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Montag, 1. Oktober 2012

Osombie









Osombie
(Osombie)
mit Corey Sevier, Eve Mauro, Jason Wade, Danielle Cuchran, William Rubio, Mike Black, Dakota Bradshaw, Walter A. Carmona, James Gaisford, Andrew Hancock, Paul D. Hunt, Danny James, Andrew W. Johnson
Regie: John Lyde
Drehbuch: Kurt Hale
Kamera: Airk Taughbaer
Musik: Jimmy Schafer
SPIO/JK
USA / 2012

Die junge Dusty macht sich in Afghanistan auf die verzweifelte Suche nach ihrem Bruder Derek. Dieser ist überzeugt, dass Osama bin Laden entgegen allen Berichten noch lebt! Schnell stellt sich heraus, dass Derek mit seiner Vermutung nicht ganz falsch lag! Dusty wird nach einem brutalen Zombie-Angriff von einer schlagkräftigen NATO-Sondereinheit gerettet. Deren Geheimauftrag: den zombiefizierten Terroristenführer aufzuspüren und die Zombie-Apokalypse zu verhindern! Kein leichtes Unterfangen, wenn sich der Elite-Truppe eine ganze Meute von untoten al-Qaida-Kämpfern in den Weg stellt! Werden sie es schaffen, Amerikas Staatsfeind Nr. 1 erneut zu eliminieren?


Der Zombiefilm hat ja in den letzten Jahren schon die komischsten Auswüchse nach sich gezogen und so ist die Grundidee des vorliegenden Filmes im Prinzip eine Steilvorlage für ein herrliches Trash-Werk. Osama Bin Laden als untoten Al Kaida Führer darzustellen ist dabei eine recht makabere Vorstellung und aus dieser skurrilen Thematik hätte man eine ganze Menge herausholen können. Leider kann die filmische Umsetzung des Ganzen jedoch nur streckenweise überzeugen, denn für echten Trash ist die Geschichte nicht witzig genug, auf der anderen Seite kann man das Werk allerdings auch nicht wirklich ernst nehmen. So siedelt sich die Story dann auch irgendwo im Durchschnittsbereich an und beinhaltet recht wenige Passagen, die man als echte Höhepunkte bezeichnen könnte. Die Ausstattung ist äußerst karg ausgefallen, spielt sich doch das gesamte Geschehen irgendwo in der afghanischen Wüste ab, so das man für die Kulissen sicherlich keine Unmengen an Geld ausgeben musste. Ganz generell merkt man dem Film sein offensichtlich ziemlich geringes Budget an, was sich insbesondere im Bezug auf die vorhandenen Effekte zu erkennen gibt. Diese sind nicht unbedingt als hochwertig zu bezeichnen. in diversen Szenen wirken sie sogar regelrecht billig. Vor allem die meisten auf die Zombie-Horden abgegebenen Kopfschüsse erwecken dabei den Anschein, das nur selten mit Kunstblut gearbeitet wurde, vielmehr scheint eine pulverartige Substanz auszutreten, was schon recht gewöhnungsbedürftig erscheint.

Der Härtegrad des Filmes ist eigentlich in Ordnung, wobei man nicht gerade mit zu hohen Erwartungen an extrem brutale Action an das Geschehen herangehen sollte. Die wirklich blutigen Momente bewegen sich in einem überschaubaren Rahmen, zudem sind die Tötungen sehr monoton dargestellt. Mit Kopfschüssen wird man zwar zur Genüge bedient, doch ansonsten sind einige Schwert-Streiche die einzige Abwechslung, was auf die Dauer ein wenig ermüdend erscheint. Zudem tritt auch die Figur von Bin Laden viel zu selten in den Focus, lediglich zu Beginn der Geschichte und kurz vor dem Ende bekommt man den ehemals meist gesuchten Terroristen zu Gesicht. Hier hätte ich mir etwas mehr Präsenz gewünscht, doch leider beschäftigt sich das gesamte Szenario lediglich mit der Suche nach ihm und geht viel zu wenig auf die Person an sich ein. Echte Spannung sollte der Zuschauer auch nicht unbedingt erwarten, denn die Ereignisse gestalten sich doch ziemlich vorhersehbar, so das es auch keine sonderlichen Überraschungsmomente zu sehen gibt.

Das größte Problem bei "Osombie" ist jedoch der vorhandene Humor, denn dieser wirkt irgendwie seltsam künstlich und aufgesetzt, so das es prinzipiell bis auf einige dezente Schmunzler kaum etwas zu sehen gibt. Hauptsächlich haben die Macher versucht, die vorhandenen Dialoge witzig zu gestalten, doch statt bissigem Wortwitz bekommt man viel eher recht dümmliche Wortwechsel geboten, die an einigen Stellen schon fast peinlich wirken. Das Schauspiel passt sich diesem Eindruck fast nahtlos an, denn die Leistungen der Darsteller sind nicht gerade das, was man als wirklich überzeugend bewerten könnte. Lediglich stellenweise bewegt man sich hier im soliden Bereich, ansonsten beinhalten die Darstellungen phasenweise sogar ein wenig Theatralik, wodurch etliche Szenen schon seltsam aufgesetzt und überzogen erscheinen. Und komischerweise hat mir der Film dennoch recht gut gefallen, ich kann jedoch auch die zumeist negativen Meinungen nachvollziehen, die der Film nach sich zieht. Hier kommt es wirklich ganz stark auf den persönlichen Geschmack an, denn "Osombie" ist definitiv ein Werk, das die Meinungen extrem spaltet.

Letztendlich handelt es sich hier um eine Geschichte, aus der man auf jeden Fall viel mehr hätte herausholen können. Leider hat man es jedoch versäumt aus den vorhandenen Möglichkeiten eine echte Trash-Granate zu kreieren und somit viel an Potential verschenkt. Eine äußerst witzige Grundidee hat leider nur eine bedingt gelungene Umsetzung erfahren, denn die Geschichte offenbart doch etliche Defizite, die man durchaus hätte vermeiden können. Trotzdem handelt es sich immer noch um einen Film, den man sich getrost anschauen kann, denn recht kurzweilige Unterhaltung ist auf jeden Fall vorhanden.


Fazit:


Mit etwas mehr Fantasie hätte hier ein echtes Trash-Spektakel entstehen können, doch leider wurde es versäumt, vorhandenes Potential auch wirklich auszuschöpfen. So hinterlässt "Osombie" leider keinen sehr nachhaltigen Eindruck beim Betrachter und siedelt sich irgendwo im Mittelmaß an. Wenn man seine Erwartungen nicht zu hoch ansetzt, kann man jedoch durchaus auf seine Kosten kommen und seinen Spaß an dieser wenigstens phasenweise witzigen Geschichte haben.


Die DVD:

Vertrieb: Splendid
Sprache / Ton: Deutsch / Englisch DD 5.1
Untertitel: Deutsch / Niederländisch
Bild: 1,78:1 (16:9)
Laufzeit: 91 Minuten


6/10

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