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Samstag, 18. August 2012

Sector 7









Sector 7
(7-gwanggoo)
mit Ji-won Ha, Sung-kee Ahn, Ji-ho Oh, Ae-ryeon Cha, Han-wi Lee, Cheol-min Park, Sae-Byeok Song, Jeong-hak Park
Regie: Ji-hoon Kim
Drehbuch: Je-gyun Yun
Kamera: Keine Information
Musik: Keine Information
FSK 16
Südkorea / 2011

Auf einer Bohrinsel im Pazifik liegen die Nerven blank. Erst findet man kein Öl, dann kommt es zu seltsamen Vorfällen, nachdem man zuvor bei Probebohrungen auf winzige amphibienhafte Lebewesen gestoßen ist. Zunächst geben sich die Arbeiter untereinander die Schuld, Sündenböcke sind schnell ausgemacht. Dann jedoch muss man feststellen, dass aus kleinen Kreaturen große wurden, und man relativ schutzlos einem ernsthaften Ungezieferproblem gegenüber steht. Auch scheint es so, als sei das Problem hausgemacht.


Nach dem 2006er Überraschungserfolg "The Host" durfte man nun auf den neuesten Monsterfilm aus Südkorea gespannt sein. Dabei wurde mit "Sector 7" ein Film präsentiert, der schon durch seine räumlich begrenzte Location einer Bohrinsel eine fast klaustrophobische Grundstimmung verspricht, die sich jedoch leider erst in der zweiten Filmhälfte wirklich entfalten kann. Das gilt aber prinzipiell für das gesamte Monster-Szenario, wird doch fast der gesamte erste Teil der Geschichte mit einer etwas zu lang geratenen Einführung gefüllt, die man durchaus kürzer hätte gestalten können. So wird beispielsweise versucht dem Zuschauer die einzelnen Charaktere etwas näher zu bringen, doch dieser Versuch gestaltet sich eher als misslungen. Zu blass-und konturlos präsentieren sich die einzelnen Figuren, zu denen man während der gesamten Laufzeit nie wirklich eine Beziehung aufbauen kann. Das mag eventuell auch an dem seltsamen Helden-Phatos liegen, der irgendwie so gar nicht in das Geschehen hineinpassen will. Dieser Aspekt äußert sich aber keineswegs nur im schier aussichtslosen Kampf gegen die später erscheinenden Monster, sondern auch in der Anfangsphase des Filmes. Wird dem Betrachter doch das Gefühl suggeriert, das es in Korea eine unglaubliche Ehre sein muss nach Öl zu bohren, denn nur so sind diverse Verhaltensweisen der Protagonisten zu erklären.

Dieser Aspekt sorgt leider für einige unfreiwillig komische Passagen, die meiner Meinung nach fehl am Platz sind und die man sehr wohl hätte vermeiden können. Zusätzlich kommt dadurch zu Beginn auch keine echte Spannung auf und es dauert eine geraume Weile, bis sich ein wirklicher Spannungsaufbau zu erkennen gibt. Dieser ist dann jedoch durch die Vorhersehbarkeit der Ereignisse ein wenig eingeschränkt, denn es fällt einem nicht wirklich schwer, die kommenden Aktionen im Voraus zu erkennen. Dennoch muss man zugeben, das die Geschichte ziemlich kurzweilig-und unterhaltsam erzählt wird, woran auch die Tatsache nichts ändert, das man das erste Monster erst nach gut 40 Minuten zu Gesicht bekommt. Die Darstellung des mordenden Biestes ist sogar ziemlich gut gelungen und es entwickelt sich eine actiongeladene zweite Filmhälfte, in der das Tempo mit einem Schlag rasant ansteigt. Wurde man bisher darüber im Unklaren gelassen woher die Monster kommen, so wird man nun auch über die Hintergründe aufgeklärt und erfährt, das es sich um eine hausgemachte Bedrohung handelt. Nun kann man auch die Einführung in die Story richtig deuten, die mit einer Sequenz aus dem Jahre 1965 begonnen hat und nun endlich einen Sinn ergibt, den man bisher vergeblich gesucht hat.

Trotz einiger offensichtlicher Defizite ist "Sector 7" kein schlechter Film, doch die eventuell etwas zu hoch angesetzten Erwartungen an den Film können leider nur bedingt erfüllt werden. Mangelnde Charakter-Beleuchtungen, unfreiwillig aufkommender Humor und die Vorhersehbarkeit der Abläufe verhindern hier einen besseren Gesamteindruck, der bei etwas mehr Liebe zum Detail auf jeden Fall möglich gewesen wäre. Vom reinen Unterhaltungswert ist das Werk aber absolut sehenswert, man sollte nur nicht so stark auf diverse Dinge achten, die ein wenig gewöhnungsbedürftig erscheinen. Dazu zählt auch das zugegebenermaßen actionreiche Finale, das vollkommen unglaubwürdig erscheint. Wird doch die Plattform der Bohrinsel als Rennstrecke dargestellt, auf der die einzig Überlebende mit einem Motorrad vor dem Monster flüchtet. Action-Fans werden bei diesem finalen Showdown sicherlich begeistert sein, doch der Realitätsgehalt der Szenen ist nicht unbedingt hoch angesiedelt. Aber gut, wir reden hier über einen Monsterfilm, wo solche Ansprüche höchstwahrscheinlich sowieso nicht gestellt werden sollten und man sich von Anfang an auf eher seichte Filmkost einstellen sollte.

Letztendlich wird dieser Film sicher die Meinungen spalten, denn der teils vorhandene trashige Anstrich ist nicht jedermanns Sache. Ob "Sector 7" besser ist als der vielgerühmte "The Host" muss jeder für sich selbst entscheiden. Unterhalten wird man definitiv, nur sollte man keine zu hohen Ansprüche haben, da diese letztendlich nicht erfüllt werden. Dazu fehlt es doch an einigen Ecken und Enden und man hätte nicht 2 so vollkommen verschiedene Filmhälften präsentieren dürfen. Zudem wäre eine bessere Beleuchtung der einzelnen Figuren wünschenswert gewesen, kann man doch kaum Sympathie für die einzelnen Charaktere aufbringen, wodurch sich auch das Mitleid bei deren Tötungen in überschaubaren Grenzen bewegt.


Fazit:


Leider kann "Sector 7" nicht ganz die in ihn gesetzten Erwartungen erfüllen. Dennoch offenbart sich eine Geschichte, die man sich durchaus anschauen kann und die vom reinen Unterhaltungswert her auch lohnenswert erscheint. Höhere Ansprüche sollte man jedoch nicht unbedingt haben, denn ansonsten stellt sich am Ende vielleicht eine kleine Enttäuschung ein.


Die DVD:

Vertrieb: Ascot elite
Sprache / Ton: Deutsch DD 5.1
Bild: 1,85:1 (16:9)
Laufzeit: 89 Minuten
Extras: Trailer, Trailershow


6/10

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