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Dienstag, 11. September 2012

In Time - Deine Zeit läuft ab









In Time - Deine Zeit läuft ab
(In Time)
mit Justin Timberlake, Cillian Murphy, Amanda Seyfried, Shyloh Oostwald, Johnny Galecki, Colin McGurk, Olivia Wilde, Will Harris, Michael William Freeman, Jesse Lee Soffer, Aaron Perilo, William Peltz
Regie: Andrew Niccol
Drehbuch: Andrew Niccol
Kamera: Roger Deakins
Musik: Craig Armstrong
FSK 12
USA / 2011

Die nahe Zukunft: Geld wurde als offizielle Währung durch Zeit ersetzt. Mit 25 hören die Menschen auf zu altern. Sie sind genetisch so ausgestattet, dass sie nur noch ein Jahr lang überleben können, es sei denn sie schaffen es, Zeit zu gewinnen. Die Reichen können sich Tausende von Jahren und somit ewige Jugend und Unsterblichkeit erkaufen, während die Armen betteln, leihen und Minute für Minute stehlen, nur um den Tag zu überstehen. In dieser Welt lebt Will Salas. Als ein reicher Fremder in sein Leben tritt und kurz darauf stirbt, wird Will fälschlicherweise des Mordes beschuldigt. Seine Flucht gelingt ihm, indem er die attraktive Sylvia, die Tochter eines reichen Zeitmoguls, als Geisel nimmt. Als der kompromisslose Timekeeper Raymond die Verfolgung aufnimmt, beginnt für Will ein Wettlauf gegen die Zeit...


"Zeit ist Geld", diese Aussage hört man im realen Leben oft genug. In vorliegendem Science/Fiction Thriller von Andrew Niccol jedoch entscheidet sie über Leben und Tod. Thematisch gesehen kann sich der Zuschauer auf eine wirklich interessante Geschichte einstellen die in der nahen Zukunft angesiedelt ist, jedoch etliche Aspekte beinhaltet, die man aus dem eigenen Gegenwart her kennt. Denn auch in dieser düsteren Zukunftsvision offenbart sich eine 2 Klassen-Gesellschaft aus wenigen Privilegierten und der breiten Masse der Menschen, die im wahrsten Sinne des Wortes um ihr Überleben kämpfen müssen.So hat "In Time" dann auch eine ziemlich offensichtlich in den Vordergrund tretende Gesellschaftskritische Note, die jedoch im Laufe des Filmes etwas abflacht, da der Focus doch ganz eindeutig auf die beiden Hauptfiguren des Geschehens gerichtet ist. Dennoch kann man die Mixtur aus Spannung, Thrill und Sozialkritik meiner Meinung nach als sehr gelungen ansehen, bietet die Story doch von Anfang bis zum Ende erstklassige-und sehr kurzweilige Unterhaltung.

Sicherlich fällt der sozialkritische Aspekt ein wenig dem Mainstream zum Opfer denn die Ereignisse wurden doch ganz eindeutig so in Szene gesetzt, das sie ein möglichst großes Publikum ansprechen. Ob man das nun unbedingt als negativ betrachten sollte ist dabei jedem selbst überlassen, doch die Geschichte erscheint von den Zutaten her ziemlich ausgeglichen und behandelt die Thematik streckenweise sogar tiefer, als man es eventuell vermuten mag. Justin Timberlake weiß in der Rolle des Außenseiters durchaus zu gefallen und erscheint einem sogar fast schon wie ein moderner Robin Hood, besteht sein Ansinnen doch lediglich darin, die breite Masse der Menschen mit genügend Lebenszeit zu versorgen, damit die ungerechte Verteilung des kostbaren Gutes ein Ende hat. Und so entwickelt sich innerhalb kürzester Zeit ein sehr temporeiches-und spannendes Szenario, das einen wirklich bei Atem hält und kaum Passagen anbietet, in denen man wenigstens einmal kurz durchschnaufen könnte.

Immer wenn man meint einmal zur Ruhe zu kommen, kündigt sich sogleich die nächste Tempo-Steigerung an und wilde Verfolgungs-Jagden sorgen für eine ordentliche Adrenalin-Zufuhr. Dabei wird jedoch immer darauf geachtet, das die Gesellschaftskritik nie gänzlich in den Hintergrund gerät, immer wieder gibt es diverse Kleinigkeiten und Passagen, die diesen Aspekt in Erinnerung rufen. Einige Szenen hinterlassen dabei sogar einen recht schalen Beigeschmack, so bekommt man beispielsweise immer wieder leblose Körper von Menschen zu sehen, deren Zeituhr ganz einfach abgelaufen ist. Das diese Dinge dann auch noch als Notwendigkeit für eine natürliche Auslese dargestellt werden ist schon äußerst makaber, denn sieht man andererseits die Lebensuhren der Privilegierten, dann bleibt ein bitterer Beigeschmack. So kann man die Story auch ohne Probleme auf unsere Gegenwart ummünzen und muss die Zeit lediglich durch Geld ersetzen, um das Gesehene sehr authentisch nachvollziehen zu können.

Insgesamt gesehen ist "In Time" sicherlich kein perfekter Film, eventuell hätte man diese nahe Zukunftsvision auch etwas düsterer gestalten können. Andererseits bekommt man es jedoch mit einem erstklassig unterhaltenden Werk zu tun, das in meinen Augen auch durchaus zum nachdenken anregt. In erster Linie handelt es sich aber um einen wirklich temporeichen SCI/FI Thriller, der jederzeit spannend daherkommt und dabei eine sozialkritische Note beinhaltet, die man ohne Probleme auch auf unsere Gegenwart ummünzen kann. Auch wenn eine Gleichstellung der menschen durch genügend Ressourcen sicher möglich wäre, wird es immer eine 2 Klassen-Gesellschaft geben, in der sich die Spreu vom Weizen trennt.


Fazit:

"In Time" ist ein absolut empfehlenswerter Film, der eine immer aktuelle Problematik anspricht. Das diese phasenweise nur oberflächlich angekratzt wird, dürfte bei der Sichtung eigentlich kein negativer Kritikpunkt sein, denn insgesamt gesehen kann sich die hier gefundene Mischung jederzeit sehen lassen. Spannung, Sozialkritik und jede Menge Thrill sorgen für Filmkost der äußerst kurzweiligen Art, die man sich keinesfalls entgehen lassen sollte.


8/10

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