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Samstag, 11. August 2012

Freiwild - Zum Abschuss freigegeben

Freiwild - Zum Abschuss freigegeben
(Blooded)
mit Nick Ashdon, Neil McDermott, Oliver Boot, Mark Dexter, Tracy Ifeachor, Sharon Duncan-Brewster, Joseph Kloska, Adam Best, Jay Taylor, Cicely Tenannt, Isabella Calthorpe
Regie: Edward Boase
Drehbuch: James Walker
Kamera: Kate Reid
Musik: Ilan Eshken / Jeff Toyne
FSK 16
Großbritannien / 2011

Im Oktober 2005 werden 5 junge Leute bei ihrem Jagdausflug in den Highlands von Schottland von Unbekannten gekidnapped. Fast nackt werden sie in der Einsamkeit der Wildnis ausgesetzt und nun selbst wie wilde Tiere gejagt. Die Jäger sind eine Gruppe extremer Tierschutz-Aktivisten, die ihre Beute bei ihrem grausamen Kampf ums Überleben dabei filmt. Doch so leicht geben die Gejagten nicht auf…


Wenn der Jäger zum Gejagten wird


Im Stile einer Pseudo-Dokumentation präsentiert sich das Langfilm-Debüt von Edward Boase, das zugegebenermaßen als sehr gelungen eingestuft werden darf. Dies liegt hauptsächlich in der Situation der 5 Jugendlichen begründet, die in den schottischen Highlands auf die Jagd gehen wollen und dabei und ziemlich schnell selbst zur Zielscheibe für fanatische Tier-Aktivisten werden. Aufgezogen ist das Ganze im Stil einer Mockumentary a la "The Blair Witch Project, wobei es sich hier defintiv um keinen Film handelt, der den von vielen verpönten Wackelkamera-Drehstil beinhaltet. Viel eher das Gegenteil ist der Fall, denn "Freiwild" ist durchzogen von erstklassigen Kamerafahrten und bietet dabei glasklare und wunderbar aufgenommene Bilder, von denen insbesondere die bildgewaltigen Landschaftsaufnahmen einen sehr bleibenden Eindruck hinterlassen. Aufgrund der Inhaltsangabe könnte man nun einen ziemlich blutigen Survival-Thriller erwarten, doch in dieser Beziehung hält sich der Film sehr vornehm zurück, was jedoch keinesfalls als negativ zu bewerten ist.

Das Hauptaugenmerk legt sich vielmehr auf die bedrohliche Lage der 5 Hauptpersonen, die sich auf einmal in einer mehr als bedrohlichen Lage befinden und dabei um ihr Leben fürchten müssen. Bei diesem Punkt mag für viele Leute eventuell eine Schwäche des Werkes erkennbar sein, denn durch die Tatsache das die Betroffenen ihre eigene Geschichte erzählen weiss man doch ziemlich schnell, das es bei den Ereignissen keine Todesopfer gegeben hat. Darus könnte man nun folgern, das sich der Spannungsbogen in einem eher beschaulichen Rahmen bewegt, doch mit dieser Vermutung liegt man ziemlich daneben. Denn trotz dieser Vorhersehbarkeit ist es Edward Boase vortrefflich gelungen, dem Geschehen eine starke Faszination zu verleihen, die sich zwangsläufig auch auf den Betrachter überträgt. Dabei ist es auch vollkommen unerheblich das es sich lediglich um eine Pseudo-Doku handelt, denn die Geschehnisse vermitteln einem jederzeit das Gefühl, das man eine wahre Geschichte zu sehen bekommt.

Dieser Umstand ist auch den richtig guten Darstellern zu verdanken, die allesamt eine sehr gute-und vor allem glaubhafte Performance abliefern und so ihren Teil zu einem äußerst authentischen Szenario beitragen. Weiterhin entfaltet sich ganzzeitig der Effekt, das man sich als Zuschauer sehr gut mit den Ereignissen identifizieren kann. Nicht selten entsteht dabei das Gefühl, das man sich selbst in dieser bedrohlichen Lage befinden würde, wodurch man auch die nackte Angst und Panik der Protagonisten jederzeit glaubwürdig nachvollziehen kann. Zudem ist die Geschichte auch im letzten Drittel mit einem Plot-Twist angereichert worden, der noch einmal für einen zusätzlichen Adrenalin-Schub sorgt. Es ist schon erstaunlich, wie ein so wie hier dargestellter Film auf einen wirken kann, denn obwohl man ganz genau weiß das es sich um keine realen Ereignisse handelt, entsteht während der Sichtung ein vollkommen anderes Gefühl, das während der gesamten Laufzeit eine extreme Beklemmung auslöst und einen so fast zu einem Teil der Story macht.

Letztendlich ist "Freiwild - Zum Abschuss freigegeben" ein wirklich überzeugendes Langfilm-Debüt und beschert einem gut 75 Minuten sehenswerte Filmkost. Die kurze Laufzeit mag für manch einen ein Manko sein, doch meiner Meinung nach ist hier genau das richtige Maß gefunden worden, um erst gar keine Längen aufkommen zu lassen. Allerdings handelt es sich bei diesem Film wohl eher um ein einmaliges Erlebnis, denn ob man bei einer weiteren Sichtung die gleiche Faszination verspürt, wage ich ernsthaft zu bezweifeln. Dennoch sollte man sich dieses gelungene Werk auf keinen Fall entgehen lassen, denn spannende-und kurzweilige Unterhaltung ist auf jeden Fall vorprogrammiert.


Fazit:


Im Normalfall bin ich nicht unbedingt ein Fan dieser Pseudo-Dokumentationen, doch "Blooded", wie der Film im Original heißt, konnte mich in allen Belangen überzeugen. Vor allem die sehr gute Kameraarbeit und die ausgezeichneten Darsteller sind hierbei besonders hervorzuheben, denn diese beiden Dinge sind die großen Stärken eines Filmes, in dem man sich phasenweise als Teil der Ereignisse fühlt.


Die DVD:

Vertrieb: Sunfilm
Sprache / Ton: Deutsch DTS 5.1, DD 5.1 / Englisch DD 5.1
Untertitel: Deutsch
Bild: 1,78:1 (16:9)
Laufzeit: 77 Minuten
Extras: Making Of, Unseen Interview, Kurzfilm-Home Video, Trailer


7/10

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