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Mittwoch, 29. Februar 2012

A lonely Place to Die








A lonely Place to Die - Todesfalle Highlands
(A lonely Place to Die)
mit Melissa George, Ed Speleers, Eamonn Walker, Sean Harris, Alec Newman, Karel Roden, Kate Magowan, Garry Sweeney, Stephen McCole, Paul Anderson, Holly Boyd, Jamie Edgell, Gillian MacGregor
Regie: Julian Gilbey
Drehbuch: Julian Gilbey / Will Gilbey
Kamera: Ali Asad
Musik: Michael Richard Plowman
Keine Jugendfreigabe
Großbritannien / 2011

Eine Gruppe von fünf Bergsteigern klettert in den schottischen Highlands. Bei ihrer Tour beginnen sich in einem einsamen schottischen Bergwald unheimliche Laute wahrzunehmen. Als sie den Geräuschen folgen, stoßen sie auf ein junges, serbisches Mädchen, das tief in der Wildnis vergraben in einer kleinen Kammer eingesperrt lebt und nur durch ein Atemrohr Luft bekommt. Bei der Befreiung des Mädchens geraten sie in ein schreckliches Katz-und-Maus-Spiel mit den Kidnappern. Die einsame Wildnis Schottland wird schon bald Schauplatz eines blutigen Überlebenskampfes.


Mit diesem Film stellen die Briten einmal mehr ihr ausgeprägtes Gespür für spannungsgeladene Thriller unter Beweis, denn das Werk von Julian Gilbey (Footsoldier) verfügt von der ersten bis zur letzten Minute über einen fantastisch gezogenen Spannungsbogen, der einem phasenweise die Schweissperlen auf die Stirn treibt. Dabei wird man zu Beginn des Geschehens vielmehr mit fantastisch eingefangenen Bildern der schottischen Highlands konfrontiert, die eine sehr nachhaltige Wirkung hinterlassen. Fast automatisch wird man an einen Film wie "Cliffhanger" erinnert, denn auch "A lonely Place to Die" beginnt wie ein Bergsteiger-Abenteuerfilm, doch schon nach einer verhältsnismäßig kurzen Zeitspanne schlägt das Szenario eine vollkommen andere Richtung ein. Es entwickelt sich ein zusehends temporeich erzählter Survival-Thriller, der selbst beim Betrachter für einen ansteigenden Adrenalin-Spiegel sorgt. Die anfänglich eher beschauliche Erzählstruktur ist schnell vergessen und selbst die herausragenden Panorama-Bilder geraten in den Hintergrund, lässt einem das äußerst intensive doch keinerlei Möglichkeit, sich an der Bildgewalt des Filmes zu erfreuen.

Viel zu sehr wird man in ein Szenario hineingezogen, das für 5 Freunde zu einem Spiel auf Leben und Tod wird. Eher zufällig werden die Bergsteiger in Ereignisse verstrickt, die man bedrohlicher kaum hätte in Szene setzen können. Was die ganze Sache so extrem intensiv erscheinen lässt ist die Tatsache, das hier keinerlei Zeit für großartige Überlegungen gelassen wird, die Protagonisten müssen sich spontan zu diversen Handlungen entscheiden, die auch etliche Gefahren in sich bergen. Und so entwickelt sich innerhalb kürzester Zeit eine mörderische Hetzjagd durch die Highlands, wobei das Tempo immer weiter erhöht wird. Dadurch bleiben so gut wie überhaupt keine Erholungsphasen, selbst als Zuschauer kommt man kaum dazu, zwischendurch einmal kräftig durchzuatmen. Das Szenario hinterlässt dabei fast durchgehend den Eindruck eines interaktiven Sehvergnügens, fühlt man sich doch die gesamte Laufzeit über so, als wenn man sich mitten im temporeichen geschehen befindet und nicht als Zuschauer vor dem heimischen Bildschirm sitzt.

Selten habe ich in den letzten Jahren einen Film gesehen, der einen so unweigerlich in seinen Bann zieht und praktisch zu einem Teil von ihm macht. Die Geschehnisse erscheinen einfach so authentisch-und intensiv, das man eigentlich recht selten das Gefühl vermittelt bekommt, das man sich hier in einem Spielfilm befindet. Julian Gilbey hat es ganz hervorragend verstanden, den Zuschauer in seine Geschichte einzubinden, man durchlebt förmlich selbst jede einzelne Einstellung des Filmes. So teilt man dann auch die Hoffnung wie auch die Schmerzen mit den Protagonisten, die übrigens durch die bank mit absolut erstklassigen Schauspielern besetzt sind. Insbesondere Melissa George (Triangle) stellt einmal mehr eindrucksvoll unter Beweis, das sie nicht nur rein optisch sehr schön anzuschauen ist, sondern auch eine durchaus gut agierende Schauspielerin darstellt, die mit einer ausdrucksstarken Performance zu überzeugen weiß. Aber auch die anderen Akteure brillieren durch tolle Leistungen, was dem geschehen noch mehr an Glaubwürdigkeit-und Autenzithät verleiht.

Insgesamt gesehen ist "A lonely Place to Die" ein absolut überzeugender Survival-Thriller, der einen von der ersten bis zur letzten Minute bei Atem hält. Für mich persönlich schon jetzt ein Highlight des Film-Jahres 2012, das man sich keinesfalls entgehen lassen sollte. Schon die erstklassigen Kamerafahrten an sich machen dieses Werk absolut sehenswert und die Adrenalin fördernde Geschichte tut ihr Übriges, um hier für ein Film-Erlebnis zu sorgen, das man sicherlich nicht so schnell wieder vergisst. Sämtliche Zutaten des Werkes wurden nahezu perfekt zusammengemischt und ergeben ein Gesamtwerk, das weit über dem üblichen Durchschnitt anzusiedeln ist. Zu guter letzt ist das Ganze auch noch mit einem absolut passenden Score unterlegt, der den von Haus aus sehr guten Gesamteindruck noch einmal zusätzlich hervorhebt.


Fazit:


"A lonely Place to Die" ist Adrenalin pur, denn leider viel zu selten bekommt man einen Film präsentiert, bei dem man so augenscheinlich mitfiebert. Und das ist wirklich wörtlich zu nehmen, denn die eigene Körper-Temperatur steigt bei dieser actiongeladenen Geschichte zwangsläufig an. Die Schweissperlen auf der Stirn kann man auf keinen Fall verhindern, zu sehr zieht einen das Szenario in seinen Bann, so das man wirklich erst beim Einsetzen des Abspanns endlich wieder befreit durchatmen kann. Ich bin absolut begeistert von dieser Veröffentlichung, die ich nur jedem ans Herz legen kann, der Spannung pur-und imposante Bilder zu schätzen weiß.


Die DVD:

Vertrieb: Ascot Elite
Sprache / Ton: Deutsch DTS 5.1, DD 5.1 / Englisch DD 5.1
Untertitel: Deutsch
Bild: 2,35:1 (16:9)
Laufzeit: 95 Minuten
Extras: Originaltrailer, Trailershow


9/10

Montag, 27. Februar 2012

Psycho Legacy (Dokumentation)








Psycho Legacy
(The Psycho Legacy)
mit Jason Allentoff, Sharen Camille, Clint Carney, Mike Cucinotta, Juliette Cummins, Paul Ehlers, Jeff Fahey, Richard Franklin, Robert V. Galluzzo, Lee Garlington, Mick Garris, Adam Green, Tom Holland, Olivia Hussey
Regie: Robert V. Galluzzo
Drehbuch: Robert V. Galluzzo
Kamera: John Torrani
Musik: Jermaine Stegall
FSK 16
USA / 2010

1960 verängstigte Anthony Perkins die Welt mit seinem abschreckendem Portrait eines mörderischen Geisteskranken, welcher besessen von seiner toten Mutter ist. Das Horror Genre wurde somit in einen neuen Bereich des Möglichen katapultiert. Alfred Hitchcocks original Psycho hat drei Folgen und einen Remake hervorgebracht und beeinflusst das Genre noch 50 Jahre später.

Die Psycho Legacy folgt dem unauslöschlichen Erbe der Psycho Filme und enträtselt den Prozess des Drehbuchsschreibens, des Casting und der Regiearbeit der ganzen Filme. Dabei wird deren Langlebigkeit und deren Erfolg untersucht. Nie gezeigte und sehr seltene Interviews und Fotos von Anthony Perkins werden mit dutzenden Interviews von Robert Loggia, Olivia Hussey, Henry Thomas, Diana Scarwid, Tom Holland, Hilton Green, Mick Garris und viele mehr verflochten.

Die Psycho Legacy ist die erste Dokumentation, welche Jahrzehnte von Psycho Filmen vereint, untersucht und dabei Überraschungen zu Tage führt und Einblicke in den Ursprung des modernen Horrors ermöglicht.



Mit "Psycho Legacy" hat das Label Ascot elite einmal mehr eine wirklich ganz ausgezeichnete Dokumentation herausgebracht, die insbesondere für jeden Fan ein absolutes Pflichtprogramm darstellen sollte. Dabei wird nicht nur das geniale Meisterwerk von Alfred Hitchcock eingehend beleuchtet, sondern die gesamte Film-Reihe, die man durch diese Doku am Ende eventuell sogar erst richtig zu schätzen lernt. Etliche Regisseure und Darsteller geben hier in Interviews tiefe Einblicke in das Gesamtwerk, wobei die Hauptfigur Norman Bates (Anthony Perkins) im Mittelpunkt steht. Man erfährt viele kleine Details über alle 4 Produktionen und es gibt etliche Anekdoten, von denen man bisher noch keine Ahnung hatte. Von der Wirkung die das Original zur damaligen Zeit hinterlassen hat braucht man gar nicht groß zu reden, doch wird hier noch einmal ganz besonders zum Ausdruck gebracht, wie revolutionär "Psycho" für das gesamte Genre war und welch nachhaltigen Eindruck der Film bei den Leuten hinterlassen hat. Auch der Einfluss auf etliche Regisseure und die Wegbereitung für den Slasher werden eingehend beleuchtet, so das man die Bedeutung des Filmes für das gesamte Horror-Genre erst richtig erkennt.

Doch auch die 3 Nachfolger bekommen in dieser erstklassigen Doku die Aufmerksamkeit, die sie ganz sicher verdient haben. Zwar erreicht bestimmt keiner dieser Filme die absolute Genialität des Originals, jedoch lernt man die einzelnen Werke auf eine Art und Weise kennen, die man bisher höchstwahrscheinlich noch nie in die eigene Bewertung hat einfließen lassen. Durch die "Psycho Legacy" bekommt der Zuschauer die Möglichkeit, diese Film-Reihe endlich einmal als sehr gelungenes Gesamtwerk zu sehen und die Teile 2 - 4 nicht immer so stiefmütterlich zur Seite zu schieben, wie man es bisher getan hat. Durch etliche Aussagen der Beteiligten werden einem Beweggründe näher gebracht, warum bestimmte Dinge Einzug in die jeweiligen Geschichten gehalten haben. Dabei ergeben sich tiefe Einblicke in wirklich akribische Arbeitsmethoden-und Gedankengänge der jeweiligen Regisseure, die mit den Nachfolgern ein schier erdrückendes Erbe angetreten hatten.

Bei allen Informationen die einem hier präsentiert werden, läuft fast alles auf die Person von Anthony Perkins hinaus, der den Filmen auf jeden Fall seinen persönlichen Stempel aufgedrückt hat. Man erfährt beispielsweise, das die Figur des Norman Bates eher hinderlich für seine Karriere war, da er ganz unweigerlich immer mit dieser prägenden Figur in Zusammenhang gebracht wurde. Viele Personen berichten über die Zusammenarbeit mit dem Schauspieler-und Regisseur, wobei insbesondere die Informationen zu seiner Regie-Arbeit bei "Psycho 3" extrem interessant sind. Negatives bekommt man im Prinzip überhaupt nicht zu hören, obwohl Perkins in einigen Dingen anscheinend auch ein recht schwieriger Mensch gewesen sein muss. Dennoch sind es streckenweise sogar regelrechte Lobeshymnen, die hier über den verstorbenen Darsteller zum Besten gegeben werden. Auf jeden fall muss Perkins bei sämtlichen Menschen die mit ihm zu tun hatten, einen sehr nachhaltigen-und vor allem positiven Eindruck hinterlassen haben, denn nicht ein einziges der Interviews hinterlässt den Eindruck, das die betreffenden Personen ihre Aussagen nicht ernst meinen. Wenn man sich die ganzen Eindrücke dieser Dokumentation einmal vor Augen führt, dann wäre man selbst unheimlich gern bei den jeweiligen Dreharbeiten dabei gewesen, die scheinbar jedem der Beteiligten einen unglaublichen Spaß gemacht haben müssen. Durch Aussagen etlicher Schauspieler erfährt der Betrachter auch, welche Gedanken sich die jeweiligen Personen über ihre Rollen gemacht haben, ging es doch immerhin darum, auch in den Nachfolgern von Hitchcock's Meisterwerk eine möglichst hohe Qualität an den Tag zu legen. Das bezieht sich allerdings nicht nur auf die darstellerischen Leistungen, sondern auch auf die jeweiligen Drehbücher die wohl durchdacht wurden und dem Original möglichst nahe kommen sollten.

Letztendlich ist "Psycho Legacy" die genau richtige Einführung, um sich danach alle 4 Filme am Stück anzusehen. Man kann schon während der Doku das immer stärker werdende verlangen spüren, sich die Reihe endlich einmal wieder anzuschauen. Dabei bin ich mir ziemlich sicher, das man insbesondere Teil 2 - 4 aus einer ganz anderen Sichtweise betrachtet und den Filmen viel mehr Beachtung schenkt, als es bisher der Fall war. Das Original wird zwar für immer unerreicht bleiben, jedoch erkennt man ganz eindeutig, das es sich eigentlich um ein sehr hochklassiges Gesamtwerk handelt. Das Problem liegt ganz einfach darin begründet, das man die Sequels bisher immer im übermächtigen Schatten des Erstlings betrachtet hat und ihnen deshalb nie die ganze Beachtung schenkte, die sie eigentlich verdient haben. Diese Doku dürfte das höchstwahrscheinlich ändern, ich persönlich kann jedenfalls behaupten, das ich die gesamte reihe bei der nächsten Sichtung einmal aus einem ganz anderen Blickwinkel betrachten werde.


