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Montag, 6. August 2012

Alraune - Die Wurzel des Grauens









Alraune - Die Wurzel des Grauens
(Mandrake)
mit Max Martini, Betsy Russell, Benito Martinez, Jon Mack, Nick Gomez, Wayne Pere, Freddie Joe Farnsworth, Alex Livinalli, Monica Pena, J. LaRose, Sam Medina, Mark Yawn, Diego J. Martinez
Regie: Tripp Reed
Drehbuch: David Ray
Kamera: Ken Blakey
Musik: Jermaine Stegall
FSK 16
USA / 2010

Eine Gruppe von Forschern entdeckt in einer heiligen Grabstätte im tiefen Dschungel des Amazonas einen geheimnisvollen magischen Dolch und nimmt ihn an sich. Doch damit erwecken sie auch dessen Hüter, eine blutrünstige Kreatur halb Pflanze, halb Tier. Kurz darauf verschwinden die Mitglieder der Expedition einer nach dem anderen in den Tiefen des Urwalds. Den Forschern bleibt nur noch wenig Zeit, denn das Monster wird nicht stoppen, bevor es den Dolch zurück und alle Eindringlinge getötet hat.


Und wieder einmal präsentiert sich ein für den Syfy Channel produzierter Film, bei dem man einiges an Potential verschenkt hat. Die Thematik ist nämlich durchaus interessant und zudem mit einer ansehnlichen Atmosphäre ausgestattet, leidet jedoch leider daran, das sich während der gesamten Laufzeit keine wirklichen Höhepunkte zu erkennen geben. Dabei sind doch im Prinzip sämtliche Zutaten für ein ordentliches Dschungel-Abenteuer vorhanden und selbst die Effekte sind für Syfy-Verhältnisse dieses Mal recht nett anzuschauen. Regisseur Tripp Reed (Walking Tall - The Payback) hat es aber vollkommen versäumt, den Charakteren der Geschichte richtige Konturen zu verleihen, sämtliche Figuren wirken größtenteils ziemlich blass und agieren in weiten Teilen sogar ungelenk und hölzern. Außerdem wird insbesondere im Bezug auf den Bösewicht kein einziges Klischee ausgelassen, was stellenweise schon arg überzogen erscheint. Im Gegensatz dazu können aber zumindest einige Personen ein wenig Symphatie beim Betrachter erhaschen, was das Ganze dann wieder ein wenig ausgleicht.

Das größte Problem des Story-Plots ist aber wohl der Aspekt, das trotz einer gelungenen Grundstimmung und erkennbaren Ansätzen nie so richtig Spannung aufkommen will, zu sehr sind die Ereignisse vorherzusehen, so das sich ganzzeitig kein wirklich kontinuirlicher Spannungsaufbau erkennen lässt. Dadurch verliert das Szenario eine Menge an Reiz und phasenweise plätschert die Geschichte so vor sich hin, als das ein echter Funke beim Zuschauer überspringen würde. Und dennoch geht eine ganz eigenartige Faszination von diesem Werk aus, die ich gar nicht näher beschreiben kann. Eventuell mag das in der Location des sumpfigen Waldgebietes begründet liegen, das hier einen realistischen Eindruck vermittelt. Dabei wurde um Geld zu sparen nicht in Südamerika, sondern in Louisiana gedreht, was der authentischen Wirkung des Schauplatzes aber keinesfalls geschadet hat.

An dieser Stelle hat man nun wirklich die Chance verpasst dem Film etwas Außergewöhnliches zu verleihen, denn hätte man die sehr wohl erkennbaren bedrohlichen Züge des Geschehens mit einem gelungenerem Spannungsaufbau versehen, hätte "Alraune - Die Wurzel des Grauens" ein überdurchschnittlich guter Film werden können. Das Unbekannte des Dschungels hinterlässt nämlich auf jeden Fall seine Wirkung beim Betrachter und macht Lust auf mehr. Doch irgendwie entfalten die Ereignisse zu keiner Zeit ihre volle Intensität, was das Seh-Vergnügen doch erheblich beeinträchtigt. Nun will ich das Werk aber nicht schlechter machen als es in Wirklichkeit ist, nur ärgert es mich immer maßlos, wenn richtig gute Ansätze zu erkennen sind, die aber letztendlich nicht konsequent herausgearbeitet werden.

Im Endeffekt ist es wirklich sehr schade, das Tripp Reed hier viel Potential verschenkt hat und so lediglich einen durchschnittlichen Film kreiert hat, aus dem man viel mehr hätte machen können. Dennoch handelt es sich um eine TV-Produktion, die man sich ohne Weiteres anschauen kann, man sollte lediglich im Vorfeld die eigenen Erwartungen nicht zu hoch ansetzen. Als Stärken sind sicherlich die recht temporeiche Erzählweise und die gelungene Grundstimmung anzusehen, die Schwächen sind eindeutig in der teils mangelnden Spannung und den schwachen Charakteren zu suchen. Ein endgültiges Bild muss sich jedoch jeder selbst machen, denn wie immer liegt alles im Auge des jeweiligen Betrachters.


Fazit:


Hier hätte ein richtig guter Film herauskommen können, aber mangelnde Konsequenz in der Ausarbeitung einer interessanten Thematik verhindern einen besseren Gesamteindruck. Dennoch handelt es sich immer noch um eine Geschichte, die teilweise kurzweilig und unterhaltsam geraten ist und die man sich ruhig einmal anschauen kann.


Die DVD:

Vertrieb: Sunfilm
Sprache / Ton: Deutsch DTS 5.1, DD 5.1 / Englisch DD 5.1
Untertitel: Deutsch
Bild: 1,85:1 (16:9)
Laufzeit: 85 Minuten


4,5/10

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