Follower

Donnerstag, 25. Oktober 2012

Six Bullets









Six Bullets
(6 Bullets)
mit Jean Claude Van Damme, Joe Flanigan, Anna-Louise Plowman, Charlotte Beaumont, Steve Nicolson, Uriel Emil Pollack, Louis Dempsey, Mark Lewis, Kristopher Van Varenberg, Bianca Bree, Matei Calin
Regie: Ernie Barbarash
Drehbuch: Chad Law / Evan Law
Kamera: Phil Parmet
Musik: Neal Acree
Keine Jugendfreigabe
USA / 2012

Ex-Legionär und Söldner Simon Gaul hat ein ganz besonderes Talent: Im Namen seiner Auftraggeber spürt er vermisste und entführte Personen auf. Doch nach seiner letzten Mission, bei der unschuldige Kinder sterben, kann er einfach nicht mehr weitermachen. Seine außergewöhnlichen Fähigkeiten sind allerdings schon bald wieder gefragt. Die Tochter des Top-MMA-Fighters Andrew Fayden wurde von Menschenhändlern verschleppt! Tatkräftig unterstützt von Andrew, nimmt Simon schon nach kurzer Zeit eine Spur auf und kommt den brutalen Entführern immer näher ...


Nach etlichen eher schlechten B-Movies in den letzten Jahren hätte man es kaum für möglich gehalten, das Action-Ikone Jean Claude van Damme im Herbst seiner Karriere noch einmal einen enormen Sprung nach oben macht, was die Qualität seiner Filme betrifft. Zu oft ist man in der Vergangenheit doch enttäuscht worden und musste sich mit diversen Filmchen zufrieden geben, die sich zumeist sogar unterhalb des üblichen Durchschnitts ansiedelten. "Six Bullets" ist jedoch definitiv nicht in diese Kategorie einzuordnen, präsentiert sich dem geneigten Fan doch zuerst einmal eine wirklich gute-und sehr interessante geschichte, die zudem mit einer immer brisanten Thematik aufwartet. Da stört es auch nicht weiter, das die Abläufe teilweise sehr klischeebeladen daherkommen, denn fast selbstverständlich ist es einmal mehr ein böses osteuropäisches Land, in dem kleine Kinder entführt-und reichen Perversen zum Kauf angeboten werden, damit diese sich sexuell mit den Kleinen vergnügen können. Trotz dieses Klischees gestaltet sich die Handlung recht authentisch, die Ereignisse werden dem Zuschauer möglichst glaubwürdig näher gebracht. Dabei ist es mehr als erschreckend wenn man sieht, wie skrupellos manche Menschen mit dem Leben anderer umgeben und der Aspekt das es sich hier um Kinder handelt, stößt einem selbst sehr bitter auf.

Die dabei aufkommende Wut auf die gewissenlosen Verbrecher nimmt schwindelerregende Höhen an, so das man für die Handlungsweisen des Söldners Simon (JCvD) äußerst viel Verständnis aufbringen kann und sich sogar regelrecht über jede Eliminierung eines Verbrechers erfreuen kann. Das es dabei nicht unbedingt zimperlich zur Sache geht versteht sich fast von selbst, denn die belgische Kampfmaschine lässt es in den meisten Fällen so richtig krachen. Dennoch arten die Geschehnisse zu keiner Zeit in ein sinnbefreites Action-Szenario aus, die Kampf-Passagen sind gut dosiert, wodurch die Geschichte auch nie überladen erscheint. Stattdessen offenbart das Szenario sogar teilweise eine gewisse inhaltliche Tiefe, die man bei Filmen des Action-Stars eher selten bemerkt, doch in vorliegendem Fall ist allein schon durch die Thematik des Ganzen eine gewisse Substanz vorhanden. Das kommt dem gewonnenen Gesamtausdruck natürlich sehr zu Gute und wertet den Film insgesamt auch ganz erheblich auf.

Dennoch bekommt selbstverständlich auch der Action-Fan eine ganze Menge geboten, die vorhandenen Szenen sind erstklassig umgesetzt worden und man bekommt neben etlichen Schießereien auch einige absolut sehenswerte Nahkämpfe geboten. Van Damme zeigt dabei das er es immer noch nicht verlernt hat und lässt erkennen, das er auch rein schauspielerisch durchaus gereift ist. Zwar bewegt sich sein darstellerisches Talent immer noch in einem überschaubaren Rahmen, doch wird man irgendwie das Gefühl nicht los, das der Belgier wirklich erwachsen geworden ist. Zwar wird der gute Mann auf seine alten Tage nicht mehr zu einem Charakter-Darsteller mutieren, aber seine gesamte Ausstrahlung ist doch sehr gereift und hinterlässt jedenfalls für meine Person einen äußerst guten Eindruck. Auch die anderen Schauspieler liefern durch die Bank einen ordentlichen Job ab, wobei insbesondere die Rollen der Fieslinge extrem gut besetzt sind. Und so präsentiert sich dann ein durchgehend sehenswertes Szenario, das weitaus mehr zu bieten hat als die üblichen Schlägereien.

Regisseur Ernie Barbarash (Cube Zero) hat also alles richtig gemacht, indem er seiner Geschichte außer den obligatorischen Action-Passagen auch eine gute Story und etwas inhaltliche Tiefe verliehen hat. Ein glänzend aufgelegter Jean Claude van Damme ist endlich einmal wieder in einer sehr überzeugenden Rolle zu sehen und mischt die Kinderschlepper in Moldawien so richtig auf. "Six Bullets" kann man also als einen absolut gelungenen B-Actioner bezeichnen und dieser scheint in der letzten Zeit ganz generell eine Art Rainessance zu erleben, was man auch schon in diversen anderen Werken der letzten Zeit miterleben durfte. So sieht kurzweilige-und sehr gute Unterhaltung aus und man kann nur hoffen, das auch in der Zukunft noch etliche Filme dieser Qualität erscheinen.


Fazit:


"Six Bullets" siedelt sich im oberen Qualitäts-Drittel an und bietet viel mehr als die ansonsten übliche Prügel-Action. Ein gereifter Hauptdarsteller und eine jederzeit spannende Story sorgen für ein Filmerlebnis, das man sich auch gern mehr als nur einmal anschaut.


Die DVD:

Vertrieb: Splendid
Sprache / Ton: Deutsch / Englisch DD 5.1
Untertitel: Deutsch / Niederländisch
Bild: 1,78:1 (16:9)
Laufzeit: 103 Minuten


7,5/10

Keine Kommentare: