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Freitag, 7. Dezember 2012

The Dark Knight Rises









The Dark Knight Rises
(The Dark Knight Rises)
mit Christian Bale, Gary Oldman, Tom Hardy, Joseph Gordon-Levitt, Anne Hathaway, Marion Cotillard, Morgan Freeman, Michael Caine, Matthew Modine, Alon Aboutboul, Ben Mendelsohn, Burn Gorman
Regie: Cjristopher Nolan
Drehbuch: Jonathan Nolan / Christopher Nolan
Kamera: Wally Pfister
Musik: Hans Zimmer
FSK 12
Großbritannien / USA / 2012

Acht Jahre sind vergangen, seitdem Batman die Verbrechen von Two-Face auf seine Kappe genommen hat und für immer aus Gotham vertrieben wurde. Acht Jahre, in denen der fragile Frieden in der Metropole Bestand hatte. Doch als der nihilistische Bane die Stadt mit Terror von ungeahntem Ausmaß überzieht und der Polizei ihre Grenzen aufweist, hat Bruce Wayne keine andere Wahl. Er muss sein Versteck verlassen und den Schwarzen Rächer wieder zu Leben erwecken: Nur Batman kann die Stadt retten, die ihn zu ihrem größten Feind erklärt hat.


Das war er nun also, der angebliche Abschluss der Batman-Trilogie, der schon im Vorfeld die unterschiedlichsten Meinungen auf den Plan gerufen hat. Einerseits durchaus verständlich, denn hat doch der Vorgänger "The Dark Knight" einen überdimensional großen Schatten gworfen, so das vorliegender Film im Prinzip von Beginn an kaum eine faire Chance hatte. Wie sollte Christopher Nolan beispielsweise die brillante Performance eines Heath Ledger in der Rolle des Jokers toppen und gleichzeitig einen würdigen Abschluss in Szene setzen, der auch als Gesamtpaket nur annähernd an seinen schier übermächtigen Vorgänger herankommen kann? Die Antwort liegt eigentlich auf der Hand, denn man braucht sich nur vorliegenden Film anzuschauen, der weitaus besser gelungen ist als es so manche Kritik vermuten lassen könnte. Sicherlich liegt das am Ende wie immer im Auge des jeweiligen Betrachters, doch die oft angesprochenen angeblichen Schwächen dieses Werkes kann ich persönlich überhaupt nicht nachvollziehen. Der größte Kritikpunkt liegt dabei wohl augenscheinlich in der Figur des Schurken Bane, dem angeblich die charakterlich tiefer gehende Skizzierung fehlt. Dabei ist hier doch der nahezu perfekte Gegenspieler für Batman gefunden worden, wobei man selbstverständlich nicht unbedingt den Vergleich zu Ledgers Performance in der Rolle des Jokers ziehen sollte, die auf ihre ganz besondere Art für immer absolut einmalig bleiben wird. Dennoch liefert Tom Hardy eine absolut überzeugende Leistung ab und verleiht dem Schurken eine äußerst bedrohliche Ausstrahlung, die sich den ganzen Film über mehr als deutlich bemerkbar macht.

Ein weiteres Manko soll die mit gut 160 Minuten üppige Laufzeit des Filmes sein, was mich zu Beginn ehrlich gesagt auch ein wenig verschreckt hat. Nach der Sichtung des Werkes muss ich jedoch feststellen, das ich keinerlei Längen oder gar überflüssige Szenen erkennen konnte, denn jede einzelne Einstellung ist für das gewonnene Gesamtbild absolut notwendig und wertet den Gesamteindruck letztendlich nur noch auf, als das es ihm schaden würde. Nolan hat hier ganz bewusst den Focus nicht nur auf die wie immer sensationellen Action-Passagen gelegt, sondern seiner Geschichte sehr wohl eine Menge an Tiefe verliehen, um diesen abschließenden Teil nicht nur als sehr gelungenen und eigenständigen Film, sondern als grandiosen und schlüssigen Abschluss seiner Trilogie zu präsentieren, der möglichst keine Fragen offen lässt. Das ist ihm auch hervorragend gelungen, schließt sich doch mit dem Werk der Kreis und man kommt auch thematisch gesehen wieder zu den Anfängen zurück, die mit "Batman Begins" ihren Anfang hatten. Zeitlich gesehen siedelt sich dieser Teil übrigens 8 Jahre nach den Geschehnissen des Vorgängers an und Batman hat sich vollkommen zurückgezogen, was gleichzeitig natürlich auch auf Bruce Wayne zu beziehen ist, der sich in die einsamen Winkel seines Herrenhauses zurückgezogen hat. Dabei präsentiert sich ein Mann, der rein gar nichts mehr von seiner ehemaligen Stärke erkennen lässt, vielmehr bekommt man einen ehemaligen Superhelden präsentiert, der aufgrund körperlicher Gebrechen fast schon wie ein Pflegefall erscheint, aber auch innerlich gebrochen daher kommt.

