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Montag, 2. Juli 2012

Sweet Karma - A Dominatrix Story









Sweet Karma - A Dominatrix Story
(Justify)
mit Rebecca Larsen, Jaret Sacrey, Elizabeth Anweis, Heather Lemire, Garrett Nichols, Judy Waller, Brent Wendell Williams, Pierre Adeli, Will Brown, Willie Mack Daniels, Kelly Crean, Serge Djang
Regie: Insung Hwang
Drehbuch: Insung Hwang
Kamera: Bill Otto
Musik: Olajide Paris
Keine Jugendfreigabe
USA / 2010

Sie war neun Jahre alt, als ihr Vater von einer Domina ermordet wurde. Über die Jahre hinweg hat die junge Frau erfolglos versucht, diesen tragischen Vorfall zu verarbeiten. Nun beschließt sie, ihrem Kindheitstrauma auf eine radikalere Art und Weise zu begegnen. Als tödlicher Racheengel begibt sie sich im Bondage- und SM-Milieu von Los Angeles auf die Suche nach der Mörderin ihres Vaters. Sie versinkt in einer Welt, wo Lust und Schmerz fließend ineinander übergehen. Im Namen der Rache wird sie zum personifiezierten Tod.


Nach 2 Kurzfilmen liefert Insung Hwang nun mit "Sweet Karma - A Dominatrix Story" seine erste Regiearbeit im Spielfilm-Format ab und versetzt den Zuschauer dabei in einen Zwiespalt der Gefühle. Es ist nämlich gar nicht einmal so leicht diesen Film richtig einzuordnen, geschweige denn eine wirklich objektive Meinung über ihn abzugeben. Das Werk fällt ganz eindeutig in die Kategorie jener Filme, bei denen man sich vor der Sichtung unbedingt die Inhaltsangabe durchlesen sollte, da man ansonsten die ersten gut 45 Minuten überhaupt nicht weiß, womit man es hier eigentlich zu tun hat. Entpuppt sich der Story-Plot doch gerade in dieser Zeit als eher belangloser Zeitvertreib, bei dem man nur mit einer enormen Vorstellungskraft erahnen kann, welche Thematik überhaupt zugrunde liegt. Auf die Idee das es sich um einen Low Budget Rache-Thriller handelt, will man eigentlich gar nicht kommen, denn viel zu wenig deutet auf diese Richtung hin, die das Geschehen erst in den letzten gut 30 Minuten einschlägt.

Auch das in der Inhaltsangabe erwähnte Bondage-und SM Millieu wird hier viel eher nur gestreift, als das einem ein tieferer Eindruck gewährt würde, was sicherlich auch eine der größten Schwächen der Geschichte darstellt. Im Prinzip hakt es jedoch an mehreren Stellen, denn den Ereignissen fehlt es ganz eindeutig an Substanz, als das man das Werk insgesamt gesehen als überzeugend bezeichnen könnte. Höchstwahrscheinlich liegt es auch am mangelnden Inhalt, das gerade einmal eine Spielzeit von knapp 76 Minuten zustande kommt, doch die Story gibt ganz einfach nicht mehr her, um eine längere Laufzeit zu rechtfertigen. Selbst die verhältnismäßig kurze Spieldauer beinhaltet schon genügend Leerlauf und lediglich die letzte halbe Stunde offenbart dann auch einmal die Ansätze eines Spannungsaufbaus, der zuvor eigentlich vollkommen fehlt. Sicherlich könnte man nun mit dem Argument kommen, das jede Geschichte eine gewisse Einführung braucht um die darauf folgenden Geschehnisse in ein nachvollziehbares Licht zu rücken, in vorliegendem Fall jedoch ist der zähflüssige Start viel eher ein Ausdruck von Hilflosigkeit seitens des Regisseurs, der ganz offensichtlich nicht dazu in der Lage ist, von Beginn an ein durchstrukturiertes Szenario umzusetzen, das den Betrachter auch mitreißt.

Das dies hier nicht der Fall ist merkt man schon nach wenigen Minuten, denn zu keiner Zeit kommt das Gefühl auf das wirklich etwas passieren würde. Hinzu kommt die Unwissenheit des Zuschauers, der einfach in einen Ablauf von Ereignissen hineingeworfen wird, auf die man sich lange Zeit keinerlei Reim machen kann. Zu diesem Zustand tragen vor allem auch die Darsteller bei, deren schauspielerische Leistungen nicht unbedingt durch Ausdrucksstärke und Spielfreude gekennzeichnet sind. Man bekommt größtenteils eher hölzerne Performances geboten und fragt sich dabei teilweise, ob selbst den Akteuren die inhaltliche Thematik der Story vorenthalten wurde. So erscheint es einem jedenfalls in großen teilen eines Filmes, der erst zum Ende hin ein wenig an Fahrt aufnimmt und dann auch mit einer etwas temporeicheren Erzählweise aufwarten kann. Nun offenbart sich auch dann kein wahres Action-Spektakel, doch man wird zumindest mit einigen netten Passagen für die zuvor aufgebrachte Geduld ein wenig entschädigt. Trotzdem hat Insung Hwang auch in diesem Teil des Plots einige grobe Schnitzer eingebaut, die den bisher gewonnenen Gesamteindruck nicht großartig aufwerten und phasenweise sogar für kurzzeitige Verwirrung sorgen können. Dabei möchte ich nicht näher ins Detail gehen, denn jeder sollte sich selbst ein Bild über einige teils naive Verhaltensweisen diverser Akteure machen, die mich persönlich ganz besonders gestört haben.

Letztendlich kann man dem Film leider kein wirklich überzeugendes Zeugnis ausstellen, zu offensichtlich sind doch die augenscheinlichen Defizite, die wohl in erster Linie einem nicht sonderlich guten Drehbuch entspringen. Es mangelt an allen Ecken und Enden, wobei doch sicherlich genügend Potential für einen weitaus besser umgesetzten Rache-Thriller vorhanden gewesen wäre. Mangelnde inhaltliche Substanz, viel zu selten aufkommende Spannung und ein mittelmäßiges Darsteller-Ensemble verhindern jedoch, das die Story überhaupt so richtig ins Rollen gerät. Und trotz dieser ganzen negativen Punkte hat das Werk irgendetwas an sich, das einen auf eine nicht zu erklärende Art in seinen Bann zieht und neugierig darauf macht, wie sich die ganze Sache denn letztendlich entwickelt. So ist dann zumindest gewährleistet das man bis zum Ende am Ball bleibt und selbst die äußerst ereignislose Einführung über sich ergehen lässt, die man nun wirklich etwas interessanter hätte gestalten können.


Fazit:


"Sweet Karma - A Dominatrix Story" ist alles andere als ein wirklich gelungener Genre-Beitrag, hat allerdings zum Ende hin einige gelungene Momente, die über den zuvor herrschenden Leerlauf hinwegtrösten. Dennoch möchte ich behaupten, das ein talentierterer Regisseur weitaus mehr aus der vorliegenden geschichte herausgeholt hätte, die einige nette Ansätze erkennen lässt. Insgesamt gesehen siedelt sich der Film jedoch leider nur im unteren Durchschnittsbereich an und wird wohl bei den meisten Leuten keinen allzu nachhaltigen Eindruck hinterlassen.


Die DVD:

Vertrieb: Splendid
Sprache / Ton: Deutsch / Englisch DD 5.1
Bild: 1,78:1 (16:9)
Laufzeit: 73 Minuten


3/10

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