Fazit:


Für mich ist "Psycho Legacy" eine der beeindruckendsten Dokus über Filme, die ich bisher gesehen habe. Neben den etlichen sehr interessanten Informationen bekommt man auch menschliche Gefühle präsentiert und bekommt so im Endeffekt nicht nur eine Hommage an die 4 Filme, sondern auch an die Person des Anthony Perkins präsentiert. Wer schon immer alles über "Psycho" und seine 3 Sequels wissen wollte, darf sich diese hervorragende Dokumentation keinesfalls entgehen lassen, die einem eine Film-Reihe näher bringt, die man ab sofort aus einem vollkommen anderen Blickwinkel betrachtet.


Die DVD:

Vertrieb: Ascot Elite
Sprache / Ton: Deutsch / Englisch DD 2.0 Stereo)
Bild: 1,33:1 (16:9)
Laufzeit: 87 Minuten
Extras: Deleted Scenes, Interviews, Trailershow


9/10

Samstag, 25. Februar 2012

The Woman








The Woman
(The Woman)
mit Pollyanna McIntosh, Brandon Gerald Fuller, Lauren Ashley Carter, Chris Krzykowski, Sean Bridgers, Angela Bettis, Marcia Bennett, Shyla Molhusen, Gordon Vincent, Zach Rand, Jordan Carrasquillo, Carlee Baker, Lauren Schroeder
Regie: Lucky McKee
Drehbuch: Lucky McKee / Jack Ketchum
Kamera: Alex Vendler
Musik: Sean Spillane
Keine Jugendfreigabe
USA / 2011

Chris Cleek, ein perfekter Vater mit Bilderbuchfamilie, trifft bei einem Jagdausflug auf eine verwahrloste Frau und kann das sich wild sträubende Wesen einfangen. Im Keller legt er sie in schwere Ketten und stellt sie nach dem Dinner seiner Familie vor. Gemeinsam, so Chris Plan, sollen die Cleeks die Frau fortan zu einem nützlichen Mitglied der Gesellschaft erziehen. Mit dieser Entscheidung reißt er Frau und Kinder in einen bitteren Strudel des Wahnsinns, an dessen Ende ein Blutbad steht ...


Nach dem 2008 erschienenen "Red" handelt es sich bei "The Woman" nun schon um die zweite Regie-Arbeit von Lucky McKee, die auf einem Roman des Bestseller-Autors Jack Ketchum beruht. Und auch wenn einige Leute jetzt eventuell erstaunt sein mögen, handelt es sich hier meiner Meinung nach um die zweitbeste filmische Umsetzung eines Romans des Autors, wobei "Evil" allerdings immer noch unangefochten den ersten Platz einnimmt. McKees Werk überzeugt insbesondere durch die unglaubliche Härte, die sich schon nach relativ kurzer Zeit bemerkbar macht und sich mit zunehmender Laufzeit immer mehr intensiviert. Dabei sind es aber keineswegs explizite Gewaltdarstellungen, sondern vielmehr eine im Kopf des Zuschauers entstehende Brutalität, die diese Story förmlich unauslöschbar in das Gedächtnis einbrennen. Die wenigen visuell härteren Passagen beschränken sich viel eher auf ein Minimum und halten zudem auch erst in den letzten 20 Minuten Einzug in das Geschehen. Dafür sind die Szenen dann aber auch wirklich recht derbe ausgefallen und beinhalten auch eine Menge an Blut, doch hier liegt auf keinen Fall die eigentliche Stärke dieses außergewöhnlich intensiven Filmes. Es ist vielmehr die Darstellung der scheinbar so perfekten Familie, die beim Betrachter den größten Horror auslösen, bietet sich doch nach Außen hin eine regelrechte Bilderbuch-Familie, die aber keinesfalls so perfekt ist, wie man zu Beginn noch meinen könnte.

Hinter der perfekten Fassade brodelt es gehörig und das merkt man auch schon nach einer sehr kurzen Zeitspanne. Familien-Oberhaupt Chris ist der scheinbar perfekte Vater-und Ehemann, der ziemlichen Wert auf Perfektion legt. Das allerdings sämtliche Familien-Mitglieder unter ihm leiden müssen, äußert sich auch in der kleinsten Einstellung der Geschichte. Bei seiner Ehefrau und den Töchtern äußert sich das durch ängstliche Gesten, denn Widerworte werden nicht geduldet oder aber mit schallenden Ohrfeigen beantwortet. Sohn Brian hingegen mutiert schon in jungen Jahren zu einer regelrechten Kopie seines Vaters und legt dessen Charakterzüge an den Tag, was vor allem im actiongeladenen Finale in der heimischen Scheune stark zum Ausdruck kommt. Die eigentliche Hauptfigur "The Woman" steht im Prinzip die ganze Zeit über eher im Hintergrund des Geschehens, das sich ganz eindeutig auf die furchtbaren Familien-Verhältnisse fokussiert, wodurch man das Werk auch als eine Mischung aus Horror/Drama-und Terrorfilm ansehen sollte. Und dieser Terror tritt in allen möglichen Varianten zu Tage, wobei es insbesondere der Umgang zwischen Chris und seiner Familie einem streckenweise das Blut in den Adern gefrieren lässt.

Sean Bridgers liefert in der Rolle des Vaters eine wahre schauspielerische Gala ab und verleiht der Figur eine erschreckend realistische Grausamkeit, die den Ereignissen ganz unweigerlich ihren Stempel aufdrückt. Dies geschieht alles hinter der Maske eines immer freundlichen Mannes, den sich wohl jede Frau als perfekten Schwiegersohn nur wünschen kann. Hinter der Fassade tun sich dann jedoch unergründliche Tiefen der menschlichen Seele auf die so schwarz sind, das man die eigene Hand vor den Augen nicht erkennt. Etliche offensichtliche Andeutungen während der gesamten Geschichte lassen einen die furchtbaren Zustände erahnen, die in dieser Familie vorherrschen. das beste Beispiel dafür ist Tochter Peggy, dessen Seele ganz offensichtlich zerstört ist. Auf die speziellen Gründe dafür möchte ich nicht weiter eingehen, um niemandem die Spannung zu nehmen, doch wer den Film schon gesehen hat weiß ganz genau, worauf ich anspiele, denn die Andeutungen sind doch mehr als eindeutig.

Der absolute Höhepunkt dieses beeindruckenden Szenarios wird komischerweise von etlichen Leuten als Schwäche ausgelegt, es handelt sich um die vorherrschende Grundstimmung des Geschehens, bei dem Lucky McKee in meinen Augen ein kleines Meisterwerk vollbracht hat. Enthalten gewisse Passagen eine sehr dreckige-und siffige Atmosphäre, so herrscht doch in Großteilen des Filmes vielmehr eine manchmal schon etwas glatt-und steril erscheinende Heile Welt-Stimmung vor, die aber gerade einen wunderbaren Kontrast entstehen lässt. Die Geschichte erhält dadurch einen fast künstlichen Anstrich, was aber auf die vorgegaukelte Fassade eines perfekten Familienlebens bezogen genau der richtige Weg ist, um die Verlogenheit noch einmal gesondert hervorzuheben. Wenn man den gesamten Film einmal aus dieser Sichtweise betrachte, dann muss man dem Regisseur ein Riesen-Kompliment machen, denn besser hätte man das Ganze überhaupt nicht in Szene setzen können. Und so bietet sich dann auch ein rundum gelungenes Filmerlebnis, dessen visuelles Highlight ganz sich das furiose Final in der Scheune ist, bei dem es zudem auch noch eine kleine Überraschung zu sehen gibt, die man in dieser Art nicht vorhersehen konnte. Teils Horror/Drama, teils Terrorfilm bietet "The Woman" erstklassige Genre-Kost, die man nicht so schnell vergessen wird.


Fazit:


Lucky McKee hat hier meiner Meinung nach alles richtig gemacht und so letztendlich einen beeindruckenden Film geschaffen, der sich unauslöschlich in das Gehirn des Zuschauers einbrennt. Zwar enthält die Geschichte bestimmt nicht so viel visuelle Härte wie manch einer sich das gewünscht hätte, doch insgesamt gesehen ist "The Woman" ein ungemein harter Genre-Beitrag, der vom Betrachter allerdings auch die Fähigkeit verlangt, sich in das Szenario hineinzuversetzen. Denn nur wenn man das kann entfaltet der Film seine ungemeine Wucht und kann auch die seelischen-und körperlichen Grausamkeiten transportieren, die sich innerhalb einer scheinbar glücklichen Familie abspielen und dem Zuschauer schwer zu schaffen machen.


9/10

Donnerstag, 23. Februar 2012

Leviathan








Leviathan
(Leviathan)
mit Peter Weller, Richard Crenna, Amanda Pays, Daniel Stern, Ernie Hudson, Michael Carmine, Lisa Eilbacher, Hector Elizondo, Meg Foster, Eugene Lipinski, Larry Dolgin, Pascal Druant, Steve Pelot
Regie: George P. Cosmatos
Drehbuch: David Webb Peoples
Kamera: Alex Thomson
Musik: Jerry Goldsmith
FSK 16
USA / 1989

Der Atlantische Ozean in 16.000 Fuß Tiefe - kurz vor dem Ende einer 90-Tage-Schicht trifft die Besatzung der Unterwasserbasis "Shack 7" in einem Meeresgraben auf das Wrack eines russischen Schiffes. Das Logbuch des Wracks gibt Rätsel auf: alle Besatzungsmitglieder starben an einer geheimnisvollen Epidemie. In einem Tresor findet der Taucher Sixpack eine vermeintliche Flasche Wodka, die er mit einem weiblichen Besatzungsmitglied trinkt. Kurz darauf sind beide schwer erkrankt und sterben Stunden später. Aus den Leichen entwickelt sich jedoch ein neuer, schnell wachsender Organismus, dem ein Besatzungsmitglied nach dem anderen zum Opfer fällt. Der Versuch, die Basis zu evakuieren, wird von der Betreibergesellschaft unter falschen Angaben verzögert. Die Überlebenden müssen sich also allein der Bestie stellen ...


Insbesondere Unterwasserfilme entwickeln immer ihre ganz eigene Atmosphäre und vor allem wenn es sich dann auch noch um eine in einer Station eingeschlossene Crew handelt die von einem Monster bedroht wird, ist eine bedrohliche Grundstimmung vorgegeben. Nicht anders verhält es sich bei "Leviathan", der wohl unbestritten zu den besten Filmen seiner Art zählt und dessen offensichtliche Parallelen zu Ridley Scott's Meisterwerk "Alien" unübersehbar sind. Hier spielt sich die Geschichte halt nicht im Weltall sondern unter Wasser ab, doch ansonsten gibt es doch erstaunlich viele Ähnlichkeiten im Story-Ablauf-und in der Erzählweise der Geschichte. Die gelungene Mixtur aus Unterwasser-Horror-und SCI/FI schafft es von Beginn an, den Zuschauer in ihren Bann zu ziehen. Das ist ganz sicher auch in der angesprochenen Grundstimmung begründet, die durch den räumlich sehr stark eingeschränkten Schauplatz eine fast schon klaustrophobische Wirkung erzeugt, der man sich keinesfalls entziehen kann.

George P. Cosmatos hat seinem Film dabei sämtliche nötigen Zutaten einverleibt, um dem Betrachter ein herrliches Horror-Erlebnis zu bescheren. Beginnt das Geschehen noch eher ruhig, so ändert sich dieser Zustand nach dem Auffinden des russischen Schiffes "Leviathan" schlagartig, beherbergt dieses doch ein grausames Geheimnis, das die Protagonisten am eigenen Leibe erfahren sollen. Die anfangs noch eher beschauliche Stimmung innerhalb der Crew und einige Streits untereinander weichen auf einmal einer regelrechten Panik, hat man sich doch den wahren Horror in die eigene Station geholt, der sich in einer banalen Wodkaflasche befindet. Ab dem Moment ist es mit der ruhigen Phase des Filmes vorbei, der von Minute zu Minute an Tempo zulegt und dabei einen Spannungsbogen entfaltet, der sich wirklich sehen lassen kann. Dabei ist es auch vollkommen irrelevant, das man bei etlichen Abläufen immer wieder an "Alien" erinnert wird, denn "Leviathan" entfaltet seine ganz eigene Faszination, die sich automatisch auch auf den Zuschauer überträgt.

Eine grpße Stärke des Filmes ist auch die Darsteller-Riege, in der man so einige bekannte Gesichter des B-Movies zu sehen bekommt. Peter Weller, Richard Crenna oder auch Lisa Eilbacher seien hier lediglich als 3 Beispiele für einen bekannten Cast genannt, der durch die bank einen absolut überzeugenden Eindruck hinterlässt. Auch wenn es sich hier nicht um die ganz große Star-Riege aus Hollywood handelt, wird man mit sehenswertem Schauspiel konfrontiert und ganz generell sollte man auch den Film an sich nicht unbedingt in die B-Movie Ecke drängen, da hier doch eine Menge an Klasse vorhanden ist. Selbst einige blutige Passagen bekommt man zu sehen, allerdings beschränkt sich der Härtegrad der Geschichte auf ein normales Level und beinhaltet keinerlei explizite Gewaltdarstellungen. Diese sind jedoch auch gar nicht nötig, den immense Spannung und die sagenhafte Atmosphäre machen "Leviathan" zu einem absoluten Hingucker, der sich auch durchaus mit höher budgetierten Genre-Kollegen messen kann.

Insgesamt gesehen ist das Werk von George P. Cosmatos ganz bestimmt zu den spannendsten-und besten Unterwasser-Horrorfilmen zu zählen, die ja gerade in den 80er Jahren Hochkonjunktur hatten. Atmosphärisch eine echte Granate erzählt der Film zwar nicht unbedingt eine Story voller Innovation, bietet jedoch auf jeden Fall sehr unterhaltsame und weit über dem Durchschnitt anzusiedelnde Horrorkost, die einem in etlichen Passagen eine ordentliche Gänsehaut beschert. Mich wundert es ehrlich gesagt selbst, das ich nicht viel früher auf diese kleine Genre-Perle gestoßen bin, die mich in allen Belangen restlos überzeugt hat und die ich so auch bedenkenlos weiterempfehlen kann.


Fazit:


"Leviathan" kann man ohne Probleme als Unterwasser-Version von Ridley Scott's "Alien" bezeichnen, denn in Sachen Spannung-und bedrohlicher Atmosphäre nehmen sich die Filme meiner Meinung nach nicht viel. Nun mag es wieder genügend Leute geben, die den Film als Abklatsch mit räumlich verlegtem Schauplatz ansehen, doch ändert dies rein gar nichts an der Tatsache, das es sich hier um einen erstklassigen-und faszinierenden Film handelt, der ganzzeitig allerbeste Unterhaltung bietet.


9/10

Dienstag, 21. Februar 2012

Way of the Samurai








Way of the Samurai
(Samurai Ayothaya)
mit Seigi Ozeki, Kanokkom Jaicheun, Sorapong Chatree, Winai Kraibutr, Thanawut Ketsaro, Burakhao Paw Pramuk, Somjit Jongiohor, Bin Bunluent
Regie: Noppom Watin
Drehbuch: Keine Informationen
Kamera: Keine Informationen
Musik: Paphas Silp
SPIO/JK
Thailand / 2010

Ayothaya im 16. Jahrhundert. Der japanische Krieger und Abenteurer Yamada Nagamasa lebt in der thailändischen Hauptstadt und kämpft dort als Soldat in der Armee des mächtigen Königs Naresuan. Nach der Schlacht gegen das feindliche Burma herrscht jedoch weiter Unruhe. Der Grund sind mysteriöse japanische Samurai, die für Terror und Schrecken sorgen. Als Yamada beinahe von den Verschwörern getötet wird, rettet ihn eine Gruppe Muay-Thai-Krieger. Sie trainieren Yamada und lehren ihn die alte Kampfkunst. Als er beide Kampftechniken nahezu perfekt beherrscht, wittert er die Chance, eine alte Rechnung mit seinen Landsleuten zu begleichen. Yamada macht sich auf den Weg in seine japanische Heimat, um das thailändische Volk zu rächen...


Um bei dieser thailändischen Produktion voll auf seine Kosten zu kommen, sollte man von Beginn an mit der richtigen Erwartungshaltung an diesen Film herangehen. Wer nämlich einen reinen Action-Kracher erwartet, dürfte eventuell eine leichte Enttäuschung erleben, da die Geschichte doch zu gut 70 % viel eher ein Drama ist. So passiert beispielsweise in der ersten Stunde bis auf kleinere Scharmützel gleich zu Beginn so gut wie gar nichts und die Action-Anteile hat Regisseur Noppom Watin ganz geballt in das letzte Drittel hineingepackt. An dieser Stelle sollte man jedoch auf jeden Fall anmerken, das sich das Warten durchaus lohnt, bekommt man doch teils hervorragende Kampfszenen geboten, die allerdings mit etwas zu viel CGI-Effekten durchzogen sind. Mich persönlich hat das nicht sonderlich gestört, jedoch wird es ganz bestimmt wieder genügend Leute geben, die bei diesem Aspekt die altbewährte Nörgel-Kelle herausholen.

Mich hat dieser tolle Film vollends überzeugt, denn gerade die Tatsache, das hier viel Wert auf eine gute Geschichte gelegt wurde, verleiht dem Werk eine Menge Klasse. Action-Freaks werden das sicher ein wenig anders sehen, doch haben die Macher genau die richtige Mischung gefunden, um ein insgesamt sehr überzeugendes Gesamtwerk zu präsentieren. Zudem sind die vorhandenen Action-Passagen als absolut gelungen zu bezeichnen, bieten sie doch eine fantastische Kombination aus Schwertkampf-und Muay-Thai, wie man sie auch nicht alle Tage geboten bekommt. Im Focus steht jedoch hauptsächlich die Geschichte um den Haupt-Charakter Yamada, der von den eigenen Landsleuten getötet werden soll und in Thailand seine neue Heimat findet. Für einen asiatischen Film recht typisch ist das Ganze zwar teils recht melodramatisch in Szene gesetzt worden, doch was in anderen Werken manchmal etwas störend erscheint, passt hier nahezu perfekt in das sehr gelungene Szenario.

Patriotismus, Ehre, Loyalität und eine Menge Helden-Pathos schwingen im Geschehen mit, doch komischerweise wirken diese Dinge weniger störend, sondern verleihen der Story fast schon einen leicht epischen Anstrich, der dem Werk meiner Meinung nach sehr gut zu Gesicht steht. Zudem entwickelt sich auch eine gewisse inhaltliche Tiefe, was das Gesamtwerk in meinen Augen unglaublich stark aufwertet. So entsteht zu keiner Zeit der Eindruck eines hirnlosen Klopper-Films, vielmehr bekommt man es mit einer wirklich niveauvollen Inszenierung zu tun. Trotz der Ereignislosigkeit der ersten Filmhälfte die extrem dialoglastig ausfällt, entsteht nie der Eindruck der Langatmigkeit, denn äusserst gekonnt lässt Noppom Watin seine Geschichte auf einen furiosen Showdown hinauslaufen, bei dem dann letztendlich auch die Freunde niveauvoller Kampfszenen voll auf ihre Kosten kommen.

So kann man letztendlich von einem insgesamt sehr überzeugendem Gesamteindruck sprechen, wenn man mit der richtigen Erwartungshaltung an diesen Film herangeht. Die gelungene Mixtur aus Drama-und Kampfsportfilm hinterlässt trotz teilweise recht harter Szenen einen sehr ästhetischen Eindruck, der die Klasse der Geschichte noch einmal zusätzlich unterstreicht. Ich kann diesen gelungenen Film jedenfalls nur wärmstens empfehlen, der doch eine äusserst willkommene Abwechslung zu ansonsten präsentierten Klopper-Filmen bietet.


Fazit:


"Way of the Samurai" erzählt eine heroische Geschichte, in der an manchen Stellen sicherlich etwas zu dick aufgetragen wird. Dennoch beeinträchtigt das in keinster Weise die vorhandene Klasse, denn was in anderen Filmen manchmal etwas übertrieben erscheint, passt ganz einfach perfekt in die vorliegende Story. Die in der ersten Stunde fast vollkommen fehlende Action offenbart sich dann im letzten Drittel umso mehr und dürfte dann auch die zuvor etwas enttäuschten Action-Junkies zufriedenstellen.


Die DVD:

Vertrieb: Splendid
Sprache / Ton: Deutsch / Thailändisch DD 5.1
Untertitel: Deutsch / Niederländisch
Bild: 1,85:1 (16:9)
Laufzeit: 98 Minuten


8/10

Sonntag, 19. Februar 2012

John Carpenter's The Ward








John Carpenter's The Ward
(The Ward)
mit Amber Heard, Marnie Gummer, Danielle Panabaker, Laura-Leigh, Lyndsy Fonseca, Jared Harris, Sali Sayler, Susanna Burney, D.R Anderson, Sean Cook, Jillian Kramer, Mark Chamberlin, Andrea Petty, Tracy Schornick, Kent Kimball
Regie: John Carpenter
Drehbuch: Michael Rasmussen / Shawn Rasmussen
Kamera: Yaron Orbach
Musik: Mark Kilian
Keine Jugendfreigabe
USA / 2010

Ein altes Farmhaus im ländlichen Oregon geht in Flammen auf, die verstörte Kristen wird von der Polizei als Brandstifterin festgenommen und in die psychiatrische Abteilung des North Bend Hospital eingeliefert. Ihr behandelnder Arzt Dr. Stringer versucht herauszufinden, was zu ihrem Zusammenbruch führte. Derweilen geht in der Station, die sich die junge Frau mit vier weiteren Patientinnen teilt, ein Phantom um, das ein Mädchen nach dem anderen tötet. Wen wundert es, dass Kristen alles daran setzt, aus der Anstalt zu entkommen.