Nichts ist mehr zu sehen vom ehemaligen Helden der Stadt Gotham City, denn der ehemals strahlende Held scheint physisch wie auch psychisch am Ende seiner Kräfte zu sein. Dadurch werden der Figur sehr menschliche Züge verliehen, die erkennbaren Schwächen der Fledermaus lassen den Charakter nur noch symphatischer erscheinen, als es schon vorher der Fall war. Und diese bisher kaum gekannten Schwächen erstrecken sich nicht nur über die Anfangsphase der Story, sondern ziehen sich wie ein roter Faden durch das gesamte Szenario. Auch dieser Aspekt mag manch einem Fan nicht so wirklich schmecken, möchten viele doch viel lieber den glänzenden Helden in schwarzer Rüstung sehen, der keine Mankos erkennen lässt. Dabei ist es doch insbesondere die hier zur Schau gestellte Verletzlichkeit, die dem Ganzen einen ganz eigenen Stempel aufdrückt. Endlich bekommt man einmal einen Helden präsentiert, der nicht mit spielerischer Leichtigkeit agiert, sondern vielmehr auch des Öfteren an seine Grenzen geführt wird, was auch im ersten Aufeinandertreffen mit seinem Gegner Bane sehr gut zum Ausdruck kommt. Hier muss Batman nämlich seine wohl empfindlichste Niederlage einstecken, ist er doch absolut chancenlos und hoffnungslos unterlegen. Auch in diesem Punkt hat Nolan meiner Meinung nach alles richtig gemacht und seiner Geschichte eine Menge Tiefgang verliehen, wobei die darauf folgende "Auferstehung" des Helden auch nicht einfach banal eingefügt wurde, sondern einen sehr detaillierten Kampf eines gebrochenen Mannes gegen sich selbst zeigt, der etliche Widerstände überwinden muss, bevor er den kampf gegen das drohende Unheil wieder aufnehmen kann.

Insgesamt gesehen ist "The Dark Knight Rises" ein in allen Belangen sehr überzeugender Abschluss einer Trilogie, die im Bereich der Comic-Verfilmungen ihresgleichen sucht. Absolut perfekt besetzt und in sich stimmig präsentiert sich ein äußerst atmosphärischer Film, der durch das vorhandene Ende doch noch die Hoffnung aufkeimen lässt, das hier noch nicht das Ende der Fahnenstange erreicht ist. Jede Menge Action, aber in erster Linie eine wirklich tolle Story sorgen auf jeden Fall für ein grandioses Film-Erlebnis, das auch bei einer Laufzeit von gut 160 Minuten zu keiner Zeit auch nur den Anflug von Langeweile aufkommen lässt. Wie sich dieser Teil nun in der Trilogie einordnet muss ein jeder für sich selbst entscheiden, doch meiner Meinung nach sollte man an dieser Stelle sowieso das Gesamtwerk von Nolan würdigen, das insgesamt gesehen absolut herausragend daher kommt. Auch wenn "The Dark Knight" sicherlich vollkommen zu Recht das absolute Highlight darstellt, nehmen sich alle 3 Teile nicht viel und unterscheiden sich lediglich durch kleinere Nuancen.


Fazit:


Bei kaum einem anderen Film gingen in der letzten Zeit die Meinungen so weit auseinander, wie es bei "The Dark Knight Rises" der Fall ist. Von vielen Leuten als schwächster Teil der Reihe abgestempelt, offenbart sich vielmehr ein bildgewaltiges Szenario, das kaum Wünsche offen lässt. Dabei liegt das Hauptaugenmerk des Szenarios längst nicht nur auf den spektakulären Action-Sequenzen, sondern bietet auch eine richtig gute Geschichte mit Tiefgang, die zudem auch noch mit erstklassig aufspielenden Darstellern besetzt ist, denen man die Spielfreude jederzeit anmerken kann.


9/10

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