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Montag, 11. Juni 2012

The Nailgun Massacre









The Nailgun Massacre
(Nailgun Massacre)
mit Rocky Patterson, Ron Queen, Beau Leland, Michelle Meyer, Sebrina Lawless, Monica Lawless, Jerry Nelson, Mike Coady, Staci Gordon, Randy Hayes, Thom Meyers, John Price, Frances Heard
Regie: Bill Leslie / Terry Lofton
Drehbuch: Terry Lofton
Kamera: Bill Leslie
Musik: Whitey Thomas
Ungeprüft
USA / 1985

Dieser Killer trifft den Nagel auf den Kopf... Irgendwo in der heißen Wüste von Arizona: Nach einer brutalen Vergewaltigung beginnt eine mysteriöse Mordserie. Ein maskierter Killer, bewaffnet mit einer tödlichen Nagelschußpistole, jagt Menschen und tötet sie auf grausame Art und Weise. Die Polizei steht dem gnadenlosen Killer hilflos gegenüber, denn dieser hinterlässt an allen Tatorten keinerlei Spuren, die auf seine Herkunft hinweisen können. Schon bald gerät die Bevölkerung in Angst und Schrecken, denn jeder könnte das nächste Opfer des brutalen Mörders sein...


Es gibt Filme die so dermaßen schlecht sind, das sie gerade durch diesen Umstand ein wahres Fest für jeden Trash-Liebhaber darstellen. "The Nailgun Massacre" fällt ganz eindeutig in diese Kategorie, beinhaltet dieser Film doch wirklich alles, was man bei einem normalen Maßstab jederzeit negativ beurteilen würde. In vorliegendem Fall sind es jedoch gerade die zu Hauf vorhandenen Defizite, die dieses obskure Machwerk so sehenswert erscheinen lassen. Zuerst einmal wäre da die absolut hanebüchene Geschichte an sich, die so mit Logiklöchern durchzogen ist, das man mit dem Zählen schon gar nicht mehr nachkommt. Dilletantisch agierende Darsteller lassen zudem zu keiner Zeit einen Zweifel daran aufkommen, das es sich hier um eine billige Amateur-Produktion handelt, die man in keiner Phase ernst nehmen sollte und lediglich nach ihrem Unterhaltungswert beurteilen darf. Doch selbst dieser dürfte sich ausschließlich einer bestimmten Zielgruppe zu erkennen geben, denn ganz normale Film-Freunde werden dem skurrilen Treiben ganz sicher nichts abgewinnen können. Man muss schon eine ausgeprägte Vorliebe für den schlechten Geschmack haben, um diesem grotesken Szenario etwas abgewinnen zu können, denn rein filmisch gesehen handelt es sich um eine einzige Katastrophe.

Schon die Morde durch den ominösen Killer sind als absolut schräger Höhepunkt anzusehen, sämtliche Opfer werden mit einer nagel-Pistole erschossen, wobei das Ganze durch unglaublich schlechte Effekte unterstützt wird. Außerdem gestalten sich manche Morde so absurd, das man sich vor lauter lachen kaum noch halten kann. So werden manche Opfer mit regelrechten Schuss-Salven übersät, haben dann aber in der Großansicht gerade einmal 3 Nägel im Körper stecken, bei einem der Opfer reicht sogar ein einziger nagel im Arm, um den sofortigen Tod herbeizuführen. Diese Umstände zeigen schon äußerst deutlich auf, mit welcher Art von Film es der Zuschauer hier zu tun hat, doch auch der gesamte Rest des Werkes passt sich dem extrem trashigen Eindruck an, den man von der ersten Minute an erhält. Grottenschlechte Dialoge und eine deutsche Synchronisation die wirklich jeder Beschreibung spottet, sind für mich persönlich die absoluten Höhepunkte eines Filmes, bei dem man an die eigene Schmerzgrenze gehen muss, um das Geschehen bis zum bitteren Ende über sich ergehen zu lassen. Da sollte man schon zu den ganz Hartgesottenen Trash-Freaks zählen, denn ansonsten dürfte es einem sehr schwer fallen, nicht vorzeitig die Stop-Taste des heimischen DVD-Players zu betätigen.

Ich habe nun wirklich schon etliche Werke dieser Art gesichtet, doch "The Nailgun Massacre" ist extrem harter Tobak, der die Geduld des Betrachters extrem strapazieren kann. Einerseits sind es insbesondere die äußerst grotesken Momente, die einem phasenweise die Tränen in die Augen treiben, auf der anderen Seite ist dieser Film so dermaßen schlecht geraten, das man die DVD am liebsten in die Tonne kloppen möchte. Dies äußerst sich hauptsächlich im dargebotenen Schauspiel, das diese Bezeichnung ehrlich gesagt überhaupt nicht verdient. Eher selten bekommt man einen Cast präsentiert, der so unglaublich dämlich und talentfrei agiert, so das man sich ganz unweigerlich die Frage stellt, wo diese Menschen denn für diesen Film ausgesucht wurden. Eine Vorraussetzung für das Mitwirken in dieser Geschichte muss aber auf jeden Fall absolute Talentfreiheit gewesen sein, denn dieses Prädikat ist bei sämtlichen Akteuren extrem ausgeprägt und wird mehr als nur überzeugend immer wieder ins Bild gesetzt.

Insgesamt gesehen kann man es einerseits durchaus nachvollziehen, das "The Nailgun Massacre" vor allem in Amerika als Trash-Granate absoluten Kultstatus genießt. Andererseits fällt es gar nicht einmal so leicht, sich diesen filmischen Müll bis zum bitteren Ende anzuschauen. Und so dürfte das Werk selbst bei eingefleischten Liebhabern des schlechten Geschmacks einen durchaus zwiespältigen Eindruck hinterlassen, denn gut 80 Minuten sinn-und hirnlose Unterhaltung sind manchmal gar nicht so leicht durchzustehen. Wer es am Ende jedoch komplett durchsteht, kann auf jeden Fall stolz auf sich selbst sein, denn bekannterweise kommen ja nur die harten in den Garten.


Fazit:


"The Nailgun Massacre" ist rein filmisch gesehen eine absolute Katastrophe, für Freunde grotesker Trash-Produktionen bietet der Film allerdings recht kurzweilige Unterhaltung. Eine mehrmalige Sichtung dürfte jedoch fast ausgeschlossen sein, denn ansonsten besteht die akute Gefahr der vollkommenen Verdummung.


5/10 Trash-Granaten

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