Follower

Mittwoch, 25. Juli 2012

Iron Doors









Iron Doors
(Iron Doors)
mit Axel Wedekind, Rungano Nyoni
Regie: Stephen Manuel
Drehbuch: Peter Ameson
Kamera: Jan Reiff
Musik: The Vibez / Stefan Ziethen
FSK 16
Deutschland / 2010

Der junge Mark erwacht in einem verschlossenen, tresorartigen Raum und kann sich nicht erklären, wie er in diese Situation geraten ist. Weil er einen üblen Streich seiner Kollegen vermutet, nimmt der die Situation zunächst mit Galgenhumor. Doch nach mehreren Tagen ohne Wasser und Nahrung muss er sich eingestehen: Niemand wird ihm helfen, wenn er nicht selbst etwas unternimmt. Die massive eiserne Tür erweist sich als unüberwindlich, aber es gelingt Mark unter unsäglichen Mühen, ein Loch in die Betonwand zu meißeln. Endlich atmet er auf, denn jenseits der Mauer ist es hell. Winkt dort die Freiheit? Als Mark sich durch das Loch zwängt, wird ihm schlagartig klar: Der Albtraum hat gerade erst begonnen.


Insbesondere die Ausgangslage des hier minimalistisch dargestellten Szenarios lässt beim Zuschauer Erinnerungen an Filme wie "Cube" oder auch "Saw" aufkommen, wobei sich dies aber wirklich nur auf die Situation der Hauptfigur Mark bezieht. Was soll man nun von einem mit gerade einmal 2 Personen besetzten Film erwarten, der sich selbst als Mystery-Thriller deklariert und woraus soll das doch recht monotone Geschehen seine Spannung her beziehen? Bietet die Geschichte doch eigentlich herzlich wenig Inhalt, so das man sich im Prinzip von Beginn auf die Frage beschränkt, was hinter der Ausgangssituation steckt und wer dafür verantwortlich zeichnet. Und so lässt man dann das ziemlich eintönige Szenario über sich ergehen, in dem man im ersten Drittel einzig und allein mit Mark konfrontiert wird, bevor dann mit der Zeit zumindest eine weitere Person in die Story eingeführt wird, die den Film aber auch nicht wirklich interessanter macht. Es bleibt letztendlich kaum etwas anderes übrig, als sich an Flüchen und Selbstgesprächen des männlichen Darstellers zu ergötzen und dabei die Hoffnung zu hegen, das am Ende zumindest eine logische Auflösung der spärlichen Ereignisse folgen wird.

Gerade bei diesem Aspekt offenbart "Iron Doors" jedoch seine größte Schwäche und nach gut 80 Minuten gelangt man zu der Erkenntnis, das sich das lange Warten auf eine erschöpfende-und möglichst logische Antwort keinesfalls gelohnt hat, denn die extrem knappe Auflösung lässt einen mit mehr Fragen als Antworten zurück. War die Enttäuschung über diesen als innovativ angekündigten Film bis hierhin schon sehr groß, so wird das Ganze mit einem Schlussbild beendet, das man schon fast als lächerlich bezeichnen kann. Dabei musste man eigentlich schon damit rechnen, denn schon vorher bekommt man es mit diversen Kleinigkeiten zu tun, die man nicht so richtig deuten kann und die wohl in irgendeiner Art und Weise fast schon philosophische Ansätze beinhalten sollen. Nur so ist im Endeffekt dieser filmische Murks zu erklären, den man 80 Minuten lang über sich ergehen lassen muss. Das von Haus aus nicht sonderlich gute Drehbuch verliert zum Ende hin auch noch das letzte Quäntchen Stärke und beschert einem einen Schluss-Akkord, der jeder Beschreibung spottet.

Was hier als innovativ verkauft werden soll, ist lediglich mangelnde Fantasie und lässt so viel Spielraum für eigene Interpretationen, von denen einem jedoch nicht eine einzige auch nur annähernd logisch erscheint. Auch der Standort der dargestellten Räume ist unmöglich zu erahnen, am ehesten soll wohl noch der Eindruck entstehen, das sich die beiden Leidensgenossen in einer Art Zwischenwelt befinden, was man aus ihren letzten Erinnerungen ableiten könnte. Hinzu kommen auch die immer wieder eingestreuten Symbole des Todes, denn nachdem Mark sich in den zweiten Raum durchgehämmert hat, findet er seine afrikanische Mitstreiterin in einem Sarg. Als beide dann nach einer gefühlten Ewigkeit den Weg in den dritten Raum beschreiten, werden sie dort von einem ausgehobenem Grab und einem Grabstein erwartet. Den Sinn dieser Symbollastigkeit kann man größtenteils nur erahnen, in Verbindung mit dem Schlussbild könnte man jedoch mit einiger Fantasie assozieren, das es sich um die einzelnen Schritte des Todes mit der verbundenen Auferstehung im Paradies handeln könnte. Wer den Film gesehen hat wird verstehen was ich mein und anders kann ich es einfach nicht ausdrücken. Vielleicht ist das auch zu weit hergeholt, für mich persönlich allerdings die einzige Möglichkeit, sich diesen wirren Rotz zu erklären.

Im Prinzip ist es aber auch vollkommen egal was sich die Macher bei dieser dümmlichen Geschichte gedacht haben, denn die wie auch immer geartete Botschaft kommt ganz einfach nicht an. Stattdessen wird der Betrachter um wichtige Lebenzseit gebracht, die man durchaus besser hätte verschwenden können. Prinzipiell bin ich Filmen gegenüber sehr aufgeschlossen, bei denen man auch mal etwas die grauen Zellen bemühen kann, "Iron Doors" ist jedoch absolut verschwendete Zeit und deshalb auch auf keinen Fall weiterzuempfehlen. Ehrlich gesagt kann man das dümmliche Geschehen auch als regelrechten Rohrkrepierer bezeichnen, der sich mit der letzten Szene selbst der Lächerlichkeit preisgibt.


Fazit:


Vielleicht waren die Macher dieses obskuren Werkes auf einem äußerst schlechten Drogen-Trip oder sie wollten einen besonders intelligenten Film abliefern. Wie dem aber auch sei, das Endergebnis kann man lediglich als Pseudo-Intellektuelles Filmchen ansehen, das prinzipiell keinerlei wirkliche Substanz beinhaltet und das man sich am besten erst gar nicht anschauen sollte.


2/10

Keine Kommentare: