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Montag, 30. Januar 2012

Schwerter des Königs - Zwei Welten








Schwerter des Königs - Zwei Welten
(In the Name of the King: Two Worlds)
mit Dolph Lundgren, Lochlyn Munro, Natassia Malthe, Christina Jastrzembska, Aleks Paunovic, Natalia Guslistaya, Elisabeth Rosen, Michaela Mann, Noah Beggs, Mike Antonakos, Adam Bloch, Sean Campbell
Regie: Uwe Boll
Drehbuch: Michael Nachoff
Kamera: Mathias Neumann
Musik: Jessica de Rooij
FSK 16
Deutschland / Kanada / 2011

Ex-Elitesoldat Granger lebt zurück gezogen ein unspektakuläres Leben in einer Großstadt. Doch eines Nachts ändert sich plötzlich alles. Ohne zu wissen, was mit ihm geschieht, wird Granger von zwei brutalen Kämpfern angegriffen, die nur ein Ziel kennen: seine Vernichtung! Mitten im Kampf erhält er unerwartete Hilfe der Zauberin Elianna, die ihn und seine Widersacher mit Hilfe eines mächtigen Zaubers in das Königreich Ehb katapultiert. Im vom jahrelangen Krieg zerstörten Königreich Ehb erfährt Granger, dass er ein direkter Nachfahre Farmers ist und die einzige Hoffnung des Volkes auf Frieden. Die größte und erbarmungsloseste Schlacht gegen unmenschliche Krieger, übernatürliche Magier und Fleisch fressende Urtiere beginnt und Grangers letzter Kampf entscheidet nicht nur über das Dasein des Königreich Ehb sondern auch über das Fortbestehen seiner eigenen Welt.


Und wieder einmal hat Dr. Uwe Boll zugeschlagen, mit "Schwerter des Königs - Zwei Welten" bekommt man es nun mit der Fortsetzung des 2007 erschienenen "Schwerter des Königs - Dungeon Siege" zu tun. Zuerst möchte ich einmal anmerken, das mich vorliegender Film weitaus kurzweiliger unterhalten hat als der trotz Starbesetzung vollkommen enttäuschende erste Teil. Nun heißt das aber noch lange nicht das der Zuschauer es hier mit einem wirklich gelungenem Film zu tun bekommt, denn leider stellt der deutsche regisseur einmal mehr unter Beweis, das seine Filme in Sachen Qualität sehr starken Schwankungen unterlegen sind. Nach sehr gelungenen Filmen wie "Rampage" oder auch "Darfur - Der vergessene Krieg" scheint es wieder einmal bergab zu gehen, obwohl hier genügend Potential vorhanden wäre, um ein wirklich gutes Werk herauszubringen. Die Grundidee der vorliegenden Geschichte ist nämlich sehr interessant und hätte eine weitaus bessere Umsetzung verdient gehabt als wie sie nun vorliegt.

Bei einem vorhandenen Budget von geschätzten 7.500.000 $ darf man als Betrachter doch schon Einiges erwarten, doch ehrlich gesagt fragt man sich den ganzen Film über, wofür dieses Geld eigentlich ausgegeben wurde. Die Settings können es eigentlich nicht gewesen sein, herrscht doch die gesamte Laufzeit über der Eindruck vor, das man das Szenario irgendwo in den Wäldern rund um die Kasseler Berge abgedreht hat. Sensationelle Effekte sind auch nicht vorhanden, so das ein Großteil des Budgets letztendlich wohl für die Gage der Darsteller verwendet wurde. Sollte dies der Fall sein ist das umso unverständlicher, denn gerade beim dargebotenen Schauspiel beinhaltet der Film doch die größten Defizite und einige der Schauspieler hätten sogar Schmerzensgeld an die Produktionsfirma zahlen müssen, anstatt hier die Gage einzustecken. Besonders negativ tut sich insbesondere Hauptdarsteller Dolph Lundgren hervor, der in der Geschichte als absoluter Fremdkörper erscheint. Das ist jedoch nicht ausschließlich in den schon immer sehr begrenzten darstellerischen Fähigkeiten des Action-Veterans begründet, sondern auch seinem generellen Auftreten in der Geschichte.

Sieht man einmal von der stoischen Mimik und dem von Haus aus ausdruckslosen Schauspiel ab, übertrifft sich der alte Schwede auch noch ständig in unlogischen Verhaltensweisen und quält den Zuschauer mit extrem platten Humor, der allerdings für eine Produktion von Uwe Boll absolut typisch erscheint. Nicht nur, das die vorhandenen Dialoge streckenweise recht dämlich sind, der vorhandene Humor wirkt erzwungen und will zu keiner Zeit so richtig zünden. Am schlimmsten erscheint jedoch der Aspekt, das Lundgren hier äusserst gebrechlich erscheint, man hat jeden Moment das Gefühl, das der alte Haudegen an Altersschwäche sterben könnte. Da ist überhaupt nichts mehr von einer Ikone des B Movie-Actionfilms zu spüren, man empfindet regelrecht Mitleid mit einem alternden Mann, der augenscheinlich kurz davor steht, den Löffel endgültig abzugeben. Lundgren befindet sich hier sprichwörtlich im falschen Film, die ihm zugewiesene Rolle passt wie ein viel zu enger Anzug, so das sich das eh schon begrenzte Schauspiel dementsprechend offenbart. So hinterfragt er beispielsweise überhaupt nicht die vorhandene Situation, sondern nimmt gelassen die Tatsache hin, das er sich mit einem Mal in einer vollkommen anderen Zeit befindet und versucht viel eher, diesen Umstand durch platte Sprüche wegzureden.

Trotz dieser ganzen sehr offensichtlichen Mankos ist "Schwerter des Königs - Zwei Welten" durchaus unterhaltsam und sei dies auch nur auf Grund der Tatsache, das man sich an der schlechten Umsetzung einer interessanten Geschichte erfreuen kann. Schlechte Darsteller, billig wirkende Settings und dümmliche Dialoge können auch eine durchaus unterhaltsame Mischung ergeben, die letztendlich schon fast in den Trash-Bereich einzuordnen ist. Dolph Lundgren ist hier in einer seiner schlechtesten Rollen überhaupt zu sehen und dürfte ein ernsthafter Kandidat für die "Goldene Himbeere" sein, mit der man den schlechtesten darsteller auszeichnet. Ganz generell gilt das aber auch für die gesamte Produktion, die rein filmisch gesehen eine ziemliche Graupe darstellt, aus dem Blickwinkel des geneigten Trash-Fans aber durchaus Potential beinhaltet.


Fazit:


Als ernstzunehmender Film fällt "Schwerter des Königs - Zwei Welten" gnadenlos durch das Raster, als Beitrag zum unfreiwillig komischen Geschmack bietet sich jedoch eine Geschichte, an der man durchaus seine Freude haben kann. Kurzweilig unterhaltend ist dieser Film auf jeden Fall, für anspruchsvolle Cineasten kann man jedoch auf keinen Fall eine Empfehlung aussprechen.


Die DVD:


Vertrieb: Splendid
Sprache / Ton: Deutsch / Englisch DD 5.1
Untertitel: Deutsch / Niederländisch
Bild: 1,78:1 (16:9)
Laufzeit: 92 Minuten
Extras: Behind the Scenes, Das Drehbuch, Audiokommentar von Uwe Boll


Als ernster Film 1/10

Als Trash 6/10

Samstag, 28. Januar 2012

Die Nacht der Wölfe








Die Nacht der Wölfe
(Le Poil de la bete)
mit Guillaume Lemay-Thivierge, Viviane Audet, Gilles Renaud, Patrice Robitaille, Antoine Bertrand, Marc Beaupre, Marie-Chantal Perron, Sebastien Huberdeau, Mirianne Brule, Pierre-Luc Lafontaine, Martin Dubreuil
Regie: Philippe Gagnon
Drehbuch: Pierre Daudelin / Stephane J. Bureau
Kamera: Steve Asselin
Musik: Keine Information
FSK 12
Kanada / 2010

Quebec, 1665. Nur Stunden bevor er gehängt werden soll, flieht der Frauenheld Joseph aus der Gefangenschaft. Er versteckt sich in der Lordschaft de Beaufort, wo er von den Bewohnern für einen Jesuiten Priester gehalten und freudig willkommen geheißen wird. Doch schon bald muss er erleben, dass sich, sobald sich die Nacht über das Dorf senkt, Werwölfe auf der Jagd nach frischem Menschenfleisch sind! Als Joseph sich in Marie, einer der Töchter des Königs verliebt, muss er den Kreaturen gegenübertreten um seine Liebe vor einem grausamen Schicksal zu retten.


Ich habe mich wirklich sehr auf diesen Film gefreut, da ich ein bekennender Liebhaber der Werwolf-Thematik bin. Zudem lässt sich schon nach verhältnismäßig kurzer Zeit erkennen, das "Die Nacht der Wölfe" sich teilweise an Filmen wie "Pakt der Wölfe" und auch "Zeit der Wölfe" orientiert, was im Grunde genommen auf eine interessante Geschichte hindeutet. Doch leider kann vorliegender Film die dadurch entstehenden Erwartungen des Betrachters nur teilweise erfüllen, wird doch die zu Beginn eingeschlagene Richtung nicht konsequent ausgearbeitet, wodurch sich die Story phasenweise leider in Nichtigkeiten verliert. Auch der zu Beginn ordentliche Erzählfluss gerät dadurch manchmal ins Stocken, so das sich im Laufe der Zeit doch einige langatmige Passagen ergeben, die das Sehvergnügen sichtlich beeinflussen. Die eigentliche Thematik gerät zu oft in den Hintergrund, was im Prinzip sehr schade ist da die Geschichte doch eine Menge an Potential beinhaltet.

Die Story an sich klingt doch sehr vielversprechend und auch die Kulissen können sich jederzeit sehen lassen. Das Problem liegt vielmehr darin begründet, das sich eigentlich zu keiner Zeit ein wirklich konstanter Spannungsbogen aufbauen will, wodurch die Ereignisse kaum Faszination auf den Zuschauer ausüben können. Stellenweise kommt es sogar vor das man sich richtiggehend langweilt, zu belanglos plätschert das Geschehen vor sich hin. Bevor man dann auch überhaupt einmal die Werwölfe zu Gesicht bekommt vergeht eine geraume Zeit, in der man hauptsächlich mit Belanglosigkeiten konfrontiert wird, die man durchaus hätte vermeiden können. Regisseur Philippe Gagnon versucht zwar immer wieder ein gewisses Maß an Spannung aufzubauen, kontinuierlich arbeitet er dabei anscheinend auf einen absoluten Höhepunkt hin, der aber leider nie in Erscheinung tritt.

Auch wenn sich das alles jetzt eher negativ anhört, handelt es sich hier um keinen schlechten Film, es fehlt lediglich an der richtigen Konsequenz um die Geschichte in eine geradlinige Richtung zu lenken. So ist "Die Nacht der Wölfe" dann auch schwerlich einem bestimmten Genre zuzuordnen, handelt es sich doch um eine Mixtur aus Abenteuer-und Horrorfilm, wobei sich die enthaltenen Horror-Elemente doch in einem überschaubaren Rahmen bewegen. Das ist jetzt keinesfalls als negativ zu betrachten, nur erscheint das Gesamtwerk in irgendeiner Weise zu unausgegoren und es ist keinerlei klare Tendenz zu erkennen. Dafür bekommt man jedoch solides Schauspiel der Akteure geboten und auch in atmosphärischer Hinsicht kann diese kanadische Produktion einige Pluspunkte sammeln, was allerdings nichts an der Tatsache ändert, das der Film nicht über das gesunde Mittelmaß herausreichen kann.

Letztendlich handelt es sich bei "Die Nacht der Wölfe" um einen Film, der phasenweise einige starke Momente zu bieten hat, in seiner Gesamtheit allerdings einige offensichtliche Defizite aufweist. Mit etwas mehr Liebe zum Detail und einem konstanten Spannungsbogen hätte man viel mehr aus der vorliegenden Geschichte herausholen können, als es letztendlich der Fall ist. Dennoch kann man sich dieses Werk ohne Bedenken einmal anschauen, nur sollte man nicht mit zu hohen Erwartungen an das Geschehen herangehen, denn diese können leider nicht erfüllt werden.


Fazit:


Hier hätte wirklich ein richtig guter Film entstehen können, doch leider fehlt es im Endeffekt an der letzten Konsequenz die vorliegende Story ganzzeitig spannend zu gestalten. Zu viele Belanglosigkeiten und einige zähflüssige Passagen verhindern letztendlich einen besseren Eindruck.


Die DVD:

Vertrieb: Sunfilm
Sprache / Ton: Deutsch DTS, DD 5.1 / Französisch DD 5.1
Untertitel: Deutsch
Bild: 2,35: (16:9)
Laufzeit: 92 Minuten
Extras: Making Of, Trailer


5/10

Donnerstag, 26. Januar 2012

The Shrine








The Shrine
(The Shrine)
mit Aaron Ashmore, Cindy Sampson, Meghan Heffem, Ben Lewis, Trevor Matthews, Paulino Nunes, Laura DeCarteret, Connor Stanhope, Jasmin Geljo, Vieslav Krystyan, Monica Bugajski, Stefen Hayes, Voyrek Skrzeta, Danijel Mandic
Regie: Jon Knautz
Drehbuch: Jon Knautz
Kamera: James Griffith
Musik: Ryan Shore
Keine Jugendfreigabe
USA / 2010

Eine Gruppe Journalisten reist nach Polen, um dem Fall eines verschwundenen amerikanischen Rucksacktouristen auf den Grund zu gehen. Die Spur des Verschwundenen führt in ein abgelegenes Dorf, welches ein grausames Geheimnis birgt. Die Dorfbewohner gehören einem heidnischen Kult an, der in blutigen Zeremonien Menschenopfer darbringt. Als die Journalisten dies bemerken, ist es jedoch bereits zu spät. Die Dorfbewohner sind fest dazu entschlossen, keinen der Journalisten lebend entkommen zu lassen.


Nachdem Jon Knautz 2007 mit "Jack Brooks: Monster Slayer" einen recht witzigen-und kurzweiligen Genre-Beitrag abgeliefert hat, kommt nun mit "The Shrine" ein Horrorfilm auf den Zuschauer zu, in dem es überhaupt nicht lustig zur Sache geht. Vielmehr präsentiert der Regisseur einen sehr ernsten-und düster gezeichneten Film, in dem sich einmal mehr alles um die Dämonen-Thematik dreht. Nun sollte man dabei nicht unbedingt ein Höchstmaß an Innovation erwarten, denn ähnliche Szenarien hat man schon des Öfteren zu Gesicht bekommen. Dennoch entwickelt sich nach einem eher etwas mauen Beginn eine richtig faszinierende Story, die in erster Linie durch eine hervorragende Grundstimmung überzeugen kann. Schauplatz des Ganzen ist ein kleines polnisches Dorf, in dem mysteriöse Dinge vor sich gehen, die letztendlich einigen Journalisten zum Verhängnis werden sollen, die ihre Neugier am Übernatürlichen nur schwerlich verbergen können.

Im Normalfall ist es eher ein negativer Kritikpunkt für einen Film, wenn dem Zuschauer keine-oder nur dürftige Erklärungen für ein Geschehen geboten werden, das stellenweise extrem unheimliche Züge offenbart. Vollkommen anders verhält es sich meiner Meinung nach bei "The Shrine", der im Prinzip überhaupt keine Erklärungsversuche anbietet, aber vom Story-Ablauf so gestaltet ist, das man sich als Zuschauer ohne jegliche Probleme einen Reim auf die unheilvollen Ereignisse machen kann. Von einer sehr bedrohlichen Atmosphäre begleitet entfaltet sich innerhalb kürzester Zeit ein erstklassig aufgebauter Spannungsbogen, das bedrohliche Szenario zieht den Zuschauer immer mehr in seinen Bann und sorgt dabei für einige echte Gänsehaut-Momente. Auch ohne explizite Gewaltdarstellungen schafft es die Geschichte fast spielend, eine unglaublich starke Faszination auf den Betrachter auszuüben, der äusserst gebannt den unheilvollen Geschehnissen folgt, die sich auf dem heimischen Bildschirm abspielen.

Auch wenn sich der Härtegrad der Story in einem überschaubaren Rahmen abspielt, bekommt man doch vor allem in der zweiten Filmhälfte einige leckere Szenen geboten, die zudem auch noch recht blutig-und derb ausfallen. Hier wurde genau die richtige Mischung aus Spannung-und Härte gewählt, wobei das Hauptaugenmerk des Filmes ganz eindeutig auf die gruselige Atmosphäre des Filmes gelegt ist. Die große Stärke dieses Werkes ist die Steigerung in der Erzählstruktur, die nach einem eher beschaulichen Beginn mächtig an Tempo zulegt. Wird man zuerst mit einem etwas belanglosen Beginn in einen kleinen Dämmerzustand versetzt, so ändert sich dieses Gefühl schlagartig, als die Story ihren Schauplatz nach Polen verlegt. Auf einmal verdichtet sich das gesamte Geschehen und man kann den immer weiter aufsteigenden Horror richtiggehend spüren. Dieser ist am Anfang noch eher von der subtilen Art, entfaltet sich aber mit der Zeit immer intensiver und weiss auch mit einigen gut placierten Schockmomenten für beste Unterhaltung zu sorgen.

Herausragend ist dann das Ende der Geschichte gestaltet, das doch gewisse Erinnerungen an Friedkins Meisterwerk "Der Exorzist" erkennen lässt. Der Zuschauer wird mit einem actiongeladenen-und extrem spannenden Showdown bedient, der den von Haus aus schon sehr guten Gesamteindruck des Filmes noch einmal zusätzlich hervorhebt. Insgesamt gesehen hat Jon Knautz hier einen wirklich überzeugenden Beitrag abgeliefert der zwar nicht sensationell Neues bietet, aber jederzeit für überdurchschnittlich gute Horrorkost sorgt, die man sich unbedingt anschauen sollte. Denn auch die eher unbekannten Darsteller liefern hier allesamt einen ordentlichen Job ab, so das es sich um ein echt stimmiges Gesamtpaket handelt.


Fazit:


"The Shrine" ist für mich persönlich die erste wirklich positive Überraschung im neuen Jahr. Zwar handelt es sich auf keinen Fall um eine Big Budget Produktion, doch das hat der Film auch überhaupt nicht nötig. Sämtliche verwendete Zutaten wurden erstklassig aufeinander abgestimmt und ergeben letztendlich gut 85 Minuten beste Horror-Unterhaltung, die man bedenkenlos weiterempfehlen kann.


Die DVD:

Vertrieb: Splendid
Sprache / Ton: Deutsch / Englisch DD 5.1
Bild: 1,78:1 (16:9)
Laufzeit: 84 Minuten


8/10

Mittwoch, 25. Januar 2012

Quarantäne








Quarantäne
(Quarantine)
mit Jennifer Carpenter, Steve Harris, Jay Hernandez, Johnathon Schaech, Columbus Short, Andrew Fiscella, Rade Serbedzija, Greg Germann, Bernard White, Dania Ramirez, Elaine Kagan, Marin Hinkle, Joey King, Jermaine Jackson, Sharon Ferguson
Regie: John Erick Dowdle
Drehbuch: John Erick Dowdle / Drew Dowdle
Kamera: Ken Seng
Musik: Keine Informationen
FSK 16
USA / 2008

Die junge Fernsehreporterin Angela Vidal und ihr Kameramann verbringen für eine Reportage die Nachtschicht bei einer Feuerwehreinheit in Los Angeles. Ein Notruf führt die Feuerwehrmänner mit dem TV-Team im Schlepptau zu einem kleinen Apartmenthaus. Dort sind bereits Polizeibeamte eingetroffen, die auf Furcht erregende Schreie aufmerksam wurden, die aus einem der Apartments zu hören sind. Als das Feuerwehrteam in das Apartment eindringt, entdecken sie eine Mieterin, die offenbar von etwas Unbekanntem infiziert wurde. Nachdem einige Anwesende auf grausame Art attackiert werden, versucht die Einsatztruppe zusammen mit den verschreckten Bewohnern des Hauses zu fliehen, muss aber feststellen, dass Spezialeinheiten das Gebäude unter Quarantäne gestellt haben. Telefon-, Internet-, Fernseh- und Mobilfunkverbindungen wurden gekappt, alle Fenster und Türen werden verbarrikadiert. Von offizieller Stelle werden keinerlei Informationen zu den Eingeschlossenen weitergeleitet. Es scheint kein Weg mehr nach draußen zu führen


Das die Amerikaner in den letzten Jahren mit wachsender Begeisterung vor allem asiatische Horrorfilme remaken, das weiss man nicht erst seit heute. Jetzt hat es auch den spanischen Horror-Schocker "[REC]" erwischt, der sogar in absoluter Rekordzeit gecovert wurde. Ob man sich damit einen Gefallen getan hat, ist sicherlich schwer zu beantworten, aber wenn man die Sache nur von der kommerziellen Seite aus betrachtet, dann wird "Quarantäne" sicher als Erfolg gewertet werden. Und das allein schon aus dem Grund, weil sich viele Leute den Film aus Vergleichszwecken anschauen werden

Doch genau dieser Vergleich ist es meiner Meinung nach, der dieses Remake merklich abwertet, da das spanische Original um mindestens eine Klasse besser einzustufen ist. Zwar wurde die US-Version um einige Minuten aufgebläht, man hat einige Passagen etwas verlängert, wie zum Beispiel den Anfang des Films, der sich in der Feuerwache abspielt. Doch wesentliche Neuerungen gibt es hier nicht zu verzeichnen, so das man es mit einer fast originalgetreuen 1:1 Kopie zu tun hat, die zwar recht gut gelungen ist, aber dennoch nur ein Aufguss des Originals ist und keineswegs mehr.

"Quarantäne" kann einfach zu keiner Zeit auch nur annähernd die Spannung und die Bedrohlichkeit aufbauen, die das spanische Original so ausgezeichnet haben, es fehlt hier der Überraschungsmoment. Die aufkommende Angst und Panik die sich hier ausbreiten, nimmt man viel gelassener hin, das Sehverhalten ist viel eher entspannt als angespannt, weil man ganz einfach genau weiss, was passieren wird. Viel zu frisch sind hier noch die teils verstörenden und schockierenden Eindrücke, die das Original beim Zuschauer hinterlassen hat, als das hier etwas Ähnliches wie Faszination aufkommen könnte. Vielleicht hätte man das verhindern können, wenn man wirklich wesentliche Änderungen oder Neuerungen an der Geschichte vorgenommen hätte. So aber hat man es lediglich mit einer recht guten Kopie zu tun, aber leider auch nicht mehr.

Der Film krankt einfach an der Einfallslosigkeit seiner Macher, die hier keinerlei neue Impulse hinzufügen konnten. Doch Geld regiert ja bekannterweise die Welt, was sich bei diesem remake einmal mehr bewahrheitet. Denn hier wurde lediglich kommerziell gedacht, der schnell gemachte Dollar stand im Vordergrund, denn anders ist es nicht logisch zu erklären, warum man einen Film nach so kurzer Zeit schon kopieren muss. Wenn diese vorhandene Einfallslosigkeit der Filmemacher sich so weiterentwickelt, dann dürfte es um die Filmindustrie mehr als nur schlecht bestellt sein.

Abschließend kann man sagen, das "Quarantäne" ein ganz guter Film ist, der aber keinen Vergleich mit "[REC]" standhält. Wer beide Filme nicht kennt, sollte auf jeden Fall zur spanischen Variante greifen, die an Spannung und Bedrohlichkeit kaum zu überbieten ist. Wie schon bei etlichen anderen Remakes auch haben die Amerikaner einmal mehr unter Beweis gestellt, das sie längst nicht alles besser können, denn dieser Film ist ein Paradebeispiel dafür.


6/10

Dienstag, 24. Januar 2012

Die Klette








Die Klette
(Un Detective)
mit Franco Nero, Florinda Bolkan, Adolfo Celi, Delia Boccardo, Susanna Martinkova, Renzo Palmer, Roberto Bisacco, Maurizio Bonuglia, Laura Antonelli, Geoffrey Copleston, Silvia Dionisio, Marino Mase, John Stacy
Regie: Romolo Guerrieri
Drehbuch: Massimo D'Avak / Ludovico Dentice
Kamera: Roberto Gerardi
Musik: Fred Bongusto
Ungeprüft
Italien / 1969

Privatdetektiv Stefano Belli soll dem englischen Photomodell Sandy die Aufenthaltsgenehmigung entziehen und sie nach London zurückschicken, weil sie, nach Meinung des reichen Anwalts Fontana, seinen Sohn Mino finanziell ausnimmt. Dann geschieht ein Mord! Hat Sandy ihn begangen? War es Mino? Und welche Rolle spielt seine äußerst attraktive Stiefmutter Vera? Um das Gestrüpp der Lügen zu durchdringen und dem Täter auf die Spur zu kommen, muß sich Belli mitunter ziemlich unfeiner Methoden bedienen. Immer tiefer zieht es ihn in den Dschungel der italienischen Unterwelt der Via Vento Wie eine Klette hängt er sich den Verdächtigen an die Fersen


"Un Detective" kann man vielleicht nicht unbedingt zum Besten zählen, was das italienische Kino hervorgebracht hat, gibt es doch einige weitaus bessere Filme dieser Art. Aber allein schon die darstellerische Glanzleistung eines Franco Nero ist es allemal wert, sich diesen italienischen Krimi einmal zu Gemüte zu führen. Er verkörpert den Privatdetektiv Stefano Belli einfach auf eine ganz unnachahmliche Art und Weise und verleiht der Figur dabei sogar ziemlich unsymphatische Charakterzüge, die den gesamten Film über ganz hervorragend zum Ausdruck gebracht werden. Bei seinen Ermittlungen in diesem äusserst undurchsichtigen Fall scheut er sich keineswegs, durch Manipulation, Habgier und Gewalt sämtliche Mittel anzuwenden, um der Lösung etwas näher zu kommen und dabei auch seine ganz eigenen Interessen immer im Auge zu behalten. Trotz dieser eher negativen Eigenschaften schafft es Nero dabei, das man sich als Zuschauer ganz eindeutig auf seine Seite stellt, was ganz eindeutig in der Omnipräsenz des hervorragenden Schauspielers zu begründen ist.

Die Geschichte an sich baut einen dramaturgisch sehr gelungenen Spannungsbogen auf, hinzu kommen etliche Wendungen und falsche Fährten, die Regisseur Romolo Guerrieri immer wieder in die Story eingebaut hat und die ganzzeitig dafür sorgen, das man als Betrachter die gesamte Laufzeit über immer wieder diverse Personen zum Täterkreis zählen muss, bevor sich die wahre Identität des Täters erst ganz zum Ende hin lüftet. Es ist zwar keineswegs unmöglich, das man schon etwas früher auf die richtige Spur stößt die letzendlich zum Drahtzieher der ganzen Ereignisse führt, jedoch kann man sich seiner Sache zu keiner Zeit wirklich sicher sein, da die falschen Fährten gut gelegt sind und so auch für einige Verwirrung sorgen können. Und so kann sich dann auch die aufgebaute Spannung auf einem recht hohen Level halten, was im Endeffekt für ein sehr angenehmes Sehvergnügen beim Zuschauer sorgt.

Obwohl hier im Prinzip das gesamte Darsteller-Ensemble mit wirklich guten Leistungen aufwarten kann, ist es ganz eindeutig Franco Nero, der diesen Film fast im Alleigang trägt. Es macht ganz einfach viel Spaß, ihn bei seinen nicht immer ganz legalen Ermittlungen zu folgen, bei denen er sich auch nicht selten selbst in große Gefahr begibt. Er schafft es allerdings immer wieder, sich auch aus den gefährlichsten Situationen zu befreien und tut dies in einer sehr charmanten Machoart, die nahezu perfekt zu der von ihm dargestellten Figur passt. Ein weiteres Highlight dieses Werkes sind sicherlich die hübschen weiblichen Darstellerinnen, mit Florinda Bolkan, Delia Boccardo und Susanna Martinkova konnte man 3 wunderschöne Frauen verpflichten, die der Geschichte auf jeden Fall ein optisches Highlight einverleiben. Ganz nebenbei zählen auch diese 3 Grazien zum engeren Kreis der Verdächtigen, denn etliche Hinweise während des Geschehens deuten in ihre Richtung. Die gesamten Zusammenhänge wie auch die Motive des Täters eröffnen sich allerdings erst in den letzten Minuten dieses spannenden Filmes und sind auch logisch vollkommen nachvollziehbar, so das im Endeffekt auch keinerlei Fragen zurückbleiben.

"Die Klette" hat mir persönlich sehr gut gefallen, beinhaltet das Werk doch eigentlich alles, was einen Film dieser Art so absolut sehenswert macht. Eine interessante und spannend umgesetzte Geschichte, eine größtenteils temporeiche Erzählweise und sehr gute Darsteller sind die notwendigen Zutaten, um hier ganzzeitig für beste und zudem sehr kurzweilige Unterhaltung zu sorgen. Etliche Wirrungen und Wendungen sorgen dafür, das die Konzentration des Zuschauers zu jeder Zeit aufrechterhalten bleibt und man äusserst gespannt der Frage nachgeht, wer denn letztendlich der wirkliche Täter in dieser teils geheimnisvollen Story ist. Ein blendend aufgelegter Franco Nero drückt dem Film ganz eindeutig einen ganz eigenen Stempel auf und macht ihn meiner Meinung nach auch ziemlich unverwechselbar. Und auch wenn hier die Action nicht im Überfluss vorhanden ist, bekommt man einige Passagen geboten, in denen auch mal die Fäuste fliegen, so das man insgesamt von einem wirklich überzeugendem gesamtpaket sprechen kann.


Fazit:


Das Werk von Romolo Guerrieri zählt eventuell nicht zu den allerbesten Filmen des Cinema Italiano, bietet aber eine immer interessante Geschichte, die mit einem überragenden Franco Nero perfekt besetzt ist. Tempo, Spannung und viele Wendungen sorgen für ein äusserst kurzweiliges Filmerlebnis, das man sich als Freund italienischer Filme keinesfalls entgehen lassen sollte.


7/10

Montag, 23. Januar 2012

Paranormal Activity 2








Paranormal Activity 2
(Paranormal Activity 2)
mit David Bierend, Brian Boland, Molly Ephraim, Katie Featherston, Seth Ginsberg, Sprague Grayden, William Juan Prieto, Jackson Xenia Prieto, Micah Sloat, Vivis Colombetti
Regie: Tod Williams
Drehbuch: Michael R. Perry / Christopher Landon
Kamera: Michael Simmonds
Musik: Keine Informationen
FSK 16
USA / 2010

Kristi und Daniel wohnen mit Stieftochter Ali, Baby und Schäferhund in einem modernen Einfamilienhaus, das sie nach einem Kurzurlaub verwüstet vorfinden. Daraufhin lassen sie überall Überwachungskameras installieren. Doch diese schützen nicht vor der unheimlichen Präsenz, die nachts ihre Aufwartung macht. Die Kamera fängt in grobkörnigen Schwarz-Weiß-Bildern ein, wie der Hund aufmerksam und das Baby geweckt wird. Das Grauen ist eingezogen.


Der hochgelobte erste Teil von PA ist meiner Meinung nach immer noch die reinste Schlaftablette, so das ich mir diesen Nachfolger erst gar nicht anschauen wollte. Gut aber, das ich meine Prinzipien beiseite geschoben habe, denn Teil 2 hat mir in seiner Gesamtheit weitaus besser gefallen. Zwar bekommt es der Zuschauer auch hier mit einer ziemlich in die Länge gezogener Einführungsphase zu tun, denn in den ersten gut 50 Minuten geschieht im Prinzip so gut wie nichts. Danach jedoch legt der Film ganz erstaunlich an Tempo-und Spannung zu, denn es entwickelt sich ein Szenario, das einem in diversen Situationen wirklich den Schrecken in die Glieder jagt. Im Gegensatz zum Vorgänger vermag es die Geschichte, den Betrachter insbesondere in der zweiten Filmhälfte in ihren Bann zu ziehen und durch geschickt eingefügte Schockmomente für eine gepflegte Gänsehaut zu sorgen, die in Teil 1 überhaupt nicht zustande kam.

So entfaltet sich dann auch die nahezu perfekte Grusel-Atmosphäre, die man beim Vorgänger noch so stark vermisst hat. Von den Ereignissen geht eine unglaublich starke Faszination aus, die einen ganz unweigerlich in ihren Bann zieht. Sicherlich ist dies auch in der Einführung der Dämonologie-Thematik begründet auf die man hier zurückgreift, denn das dadurch entstehende Szenario verfehlt seine Wirkung auf den Betrachter auf keinen Fall. Hier spürt man endlich den sogenannten Reality-Horror, den man sich schon in Teil 1 gewünscht hätte, der dort allerdings durch die Vorhersehbarkeit der Geschehnisse zu keiner Zeit erkennbar war. Hätte Regisseur Tod Williams die erste Hälfte des Filmes nicht ganz so zähflüssig gestaltet, dann würde man hier von einem nahezu perfekten Film sprechen, doch durch die Ereignislosigkeit der ersten 50 Minuten muss man schon einige Punkte in der Gesamtbewertung abziehen.

Andererseits könnte man auch von einem gelungenen Spannungsaufbau sprechen, indem man den Zuschauer erst einmal etwas dahindämmern lässt, um ihn danach mit ungeheurer Wucht wieder aus der entstandenen Lethargie herauszuholen. Denn eigentlich rechnet man schon gar nicht mehr damit, das "Paranormal Activity 2" eine große Temposteigerung erfährt. Das man jedoch mit dieser Vermutung vollkommen daneben liegt zeigt der gesamte zweite Teil der Geschichte, denn mit diesem wird man mehr als nur entschädigt. Es entwickelt sich ein vollkommen anderer Film, der einem in diversen Szenen das Blut in den Adern gefrieren lässt. Da sieht man dann auch gern über das ein-oder andere Logikloch hinweg, das sich während der Story offenbart. So wirkt es beispielsweise etwas unrealistisch, das man sich extra Überwachungskameras einbauen lässt, die aufgenommenen Bilder aber erst nach mehreren Tagen zum ersten Mal sichtet.

Insgesamt gesehen bietet "Paranormal Activity 2" jedenfalls eine immense Qualitätssteigerung gegenüber dem Vorgänger, der an Langeweile schwerlich zu überbieten ist. Und auch wenn es eine geraume Zeit dauert bis wirklich etwas passiert, so lohnt sich die Wartezeit allemal. Das Gesamtpaket versteht es zu überzeugen und ist bedenkenlos jedem zu empfehlen, der eine gepflegte Gänsehaut zu schätzen weiß.


Fazit:


Ich hätte es zwar kaum für möglich gehalten, aber ich freue mich nun auf den im März auf DVD erscheinenden dritten Teil und hege dabei die Hoffnung, das noch einmal eine Steigerung erkennbar wird. Jedenfalls stehe ich dem Ganzen jetzt weitaus positiver gegenüber, als es nach der Sichtung von Teil 1 der Fall war.


7/10

Samstag, 21. Januar 2012

Shining (Stanley Kubrick)








Shining
(The Shining)
mit Jack Nicholson, Shelley Duvall, Danny Lloyd, Scatman Crothers, Barry Nelson, Philip Stone, Joe Turkel, Anne Jackson,Tony Burton, Lia Beldam, Billie Gibson, Barry Dennen
Regie: Stanley Kubrick
Drehbuch: Stephen King / Stanley Kubrick
Kamera: John Alcott
Musik: Wendy Carlos / Rachel Elkind
FSK 16
Großbritannien / USA / 1980

Der erfolglose Schriftsteller Jack Torrance (Jack Nicholson) entschließt sich, mit Frau und Kind als Hausmeister in einem leerstehenden Luxushotel in Colorado einzuchecken. In der Abgeschiedenheit tief verschneiter Berge hofft er einen neuen Roman zu Papier zu bringen. Doch statt der ersehnten Inspiration ergreift der Wahnsinn von ihm Besitz und der Autor greift zur Axt und macht in den verwinkelten Fluren Jagd auf seine Familie.


Spätestens seit 1997 "Stephen King's The Shining" unter der Regie von Mick Garris entstanden ist, sieht man Kubrick's Version der Romanvorlage doch mit anderen Augen. Sicherlich handelt es sich hier immer noch um einen wirklich tollen Film, dessen Highlight aber hauptsächlich in der brillanten Darstellung von Jack Nicholson in der Rolle von Jack Torrence zu finden ist. Prägt er doch allein schon durch seine herausragende Mimik diesen Film und kaschiert dadurch etliche inhaltliche Schwächen, die dem Zuschauer allerdings erst auffallen, wenn man beide Film-Versionen gesichtet hat. Zwar ist "Shining" ein absolut packender Film, der ohne jegliche Effekthascherei ein Höchstmaß an Bedrohlichkeit heraufbeschwört und zudem einen erstklassigen Spannungsbogen beinhaltet, jedoch ist die europäische Version der DVD mit 119 Minuten viel zu kurz geraten. Etliche für die Geschichte sehr wichtige Elemente werden nur unzureichend angerissen, so bekommt man beispielsweise nur einen sehr oberflächlichen Eindruck über die Motive die dafür Sorge tragen, das die Hauptfigur sich immer mehr dem Wahnsinn nähert und die Grenze zwischen Realität-und Fiktion überschreitet.

Auch die anderen Figuren der Geschichte nehmen nicht annähernd den Stellenwert ein der ihnen zu teil werden müsste, so kommt der kleine Danny hier viel zu kurz und nimmt im Prinzip lediglich die Stellung eines Statisten ein. Von Jack's Ehefrau Wendy will ich erst gar nicht anfangen, wobei in dieser Version erschwerend hinzukommt, das Shelley Duvall in der Rolle nicht unbedingt eine schauspielerische Glanzleistung abliefert. Phasenweise erscheint die gute Frau sogar wie eine Art Fremdkörper und kann nicht einmal annähernd an die gelungene Darstellung einer Rebecca De Mornay in der Langfassung heranreichen. Das mag allerdings vielleicht auch an der Omnipräsenz eines Jack Nicholson liegen, ist doch das gesamte Geschehen ganz offensichtlich auf seine Person bezogen, so das sämtliche andere Personen zu sehr in den Hintergrund geraten und sich zu keiner Zeit richtig entfalten können.

Sieht man einmal vom glänzenden Schauspiel eines Jack Nicholson ab, der hier in einer seiner besten Rollen zu sehen ist, dann muss man ganz objektiv feststellen, das "Shining" beim filmischen Aspekt doch einige Wünsche offen lässt. Wenn man beide Versionen und auch die Romanvorlage kennt, dann ist die Fassung von Mick Garris ganz eindeutig vorzuziehen. Inhaltlich viel komplexer-und ausführlicher inszeniert bekommt der Zuschauer dort einen viel besseren Eindruck über die gesamten Umstände, die sich im "Overlook" abspielen. Dennoch kann ich es überhaupt nicht nachvollziehen, das Kubrick seinerzeit sogar für die goldene Himbeere für die schlechteste Regie vorgeschlagen wurde. Das gleiche Schicksal erfuhr allerdings auch Shelley Duvall, nur das es bei ihr um die schlechteste Schauspielerin ging, was man nach Sichtung des Filmes durchaus nachvollziehen kann. Trotz aller dieser Umstände handelt es sich hier immer noch um einen fantastischen Film, der den Betrachter auch jederzeit in seinen unheimlichen Bann zieht. Das liegt insbesondere an der herausragenden Atmosphäre-und an einem diabolisch erscheinenden Hauptdarsteller, dessen geniale Performance man einfach lieben muss.

Der Kultstatus dieses Werkes ist meiner Meinung nach durchaus berechtigt, wenn man allerdings Wert auf eine inhaltsvollere Geschichte legt, dann sollte man unbedingt zur 1997 erschienenen Lang-Version greifen, die in filmischer Hinsicht mindestens eine Klasse besser ist. Zwar kann dort ein Steven Weber nicht an die Glanzleistung von Nicholson heranreichen, aber auch seine Darstellung des Jack Torrence kann sich jederzeit sehen lassen. Zudem wirkt die Story nur dort wirklich komplett, wohingegen Kubrick's Fassung an etlichen Stellen nicht komplett erscheint.


Fazit:


Ich persönlich ziehe jederzeit "Stephen King's The Shining" vor, dennoch handelt es sich auch bei vorliegendem Film um einen erstklassigen Horror-Thriller, der in keiner gutsortierten Sammlung fehlen darf. Allein das brillante Schauspiel des Hauptdarstellers ist die reinste Augenweide und lässt einen immer wieder in Verzückung geraten.


8/10

Donnerstag, 19. Januar 2012

Sharktopus








Sharktopus
(Sharktopus)
mit Eric Roberts, Kerem Bursin, Sara Malakul Lane, Hector Jimenez, Liv Boughn, Julian Gonzalez Esparza, Blake Lindsey, Peter Nelson, Maija Markula, Megan Barkley, Mary Corman, Kyle Trainor, Lindsay Conklin
Regie: Declan O'Brien
Drehbuch: Mike MacLean
Kamera: Adam Finer
Musik: Tom Hiel
FSK 16
USA / 2010

Eine Bestie halb weißer Hai und halb Riesenkrake macht sich auf eine mörderische Fress-Orgie quer durch den Golf von Mexiko. Der Sharktopus verschlingt sexy Beach-Babes in knappen Bikinis, vollbusige Schönheiten in noch knapperen Bikinis und überhaupt jede hübsche Maid, die nicht bei Drei nicht aus dem Wasser ist. Eric Roberts (The Expendables) bleibt als Wissenschaftler Nathan Sands nur noch wenig Zeit um die Bestie zu stoppen, bevor der blutgetränkte Strand nur noch aus Leichenteilen besteht…


Einmal mehr wird hier eine wahre Trash-Granate auf die Menschheit losgelassen, die für den Syfy Channel produziert wurde. Hat man in diesem Bezug schon so manch dilletantisches Szenario vorgesetzt bekommen, so führt einen "Sharktopus" noch einmal in eine neue Dimension des schlechten Geschmacks. Von der ersten Minute an lässt der Film keinerlei Zweifel daran in welche Richtung er tendiert, denn schon der erste Anblick des Killer-Mischlings gestaltet sich enorm trashig. Wohl nur sehr selten hat man ein so dermaßen schlecht animiertes Monster gesehen wie es hier der Fall ist. Die Effekte sind von der übelsten Sorte, sorgen allerdings für einen gesteigerten Unterhaltungswert, da man sich phasenweise vor lachen nicht mehr einkriegt. Regisseur Declan O'Brien macht dabei von Beginn an klar, das man diesen Film auf keinen Fall ernst nehmen darf und das er sich im Prinzip nur für eine bestimmte Zielgruppe eignet. Wer nämlich gesteigerten Wert auf einen ernstzunehmenden Genre-Beitrag legt, kommt hier keinesfalls auf seine Kosten, man muss schon eine Vorliebe für Trashwerke haben, um dieser hanebüchenen Geschichte überhaupt etwas abgewinnen zu können.

Dabei ist es gar nicht einmal der grotesk anmutende Story Plot, sondern vielmehr dessen an Dilletantismus kaum zu überbietende Umsetzung die für einen absurden Unterhaltungswert sorgt. Ob man nun will oder nicht, man muss "Sharktopus" einen fast schon kindlich naiven Charme attestieren. Zwar handelt es sich in filmischer Hinsicht um einen echten Rohrkrepierer, doch für Liebhaber des schlechten Geschmacks offenbart sich eine echte Granate. Dies wird noch zusätzlich durch die Darsteller-Riege untermauert die sich hier wirklich alle Mühe gibt, sich in unzulänglichem Schauspiel gegenseitig zu überbieten. Dabei sind es insbesondere die streckenweise vollkommen an den Haaren herbeigezogenen Verhaltensweisen der Charaktere, die dem Zuschauer ein Dauergrinsen ins Gesicht zaubern. Die Handlungsweisen und das dilletantische Schauspiel sind so abwegig, das einem wirklich die Tränen in die Augen schießen und man Schwierigkeiten bekommt, das groteske Geschehen aufmerksam zu verfolgen.

Man sollte also schon im Vorfeld wissen, auf welche Art von Film man sich hier einlässt. Die für eine wirklich gute Inszenierung nötigen Zutaten sucht man hier vergebens, so etwas wie Spannung oder eine bedrohliche Grundstimmung sollte man keinesfalls erwarten. Dafür bekommt man allerdings eine Mischung aus Trash-und Absurditäten geliefert die sich sehen lassen kann. Ich persönlich kann mich kaum an ein Werk erinnern, das rein filmisch gesehen so wenig zu bieten hat, aber andererseits dem geneigten Trash-Liebhaber einfach alles bietet, was Filme dieser Art so absolut sehenswert macht. Eine vollkommen abstruse Geschichte, miese Schauspieler und Effekte der übelsten Machart sorgen für einen Filmspaß der grotesken Art, dem wahre Cineasten jedoch überhaupt nicht abgewinnen können. Das einzig bekannte Gesicht in den wirren Geschehnissen dürfte wohl Eric Roberts sein und man stellt sich zwangsläufig die Frage, was der bekannte B-Movie Darsteller in diesem Werk zu suchen hat.

Insgesamt gesehen handelt es sich bei "Sharktopus" um eine Produktion, in der eigentlich alles falsch gemacht wurde, was man falsch machen kann. In filmischer Hinsicht ist dieses Werk so grottenschlecht, das man kaum noch Worte dafür findet. Wer jedoch seine Freude an übelst-trashigen Monsterfilmen hat, der kann kaum besser bedient werden. Vor allem sollte man hier sein Hauptaugenmerk auf die Verhaltensweisen der Protagonisten legen, denn dieser Aspekt ist meiner Meinung nach der absolute Höhepunkt des Szenarios. Die mehr als nur unlogischen Handlungen im Verbund mit den dämlichen Dialogen und dem schlechten Schauspiel ergeben eine Mixtur an Peinlichkeiten, die für einen extrem hoch angesiedelten Unterhaltungswert sorgen, den man diesem Film auf keinen Fall absprechen kann.


Fazit:


Hier wurde sich ziemlich offensichtlich alle Mühe gegeben, eine vollkommen abstruse Inszenierung ins Leben zu rufen. Cineasten werden sich die Haare raufen, denn die Unzulänglichkeiten dieser Trash-Bombe treten in wirklich jeder Einstellung auf. Freunde vollkommen absurder Monsterfilme werden jedoch ihre wahre Freude an dieser Geschichte haben, die vollkommen beabsichtigt auf den schlechten Geschmack abzielt.


Die DVD:

Vertrieb: Sunfilm
Sprache / Ton: Deutsch / Englisch DD 5.1
Untertitel: Deutsch
Bild: 1,85:1 (16:9)
Laufzeit: 85 Minuten
Extras: Trailer


Als normaler Film   1/10

Als Trash   8/10

Dienstag, 17. Januar 2012

Ivanhoe (TV Mini Serie)








Ivanhoe
(Ivanhoe)
mit David Barrass, Ralph Brown, Jimmy Chisholm, Trevor Cooper, Ciaran Hinds, David Horovitch, Susan Lynch, Victoria Smurfit, Steven Waddington, James Cosmo, Simon Donald, Rory Edwards, Aden Gillett, Jack Klaff, Christopher Lee
Regie: Stuart Orme
Drehbuch: Deborah Cook / Sir Walter Scott
Kamera: Clive Tickner
Musik: Colin Towns
FSK 12
Großbritannien / USA / 1997

Während die Rückkehr von König Richard Löwenherz aus dem Heiligen Land in österreichischen Kerkern endet, erlebt der junge Kreuzritter Wilfred von Ivanhoe eine böse Überraschung, als er das heimische Gut erreicht. Er wurde als Verräter des Königs denunziert, sein Vater hat ihn verbannt und seine große Liebe Rowena ist einem anderen versprochen. Auch um das Königreich steht es nicht gut, denn Richards Bruder Prinz John regiert mit grausamer Hand. Als getreuer Ritter seines Herrn nimmt Ivanhoe mit List und Tapferkeit den ungleichen Kampf auf, um Richard die Rückkehr auf den Thron zu sichern und sein eigenes Glück zu retten.


Die Geschichte um den jungen Kreuzritter Wilfried von Ivanhoe dürfte hinlänglich bekannt sein, so das man über die Story an sich nicht viele Worte verlieren muss. Die bekannteste Verfilmung des Stoffes, der auf dem Roman von Sir Walter Scott beruht dürfte wohl die Version aus dem Jahre 1952 sein, in der Robert Taylor und Elizabeth Taylor die Hauptrollen spielten. 1997 produzierte dann die BBC die vorliegende TV-Mini Serie, die mit einer Laufzeit von über 300 Minuten schon darauf hindeutet, das die Geschichte um Einiges ausführlicher umgesetzt wurde, als es in den bisherigen Verfilmungen der Fall war. Diesen Aspekt spürt man insbesondere in der Vorstellung der Haupt-Charaktere, die dem Zuschauer sehr gut näher gebracht werden. Gleichzeitig nehmen die Intrigen von Prinz John einen weitaus größeren Stellenwert ein, man bekommt einen extrem tiefen Einblick in die Machenschaften des Monarchen, der einfach alles versucht, um die Rückkehr seines verhassten Bruders zu verhindern.

Regisseur Stuart Orme wartet hier mit einer erstklassigen Inszenierung auf, der man die Liebe zum Detail in jeder einzelnen Passage anmerkt. Von der ersten Minute an entsteht ein äusserst authentischer Eindruck der damaligen Zeit, so das man sich ohne jegliche Probleme in das Geschehen hineinversetzen kann. Glaubwürdige Kulissen, tolle Kostüme und vor allem glaubhaft agierende Darsteller sorgen für einen hohen Grad der Identifikation mit einer Zeit, in der es sehr rau zur Sache ging. Da kommt es der Serie auch zu Gute, das hier nicht dieser saubere Anstrich vorhanden ist der beispielsweise der 1952er Verfilmung beiwohnt, die doch mehr wie ein auf Hochglanz polierter Ritterfilm wirkt. Das soll jetzt keine negative Kritik am Werk von Richard Thorpe darstellen, denn bei der bekanntesten Verfilmung handelt es sich um einen ausgezeichneten Film, doch für die glaubwürdige Darstellung der damaligen Zeit ist die in dieser Serie vorhandene Grundstimmung weitaus besser geeignet.

So herrscht hier beispielsweise eine richtig dreckige-und teilweise siffige Atmosphäre vor, von einem glamourösen Anstrich ist nichts zu spüren. Weiterhin bekommt man auch nicht den in üblichen Ritterfilmen vorhandenen Prunk zu sehen, der doch nur zu oft einen falschen Eindruck entstehen lässt. Dies ist dann auch die meiner Meinung nach größte Stärke dieses TV-Formates, das in seiner Gesamtheit in allen Belangen überzeugen kann. So ist es dann auch nicht weiter verwunderlich, das trotz einer Laufzeit von gut 5 Stunden zu keiner Zeit Langeweile auftritt, wartet man doch mit einer sehr flüssigen Erzählstruktur auf, die auch einen straff gezogenen Spannungsbogen beinhaltet. Jede der 6 Episoden der Serie zieht einen in ihren Bann und strahlt ihre ganz eigene Faszination aus, der man sich beim besten Willen nicht entziehen kann.

