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Sonntag, 29. Juli 2012

Schlacht um Finnland









Schlacht um Finnland
(Tali-Ihantala 1944)
mit Rauno Abonen, Mikkomarkus Ahtiainen, Frank Biermann, Jussi Brech, Mikko Bredenberg, Riko Eklundh, Marc Gassot, Marcus Groth, Johan Hallström, Karvo Hevossaari, Antti Holma, Markku Hyvönen
Regie: Ake Lindman / Sakari Kirjavainen
Drehbuch: Stefan Forss / Benedict Zilliacus
Kamera: Pauli Sipiläinen
Musik: Timo Hietala
Fsk 16
Finnland / 2007

Juni 1944. Die Rote Armee startet eine Großoffensive gegen Deutschland und Finnland. Den Finnen droht die totale Besetzung durch die Sowjetunion. Zahlenmäßig stark unterlegen bereitet die finnische Armee Gegenangriffe auf die Russen vor. General Lagus führt eine Panzerdivision und Jägerbrigaden ins Gefecht. Zum ersten Mal kämpft auch sein Sohn mit an vorderster Front. An der Kanone eines Sturmgeschützes erlebt er seine Feuertaufe. Zusammen mit dem jungen Panzerfahrer Virtanen attackieren sie die russischen Panzer. Leutnant Osmo führt das erste Panzerabwehrbataillon, welches die Russen mit Panzerfäusten aufhalten soll. Luftunterstützung erhalten sie von den Stukas und Focke-Wulfs des Gefechtsverbandes Kuhlmey. Die entscheidende Schlacht von Tali-Ihantala steht bevor.


Wie schon im 2004 erschienenen Film "Beyond the Front Line" präsentiert Ake Lindman einmal mehr eine auf wahren Begebenheiten beruhende Geschichte und hat dabei fast das identische Erfolgs-Team um sich versammelt, das auch für das 2004er Werk verantwortlich zeichnet. Dieses Mal dreht sich alles um die entscheidende Schlacht um Finnland, in der sic die zahlenmäßig deutlich unterlegene finnische Armee mutig gegen die übermächtige Rote Armee erwehren muss. In realistischen Bildern ist es Lindman dabei einmal mehr gelungen, dem Zuschauer ein absolut authentisches Szenario zu präsentieren, das im Prinzip gänzlich auf pompös in Szene gesetzte Schlachten und jeglichen Helden-Pathos verzichtet. Stattdessen entpuppen sich die Geschehnisse vielmehr als nüchtern-und sachlich dargestellte Realität, die insbesondere den Mut der eigentlich klar unterlegenen Finnen darstellt.

Es ist absolut sehenswert, auch einmal das Kriegsgeschehen in anderen Ländern zu beobachten, thematisieren doch die meisten Kriegsfilme hauptsächlich den Kampf gegen das Nazi-Regime. Dabei vergisst man nur zu oft, das auch in anderen Ländern Europas ein erbarmungsloser Krieg geführt wurde, dessen Gesicht man aber leider nur sehr selten zu Gesicht bekommt. Zudem beinhalten die Filme von Lindman auch immer diese dokumentarische Note, die auch in vorliegendem Werk wieder zu erkennen ist. Insbesondere im letzten Drittel der Geschichte wird dabei wieder Archivmaterial eingefügt, das Originalbilder der damaligen Ereignisse zeigt, was den authentischen Eindruck des Ganzen noch zusätzlich hervorhebt.

Auch im darstellerischen Bereich gibt es nur Positives zu vermelden, sämtliche Akteure überzeugen durch eine erstklassige Performance. Dabei gibt es keinerlei Theatralik zu beobachten und kein einziger Charakter der Geschichte wird sonderlich in den Vordergrund gestellt. Das ist meiner Meinung nach eine ganz große Stärke dieser skandinavischen Produktionen, in denen die Darsteller im Prinzip nicht mehr sind als die nötige Staffage, die Geschichte an sich konzentriert sich vielmehr auf das Wesentliche und stellt dabei die entscheidenden Momente eines unbarmherzigen Krieges dar. Nicht jeder mag diese nüchternen Darstellungen, erwarten die meisten Leute doch immer irgendwelche aufgemotzten Blockbuster, in denen es vor pompösen Schlachten nur so wimmelt. Hier jedoch verzichtet man vollkommen auf jegliche Sensations-Mache und konzentriert sich viel eher auf die aufopferungsvolle Verteidigung Finnlands, die letztendlich auch gelingt.

Die Kombination aus Spielfilm und dokumentarischen Einflüssen mag für viele eventuell etwas gewöhnungsbedürftig erscheinen, hinterlässt jedoch einen äußerst positiven Eindruck beim Zuschauer. Man kann sich jederzeit mit dem Geschehen identifizieren und erfreut sich an der glaubwürdigen Umsetzung wahrer Ereignisse. Wenn man dabei an die teils gewaltige Kriegs-Maschinerie der Großmächte denkt, empfindet man eine Menge Respekt für die kleineren Nationen wie Finnland, die im Vergleich gesehen doch mit weitaus weniger Waffen auskommen mussten, um ihr Land vor einer Invasion zu beschützen. Dieser Aspekt wird hier ganz hervorragend herausgearbeitet und macht die Geschichte noch interessanter, als sie schon von Haus aus ist. Mir persönlich hat auch dieses Werk von Lindman ausgezeichnet gefallen, so das ich durchaus eine bedenkenlose Empfehlung aussprechen kann.


Fazit:


Der zweite Weltkrieg in Europa war weitaus mehr als lediglich der Kampf gegen die Nazis. Leider gibt es im Verhältnis gesehen nur recht wenig Filme, die sich auch mit anderen Kriegsschauplätzen beschäftigen. Die Filme von Ake Lindman zeigen in sachlichen-und realistischen Bildern den ungleichen Kampf der finnischen Armee, die durch ihren Mut und die Liebe zu ihrem Vaterland den zahlenmäßig weit überlegenen Gegner aus Russland in die Schranken weist.


Die DVD:

Vertrieb: Ascot Elite
Sprache / Ton: Deutsch DTS 5.1, DD 5.1 / Finnisch DD 5.1
Untertitel: Deutsch, Englisch, Französich, Polnisch, Niederländisch
Bild: 2:35,1 (16:9)
Laufzeit: 112 Minuten
Extras: Making Of, Veteraneninterviews, Originaltrailer


7,5/10

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