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Dienstag, 16. Oktober 2012

Der jüngste Tag









Der jüngste Tag
(Collision Earth)
mit Kirk Acevedo, Diane Farr, Chad Krowchuk, Jessica Parker Kennedy, Adam Greydon Reid, Andrew Airlie, David Lewis, Douglas Chapman, Juan Riedinger, Kevan Ohtsji, Catherine Lough Haggquist
Regie: Paul Ziller
Drehbuch: Ryan Landels
Kamera: Tom Harting
Musik: Michael Neilson
FSK 12
Kanada / 2011

Victoria Preston (Diane Farr) und ihr Team sind mit der USS Nautilus auf einer Forschungsreise in der Nähe des Merkur. Plötzlich wird der sonnennahe Planet von einem extrem starken Sonnenwind getroffen und aus seiner Flugbahn geworfen. Aber was weit schlimmer ist - der Merkur wurde dadurch magnetisiert. Nun ziehen sich das Magnetfeld der Erde und der Merkur gegenseitig an und der Merkur rast auf die Erde zu. Die einzige Hoffnung auf Rettung liegt in einer geheimen Waffe. Projekt 7. Nur Victoria allein hat eine Chance, das Kometenraumschiff noch schnell genug zu erreichen und die drohende Gefahr durch den Merkur zu verhindern. Unterstützt, von der langsam sich selbst zerstörenden Erde, wird Victoria von ihrem Mann Dr. James Preston (Kirk Acevedo). Es beginnt ein gnadenloses Rennen gegen die Zeit.


Der Name Paul Ziller dürfte mittlerweile fast jedem ein Begriff sein, denn kein anderer Regisseur widmet sich mit so konstanter Regelmäßigkeit dem Katastrophenfilm wie der kanadische Filmemacher. Dabei überzeugen seine Werke nicht durch einen qualitätsmäßig hohen Anspruch, sondern vielmehr durch einen gewissen Unterhaltungswert und einen trashigen Charme. "Der jüngste Tag" schlägt dabei in die gleiche Kerbe und bietet dem Zuschauer einmal mehr ein Katastrophen-Szenario, das man keinesfalls nach seiner Glaubwürdigkeit beurteilen sollte. Ziller konfrontiert den Zuschauer mit einer Geschichte, die im Bezug auf die Glaubwürdigkeit schon als vollkommen hanebüchen bezeichnet werden kann, aber nichtsdestotrotz äußerst unterhaltsam in Szene gesetzt wurde. Dabei strotzt das Geschehen nur so vor Zufällen und abstrusen Momenten, was im Prinzip in jeder einzelnen Einstellung zu erkennen ist. Soldaten und Verantwortliche Personen werden als absolut unfähig dargestellt und fast schon selbstverständlich für Paul Ziller sind es Zivil-Personen, die hier die Erde vor der Zerstörung retten. Dies geschieht dann auch noch auf eine Art und Weise die zwar absolut unglaubwürdig erscheint, dem Film an sich aber eine herrlich trashige Note verleiht und letztendlich eine charmante Note beinhaltet.

Absolutes Highlight sind aber wie fast immer die von Ziller verwendeten Effekte. Bei diesem Aspekt werden die Lachmuskeln des Betrachters sehr arg strapaziert, denn größtenteils erscheinen die CGI-Effekte dermaßen billig, das einem unwillkürlich die Tränen in die Augen treten. Es handelt sich dabei aber meiner Meinung nach um ein absolutes Markenzeichen des kanadischen Regisseurs und mittlerweile bin ich persönlich schon zu einem kleinen Fan seiner Werke mutiert. Denn obwohl man seine Storys eher selten besonders ernst nehmen kann, entwickeln sie einen recht konstanten Spannungsbogen und üben eine Faszination aus, die man schwerlich in Worte fassen kann. Langeweile kommt in Ziller's Filmen jedenfalls nie auf, denn trotz aller offensichtlichen Defizite schafft der gute Mann es immer wieder, die Aufmerksamkeit des Zuschauers für sich zu gewinnen.

Die versammelte Darsteller-Riege passt sich dann auch fast nahtlos dem teilweise skurrilen Treiben an, das Schauspiel passt perfekt zu den Handlungsabläufen und ist für einen Film dieser Art vollkommen ausreichend. Mit Kirk Acevedo und Diane Farr sind dann auch 2 recht bekannte Gesichter dabei, die man hauptsächlich aus TV-Serien kennt und natürlich handelt es sich hier auch um die beiden Haupt-Charaktere, die hauptsächlich für die Rettung der Erde verantwortlich zeichnen. Tiefer gehende Charakter-Beleuchtungen sollte man hier allerdings nicht erwarten, sämtliche Figuren werden eher oberflächlich eingeführt, können aber zumeist sogar Symphatie-Punkte für sich einfordern. Und so hat der gute Ziller-Paule einmal mehr einen Katastrophen-Thriller auf die Menschheit losgelassen, der sich nahtlos in die Riege seiner bisherigen Produktionen einreihen kann und dabei sämtliche Zutaten beinhaltet, die man mittlerweile gewöhnt ist. Kurzweilige Unterhaltung für zwischendurch ist hier definitiv vorhanden und Freunde dieser C-Movies sollten wie immer auf ihre Kosten kommen.

Letztendlich hat Ziller einmal mehr eine teils vollkommen an den Haaren herbeigezogene Geschichte umgesetzt, die mit lustigen Effekten übersät ist. Wer hier auf Qualität setzt sollte die Finger von der DVD lassen, wer sich jedoch an diesen herrlich trashigen Szenarien erfreuen kann, sollte unbedingt zugreifen. Ich mag diese herrlich unrealistisch umgesetzten Storys, die immer wieder beste Unterhaltung bieten und die man sich jederzeit gut anschauen kann. Ein gutes Training für die Lach-Muskulatur, das dennoch auch eine gewisse Spannung aufbauen kann und seinen Höhepunkt wie eigentlich immer in den vorhandenen Effekten findet, die dieses Mal so wunderbar dilletantisch wirken, das es eine wahre Pracht ist.


Fazit:


Paul Ziller wird wohl nie im Leben einen qualitativ wirklich hochwertigen Film kreieren, doch auf seinem Gebiet ist der gute Mann mittlerweile fast schon eine kleine Ikone. Was für viele Leute eventuell einfach nur schlecht ist, dürfte für andere wiederum extrem kurzweilige und oft unfreiwillig komische Unterhaltung darstellen, die man in meinen Augen auf jeden Fall weiterempfehlen kann. Ich freue mich jedenfalls schon auf den nächsten Streich, der sicherlich nicht lange auf sich warten lassen wird.


Die DVD:

Vertrieb: Sunfilm
Sprache / Ton: Deutsch DTS 5.1, Deutsch DD 5.1 / Englisch DD 5.1
Untertitel: Deutsch
Bild: 2,35:1 (16:9)
Laufzeit: 86 Minuten
Extras: Trailer


5,5/10

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