Seit dem 2001 erschienenen "Ghosts of Mars" war es in den letzten Jahren sehr ruhig um die Regie-Legende John Carpenter geworden, denn ausser 2 Episoden für die "Masters of Horror-Reihe" hat die Horror-Ikone im letzten Jahrzehnt nichts auf den Markt gebracht. Umso größer war dann die Freude, das mit "The Ward" endlich mal wieder ein neuer Horror-Thriller des Altmeisters erscheint, wobei gerade die Erwartungen der eingefleischten Fans sicherlich nicht gerade gering ausfielen. Nun hat Carpenter sicherlich schon bessere Filme unter seiner Regie entstehen lassen, doch bekommt es der Zuschauer mit einem Film zu tun dessen Sichtung sich allemal lohnt. Zwar deuten einige Kritiken im Netz eher in eine andere Richtung, doch liegt es doch wie immer im Auge des jeweiligen Betrachters und in dessen Erwartungshaltung, ob man seinem neuesten Werk viel oder eher wenig abgewinnen kann. Für Freunde des innovativen Kinos wird "The Ward" vielleicht eine kleine Enttäuschung darstellen, bietet die Geschichte nicht unbedingt viel Neues. Selbst die zum Ende hin eingeschlagene Richtung dürfte für Kenner der Szene keine sonderliche Neuheit darstellen, hat man doch erst vor gar nicht allzu langer Zeit eine ähnliche Story-Wendung in einem Thriller von Martin Scorsese gesehen.

Dennoch dürfte die Wendung des Geschehens für einen Großteil der Film-Freunde immer noch einen sehr gelungenen Plot-Twist darstellen, obwohl einige dezente Andeutungen innerhalb der Geschichte so manchen Betrachter auf die richtige Fährte locken dürften. Doch beginnen wir am Anfang des Szenarios das eine gut 30-minütige Einführung in das Geschehen anbietet, die sich zwar nicht sonderlich ereignisvoll gestaltet, dennoch ein wichtiger Bestandteil des Gesamtwerkes ist, da hier auch schon die ersten kleinen Anzeichen für die spätere Auflösung zu erkennen sind. Näher möchte ich nicht darauf eingehen, um an dieser Stelle niemandem die vorhandene Spannung vorwegzunehmen. Man sollte lediglich auf Kleinigkeiten achten und gewisse Anzeichen richtig deuten, womit ich beispielsweise die scheinbar nicht einzuordnenden Bilder meine, die immer wieder wie kleinere Visionen eingestreut werden. Zu erkennen ist dabei lediglich ein angekettetes Mädchen, das aber so scheinbar gar keinen Zusammenhang mit den mysteriösen Vorfällen im Sanatorium ergeben will.

Doch insbesondere durch solche kleinen Details verleiht Carpenter seiner Story eine sehr mysteriöse Aura, die Grundstimmung verdichtet sich von Minute zu Minute und lässt dabei immer unheilvollere-und bedrohliche Züge erkennen. Der aufkommende Horror ist eher subtiler Natur und kriecht dem Zuschauer im Laufe der Zeit immer tiefer unter die Haut. Mit im Prinzip einfachsten Mitteln entsteht eine immer länger anhaltende Gänsehaut beim Betrachter, was ja schon immer eine Stärke der Filme aus dem hause Carpenter war. So sollte man dann auch trotz der hohen Freigabe keine sonderlichen Härten erwarten, zwar wartet die Story mit einigen netten Szenen auf, doch insgesamt gesehen wäre man hier meiner Meinung nach auch mit einer 16er Freigabe durchaus ausgekommen. Wie man es vom Altmeister her kennt, wird auch in diesem Film das Hauptaugenmerk auf eine gelungene Atmosphäre gelegt und diese kann man "The Ward" auch wirklich nicht absprechen. Auch das 60er Jahre Ambiente kommt sehr gut zur Geltung, was man vor allem an den Räumlichkeiten der Anstalt erkennen kann, in der sich die gesamte Szenerie abspielt.

Der optische Leckerbissen wird einmal mehr in Person von Amber Heard präsentiert, die durch ihr Aussehen so manches Männerheru höher schlagen lässt. Doch auch in schauspielerischer Hinsicht weiss die Schönheit durchaus zu überzeugen und liefert eine äusserst gelungene Performance ab. Das gilt jedoch prinzipiell für die gesamte Darsteller-Riege, denn negative Rausreisser nach unten kann man eigentlich nicht entdecken. Letztendlich muss man Carpenter einen gelungenen Genre-Beitrag bescheinigen der auf jeden Fall aufzeigt, das die Regie-Ikone ihr Können noch längst nicht verlernt hat. Mir persönlich hat der Film sehr gut gefallen und obwohl ich der Lösung des mysteriösen Treibens sehr nahe kam, hat mich die endgültige Lösung am Ende der Geschichte doch noch überraschen können.


Fazit:


"The Ward" ist sicherlich nicht in der Top 5 von Carpenter's Filmografie einzuordnen, bietet aber ganzzeitig sehr interessante-und spannende Genre-Kost, die vor allem für Fans absolutes Pflichtprogramm sein dürfte. Man wird bestens unterhalten und wird mit herrlich subtilem Horror konfrontiert, der sich anfangs kaum merklich, dafür mit der Zeit aber immer intensiver unter die eigene haut frisst und dabei eine gepflegte Gänsehaut entstehen lässt. Ich kann den Film jedenfalls nur wärmstens empfehlen, auch wenn die Wendung am Ende nicht unbedingt neu erscheint.


7,5/10

Freitag, 17. Februar 2012

Motor Home Massacre








Motor Home Massacre: The Road Ends Here
(Motor Home Massacre)
mit Shan Holleman, Nelson Bonilla, Justin Geer, Tanya Fraser, Breanne Ashley, Greg Corbett, Lane Morlotte, Diana Picallo, Nichole Crisp, West Cummings, Todd Herring, Sande McGehee, Jason Von Stein, Ted Ladue, Nicole Reed
Regie: Allen Wilbanks
Drehbuch: Allen Wilbanks
Kamera: Allen Wilbanks
Musik: Keine Informationen
Keine Jugendfreigabe
USA / 2005

Für sieben junge Freunde soll das Wochenende einfach eine große Party werden. Sie hüpfen in ihr Wohnmobil, stocken noch einmal die Biervorräte auf und los geht s. Der Weg führt sie in die Wälder, wo sie in einer abgeschiedenen und ruhigen Hütte einen drauf machen wollen: Sex, Bier und gute Laune. Was will man mehr? Überleben zum Beispiel. Denn die jungen Leute haben keine Ahnung, dass sie sich ins Jagdrevier eines irren Psychopathen begeben haben, der mit Nachtsichtgerät unterwegs ist und schon die Machete scharf macht, um Kopf von Körper zu trennen. Oder Schlimmeres, denn für die spaßsüchtigen Touristen wird diese Nacht zum Motor Home Massacre !


