einer überteuerten kleinen Hartbox heraus und lässt ihn in der Reihe "Red Edition Reloaded" erscheinen macht man sogar noch ein gutes Geschäft, da es immer wieder genügend Deppen gibt, die auch noch viel Geld für diese filmische Grütze bezahlen (Ich habe mein Exemplar Gott sei Dank umsonst bekommen).

Von Anfang bis zum bitteren Ende wird man hier als Zuschauer gut 99 Minuten lang regelrecht gefoltert, denn diese abstruse Story wirklich bis zum Schluss durchzustehen erfordert jede menge Willenskraft und eine Leidensfähigkeit, die sich kaum in Worte fassen lässt. Von der äußerst schlechten Bild-und Tonqualität einmal ganz abgesehen bietet das Szenario einen reinen Wulst an sinnbefreiten Wortwechseln und extrem miesen darstellerischen Leistungen. In diesem Bezug den Begriff Dilletantismus zu gebrauchen wäre schon fast eine Beleidigung, siedelt sich das dargebotene Schauspiel doch wirklich auf der tiefsten Stufe an, die man sich überhaupt vorstellen kann. Sicher, es handelt sich hier um Amateure, doch selbst von denen sollte man doch zumindest ein gewisses Maß an Engagement erwarten können und nicht in jeder einzelnen Einstellung von dem Gefühl überwältigt werden, das hier lediglich unbewegliche Holzklötze am Werk wären. So etwas hölzernes-und ungelenkes bekommt man nicht alle Tage geboten und nicht selten entsteht der Eindruck, das sämtliche Akteure vor Beginn der Dreharbeiten erst einmal ein extrem starkes Schlafmittel zu sich genommen haben.

So sollte man dann auch auf keinen Fall Dinge wie Spielfreude oder gar Ausdruck erwarten, vielmehr wird man die gesamte Laufzeit über mit dem puren Nihilismus konfrontiert, der sich in allen belangen zu Hauf erkennen lässt. Zudem hat Regisseur Christian Kröger anscheinend noch nicht einmal im Film einen Menschen sterben sehen, denn anders ist das vollkommen groteske Ableben etlicher Opfer kaum zu erklären. An dieser Stelle zieht dann zumindest ein wenig Erheiterung in das ansonsten trostlose-und langweilige Geschehen ein, denn wenn man die sogenannten Schauspieler beim sterben beobachtet, muss man sich größtenteils den Bauch vor lauter lachen halten. Selbst in den "Meisterwerken" eines Jochen Taubert sterben die Protagonisten mit ein wenig Anstand und Würde und hinterlassen dabei manchmal sogar einen ansatzweise glaubwürdigen Eindruck, den man hier jedoch überhaupt nicht erkennen kann. Wer schon einmal einen Taubert-Film gesehen hat weiß, wovon ich spreche, handelt es sich doch um das so ziemlich mieseste, was je den Weg auf eine DVD geschafft hat. So kann man sich dann annähernd einen Eindruck davon machen, wie unterirdisch schlecht sich "Der Nuttenkiller" präsentiert, der selbst vom reinen Unterhaltungswert her ein absoluter Rohrkrepierer ist.

Eine Sache gibt es dann aber doch noch die man auf jeden Fall lobend erwähnen sollte, den da Christian Kröger bisher keinen weiteren Film folgen ließ kann man hoffentlich davon ausgehen, das er seinen Fehler eingesehen-und mittlerweile gemerkt hat, das er mit dem Filme machen kein Geld verdienen kann. Dafür fehlt es ihm ganz augenscheinlich am nötigen Talent und wenn selbst ein Jochen Taubert mit seinem produzierten Schrott zumindest ab einem gewissen Promille-Gehalt unterhalten kann, sollte man den Regie-Stuhl in die Ecke stellen und sich richtige Filme anschauen. Ich kann nur dringend von dieser filmischen Kapriole abraten, die man noch nicht einmal als schlechten Trash bezeichnen kann, da selbst solcher wenigstens einen Funken Unterhaltungswert beinhaltet. Hier jedoch offenbart sich 99 Minuten lang die pure Langeweile, die sich jedoch schon nach höchstens 20 Minuten als die pure Qual herausstellt. Vergesst "Hostel" und sämtliche anderen Folterfilme, denn erst wenn man "Der Nuttenkiller" gesehen hat, bekommt man einen echten Eindruck darüber was wahre Folter ist.


Fazit:


Schlecht, schlechter, "Der Nuttenkiller", so simpel und banal ist die Formel, mit der man diesen Müll bezeichnen kann. Als Einschlafhilfe durchaus geeignet, beinhaltet dieses Werk aber auch überhaupt nichts, was man auch nur im Entferntesten als positiv hervorheben könnte. Dieser Film ist einfach nur schlecht und wirft einen dunklen Schatten über den deutschen Amateur-Film, doch Gott sei Dank findet man in dieser Kategorie auch immer wieder kleine Perlen, die dem Zuschauer einen weitaus besseren Eindruck vermitteln.


Aus reiner Höflichkeit und aufgrund meiner guten Erziehung verbiete ich mir selbst, dieses üble Machwerk zu bewerten.

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