Insgesamt gesehen handelt es sich um eine äusserst gelungene Produktion, die in ihrer Gesamtheit ohne Probleme als kleines Highlight angesehen werden kann. Die aus dem Hause Ascot Elite kommende DVD-Box ist in einer optisch ansprechenden Veröffentlichung erschienen und beinhaltet 3 DVD's, die in einem passenden Schuber untergebracht sind. Bild und Ton bewegen sich auf sehr gutem TV-Niveau und lediglich die Extras sind mit einer Trailershow etwas spärlich ausgefallen. das soll aber den insgesamt hervorragenden Eindruck nicht schmälern, handelt es sich doch meiner Meinung nach um die beste Umsetzung des Romans von Sir Walter Scott, die bisher erschienen ist.


Fazit:


Für Liebhaber mittelalterlicher Ritterfilme ist diese Box eine unverzichtbare Anschaffung, offenbart sich doch eine in allen belangen überzeugende-und authentische Geschichte, die man spannender kaum hätte umsetzen können. 5 Stunden erstklassige-und sehr kurzweilige Unterhaltung sind garantiert, so das man hier bedenkenlos zugreifen sollte.


Die DVD:

Vertrieb: Ascot Elite
Sprache / Ton: Deutsch DD 5.1 / Englisch DD 2.0
Bild: 1:1,78 (16:9)
Laufzeit: 304 Minuten auf 3 DVD's
Extras: Trailershow


9/10

Sonntag, 15. Januar 2012

Jason X








Jason X
(Jason X)
mit Kane Hodder, Lexa Doig, Lisa Ryder, Jonathan Potts, Melyssa Ade, Peter Mensah, Dov Tiefenbach, Todd Farmer, Chuck Chambell, David Cronenberg, Melody Johnson, Derwin Jordan
Regie: James Isaac
Drehbuch: Victor Miller / Todd Farmer
Kamera: Derrick V. Underschultz
Musik: Harry Manfredini

Eine Gruppe Archäologie-Studenten macht im Jahr 2455 einen spektakulären Fund: Auf der Erde entdecken sie in der ehemaligen Wissenschaftsbasis von Crystal Lake den eingefrorenen Körper von Jason Vorhees, dem Killer aus "Der Freitag der 13."-Serie, und bringen ihn an Bord ihres Raumschiffs. Professor Lowe hofft, für ihn auf dem Schwarzmarkt eine Menge Geld zu erhalten. Doch er und seine Crew wissen nicht, was für eine mordlustige Bestie sie sich da an Bord geholt haben. Denn was modernste Technologie aus Jason erschafft, übertrifft alles bisher Dagewesene...


Acht lange Jahre musste die Fangemeinde warten, bis nach dem sehr umstrittenen neunten Teil noch ein Nachfolger in der "Freitag der 13. Reihe" erschien. Ist man in "Jason goes to Hell" schon sehr neue Wege gegangen, was übrigens bei einem Großteil der Fans nicht unbedingt auf Gegenliebe stieß, so hat man mit "Jason X" doch einen sehr gelungenen Abschluß gefunden. Im Jahre 1980 hätte man beim Erscheinen des ersten Teils wohl nie gedacht, das es den lieben Jason Voorhees einmal ins Weltall verschlagen würde, doch der kaltblütige Killer macht halt an jedem Ort eine gute Figur. Und so verschlägt es den Titelhelden dann in das Jahr 2455, in dem er aus dem Kryoschlaf erwacht und weiter auf die jagd nach hilflosen Opfern gehen kann. Von denen gibt es auf einem Raumschiff genügend und Jason hält wieder einmal reichlich Ernte. Dies geschieht auf eine äusserst brutale und blutige Art, denn Regisseur James Isaac schöpft hier wirklich aus dem Vollen, wodurch mit "Jason X" ganz sicher einer der härtesten teile der gesamten Reihe entstanden ist.

Zugegebenermaßen muss man sich zu Beginn erst einmal an den futuristischen Look des Szenarios gewöhnen, in dem Mr. Voorhees im ersten Moment noch wie ein Fremdkörper erscheint. Doch ebenso wie er selbst gewöhnt sich auch der Zuschauer rasch an die ungewohnte Umgebung und findet mit der Zeit sogar großen Gefallen daran. Dafür ist sicherlich auch die spannende Geschichte verantwortlich, die aufgrund des eingeengten Schauplatzes auf dem raumschiff von einer fast schon klaustrophobischen Note umgeben wird. Denn ziemlich schnell fallen sämtliche Fluchtmöglichkeiten für die gejagten weg, deren Anzahl von Jason äusserst drastisch und im Eiltempo dezimiert wird. Das sorgt dann insgesamt für ein extrem temporeiches-und abwechslungsreiches Geschehen, wobei auch die Tötungsarten recht variabel gestaltet sind.

Das absolute Highlight des Filmes ist ganz sicher die Auferstehung Jasons, denn nachdem er im Prinzip wirklich tot ist, da ihm etliche Gliedmaßen und auch sein Kopf zerschossen wurden, wird er durch eine neumodische maschine wiederhergestellt. So erstrahlt er dann auch in neuem Glanz und mit einem Metallpanzer ummantelt, was ihmäusserst gut zu Gesicht steht. Man hat sich wirklich eine Menge einfallen lassen, um mit diesem abschließenden teil noch einmal frisches Blut in die Reihe hineinzupumpen und letztendlich sind die Ideen auch sehr gut umgesetzt worden. Dem Zuschauer wird ein in allen Belangen erstklassiges und futuristisches Horrorspektakel geboten, das ganzzeitig hervorragende Slasherkost bietet. Eine spannende Story und mehrere sehr harte Kills lassen das Herz eines jeden Fans in die Höhe schlagen und man bedauert es schon etwas, das dies der Abschluss einer Kultreihe ist.

"Jason X" ist ein Film, auf den zu warten sich wirklich gelohnt hat. Ein ungewohnter Schauplatz sorgt noch einmal für nicht erwarteten Schwung und streckenweise sogar humorige Passagen runden hier ein erstklassiges gesamtbild perfekt ab. James Isaac hat noch einmal dafür gesorgt, das am Ende ein echtes Highlight entstanden ist, das man sich immer wieder gern anschaut.


Fazit:


Mit "Jason X" findet die langlebigste Horrorreihe einen absolut würdigen Abschluß, den man nicht zwangsweise erwarten konnte. Ist man zu Beginn noch eher mit großer Skepsis an dieses Werk herangegangen, so ist man hinterher doch sichtlich überrascht welch gute Unterhaltung man geboten bekommt. Jason trumpft noch einmal richtig auf und tötet, was das Zeug hält. Das es dabei nicht unbedingt zimperlich zur Sache geht versteht sich fast von selbst.


8,5/10

Freitag, 13. Januar 2012

Lass ihn nicht rein!








Lass ihn nicht rein!
(Don't Let Him in)
mit Sophie Linfield, Sam Hazeldine, Gordon Alexander, Gemma Harvey, Rhys Meredizh, Esther Shephard, Jason Carter, Katie Don Hughes, Poppy Grout, Clemmie Rubens
Regie: Kelly Smith
Drehbuch: Kelly Smith / Chris Andrews
Kamera: Vincent De Paula
Musik: Samuel Karl Bohn
Keine Jugendfreigabe
Großbritannien / 2011

In einer verschlafenen Gegend in England treibt ein Serienkiller sein Unwesen. Der sogenannte Baum Chirurg schlachtet seine Opfer regelrecht ab und hängt ihre abgehackten Körperteile an Bäumen auf. Genau in dieser Gegend machen Calvin, Paige, Mandy und Tristan Urlaub. Als sie in der Nacht auf einen schwer verwundeten Mann treffen, wächst ihr Misstrauen gegenüber dem Fremden. Und als auch noch Calvin verschwindet, steigert sich ihr Misstrauen in panische Angst. Wem können sie noch trauen? Schon bald wird ihr Trip zu einem höllischen Alptraum


Nun könnte man den deutschen Filmtitel auch durchaus als Warnung für sämtliche Jungfrauen auf der Welt ansehen, doch handelt es sich bei diesem Film keinesfalls um eine Warnung vor dem ersten sexuellen Kontakt, sondern um einen britischen Horrorfilm. In der Regel hat das Werk von Kelly Smith bisher fast nur negative Kritiken nach sich gezogen und in rein filmischer Hinsicht sind diese auch nicht ganz unberechtigt. Dem Regie-Debüt der amerikanischen Schauspielerin fehlt es inhaltlich eigentlich an allen Ecken und Enden, die extrem dünne Rahmenhandlung lässt so ziemlich jede Substanz vermissen und wirkt streckenweise regelrecht zusammengeschustert. Und dennoch kann ich die vernichtenden Meinungen vieler Leute nicht nachvollziehen, denn trotz etlicher offensichtlicher Defizite beinhaltet der Film auf jeden Fall einen ziemlich großen Unterhaltungswert. Zugegebenermaßen kann man die Geschichte schwerlich als ernstzunehmenden Genre-Beitrag ansehen, vielmehr sollte man das Ganze unter dem Aspekt einer extrem klischeebehafteten Story sehen, die zudem noch mit jeder Menge unfreiwilliger Situationskomik angereichert ist.

Allein schon die einzelnen Charaktere entsprechen sämtlichen Klischees die man aus Horrorfilmen kennt. Da wären mit Paige und Calvin 2 Symphatieträger, Tristan verkörpert den Part des unsymphatischen Nörglers, der aufgrund seines Charakters sofort als Verdächtiger in Erscheinung tritt. Calvins Schwester Mandy gibt die strunzdumme und äusserst naive Quoten-Blondine und Shawn mimt das scheinbare Opfer, könnte allerdings auch der Wolf im Schafspelz sein. Alle Akteure zeichnen sich nicht unbedingt durch herausragendes Schauspiel aus, teilweise erscheinen sie sogar ziemlich hölzern und ungelenk. Aber gerade das trägt hier sehr zur Erheiterung des Zuschauers bei, wobei die zumeist vollkommen absurden Verhaltensweisen der Protagonisten regelrecht zu Lachsalven animieren. Bei diesem Aspekt tut sich insbesondere Mandy hervor, deren Verhalten nicht unlogischer sein könnte. Dieser meiner Meinung nach eher unfreiwillige Humor verleiht der Geschichte einen ganz besonderen Charme und lässt einen gar nicht sonderlich über die vielen offenkundigen Mankos nachdenken, die eigentlich in jeder einzelnen Passage lauern.

Das größte Problem des Filmes sind die vollkommen fehlenden Erklärungen für die Ereignisse, die schon sehr an den Haaren herbeigezogen erscheinen. Dadurch leidet selbstverständlich ein wenig der Erzählfluss, so das das geschehen streckenweise wie eine Aneinanderreihung kaum zusammenhängender Vorkommnisse erscheint. Da hilft auch nicht der eingebaute kleine Plot Twist in der zweiten Filmhälfte, den man zwar einerseits als kleinen Überraschungsmoment ansehen kann, der aber auf der anderen Seite aufgrund der fehlenden Erklärungen sogar etwas Verwirrung stiftet. Wie dem aber auch sei, mit der richtigen Erwartungshaltung kann man an "Lass ihn nicht rein" echte Freude haben, denn unterhaltsam ist die Produktion auf jeden Fall. Dazu tragen auch einige etwas härtere Szenen bei, wobei sich der enthaltene Härtegrad in einem überschaubaren Rahmen bewegt. Dennoch bekommt man gerade zum Ende hin einige nette-und blutige Szenen serviert, die über so manche Unzulänglichkeit des Werkes hinwegsehen lassen.

Kelly Smith hat in filmischer Hinsicht eigentlich alles falsch gemacht, doch gerade dadurch ist ein äusserst unterhaltsames Filmchen entstanden, das zwar nicht unbedingt niveauvolle, aber sehr kurzweilige Unterhaltung bietet. In manchen Phasen der Geschichte tut sich sogar etwas Spannung auf, die sich allerdings nicht konstant durch das Szenario zieht. Mit einer Laufzeit von gerade einmal 70 Minuten Netto-Spielzeit ist genau das richtige Maß gewählt worden, da die sehr dünne Rahmenhandlung keinen weiteren Spielraum zugelassen hätte. Ich persönlich wurde jedenfalls bestens unterhalten, auch wenn hier alles andere als ein ernstzunehmender Horrorfilm entstanden ist.


Fazit:


Mit der richtigen Erwartungshaltung kommt man hier durchaus auf seine Kosten und wer insbesondere auf Filme mit offensichtlichen Mankos steht, wird regelrecht begeistert sein. Und so ist "Lass ihn nicht rein" ein unfreiwillig komischer Horrorfilm, der unter Garantie seine Fan-Gemeinde finden wird. Höhere Ansprüche können allerdings nicht befriedigt werden, doch ist das auch nicht immer zwingend notwendig, um bestens-und kurzweilig unterhalten zu werden.