Das Positivste an diesem üblen Machwerk sollte man gleich zu Beginn erwähnen, es spielen einige hübsch anzusehende Damen mit. Das war es dann aber auch schon mit den positiven Eigenschaften eines Horrorfilms, der diese Bezeichnung allerdings nicht zu Unrecht trägt. Denn das Szenario, das ein Herr namens Allen Wilbanks dem Zuschauer hier mit seinem Regie-Debüt präsentiert, ist wahrlich der pure Horror. Allerdings bezieht sich das auf die Inszenierung an sich, denn diese ist so dermaßen schlecht geraten, das einem dabei die Haare zu Berge stehen. Es ist in der Regel schon kein sonderlich gutes Vorzeichen, wenn ein im Jahre 2005 erschienener Film erst 5 Jahre später auf DVD erscheint, deutet das doch zumeist darauf hin, das man keine große Qualität erwarten sollte. Was den Betrachter dann hier allerdings erwartet spottet jeder Beschreibung und ist an Dilettantismus-und Unvermögen nur sehr schwer zu überbieten. Man sieht dem Werk in jeder einzelnen Einstellung das niedrige Budget an, was ja an sich nicht unbedingt negativ zu bewerten ist. Doch in diesem Fall fehlt es dem Regisseur ganz offensichtlich am nötigen Talent, um aus den gegebenen Möglichkeiten dennoch einen interessanten Slasher zu kreieren.

Das Geschehen beinhaltet noch nicht einmal ein Fünkchen Spannung, von der nötigen Grundstimmung will ich erst gar nicht reden, da man diese auch vergeblich sucht. Nun wird in einigen Kritiken zu diesem Schund von gelungenen Gore-Effekten geredet die zudem noch in hohem Maße vorhanden sein sollen, doch ehrlich gesagt bekommt man lediglich ein wenig Blut zu sehen und die vorhandenen Effekte sind absolut grottenschlecht. Als ob das alles nicht schon schlimm genug wäre, beinhaltet "Motor Home Massacre" seinen negativen Höhepunkt ganz eindeutig im agieren seiner sogenannten Darsteller, die man höchstwahrscheinlich erst kurz vor dem Dreh direkt von der nächsten Pommes-Bude her gecastet hat. Was sich hier an vollkommen talentfreien Zonen tummelt geht schon auf keine Kuhhaut mehr, denn wohl nicht ein einziger der Darsteller hat je eine Schauspielschule von innen gesehen, was man prinzipiell in jeder Szene eindrucksvoll betätigt bekommt.

Kommen wir nun zu einem weiteren Highlight des Filmes und das ist der von Wilbanks eingefügte Humor, der eigentlich überhaupt keiner ist. Man könnte zwar die hohlen Sprüche als pubertär-und albern bezeichnen, doch würde das der Sache in keiner Weise gerecht werden. Bei diesem Aspekt wird es nämlich schon richtig peinlich, zumal alles extrem gestellt-und aufgesetzt erscheint. Ebenso verhält es sich mit den hanebüchenen Verhaltens-und Handlungsweisen der Akteure, bei diesem Aspekt ist teilweise schon akutes Fremdschämen angesagt, denn hohler-und weltfremder kann es schon kaum zur Sache gehen. Hier wurde nun wirklich alles falsch gemacht was man nur falsch machen kann und Allen Wilbanks muss sich den Vorwurf gefallen lassen, das dieser Film zum größten Müll gehört, den man je vor die Augen bekommen hat. Man könnte das Werk ohne Probleme als extremen Trash bezeichnen, jedoch handelt es sich in diesem Fall dann um absolut üblen Trash der ganz schlechten Sorte. Das liegt allein schon in der Tatsache begründet, das hier ein ernsthafter Genre-Beitrag vorliegen soll. Die eingefügte Portion Humor wirkt allerdings in keiner Phase komisch, man kann noch nicht einmal von unfreiwilliger Komik sprechen.

"Motor Home Massacre" ist ganz einfach ein Film der übelsten Sorte, der bis auf einige hübsche Mädchen rein gar nichts zu bieten hat. Das Schauspiel ist unterirdisch, Spannung-und Atmosphäre sucht man absolut vergeblich. Die Geschichte an sich ist klotzhohl und zudem auch noch saumäßig schlecht in Szene gesetzt worden. Als absolute Krönung hat man dem Film dann auch noch eine deutsche Synchronisation verpasst die an Peinlichkeit kaum zu überbieten ist, was aber absolut in das extrem schlechte Gesamtbild hineinpasst. Selten hat man einen solchen Mist gesehen, bei dem aber auch wirklich gar nichts zusammenpasst, so das ich nur vor diesem Film warnen kann, den man so schnell wie möglich aus seinem Gedächtnis streichen möchte.


Fazit:


Wer gern kostbare Lebenszeit verschwenden möchte, wird hier den absolut geeigneten Film finden. Allen anderen sei dringlichst von diesem Schund abzuraten, denn "Motot Home Massacre" ist noch nicht einmal den Silberling wert, auf den er gepresst wurde.


1/10

Mittwoch, 15. Februar 2012

Hell Night (Scary Castle)








Hell Night
(Hell Night)
mit Linda Blair, Vincent Van Patten, Peter Barton, Kevin Brophy, Jenny Neumann, Suki Goodwin, Jimmy Sturtevant, Hal Ralston, Carey Fox, Ron Gans, Gloria Heilman, Jean Hasselhoff
Regie: Tom DeSimone
Drehbuch: Randy Feldman
Kamera: Mac Ahlberg
Musik: Dan Wyman
Juristisch geprüft
USA / 1981

Dem Grauen gleich, halb Mensch halb Bestie... Eine Gruppe junger Studenten stellt sich dem makaberen Aufnahmeritual der Verbindung AZP der Universität. Seit Jahren ist es Brauch, dass die neuen Anwärter eine Nacht im Garth Mirror, einem alten Spuk-Schloß verbringen müssen. Guter Laune macht sich die Gruppe auf den Weg in ihre Höllen-Nacht, ohne zu ahnen, dass diese die Letzte ihres Lebens sein kann.


Nun bietet dieser Horror-Grusler aus dem Jahr 1981 sicherlich nicht besonders viel Innovation, hat man ähnliche Szenarien doch schon im Überfluss zu Gesicht bekommen. Und dennoch funktioniert diese gelungene Mixtur aus Horror-Thriller-und Gruselfilm ganz fantastisch. Das liegt ganz bestimmt nicht an der Geschichte an sich, denn die Story-Line gleicht denen aus etlichen anderen Genre-Vertretern, es ist vielmehr die unglaublich düstere-und bedrohliche Grundstimmung, die den Zuschauer bis zum Ende in in Beschlag nimmt und dem Film seine intensive Wirkung verleiht. Hinzu kommen einige quälend lang erscheinende Einstellungen, die für eine stetig ansteigende Spannungskurve sorgen, wobei der Begriff "quälend" hier absolut positiv zu verstehen ist. Tom DeSimone versteht es dadurch sehr gekonnt dem Zuschauer das Gefühl zu vermitteln das sich die aufgestaute Spannung jeden Moment entlädt, um die jeweilige Einstellung dann noch noch weiter in die Länge zu ziehen, so das man es im heimischen Sessel kaum noch aushalten kann.

