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Dienstag, 18. Dezember 2012

Der Samariter - Tödliches Finale









Der Samariter - Tödliches Finale
(The Samaritan)
mit Samuel L. Jackson, Luke Kirby, Ruth Negga, Alan C. Peterson, Gil Bellows, Aaron Poole, Tom McCamus, Deborah Kara Unger, Tom Wilkinson, Rob Archer, Diana Leblanc, Rufus Crawford, Andrew Butcher, Frank Moore
Regie: David Weaver
Drehbuch: Elan Mastai / David Weaver
Kamera: Francois Dagenais
Musik: Todor Kobakov / David Whalen
FSK 16
USA / 2012

25 Jahre Knast für den erzwungenen Mord an seinem Freund und Partner haben aus Foley einen einsamen und müden Mann gemacht, der nur noch in Frieden leben will. Doch Ethan, der Sohn des Toten, hat Pläne, für die er einen erfahrenen Betrüger der Extraklasse braucht. Einen wie Foley. Denn 8 Millionen Dollar zieht man niemandem leicht aus der Tasche. Ethan ahnt, dass Foley vermutlich nicht mitspielen will, und so hat er vorsorglich ein teuflisches Netz um den Mörder seines Vaters gesponnen, in dem der sich mit jeder Bewegung mehr verfängt. Doch nichts ist, wie es scheint, und Foley kein Insekt, das einfach nur hilflos zappelt …


Schon seit längerer Zeit ist Samuel L. Jackson längst nicht nur in diversen Blockbustern zu sehen, der gute Mann hat sich mittlerweile zu einem echten Vielfilmer entwickelt und taucht so auch ziemlich oft in eher kleineren Produktionen auf. Im Gegensatz zu anderen Darstellern gelingt es dem charismatischen Schauspieler jedoch fast immer, den Zuschauer durch seine schauspielerischen Fähigkeiten zu überzeugen, wie es auch in vorliegender Geschichte einmal mehr der Fall ist. Die Rolle des scheinbar ausgebrannten Ex-Knackis scheint ihm dabei wie auf den Leib geschneidert und obwohl man sich ganz generell nicht über die Leistungen der gesamten Darsteller-Riege beschweren kann, sticht Jackson hier ganz eindeutig heraus und füllt die Geschichte mit einer unglaublichen Omnipräsenz. Regisseur David Weaver, der bisher eigentlich keinen wirklich herausragenden Film auf den Weg gebracht hat erzählt hier eine von Anfang bis Ende sehr spannende Story, die neben den erstklassigen Performances der Protagonisten in erster Linie von den etlichen Wendungen lebt, die der Story-Plot immer wieder zu bieten hat. Dabei handelt es sich doch im Prinzip um einen recht deutlichen und fast schon banalen Handlungsstrang, doch die vielen eingebauten Überraschungsmomente machen aus einer eher simplen Geschichte einen echten Hingucker.

Natürlich ist das Geschehen auch mit einigen typischen Klischees behaftet, denn auch hier bewahrheitet sich der übliche Spruch, das Ex-Knackis trotz sämtlicher guter Vorsätze immer wieder von ihrer Vergangenheit eingeholt werden. Was Weaver jedoch aus dieser Thematik herausgeholt hat ist absolut bemerkenswert, denn die Umsetzung wirkt doch herrlich erfrischend und ist mit etlichen frischen Impulsen angereichert worden. "Der Samariter" entpuppt sich dabei als ein eher ruhiger Thriller, der sich vor allem in der ersten Filmhälfte genügend Zeit für eine ausführliche Beleuchtung der einzelnen Charaktere nimmt. Rein optisch gesehen erinnert das Szenario phasenweise an den Film noir, der Zuschauer wird mit teils düsteren Schauplätzen konfrontiert, die irgendwie auch das Gefühl von Tristesse und Hoffnungslosigkeit verbreiten. Das steht dem Gesamtbild sehr gut zu Gesicht und entfaltet trotz mangelnder Action-Passagen einen äußerst intensiven Eindruck der Ereignisse, die manchmal schon ein starkes Gefühl der Schwermut aufkommen lassen.

Nachdem sich im Laufe der Zeit immer mehr Zusammenhänge erkennen lassen, die insbesondere das Leben der Hauptfigur Foley (Jackson) auf den Kopf stellen, überkommt einen schon die düstere Vorahnung, das die Geschichte keinesfalls mit einem Happy End enden wird. Diese Ahnung soll sich dann letztendlich auch bestätigen, wobei ich nicht weiter darauf eingehen möchte, um niemandem die Spannung zu nehmen. Es handelt sich aber auf jeden Fall um einen finalen Shodown, der nahezu perfekt in das Szenario hineinpasst, auch wenn dadurch ein extrem tragischer Hauch in das Geschehen einzieht, der einen mit einem bitteren Beigeschmack aus diesem äußerst sehenswerten Film entlässt. "Der Samariter" ist meiner Meinung nach ein echter Geheim-Tipp und bietet Filmkost der gehobenen Klasse. Ein glänzend aufspielender Samuel L. Jackson ist hierbei sicherlich als das absolute Highlight anzusehen, doch auch in allen anderen Punkten weiß das Werk durchgehend zu überzeugen.

Letztendlich hat David Weaver hier eine ganze Menge richtig gemacht, wobei die Auswahl der Darsteller als absolut perfekt bezeichnet werden kann. Die glaubwürdige Darstellung der jeweiligen Charaktere ist ein ganz wichtiger Bestandteil des Gesamtwerkes, denn nur so kann das Szenario auch die gewünschte Wirkung beim Betrachter hinterlassen. Eine sehr wendungsreiche Geschichte, viel Spannung und eine in manchen Phasen herrlich düstere Grundstimmung runden ein überzeugendes Gesamtbild sehr gut ab, so das man hier bedenkenlos eine Empfehlung aussprechen kann.


Fazit:


Eine ruhige Erzählweise der Ereignisse lässt hier dennoch ein hohes Maß an Intensität entstehen. Diverse Wendungen-und Überraschungsmomente peppen eine vom Prinzip her banale Gauner-Geschichte gewaltig auf und lassen das gesamte Szenario in einem vollkommen anderen Licht erscheinen. Hinzu kommen etliche emotionale Momente, die vor allem zum Ende hin eine sehr tragische Note erkennen lassen, so das streckenweise auch gewisser Tiefgang zu erkennen ist.


Die DVD:

Vertrieb: Ascot Elite
Sprache / Ton: Deutsch DTS 5.1, DD 5.1 / Englisch DD 5.1
Untertitel: Deutsch
Bild: 2,35:1 (16:9)
Laufzeit: 90 Minuten
Extras: Making Of, Deleted Scenes, Interviews, Trailer, Trailershow


7,5/10

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