Die DVD:

Vertrieb: Sunfilm
Sprache / Ton: Deutsch DTS, DD 5.1 / Englisch DD 5.1
Untertitel: Deutsch
Bild: 1,78:1 (16:9)
Laufzeit: 76 Minuten
Extras: Trailer


6/10 Trasjpunkten 

Mittwoch, 11. Januar 2012

The Abyss








Abyss
(The Abyss)
mit Ed Harris, Mary Elizabeth Mastrantonio, Michael Biehn, Leo Burmester, Todd Graff, John Bedford Lloyd, J.C. Quinn, Kimberly Scott, Captain Kidd Brewer Jr., George Robert Klek, Christopher Murphy, Adam Nelson, Dick Warlock, Jimmie Ray Weeks
Regie: James Cameron
Drehbuch: James Cameron
Kamera: Mikael Salomon
Musik: Alan Silvestri
FSK 12
USA / 1989

Ein nukleares Unterseeboot der US-Navy wird in 600 m Tiefe auf geheimnisvolle Weise außer Gefecht gesetzt. Die Besatzung einer Unterwasser-Ölbohrstation und ein Expertenteam der Navy starten eine gefährliche Rettungsaktion. Was als eine Routinemission beginnt, entpuppt sich jedoch als eine Odysee in eine Welt voller Abenteuer und Geheimnisse. Bud, der Chef der Unterwasserstation, trifft in den Untiefen der Cayman-Spalte auf eine außerirdische Macht, die unsere Welt für immer verändern kann.


Für mich ist es wirklich eine erstaunliche Tatsache, das sich gerade an einem solch fantastischen Film wie "The Abyss" teilweise die Geister scheiden. Ist Camerons Werk für einige Leute anscheinend ein künstlich in die Länge gezogenes Unterwasserspektakel, so stellt es doch für viele ein wahres Meisterwerk dar. Nun liegt das wie immer im Auge des jeweiligen Betrachters und Geschmäcker sind nun einmal verschieden, doch kann man dem Film keinesfalls seine Bildgewalt absprechen. Cameron hat wirklich alle Register gezogen und meiner persönlichen Meinung nach die Mutter aller Unterwasser-Filme geschaffen, hier passt ganz einfach alles absolut perfekt zueinander. Dabei ist es gar nicht einmal die Geschichte an sich die einen wirklich begeistern kann, denn ähnlich gelagerte Szenarien hat die Filmwelt auch früher schon rausgebracht. Es ist die bildgewaltige-und extrem spannende Umsetzung der Story, die den Zuschauer hier ganz unwillkürlich in ihren Bann zieht. Unmöglich kann man sich dabei der von den Bildern ausgehenden Faszination entziehen, die einen regelrecht bannt. Natürlich gibt es bei einer Lauflänge von gut 163 Minuten (DC) auch Phasen, in denen es etwas ruhiger zugeht, dennoch hat man zu keiner Zeit das Gefühl das die Story auch nur annähernd langatmig wäre.

Man sollte bei "The Abyss" auch auf jeden Fall auf den DC und nicht auf die Kinoversion zurückgreifen, denn die Langfassung beinhaltet jede Menge Szenen, die das Gesamtbild viel besser abrunden. Diverse Abläufe erscheinen schlüssiger, vor allem wird gerade zum Ende hin die Handlungsweise der Ausserirdischen besser verdeutlicht. Auch die in einem Nebenerzählstrang auftretenden Ereignisse oberhalb der Wasseroberfläche werden eingehender beleuchtet und man bekommt einen etwas ausführlicheren Eindruck vom drohenden Krieg der Atommächte. Neben einem erstklassigen Cast und den grandiosen Bildern ist es wohl vor allem die beklemmende Atmosphäre unter Wasser, die einen selbst als Betrachter merklich zermürbt. Es treten schon ziemlich klaustrophobische Merkmale auf und man möchte keinesfalls mit den Protagonisten tauschen, die sich doch in einer anscheinend ausweglosen Situation befinden.

Cameron spielt hier sehr geschickt mit den Urängsten des Menschen, denn die Ausgangssituation unter Wasser in einer Rig eingeschlossen zu sein und keine Chance auf Hilfe zu haben, schnürt wohl so ziemlich jedem die Luft zum Atmen ab. Man kann ein ständig vorhandenes Gefühl der Beklemmung unmöglich abschütteln und verfolgt streckenweise schweissgebadet das faszinierende Geschehen, das sich hier abspielt. Wird man schon zwischendurch immer wieder mit wunderschönen Bildern der Unterwasser-Wesen konfrontiert, so hat sich Cameron das visuelle Highlight bis zum Ende aufgespart, bei dem der SCI/FI Anteil erst so richtig zur Geltung kommt. An dieser Stelle kann man dann nur noch ins Schwärmen geraten, denn die dargebotenen Bilder sind einfach wunderschön.

Insgesamt gesehen ist "The Abyss" ein in allen Belangen überzeugendes Meisterwerk, bei dem James Cameron die perfekte Mischung aus Action, Unterwasser-Thriller-und SCI/FI gefunden hat, die den Zuschauer von der ersten bis zur letzten Minute in ihren Bann zieht. Zermürbende Spannung, eine wahnsinnig dichte Atmosphäre und großartig agierende Darsteller machen dieses Werk zu einem unvergesslichen Erlebnis, das man sich immer wieder gern anschaut.


Fazit:


Mir persönlich ist kein anderes Unterwasserspektakel bekannt, das diesem Film auch nur annähernd das Wasser reichen kann. Eine gute Geschichte und immer wieder aufs neue faszinierende Bilder sorgen für einen nachhaltigen Eindruck im Gedächtnis des Besuchers, der auch noch lange nach dem Ende des Films unter dessen Eindruck steht.


10/10

Montag, 9. Januar 2012

Sam's Lake








Sam's Lake
(Sam's Lake)
mit Fay Masterson, Sandrine Holt, William Gregory Lee, Stephen Bishop, Salvatore Antonio, Megan Fahlenbock, Peter Beks, Richard Foster, Jeff McCormick, Robert William Smith, Serra Stewart, Kindred Carter, Kaitlyne Dunn
Regie: Andrew C. Erin
Drehbuch: Andrew C. Erin
Kamera: David A. Armstrong
Musik: Gary Chang
FSK 16
Kanada / Südkorea / USA / 2005

Um Sam, die noch immer nicht über den Tod ihres Vaters hinweggekommen ist, mal wieder so richtig aufzupäppeln, beschließen ihre Freunde, mit ihr gemeinsam ein Wochenende an jenem abgelegenen See zu verbringen, in dessen Umgebung Sam ihre gesamte Kindheit verbracht hat. Zunächst bestimmt noch feuerscheingetränkte Lagerromantik das Szenario: Kate fängt etwas mit dem gutgebauten einheimischen Jesse an und der schwule Dominik versucht sich in der hohen Kunst des Gruselmärchenerzählens. Richtig schaurig wird es aber erst, als Sam eine lokale Legende um einen nie gefassten Psychokiller zum Besten gibt und anschließend auch noch einen Besuch in genau der heruntergekommenen Bruchbude einfordert, in der dieser seine ersten Opfer gefunden haben soll. Als die abenteuerlustige Truppe dann auch noch ein Tagebuch entdeckt, ist es mit der Harmlosigkeit des bisher so gemütlichen Trips endgültig vorbei...


Egal wo man auch hinschaut, dieses Langfilm-Debüt von Andrew C. Erin aus dem Jahre 2005 erhält hauptsächlich negative Kritiken. Dabei offenbart sich dem Zuschauer doch ein recht interessanter Film, der zwei vollkommen unterschiedliche Filmhälften präsentiert und allein schon durch diesen Aspekt eine Menge an Reiz beinhaltet. 2002 von Erin schon einmal als Kurzfilm vorgestellt, eröffnet sich dem Betrachter eine Story, die zu Beginn eigentlich gar nicht einmal auf einen gelungenen Horrorthriller mit Slasher-Elementen hindeutet. So bekommt man in den ersten gut 40 Minuten viel eher ein Szenario geboten, das zwar insbesondere in atmosphärischer Hinsicht überzeugen kann. Manch einem mag die erste Filmhälfte wohl etwas langatmig-und dialoglastig erscheinen, wobei die vorhandenen Wortwechsel zugegebenermaßen nicht unbedingt sehr tiefgründig sind. Doch sieht man den Film am Ende einmal in seiner Gesamtheit, dann dient die längere Einführungsphase doch als ziemlich gekonnter Spannungsaufbau für einen Richtungswechsel, den man nicht unbedingt vorhersehen konnte.

Insbesondere der Richtungswechsel zu einem unterhaltsamen Slasher mit Backwood-Elementen verleiht der Geschichte ihren ganz besonderen Reiz, der damit verbundene Tempowechsel in der Erzählstruktur tut sein Übriges, um den Zuschauer aus einer Art Halbschlaf aufzuschrecken. Hat Erin doch zunächst ein sehr bedächtiges Erzähltempo für die Ereignisse gewählt, so ändert sich das nach 40 Minuten schlagartig und man sieht sich mit temporeichen Ereignissen konfrontiert, die fast zwangsläufig für ein vollkommen anderes Sehverhalten sorgen. Die zunächst vorhandene Beschaulichkeit ist nicht mehr vorhanden, vergessen sind die teilweise banalen Dialoge, denn von nun an gestaltet sich eine gelungene Menschenjagd in den abgelegenen Wäldern. Größere Härten sollte man zwar nicht unbedingt erwarten, denn die Tötungen werden lediglich in Ansätzen gezeigt. Dennoch entwickelt die Story nun eine vollkommen andere Faszination, wofür der erstklassige Plot Twist verantwortlich ist.

Obwohl "Sam's Lake" von der ersten Minute an durch eine dichte Grundstimmung überzeugen kann, verdichtet sich diese im zweiten Teil noch einmal zusehends und das Geschehen lässt mehr als einmal sehr bedrohliche Züge erkennen. Verantwortlich dafür ist in der Hauptsache die Situation der Opfer, die hier genau wie der Zuschauer von den Ereignissen regelrecht überrumpelt werden und vollkommen ahnungslos in eine Lage hineinmanövriert werden, die keinesfalls vorhersehbar war. Sicherlich liegt es wie immer im Auge des Betrachters, doch gerade wegen der überraschenden Richtungsänderung des Szenarios kann ich die vielen negativen Kritiken nicht so ganz nachvollziehen. Erin hat hier sicherlich kein revolutionierendes Meisterwerk des Genres abgeliefert, man merkt doch aber ganz eindeutig, das er sich viele Gedanken über die Umsetzung seiner Geschichte gemacht hat. Für ein Langfilm-Debüt ist "Sam's Lake" durchaus beachtlich geworden und beinhaltet alle Zutaten für ein spannendes Filmerlebnis.

Mir persönlich hat der Film wirklich gut gefallen, insbesondere der Stilwechsel innerhalb der Story ist absolut sehenswert. Zwei vollkommen unterschiedliche Filmhälften ergeben zusammen genommen ein rundum gelungenes Gesamtpaket, an das man lediglich mit der richtigen Erwartungshaltung herangehen sollte. Tiefer gehende Charakterzeichnungen oder oscarreife Schauspielleistungen sind bestimmt nicht enthalten, doch ist das dargebotene Schauspiel für einen Film dieser Art vollkommen ausreichend. Hervorstechend sind sicherlich die ganzzeitig erstklassige Atmosphäre und ein meiner Meinung nach äusserst gelungener Spannungsaufbau, den man erst am Ende der Geschichte so richtig zu schätzen weiß.


Fazit:


Auch wenn viele Leute das vollkommen anders sehen werden, möchte ich "Sam's Lake" als sehr gelungenen Genre-Beitrag einstufen, dessen Stilwechsel innerhalb der Geschichte ein absoluter Höhepunkt ist. Selten habe ich einen Film mit zwei so dermaßen unterschiedlichen Teilen gesehen, die insgesamt gesehen einen sehr gelungenen Film ergeben.



7/10

Samstag, 7. Januar 2012

Dark Water








Dark Water - Dunkle Wasser
(Dark Water)
mit Jennifer Connelly, John C. Reilly, Tim Roth, Dougray Scott, Pete Postlethwaite, Camryn Manheim, Ariel Gade, Perla Haney-Jardine, Debra Monk, Linda Emond, Bill Buell, J.R. Horne, Elina Löwensohn, Warren Belle
Regie: Walter Salles
Drehbuch: Koji Suzuki / Hideo Nakata
Kamera: Alfonso Beato
Musik: Angelo Badalamenti
FSK 16
USA / 2005

Dahlia Williams will nach der Trennung von ihrem Ehemann Kyle zusammen mit ihrer fnfjhrigen Tochter Cecilia ein neues Leben beginnen. Dabei soll ihr ein neuer Job und eine neue Wohnung auf Roosevelt Island, einer kleinen Insel im East River vor Manhattan helfen. Doch leider ist die Wohnung im neunten Stock nicht nur sehr heruntergekommen und beengend, sondern entpuppt sich nach und nach als schreckliche Falle. Vor allem ein mysteriser dunkler Wasserfleck an der Schlafzimmerdecke wirkt auf Dahlias angeschlagene Psyche immer bedrohlicher. Seltsame Gerusche aus der Wohnung ber ihr, ein undurchsichtiger und wenig hilfreicher Hausmeister, ein geschwtziger Wohnungsvermittler und berhaupt die gesamte, sehr bedrckende Aura des Hochhauses lassen Dahlia immer tiefer in eine gefhrliche Paranoia abdriften....


