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Freitag, 6. Juli 2012

Blade









Blade
(Blade)
mit Wesley Snipes, Stephen Dorff, Kris Kristofferson, N'Bushe Wright, Donal Logue, Udo Kier, Arly Jover, Traci Lords, Kevin Patrick Walls, Tim Guinee, Sanaa Lathan, Eric Edwards
Regie: Stephen Norrington
Drehbuch: David S. Goyer
Kamera: Theo van de Sande
Musik: Mark Isham
FSK 18
USA / 1998

Nacht für Nacht tobt in Los Angeles ein Krieg, in dessen Mittelpunkt ein unerschrockener Kämpfer steht: Blade! In der Nacht seiner Geburt wurde seine Mutter von Vampiren umgebracht. Der Beginn eines einzigartigen Schicksals: Blade ist halb Mensch, halb Vampir. Er kämpft mit der Stärke beider Welten und hat keine ihrer Schwächen. Und nun zieht er in eine blutige Schlacht, um seine Mutter zu rächen. Blades größter Feind im Kampf gegen die nächtlichen Killer ist Deacon Frost, ein junger Vampir, der nur von seinem unstillbaren Macht- und Bluthunger getrieben wird. Sein Ziel: die totale Vernichtung der Menschheit!


Für mich persönlich zählt "Blade" zu den besten Comic - Verfilmungen überhaupt. Für Wesley Snipes ist es die absolute Paraderolle, er verkörpert den teilweise wortkargen und extrem coolen "Daywalker" absolut perfekt, die Rolle ist ihm wie auf den Leib geschneidert. Nichts kann ihn anscheinend aus der Ruhe bringen und er hat auch jederzeit einen coolen Spruch auf den Lippen. Allein darin unterscheidet sich der Film sehr stark zu den ansonsten üblichen Filmen mit Vampir-Thematik, denn noch nie hat es der Zuschauer mit einem so coolen.und lässigen Jäger der Blutsauger zu tun gehabt, der zudem selbst eine Mischung aus Mensch und Vampir darstellt. Gleichzeitig stellt dieser Auftakt einer Trilogie auch gleichzeitig im Bezug auf Action-und Kampf-Choreographien ein Szenario dar, das es bis hierhin in diesem Sub-Genre noch nicht gab. High-Tech Action steht auf der Tagesordnung und davon bietet dieser Film Passagen in Hülle und Fülle. Phasenweise wird man dabei schon stark an die "Matrix-Trilogie" erinnert, in der streckenweise auch so dermaßen schnell gefightet wurde, das man mit dem menschlichen Auge kaum folgen konnte.

"Blade" zählt definitiv nicht zu den alten klassischen Vampirhorrorfilmen wie man sie aus der damaligen Zeit kennt. Hier gibt es keine alten Schlösser und Burgen, sondern der Film spielt in der heutigen Zeit und ist auch vom Stil und Style keinesfalls mit älteren Vampirfilmen zu vergleichen. Das merkt man allein schon an den Waffen, mit denen hier die Vampire gejagt werden, teilweise werden wirklich High - Tech Waffen verwendet, die dem Ganzen eine ganz neue Note verleihen. Vorbei ist es mit den altgedienten Kreuzen eines Van Helsing, auch der gute alte Eichenpflock hat seine Schuldigkeit getan und wurde ausgemustert. Der "Daywalker" ist hier mit einer Reihe von Gegenständen ausgerüstet, an die man sich erst einmal gewöhnen musste, die aber eine herrlich erfrischende Wirkung im Bezug auf die Blutsauger-Thematik darstellen. Selbstverständlich gibt es an den alten Klassikern rein gar nichts auszusetzen und manch einer steht der Frischzellen - Kur des Vampir-Genres aufgrund der guten alten Zeiten sogar recht skeptisch gegenüber, jedoch ist der Film von Stephen Norrington so herrlich unterhaltsam, das man auch gern einmal mit lieb gewonnenen Traditionen brechen kann, um einem neuen Helden eine Chance zu geben.

Und diese Chance hat Blade auch wirklich verdient, bietet das Geschehen doch nicht nur jede Menge frischen Wind bei der Jagd auf blutsaugende Bestien, gleichzeitig beinhaltet das Szenario auch noch eine äußerst humorige Note. Mit coolen Sprüchen und witzigen Dialogen wird nämlich bei aller Ernsthaftigkeit nicht gegeizt. Wesley Snipes ist dabei für die Seite des trockenen Humors zuständig, den die von ihm dargestellte Figur immer wieder exzellent zum Ausdruck bringt. Ohne eine Miene zu verziehen überhäuft der Vampirjäger seine Opfer mit coolen Sprüchen, die diese jedoch überhaupt nicht witzig finden. Der zumeist sehr trockene Wortwitz des Jägers läutet nämlich gleichzeitig das ziemlich schnelle Ableben der Opfer ein, die noch nicht einmal die Möglichkeit besitzen, noch irgendeine Erwiderung auszusprechen. So bekommt der Zuschauer hier eine extrem gelungene Mixtur aus Komik-und knallharter Action geboten, die auch über einen äußerst ansehnlichen Blutanteil verfügt. Wie für eine Comic-Verfilmung fast schon üblich gibt es natürlich auch immer wieder Passagen zu sehen die einen nicht unbedingt realistischen Eindruck hinterlassen. Beim hohen Unterhaltungswert des Filmes achtet man aber ehrlich gesagt gar nicht so sehr auf diese Stellen, sondern widmet sich viel lieber dem spektakulären Action-Szenario, das sich fast über die gesamte Laufzeit hin offenbart.

Ich persönlich bin ein bekennender Fan des klassischen Vampirfilms, kann mich jedoch auch immer wieder an diesem teils herrlich übertriebenem Film erfreuen, der ganz einfach nur jede Menge Spaß macht und eigentlich die neue Art der modernen Blutsauger eingeläutet hat. Man mag zu Blade stehen wie man will, aber der Film steht definitiv für die Modernisierung eines Sub-Genres des Horrorfilms, an der man im Prinzip nicht vorbeikommt. Mittlerweile ist man es ja längst gewöhnt, das Dracula & Co in ihrer alten Form ausgedient haben und man auf die herrlichen Klassiker zurückgreifen muss, wenn man wieder einmal einen besonders atmosphärischen Vampirfilm der alten Schule sehen möchte. In der heutigen Zeit stehen modernste Waffen und vor allem spektakuläre Action im Vordergrund, wodurch diverse andere Zutaten manchmal etwas zu kurz kommen. Blade steht stellvertretend für eine neue Generation und bietet dabei erstklassige Unterhaltung, die jedoch mit den ursprünglichen Kreaturen der Dunkelheit nur noch teilweise etwas zu tun hat. Mir gefallen beide Arten des Vampirfilms, denn jede Ära hat ihre ganz bestimmten Vorzüge zu bieten, an denen man sich einfach nicht satt sehen kann.


Fazit:


Ein Wesley Snipes in absoluter Höchstform stellt hier eine vollkommen neuartige Art des Vampirjägers dar und die Figur des Blade hat mittlerweile in Fan-Kreisen längst Kult-Status erreicht. Action pur, brillante Kampf-Choreographien und jede Menge cooler Humor ergeben eine einzigartige Mischung, an der eigentlich kein Fan des Genres vorbei kommt.



9/10

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