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Donnerstag, 26. Juli 2012

Verführt









Verführt
(The Perfect Teacher)
mit Megan Park, David Charvet, Boti Bliss, Keeva Lynk, Amanda Tilson, Kimberly-Sue Murray, Christina Broccolini, James McGowan, Carolyn Fe, Judith Baribeau, Sophie Gendron, Andrew Johnston
Regie: Jim Donovan
Drehbuch: Christine Conradt / Gregory Henn
Kamera: Jean-Pierre Gauthier
Musik: Keine Information
FSK 12
USA / 2010

Die 17-jährige Devon verliebt sich in ihren neuen Mathelehrer, den attraktiven Jim Wilkes, dem zuerst nicht bewusst ist, wie ernst es dem Teenager mit seiner Schwärmerei ist. Um ihrem Subjekt der Begierde nahe sein zu können, schmeichelt sie sich zunächst bei seiner Tochter Annique ein. Als auch das nichts fruchtet, greift Devon zu drastischeren Mitteln: Um zu vermeiden, dass der geschiedene Jim nicht mit seiner neuen Liebe Rachel nach San Diego zieht, ist nun Gewalt angesagt.


Lehrer zu sein ist nicht immer eine angenehme Angelegenheit und diese Erfahrung muss auch Jim Wilkes (David Charvet aus Baywatch) machen. Seine Schülerin Devon (Megan Park) ist total in in verliebt und tut dabei wirklich alles, um ihrer großen Liebe nahe zu sein. Regisseur Jim Donovan hat in diesem für das amerikanische TV produzierten Thriller eine altbewährte Thematik aufgegriffen und diese dann streckenweise ziemlich überspitzt in Szene gesetzt. Dabei ist insbesondere das Verhalten des jungen Mädchens so dermaßen obsessiv dargestellt das im Prinzip selbst ein Blinder die krankhaften Züge erkennen müsste, die vom Verhalten der Schülerin ausgehen. Natürlich merkt es der betroffene Lehrer erst viel zu spät, was das gesamte Geschehen nicht gerade sehr glaubwürdig erscheinen lässt. Erst als es schon fast zu spät ist und die Handlungen von Devon vollkommen außer Kontrolle geraten, erkennt auch Wilkes die krankhafte Liebe seiner Schutzbefohlenen.

Zugegebenermaßen agiert Megan Park in der Rolle des offensichtlich psychophatischen Teenagers recht überzeugend, die Mischung aus fast kindlicher Naivität und eiskalter Berechnung kann sich jederzeit sehen lassen. Charvet hingegen hinterlässt einen eher unglaubwürdigen Eindruck, da man sich als Zuschauer doch recht schwer vorstellen kann, das ein Lehrer die offensichtlichen Zeichen einer von Besessenheit geprägten Zuneigung nicht erkennt. Trotz dieser Auffälligkeit gestalten sich die Ereignisse durchaus spannend, was ganz eindeutig in der Figur der Devon begründet ist. Ihre Taten nehmen mit der Zeit nämlich immer krassere Formen an und die junge Frau schreckt selbst vor einem Mord nicht zurück. Erscheint das Mädchen stellenweise wie ein typisch naiver Teenie, so sind ihre Handlungsweisen zumeist aber sehr wohl durchdacht und lassen eine eiskalte Berechnung erkennen. Das gibt sich vor allem im letzten Drittel des Filmes sehr gut erkennen, denn dort bringt sie ihren Schwarm doch in arge Bedrängnis.

"Verführt" ist sicherlich kein Hochspannungs-Thriller, bietet aber doch solide Unterhaltung die man sich ohne Weiteres gut anschauen kann. Nicht unbedingt mit etlichen Höhepunkten ausgestattet, bezieht die Geschichte ihren besonderen Reiz aus der weiblichen Hauptdarstellerin, die durch ihr fawcettenreiches Auftreten meiner Meinung nach das absolute Highlight darstellt. Durch eine sehr überzeugende-und spielfreudige Performance wertet sie eine durchschnittliche Geschichte sichtbar auf und drückt insbesondere die krankhafte Obsession zu ihrem Lehrer ganz fantastisch aus. Das naive Verhalten von David Charvet ist hingegen als Wermutstropfen in einer Story anzusehen, die ansonsten noch weitaus besser hätte ausfallen können.

Letztendlich bekommt es der Zuschauer mit sehr solider Filmkost zu tun, die sich im guten Durchschnitts-Bereich ansiedelt. Innovation sollte man nicht unbedingt erwarten, dafür ist die vorhandene Thematik doch schon zu oft verfilmt worden. Jim Donovan hat es leider versäumt, seiner Story einige neue Impulse zu verleihen, hat aber immerhin mit Megan Park eine ambitionierte Hauptdarstellerin gewonnen, die im Prinzip durch ihre schauspielerische Leistung den ganzen Film im Alleingang trägt.


Fazit:


Ganz bestimmt ist "Verführt" nicht als Genre-Highlight anzusehen, doch das Werk ist mit einem ordentlichen Spannungsbogen ausgestattet, der auch durch die recht vorhersehbaren Ereignisse nicht sonderlich beeinträchtigt wird. Eine stark agierende Hauptdarstellerin versteht es jederzeit, in der Rolle der verführerischen Lolita einige Glanzpunkte zu setzen. Auch wenn man hier im Endeffekt nichts Neues geboten bekommt, ist eine Sichtung des Filmes allemal lohnenswert.


Die DVD:

Vertrieb: Sunfilm
Sprache / Ton: Deutsch DTS 5.1, DD 5.1 / Englisch DD 5.1
Untertitel: Deutsch
Bild: 1,78:1 (16:9)
Laufzeit: 90 Minuten
Extras: Trailer


6/10

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