"Dark Water" zählt zu den unzähligen US-Remakes, die seit "Ring" im Prinzip so ziemlich jeder Asia-Grusler nach sich gezogen hat. Sind die meisten US-Versionen dabei doch zumeist nur ein lauer Aufguss der Originale, so zählt dieser Film definitiv zu den absolut sehenswerten Vertretern des Remake-Wahns. Ich möchte sogar noch einen Schritt weitergehen und behaupten, das diese Version des Stoffes das Original von Hideo Nakata übertrifft, da sie filmisch gesehen ganz einfach besser-und flüssiger in Szene gesetzt wurde. Zudem entpuppt sich die geschichte nicht als reiner Gruselfilm, sondern trägt doch ganz offensichtliche Züge eines Horror-Dramas, das mit einer glänzend aufgelegten Jennifer Connelly in der Hauptrolle absolut perfekt besetzt ist. Ihre Interpretation der jungen Mutter ist einer von vielen Höhepunkten dieses Werkes, authentisch-und sehr ausdrucksstark vermittelt sie dem Zuschauer den Eindruck einer jungen Frau, die langsam an ihrem eigenen Verstand zu zweifeln droht. Dabei ist es ihrer starken Mimik zu verdanken, das beim Zuschauer schon fast eine Art Samariter-Effekt auftritt, denn ganz unweigerlich möchte man der jungen Frau zur Hilfe eilen.

Doch es ist längst nicht nur die Hauptfigur, die diesen Film von vielen anderen Remakes abhebt, denn neben einem sehr gelungenen Spannungsaufbau ist es vor allem die von Beginn an extrem düstere Atmosphäre, die einem eine fast ganzzeitig vorhandene Gänsehaut verpasst. Der perfekte Schauplatz des heruntergekommenen Wohn-Komplexes ist dabei nur ein Mosaikstein in einem düsteren Szenario, das von ständigem Dauerregen begleitet wird. Blasse Farben tun dann das Übrige, um ein fast depressives Gefühl im Betrachter hervorzurufen, dessen man sich den ganzen Film über beim besten Willen nicht entziehen kann. So haftet den Ereignissen dann auch eine sehr schwermütige Note bei, die sich fast wie ein zentnerschwerer bleierner Mantel über die eigenen Schultern legt. Von dieser last fast zerdrückt taucht man immer tiefer in die Geschehnisse ein und gerät dabei ohne es eigentlich zu wollen in sogartigen rausch depremierend unterkühlter Bilder, die im Prinzip lediglich Tristesse-und Trostlosigkeit in Reinkultur offenbaren.

In diesem deprimierenden Szenario etwas Positives wie einen Lichtschein zu erhaschen ist gar nicht einmal so leicht, denn in jeder einzelnen Passage der Geschichte ist die vorhandene Trübsal zu spüren, die die Ereignisse begleitet. Ohne es eigentlich zu wollen wird man so selbst ziemlich schnell zu einem Spielball der vorherrschenden Grundstimmung, die einem merklich auf das Gemüt schlägt. Zusätzlich wird man auch immer wieder mit geschickt eingesetzten Schockmomenten konfrontiert, die das Geschehen noch zusätzlich intensivieren. Der ständig eingeblendete-und von grauen Wolken verhangene Himmel lässt dabei das Gefühl entstehen, das man sich selbst in den am Zage spielenden Szenen wie in der Nacht fühlt, das stark vorherrschende grau in grau der trostlosen Bilder unterstützt dabei den Eindruck, das hier anscheinend niemals die Sonne scheinen kann. Unwillkürlich stellt man sich dabei die Frage, wie man überhaupt an einem solch trostlosen Platz leben kann, der doch wirklich so gar nichts anbietet, was man auch nur im Entferntesten als lebenswert bezeichnen könnte.

Durch diese Emotionen geprägt verfolgt man diese Geschichte aus einer ganz anderen Sichtweise als ein normaler Zuschauer. Man wird förmlich zu einem Teil der Ereignisse, die man meiner Meinung nach viel intensiver nachempfinden kann. Erst kurz vor dem Ende scheint sich der schleier der Tristesse dann etwas zu lüften und kurzzeitig kann man sogar die Hoffnung hegen, das die Geschehnisse einen sogar mit einem positiven Gefühl aus der Geschichte entlassen. In diesem Moment belügt man sich jedoch selbst, weiss man doch ganz genau, das noch etwas hinterherkommen wird. Und so ist es dann auch nicht weiter verwunderlich, das dieser Umstand auch wirklich eintrifft, alles andere hätte die Geschichte aber auch ins Lächerliche gezogen. "Dark Water" ist ganz einfach kein Film, in den man einen positiven Showdown einbaut, dieses Werk muss einen förmlich mit einem deprimierenden Gefühl zurücklassen. Insgesamt gesehen hat Regisseur Walter Salles alles richtig gemacht und somit wohl einen der von der Grundstimmung her gesehenen trostlosesten Gruselfilme der letzten Jahre kreiert, der auch noch lange nach dem Ende eine sehr nachhaltige Wirkung beim Zuschauer hinterlässt.


Fazit:


Man kann sich durchaus über die ständigen US-Remakes der asiatischen Gruselfilme aufregen, aber "Dark Water" zählt ganz eindeutig zu den besten Vertretern seiner Art, der in meinen Augen sogar das Original in den Schatten stellt. Spannend, atmosphärisch und mit einer grandiosen Jennifer Connelly in der Hauptrolle ist dieser Film weitaus mehr als eine einmalige Sichtung wert und fasziniert einen dabei immer wieder aufs Neue.


8,5/10

Donnerstag, 5. Januar 2012

The Way Back - Der lange Weg








The Way Back - Der lange Weg
(The Way Back)
mit Colin Farrell, Ed Harriss, Mark Strong, Saoirse Ronan, Jim Sturgess, Gustaf Skarsgard, Alexandru Potecean, Sebastian Urzendowsky, Dragos Bucur, Zahary Baharov, Sally Edwards, Igor Gnezdilov, Dekan Angelov,
Regie: Peter Weir
Drehbuch: Peter Weir / Keith R. Clarke
Kamera: Russell Boyd
Musik: Burkhard von Dallwitz
FSK 12
USA / Vereinigte Arabische Emirate / 2010

Gegen Ende des 2. Weltkriegs brechen sieben Gefangene aus einem unmenschlichen sibirischen Arbeitslager aus. Dabei ist das Entkommen aus dem tödlichen Gulag das kleinste Problem: Um ihre Freiheit zu erlangen, müssen die Männer zu Fuß und ohne Ausrüstung eine schier unüberwindbare Strecke zurücklegen. Ihr Ziel: das über 6.000 Kilometer entfernte Indien! Die Gruppe um Mr. Smith, Valka und Janusz muss neben Hunger und Durst der wilden Tundra Sibiriens, den Sandstürmen der Wüste Gobi sowie der Eiseskälte des Himalaya trotzen. Dabei entdecken sie auf ihrem beschwerlichen Weg nicht nur den Wert des menschlichen Lebens, sondern auch die wahre Bedeutung von Freundschaft


Thematisch gesehen betritt man bei "The Way Back" sicherlich kein filmisches Neuland, denn Werke, in denen Kriegsgefangene aus einem Lager ausbrechen und einen beschwerlichen Weg in die Freiheit beschreiten gibt es genügend. So fällt einem während der Sichtung von Peter Weir's Film fast zwangsläufig der deutsche Klassiker "So weit die Füsse tragen" ein, in dem Heinz Weiss ähnliche Strapazen ausstehen muss, wie die Protagonisten in vorliegender Geschichte. Hier sind es allerdings 7 Männer die aus einem russischen Gulag flüchten und sich durchaus des Risikos bewust sind, das nicht jeder von ihnen die beschwerliche Flucht überleben wird. "The Way Back" ist kein Actionfilm, sondern vielmehr ein imposantes Drama das durch eine eher ruhige Erzählweise überzeugen kann. Gerade durch die bedächtige Erzählstruktur erzeugt das Geschehen eine extrem hohe Intensität, der man sich als Zuschauer keinesfalls entziehen kann. Authentische Schauplätze und kraftvolle Bilder vermitteln einem dabei einen sehr glaubwürdigen Eindruck über die physischen und psychischen Qualen, die von den Männern durchlebt werden.

Ganz unwillkürlich stellt man sich dabei die Frage, wieviel Schmerzen und Entbehrungen ein Mensch aushalten kann, um das von ihm gesteckte Ziel auch zu erreichen. Es ist der ständige Kampf zwischen Mensch und Natur, der die Männer hier größtenteils über sich hinauswachsen lässt, der pure Überlebenswille lässt sie dabei über sämtliche vorstellbare Grenzen gehen. Für den Betrachter ist es kaum vorstellbar, das die am Ende Überlebenden insgesamt über 5.000 Kilometer hinter sich gebracht haben, bevor sie in Indien endlich ihre langersehnte Freiheit genießen können. Selbst die fantastischen-und äusserst kraftvollen Bilder des Filmes lassen einen noch nicht einmal ansatzweise die Tortur erkennen, die von den Protagonisten durchlebt wurde, der eigene Verstand weigert sich irgendwie, diese unmenschlichen Strapazen zu akzeptieren. Dabei ist es vollkommen egal, ob man sich in der sibirischen Eiswüste oder der Wüste Gobi befindet, die eigene Vorstellungskraft reicht einfach nicht aus um sich in die Situation der kleinen Gruppe hineinzuversetzen. Während der endlos erscheinenden Reise wird aus den Männern eine eingeschworene Gemeinschaft, in der keinerlei Platz für Egoismus vorhanden ist. Jeder ist auf den anderen angewiesen, denn nur zusammen besteht wenigstens eine minimale Chance, am Ende als Sieger aus diesem ungleichen Kampf hervorzugehen, in dem die Natur als schier unbezwingbarer Gegner erscheint.

"The Way Back" lebt in erster Linie von seiner spannenden Geschichte, die mit einer hervorragend besetzten Darsteller-Riege zu punkten weiss. Namen wie Ed Harris, Colin Farrell oder Jim Sturgess sind nur einige Beispiele dafür, das hier Könner ihres Faches am Werke waren. Ihrem authentischen Schauspiel ist es mit zu verdanken, das die Geschichte ihre volle Wirkung erzielen kann und den Zuschauer unweigerlich in ihren Bann zieht. Insbesondere die emotionale Seite der Ereignisse wird hier stark in den Vordergrund gerückt und von den Darstellern mehr als überzeugend rübergebracht. Trotz der unmenschlichen Tortur der die Männer ausgesetzt sind, entwickelt sich zwischen ihnen so etwas wie echte Freundschaft, aus einer Zweckgemeinschaft heraus entstehen echte Emotionen, die auch Kraftreserven freisetzen, die eigentlich gar nicht mehr vorhanden sind. Dieser Aspekt wird sehr gut durch einen Dialog zwischen Ed Harris und Jim Sturgess zum Ausdruck gebracht, der einem der beiden Männer wieder neuen Lebensmut einhaucht und ihn über sich hinauswachsen lässt.

Letztendlich hat Peter Weir (Der Club der toten Dichter, Master and Commander) hier einen in allen Belangen großartigen Film in Szene gesetzt, der dem Betrachter merklich unter die Haut geht. Großartige Schauplätze, herausragende Darsteller und kraftvolle Bilder sind genau die richtigen Zutaten, um hier für ein intensives und unvergessliches Filmerlebnis zu sorgen. Und auch wenn man sich im Prinzip kaum vostellen kann was die Protagonisten hier durchleben müssen, vermeint man die Strapazen fast körperlich spüren zu können, von denen eine fast schon grausame Faszination ausgeht. "The Way Back" ist ein Film, der von der ersten bis zur letzten Minute eine absolut fesselnde Geschichte erzählt, in der noch nicht einmal ansatzweise so etwas wie Leerlauf zu erkennen ist, weshalb man das Werk auch uneingeschränkt empfehlen kann.


Fazit:


Es ist wahrlich nichts Neues, das Menschen in gewissen Extrem-Situationen über sich hinauswachsen können. Peter Weir's Film jedoch sprengt die Grenzen des menschlichen Fassungsvermögens. Eine kaum vorstellbare Geschichte bringt einem hier den Leidensweg einiger Männer näher, die dem Begriff Überlebenswillen eine neue Dimension verleihen. Ein emotionales-und tiefgründiges Drama, das man sich keinesfalls entgehen lassen sollte.


