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Montag, 3. September 2012

Musketiere für den König









Lady Musketier - Alle für einen
(La Femme Musketeer)
mit Gerard Depardieu, Nastassja Kinski, Michael York, Susie Amy, John Rhys-Davies, Christopher Cazenove, Casper Zafer, Allan Corduner, Freddie Sayers, Marcus Jean Pirae, Clemency Burton-Hill
Regie: Steve Boyum
Drehbuch: Sandra Weintraub
Kamera: David Connell
Musik: Mader
FSK 12
Deutschland / Kroatien / USA / 2011

Die Söhne von Porthos, Aramis und Athos stehen bereits im Dienst der Musketiere, doch für D'Artagnans Tochter Valentine wird das wohl ein ewiger Traum bleiben. Auch wenn sie den Schwertarm ihres Vaters geerbt hat und ihm eine gute Schülerin war - eine Frau bei den Musketieren? Unmöglich! Doch Valentine läßt sich von einer Absage nicht entmutigen und zieht auf eigene Faust los, um ihr Talent im Kampf zu beweisen. Und schon steckt sie - ganz der Vater - mitten in einer tödlichen Intrige, die Kardinal Mazarin gegen den jungen König gesponnen hat.


Die Abenteuer der berühmten Musketiere dürften fast jedem bekannt sein, schließlich ist der Roman von Alexandre Dumas schon oft genug verfilmt worden. In vorliegendem Film aus dem Jahre 2004 handelt es sich im Prinzip um die gleiche Geschichte, nur das dieses Mal nicht die alten Haudegen, sondern deren Sprößlinge im zentralen Mittelpunkt stehen. Doch damit nicht genug, denn zudem hat der Gascogner D'Artagnan keinen Sohn, dafür aber eine wirklich bildhübsche Tochter namens Valentine. Wie zuvor bei ihrem Vater ist es auch deren größter Wunsch, bei den königlichen Musketieren aufgenommen zu werden, doch noch nie vorher wurde dort eine Frau aufgenommen. Allein aus diesem neuen Aspekt ergibt sich schon einmal eine gewisse Brisanz und man kann sich denken, das die hübsche Valentine auch den Dickkopf ihres Vaters geerbt hat und sich nicht so schnell in ihr Schicksal ergeben wird. Das sorgt für einiges an Unterhaltungswert, wobei man diese Verfilmung nicht unbedingt an diversen früheren Werken messen, von denen einige wahrlich besser geraten sind.

Doch auch der Film von Steve Boyum kann sich sehen lassen, die Schauplätze sind gut gewählt und auch bei den Kostümen spiegelt sich die Zeit wieder, in der die Geschichte angesiedelt ist. Etwas negativ fällt eigentlich nur auf, das der Story keine sonderlich neuen Impulse beigefügt wurden, in etlichen Passagen wird man sogar das Gefühl nicht los, sich in den Geschehnissen der Original-Story zu befinden, bei denen lediglich einige Charaktere und die Darsteller gewechselt wurden. So gibt es statt einem Kardinal Richelieu nun den Kardinal Marazin, aus Lady De Winter wird Lady Bolton usw.. Das zeugt nicht unbedingt von viel Innovation, trübt aber keinesfalls die Kurzweil dieses mit 168 Minuten Laufzeit vielleicht etwas zu langen Filmes. Es entstehen nämlich trotz etlicher kleinerer kampfeinlagen und teils sehr humoristischen Einlagen dennoch mehrere langatmige Passagen, die man durchaus hätte vermeiden können.

Einige Abstriche muss man leider auch bei den erwähnten Kämfen machen, denn insbesondere die Fecht-Passagen kommen auf keinen Fall an die Qualität vorheriger Werke an, gewisse Szenen hinterlassen dabei sogar einen fast schon etwas steifen und ungelenken Eindruck. Dafür weiss aber die junge Valentine sehr zu überzeugen, denn nicht nur ihr Aussehen ist eine Stärke der jungen Frau, auch ihre Beweglichkeit und ihre fast akrobatischen Fähigkeiten sind ihr in manch brenzliger Situation eine große Hilfe. Etwas enttäuschend sind dagegen die Figuren der Söhne von Porthos, Athos und Aramis ausgefallen, die sich hauptsächlich mit dem Glücksspiel und dem Umschwärmen hübscher damen beschäftigen, anstatt mit gelungenen kampfeinlagen aufzuwarten. Auch hier ist die unverkennbare Anlehnung an das Original schwerlich zu übersehen, was einerseits als nette Anekdote, andererseits jedoch auch als Einfallslosigkeit angesehen werden kann. Man kann es drehen und wenden wie man will, "Musketiere für den König" ist ein allemal unterhaltsamer Film, der aber keinerlei neue Impulse bietet und deswegen bei Kennern der Thematik eventuell sogar für leichte Ermüdung sorgen könnte. Wer aber nicht genug von den Musketieren und deren Kampf gegen böse Intrigen bekommt, kann hier bedenkenlos zugreifen.

Insgesamt gesehen hätte man sicherlich etwas mehr bewerkstelligen und etwas neuen Schwung in eine altbekannte Thematik einfließen lassen können, denn das hätte vorliegendem Werk ganz sicher nicht geschadet.. Doch auch so kommt man auf seine Kosten und wird mit solider Filmkost bedient, die zudem mit Gerard Depardieu und Nastassja Kinski auch 2 bekannte Größen des Filmgeschäftes präsentiert. Ganz generell ist das Schauspiel als größtenteils gut zu bezeichnen, nur das schon erwähnte teils ungelenke Verhalten in diversen Kämpfen erscheint ein wenig störend. Ich persönlich würde diesen Film auf einem ordentlichen TV-Niveau ansiedeln und dieses ist vollkommen ausreichend für einen gemütlichen Abend vor dem heimischen Bildschirm


Fazit:


Man sollte die eigenen Erwartungen im Vorfeld nicht zu hoch ansetzen, denn extreme Ansprüche kann "Musketiere für den König" keinesfalls erfüllen. Neue Namen und Figuren können nicht darüber hinwegtäuschen, das die Geschichte inhaltlich zu wenig Neues bietet, um den Zuschauer wirklich aus dem Sessel zu hauen.


Die DVD:

Vertrieb: Ascot Elite
Sprache / Ton: Deutsch DTS 5.1, DD 5.1 / Englisch DD 5.1
Untertitel: Deutsch
Bild: 1,78:1 (16:9)
Laufzeit: 168 Minuten
Extras: Interviews, Trailer, Originaltrailer


6/10

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