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Montag, 31. Dezember 2012

Texas Chainsaw Massacre 2









Texas Chainsaw Massacre 2
(Texas Chainsaw Massacre 2)
mit Dennis Hopper, Caroline Williams, Jim Siedow, Bill Moseley, Bill Johnson, Ken Evert, Harlan Jordan, Kirk Sisco, James N. Harrell, Lou Perryman, Barry Kinyon, Chris Douridas
Regie: Tobe Hooper
Drehbuch: Kim Henkel / Tobe Hooper
Kamera: Richard Kooris
Musik: Tobe Hooper / Jerry Lambert
ungeprüft
USA / 1986

Nachdem die Radiomoderatorin "Stretch" Block in ihrer Sendung den grausigen Mord an zwei Teenagern per Telefonschaltung live mitgeschnitten hat, gerät sie in die Schusslinie der Killer. Niemand anderes als die verrückte und wegen ihrer kannibalistischen Veranlagung landesweit gesuchte Schlachter-Familie aus dem sonnigne Texas steht hinter dem gemeinen Anschlag! Nach über 15 Jahren im Untergrund wagen sie sich wieder ans Tageslicht: Leatherface, sein debiler Bruder Top Chop und ihr irrsinniger Vater, der Koch, sind wieder da. Doch diesmal haben sie die Rechnung ohne Leity Enright gemacht, der - ebenfalls mit Motorsägen bewaffnet - der Familie nachstellt, um sie endgültig zur Strecke zu bringen und den Tod seines Sohnes rächen.


Nachdem das Label Turbine schon das geniale Original von Tobe Hooper vom Index bekommen hat, folgte nun auch der zweite Teil in einer herrlichen Veröffentlichung. Auch hier saß Hooper auf dem Regiestuhl, allerdings hat er die Fortsetzung des Kultwerkes aus dem Jahre 1974 doch etwas anders gestaltet. Die Geschichte beinhaltet nicht mehr diese grandios siffige-und bedrohliche Atmosphäre des Vorgängers, sondern könnte durch etliche Passagen schon fast als Horror-Komödie angesehen werden. Dieser Aspekt ist jedoch keinesfalls als negativ zu bewerten, funktioniert der Film doch auf diese Weise ganz hervorragend und bietet so allerbeste Unterhaltung der phasenweise schon äußerst trashigen Art. So ist es beispielsweise absolut köstlich, den guten Leatherface dabei zu beobachten, wie er sich ganz offensichtlich in die Radio-Moderatorin "Stretch" verliebt und sie bei jeder sich bietenden Gelegenheit vor dem Rest seiner vollkommen durchgeknallten Familie in Sicherheit bringen will. Dabei ist es insbesondere sehr witzig, das Spiel seiner Augen hinter der obligatorischen Maske zu beobachten, erscheint der Schlächter doch wie ein absolut liebeskranker Troll, der sein Herz verloren hat.

Der vorhandene Humor bezieht sich aber längst nicht nur auf die Hauptfigur, denn das gesamte Szenario offenbart immer wieder herrlich skurrile Passagen, die so richtig auf die Lachmuskeln des Zuschauers abzielen. Teils groteske Situationskomik und herrlicher Wortwitz geben sich die Klinke in die Hand, so das man streckenweise kaum aus dem lachen herauskommt. Nun hat "Texas Chainsaw Massacre 2" jedoch nicht nur jede Menge Humor zu bieten, auch im Bezug auf den Härtegrad wird Einiges geboten. Gestaltete sich der Vorgänger noch so gut wie vollkommen blutleer und überzeugte in erster Linie durch die extrem bedrohliche Grundstimmung, so hat man hier doch auf einige blutige und härtere Passagen zurückgegriffen. Nun sollte man zwar nicht unbedingt ein Splatter-Spektakel erwarten, doch die Steigerung zum Original ist doch relativ gewaltig. Auch in atmosphärischer Hinsicht weiß der Film vollkommen zu überzeugen, nur äußerst sich diese nicht unbedingt durch viel Dichte sondern vielmehr durch ihren sehr kranken Unterton.

Dieser gibt sich vor allem durch die einzelnen Charaktere zu erkennen, wobei hauptsächlich Dennis Hopper als durchgeknallter Rächer und andererseits die total verrückte Sawyer Familie auf den Plan treten. Es ist schon ziemlich erstaunlich, das sich gerade Leatherface" noch als das normalste Familienmitglied präsentiert, denn wenn man seinen psychophatischen Bruder und erst recht den Vater der beiden Prachtburschen betrachtet, erscheint einem der Mann hinter der Maske aus Menschenhaut doch fast schon normal. Aber auch Hopper brilliert in seiner Rolle und läuft ganz besonders in den letzten Minuten der Geschichte zur absoluten Höchstform auf, als er sich in der weit verzweigten Höhle in der die Familie haust einen erbitterten Kampf mit seinen Gegnern liefert. Hier kommen dann auch jede Menge Kettensägen verschiedenster Größen zum Einsatz und man bekommt einen finalen Showdown geliefert, der es nun wirklich in sich hat. Das Ende erinnert dann auch fast an einen Kampf unter Rittern, nur das hier keine Rüstungen getragen werden und die Schwerter durch Kettensägen ersetzt wurden. Es geht ziemlich hart-und blutig zur Sache, was ganz sicher auch die Freunde der etwas härteren Gangart durchaus erfreuen dürfte.

Und so kann man letztendlich von einer in allen Belangen gelungenen Fortsetzung sprechen, die Hooper hier in Szene gesetzt hat. Dennoch sollte man mit etwas anderen Erwartungen an dieses Werk herangehen, als man es bei Teil 1 der Reihe gemacht hat. Manch einen mag es eventuell sogar stören, das hier größtenteils die nötige Ernsthaftigkeit fehlt, andere werden sich dafür über gelungene-und handgemachte SFX freuen, auf die man beim Vorgänger gänzlich verzichtet hat. Im Endeffekt sollte sich jeder selbst ein Bild davon machen, aber ich persönlich liebe diesen Teil gerade aufgrund seiner herrlich skurrilen Note, die ihm einen ganz eigenen Charme verleiht. Das von Turbine veröffentlichte Digi-Pack kann sich absolut sehen lassen und beinhaltet auch wieder eine Menge Extras. Eine würdige Veröffentlichung eines tollen Filmes, der in keiner gut sortierten Sammlung eines Fans fehlen sollte.


Fazit:


Anders als im ersten teil hat Tobe Hooper hier auf eine gelungene Mixtur aus Komik-und Härte gesetzt und dabei einen absolut erstklassigen nachfolger auf den Weg gebracht. Durchgeknallte Charakter, trashiger Humor und ein angemessener Härtegrad ergeben ein Gesamtpaket, das man jedem Fan des Genres nur wärmstens empfehlen kann.


8/10

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