Die DVD:

Vertrieb: Splendid
Sprache / Ton: Deutsch / Englisch DD 5.1
Untertitel: Deutsch
Bild: 2,35:1 (16:9)
Laufzeit: 128 Minuten
Extras: Making Of


8/10

Dienstag, 3. Januar 2012

Ken Park








Ken Park
(Ken Park)
mit Adam Chubbuck, James Bullard, Seth Gray, Eddie Daniels, Zara McDowell, Maeve Quinlan, Stephen Jasso, Wade Williams, Tiffany Limos, Julio Oscar Mechoso, James Ransone, Patricia Place, Amanda Plummer, Mike Apaletegui, Harrison Young
Regie: Larry Clark / Edward Lachman
Drehbuch: Larry Clark / Harmony Corine
Kamera: Larry Clark / Edward Lachman
Musik: Keine Informationen
Keine Jugendfreigabe
Frankreich / Niederlande / USA / 2002

Hinter der idyllischen Fassade einer kalifornischen Vorstadt brodelt es gewaltig. Auch als sich Ken Park, ein ganz "normaler" Teenager, eines Tages das Gehirn wegschießt, ändert sich daran nichts: Shawn schläft weiter mit der Mutter seiner Freundin, die vermeintlich tiefreligiöse Peaches entpuppt sich als Bondage-vernarrtes Biest, Claude versucht sich der sexuellen Avancen seines Stiefvaters zu erwehren und Tate, der nur per Selbststrangulation zum Höhepunkt kommt, erschießt scheinbar aus heiterem Himmel seine Großeltern.


Darf ich dich lecken?


Spätestens zu dem Zeitpunkt, als der junge Shawn diese Frage an die Mutter seiner Freundin richtet, weiss der Zuschauer ganz genau, das er es hier nicht mit einem normalen Teeniefilm zu tun hat. Das hätte allerdings auch bei Regisseur Larry Clark sehr verwundert, ist er doch eher bekannt dafür, das er mit seinen Filmen provozieren will, was ihm schon 1995 mit seinem Werk "Kids" vortrefflich gelungen ist. Nun ist "Ken Park" sicherlich noch viel verstörender und auch härter, als es "Kids" war, denn der Schockeffekt des hier in Szene gesetzten Geschehens verfehlt beim Zuschauer ganz sicher nicht seine Wirkung und brennt sich fast unauslöschlich in dessen Gedächtnis. Und obwohl das hier Gezeigte ganz bestimmt nicht realitätsfremd erscheint und bei vielen Leuten eventuell schon zur Normalität in der heutigen Zeit zählt, ist man teilweise geschockt und fassunglosund ringt bei bestimmten Passagen sogar sichtlich nach Fassung.

Der Titelheld des Filmes steht hier überhaupt nicht im Mittelpunkt der Geschichte, man sieht ihn lediglich in der Anfangssequenz, in der er sich das Leben nimmt und in den letzten gut 3 Minuten dieses Werkes, als man eine kleine Erklärung für seine Tat erhält. Ansonsten dreht sich alles um seine Freunde, mit denen er seine Zeit verbracht hat und man erhält einen doch ziemlich tiefen Eindruck über die einzelnen Charaktere und vor allem über die häuslichen Verhältnisse, aus denen sie kommen. Die dabei gewonnenen Eindrücke sind dabei teilweise wirklich erschütternd und bieten einen guten Einblick hinter die äussere Fassade der zumeist hübschen Einfamilienhäuser. Da ist zum Beispiel Shawn, der es hinter dem Rücken seiner Freundin hemmungslos mit deren Mutter treibt, dann wäre da Claude, der unter dem Alkoholismus seines Vaters leidet, der ihn sogar sexuell missbrauchen will, die hübsche Peaches, die unter ihrem fanatisch-religiösen Vater leidet, ihm die religiöse Tochter vorspielt, aber insgeheim ein sexhungriges Luder ist und zuletzt noch Tate, der lediglich durch Selbststrangulation zum Orgasmus kommt und irgendwann ohne ersichtlichen Grund seine Großeltern ermordet.

Bei den Abgründen, die sich einem hier offenbaren, hat Larry Clark noch einen draufgesetzt und die oben beschriebenen Dinge schonungslos offen in Szene gesetzt. Gerade die Sex-Passagen, die der Film beinhaltet, lassen manchmal den Eindruck entstehen, das man vielmehr einen Hardcore-Porno als denn ein Jugend-Drama zu sehen. So kann man Tate bei der Selbstbefriedigung zusehen, wobei die Kamera voll draufhält, auch ist Oralverkehr zwischen Peaches und 2 ihrer Freunde im Angebot und auch hier wird wirklich alles gezeigt. Nun kann man sicherlich trefflich über die Notwendigkeit solcher Szenen streiten, ich bin jedoch der Meinung, das diese Passagen dem Film noch zusätzliche Intensität verleihen und das gesamte Geschehen noch authentischer und schockierender gestalten, als es von haus aus schon ist.

Nun gibt es nicht gerade wenige Leute, die "Ken Park" als ziemlich sinnlose Provokation ansehen und werfen Larry Clark vor, gerade durch die teils harten Sex-Passagen die fehlende Tiefe der Charaktere zu kaschieren, doch ich bin da vollkommen anderer Meinung, denn eben diese sexuelle Haltung der einzelnen Personen sagt doch eine Menge über sie aus. Ausserdem ist der Einblick und die Beleuchtung der hauptpersonen durchaus ausreichend und sehr aussagekräftig. Aber nicht umsonst ist dieses provozierende Werk in der "Kino Kontrovers-Reihe" erschienen, denn die Meinungen darüber gehen wirklich extremst auseinander. Von Schund bishin zum Meisterwerk ist wohl alles vertreten, was man nur äussern kann. Und ganz egal, wie man nun persönlich zu diesem Film steht, eines kann man ihm keinesfalls absprechen und das ist die Tatsache, das ordentlich über ihn diskutiert wird. Und somit hat der Regisseur sein gestecktes Ziel doch ganz sicher erreicht, denn er provoziert die Menschen, die sein Werk gesehen haben, zu einem regen Meinungsaustausch.


Fazit:


"Ken Park" ist bestimmt kein Film für das breite Mainstream-Publikum, vielmehr wird hier ein Filmerlebnis geboten, über das man spricht und diskutiert. Durch seine größtenteils schockierende Wirkung regt er zum nachdenken an und hinterlässt einen sehr nachhaltigen Eindruck im Kopf des Betrachters, der sich auch noch lange, nachdem der Film zu Ende ist, noch seine Gedanken um ihn macht und versucht, das Gesehene zu verarbeiten. Ein Film, den man schwerlich nach gut oder schlecht bewerten kann, der aber auf jeden Fall sehr interessant ist.



7/10

Sonntag, 1. Januar 2012

The Walking Dead (Staffel 1)








The Walking Dead (Staffel 1)
(The Walking Dead)
mit Andrew Lincoln, Jon Bernthal, Sarah Wayne Callies, Laurie Holden, Jeffrey DeMunn, Steven Yeun, Chandler Riggs, IronE Singleton, Norman Reedus, Lauren Cohan, Scott Wilson, Jane McNeill, Madison Lintz
Regie: Guy Ferland / Bill Gierhart u.a.
Drehbuch: Charlie Adlard / Tony Moore u.a.
Kamera: David Boyd / Rohn Schmidt
Musik: Bear McCreary
Keine Jugendfreigabe
USA / 2011

Polizist Rick Grimes erwacht aus dem Koma und erkennt die Welt nicht wieder: Das abgelegene Krankenhaus, in dem er sich befindet, liegt in Trümmern, das Umland ist verwüstet - und überall lauern blutrünstige Zombies darauf, die Lebenden zu zerfleischen! In einem Lager am Stadtrand von Atlanta kämpft eine kleine Gruppe Überlebender um die verbliebene Existenz der Menschheit und wird dabei immer wieder von den Untoten in die Enge getrieben. Wird es Rick und den anderen gelingen in dieser furchteinflößenden Welt an ihrer Menschlichkeit festzuhalten? Und werden sie unter schrecklichsten Bedingungen und inmitten persönlicher Rivalitäten schließlich miteinander überleben?


Wohl kaum eine andere TV-Serie wurde von den Horror-Fans so sehnsüchtig erwartet wie "The Walking Dead" und schon im Vorfeld hörte man eigentlich nur Positives über dieses TV-Format, in dem einige wenige Überlebende gegen eine weltweite Zombie-Seuche zur Wehr setzen müssen. Als dann kurz darauf die Nachricht die Runde machte, das die deutsche Veröffentlichung nur gekürzt erscheinen würde, erlitt die Vorfreude allerdings einen gepflegten Dämpfer. Auch ich persönlich bin im Normalfall ein erbitterter Gegner der Zensur, doch ganz ehrlich gesagt kann man bei dieser fantastischen Serie ruhig einmal ein Auge zudrücken. Die erste Staffel beinhaltet nämlich gerade einmal Kürzungen von insgesamt gut 30 Sekunden, die im Gesamtbild noch nicht einmal wirklich auffallen. Zudem besitzt die Serie soviel Klasse und Qualität, das man beim Anschauen gar nicht auf eventuelle Schnitte achtet.

Gleich im Pilotfilm lassen sich Ähnlichkeiten zu einem Film wie "28 Days later" erkennen, erwacht doch auch hier die Hauptfigur der Serie in einem Krankenhaus und sieht sich einer vollkommen veränderten Welt gegenüber, die von Zombies beherrscht wird. So bekommt man als Zuschauer sofort den richtigen Einstieg in ein perfekt umgesetztes Endzeit-Szenario, das man kaum besser hätte gestalten können. Die Macher der Serie haben hier eine Atmosphäre geschaffen, die einerseits extreme Tristesse und Trostlosigkeit in den Vordergrund rückt, die aber anderseits immer wieder von Hoffnungsschimmern durchdrungen wird. Auch wenn es sich um eine Zombie-Serie handelt, stehen hier keinesfalls explizite Gewaltdarstellungen im Focus des Geschehens, vielmehr ist es die äusserst interessante Geschichte einer Gruppe Überlebender und die erstklassige Charakterzeichnung der einzelnen Figuren. Diese fällt im Prinzip bei allen für die Story wichtigen Personen sehr intensiv aus, wobei natürlich die ein oder andere Figur noch etwas mehr im Mittelpunkt steht. Das dargebotene Schauspiel der Akteure kann sich dabei wirklich sehen lassen, man merkt von der ersten Minute an, das hier wirklich Leute am Werk sind, die etwas von ihrem Handwerk verstehen.

Der Härtegrad der Serie ist durchaus ansehnlich, es gibt wirklich etliche Passagen, die recht harte Genrekost anbieten, wobei das Geschehen zu keiner zeit in eine reine Metzel-Orgie ausarten würde. Doch selbst Freunde der etwas härteren Gangart dürften durchaus auf ihre Kosten kommen, denn die vorhandenen SFX sind nicht von der schlechten Sorte. Sicherlich gibt es auch genügend Leute, die sich im Bezug auf die Zombie-Action noch mehr erwartet hätten, doch meiner Meinung nach ist hier genau das richtige maß an Härte gefunden worden, zumal die entsprechenden Szenen absolut erstklassig umgesetzt wurden. Jedoch steht ganz eindeutig die Gruppe Überlebender im Focus der Ereignisse und dem Zuschauer wird ein erstklassiger Eindruck von den alltäglichen Problemen gewährt, die nun in einer veränderten Welt auftreten. Normale Gesetze haben keine Gültigkeit und es müssen schwere Entscheidungen getroffen werden, über die man im normalen Leben keinen einzigen Gedanken verschwenden würde. Im Prinzip gibt es nur noch den täglichen Überlebenskampf in einer Welt, in der es eigentlich nichts Lebenswertes mehr gibt. Dennoch wird sich immer wieder an die Hoffnung geklammert, das es irgendwo noch jemanden gibt, der eine Lösung für die Zombie-Seuche parat hält. Und so begibt sich dann auch die Gruppe auf die Suche nach der Hoffnung, wobei die Reise sich als eine einzige Odyssee gestaltet, die von etlichen Rückschlägen und Verlusten begleitet wird.

Eine große Stärke von "The Walking Dead" sind die sehr vielschichtigen-und teils vollkommen unterschiedlichen Charaktere, die auch immer wieder für diverse Reizpunkte sorgen. Echte Liebe, Anfeindungen und offensichtliche Missgunst treten dabei immer wieder in den Vordergrund und sorgen für jede menge Abwechslung. Jede einzelne Episode dieser ersten Staffel ist ein Highlight an sich und insgesamt gesehen ergibt sich ein absolut erstklassiges Gesamtbild, so das man sich schon jetzt auf die zweite Staffel freuen darf. Diese lief ja bekannterweise schon im Pay-TV und ich kann versprechen, das es so spannend und abwechslungsreich weitergeht, wie es in dieser Staffel geendet hat. Das Warten auf die nächste Box lohnt sich in jedem Fall und man darf sehr gespannt sein, wie sich diese tolle Serie noch weiterentwickelt.


Fazit:


"The Walking Dead" ist eine in allen Belangen überzeugende TV-Serie, bei der man sogar generös über die leichten Kürzungen hinwegsehen kann. Extreme Spannung, eine sagenhaft gute Endzeit-Atmosphäre und erstklassige Darsteller sorgen hier für hochklassige Unterhaltung, die sich kein Fan des Genres entgehen lassen sollte.


9/10