So kommen dann auch die eingesetzten Schockmomente besonders intensiv zur Geltung und hinterlassen einen sehr nachhaltigen Eindruck beim Betrachter. Man kann sehr schwer vorhersehen, wann die entscheidenden Momente in Erscheinung treten, wodurch ganzzeitig für die volle Aufmerksamkeit des Zuschauers gesorgt ist. Das schaurige Anwesen Garth Mirror sorgt für ein herrlich gruseliges Ambiente, das für die genau richtige Einstimmung sorgt, damit man diesen herrlich atmosphärischen Grusler so richtig genießen kann. Die Tatsache, das sich das Geschehen in der Nacht abspielt, dient als erstklassige Unterstützung der von Haus aus sehr guten Grundstimmung, die sich fast im Minutentakt immer weiter verdichtet- und an diversen Stellen schon fast als nervenzerreissend bezeichnet werden kann. Dabei kriecht einem der aufkommende Horror immer mehr unter die Haut und sorgt so für ein extrem angespanntes Sehverhalten.

Im darstellerischen Bereich sollte man keine Wunderdinge erwarten, es handelt sich um die für diese Geschichte typischen Jung-Darstellern, von denen die damals noch etwas pausbäckige Linda Blair wohl das bekannteste Gesicht sein dürfte. Hochklassiges Schauspiel sollte man nicht unbedingt erwarten, man bewegt sich hierbei allerdings in einem soliden Bereich. Auch die üblichen, teils unlogischen Handlungsweisen der Teenies dürfen hier selbstverständlich nicht fehlen und stellen eines der vielen Klischees dar, mit denen dieser Film behaftet ist. Es ist aber insbesondere diese Klischee-Lastigkeit, die den Ereignissen ihren ganz eigenen Charme verleiht und dem Werk insgesamt gesehen äusserst gut zu Gesicht steht.

Mich verwundert es ehrlich gesagt, das diese kleine Genre-Perle eher durchschnittliche Kritiken erntet, denn in atmosphärischer Hinsicht handelt es sich hier meiner Meinung nach um eine echte Bombe. Zwar ist der Härtegrad durchaus überschaubar, Zwar gibt es einige blutige Passagen, die allerdings zu keiner Zeit den üblichen Rahmen sprengen. Insgesamt betrachtet handelt es sich auf jeden Fall um einen überdurchschnittlich guten Horrorfilm, der seine ganz große Stärke in der herausragenden Atmosphäre und den gelungenen Schockmomenten hat.


Fazit:


Alles in allem ist "Hell Night" sicherlich zu den am meisten unterschätzten Horrorfilmen zu zählen, die in den 80ern herauskamen. Eine Sichtung ist definitiv empfehlenswert, meiner persönlichen Meinung nach sollte der Film sogar in jeder gut sortierten Sammlung seinen Platz finden.


8/10

Montag, 13. Februar 2012

Flesh Eater








Flesh Eater - Revenge of the Living Dead
(Flesheater)
mit S. William Hinzman , John Mowod, Leslie Ann Wick, Kevin Kindlin, Charis Kirkpatrik Acuff, James J. Rutan, Lisa Smith, Denise Morrone, Mark Strycula, Kathleen Marie Rupnik, Matthew C. Danilko, David A. Sodergren
Regie: S.William Hinzman
Drehbuch: S. William Hinzman
Kamera: Simon Manses
Musik: Erica Portnoy
Keine Jugendfreigabe
USA / 1980

Einige junge Leute machen einen Ausflug in den Wald. Pech für sie, dass am gleichen Nachmittag und nur wenige hundert Meter entfernt, das Grab eines Untoten geöffnet wird. Als der Zombie seinem Grab entsteigt wird es auch schon blutig. Wenig später begegnet er den ersten der Teenager. Schon bald wimmelt es in der Gegend nur so von Leichen und neuen Zombies. Die blutige Schlacht beginnt und ein Massaker, das seines gleichen sucht, nimmt seinen Lauf...


An diesen Film bin ich eigentlich nur durch Zufall gekommen, da er mir sehr günstig angeboten wurde. Und diesen Kauf habe ich wirklich nicht bereut, denn der Film ist in meinen Augen eine absolute Spaß - Granate mit einem hohen Härtegrad. Denn hier gibt es einige wirklich harte Splatter-und Goreeinlagen, die das Herz eines jeden Gorehounds höher schlagen lassen dürfte und dennoch bewegt sich alles in einem Rahmen, der das gezeigte Geschehen keinerzeit als übertrieben hart erscheinen lässt.

Die Rahmenhandlung ist einigermaßen solide, ohne jedoch besonders innovativ zu sein. Das braucht es hier aber auch gar nicht, denn der Film weiss auch so bestens zu unterhalten. Es ist ein typischer 80 er Jahre Film, mit dieser ganz eigenen fantastischen Atmosphäre, die eigentlich fast alle Filme aus dieser Zeit begleitet. Und so lässt man sich auch als Zuschauer nur allzu gern von dem typischen 80er Jahre Feeling gefangennehmen und kann das Treiben richtiggehend genießen, das einem hier präsentiert wird.

Was diesen Film meiner Meinung nach so besonders macht, ist hier die Mischung aus teilweise wirklich ziemlich harten Splatter / Gore Effekten mit der gewissen Portion Humor, die hier vorhanden ist. Allerdings ist man sich bei mehreren Passagen nicht unbedingt sicher, ob der vorhandene Humor auch immer unbedingt gewollt ist, oder ob so manche Einstellung vielmehr eher unfreiwillig komisch wirkt. Wenn man es genauer betrachtet, ist es eigentlich der pure Trash, aber durchaus Trash der sehr guten Sorte. Und so bietet "Flesh Eater" auf jeden Fall beste und extrem kurzweilige Unterhaltung aus der Zombie-Rubrik, in der dieser herrliche Klassiker allerdings das Pech hatte, in einer Zeit zu erscheinen, in der Romero und Fulci den Zombiefilm geprägt haben. Nur so ist es eigentlich zu erklären, das diese "trashige Perle" des Sub-Genres anscheinend vielen Leuten immer noch eher unbekannt ist.

Man darf hier allerdings keine tollen Darsteller - Leistungen erwarten und wie schon erwähnt, ist die Story eigentlich auch eher Nebensache. Dieser Film will nur unterhalten und das tut er, wie ich finde, wirklich bestens. Ein absolut gelungener Fun / Splatter, mit sehr hohem Trashgehalt, den man sich als Fan solcher Filme keinesfalls entgehen lassen sollte. Eigentlich bedient dieses Werk genau die Mitte zwischen Romero und Fulci, denn auf der einen Seite ist dieser Beitrag nicht so ernst und düster wie die Werke von Romero, aber auch nicht so auf Härte aus, wie die Zombiefilme von Fulvi. Für Leute, die sich also schwer zwischen den beiden Meistern des Zombiefilms entscheiden können, dürfte "Flesh Eater" also genau das Richtige sein.


Fazit:


Ein herrlicher, wenn auch manchmal eher unfreiwillig komischer Zombie-Spaß mit genau der richtigen Portion Härte, der beste und extrem kurzweilige Unterhaltung garantiert. Gemischt mit der typischen 80er Jahre Atmosphäre ist hier ein trashiger Zombiefilm entstanden, der auch im Laufe der Zeit rein gar nichts von seinem Reiz und seiner faszination verloren hat und an dem kein echter Fan vorbeikommt.




8/10 Trash/Punkten

Samstag, 11. Februar 2012

Freddy vs. Jason








Freddy vs. Jason
(Freddy vs. Jason)
mit Robert Englund, Ken Kirzinger, Jason Ritter, Kelly Rowland, Monica Keena, James Callahan, Joshua Michal, Odesaa Munroe, Chris Marquette, Lochlyn Munro, Katharine Isabelle, Kyle Labine
Regie: Ronny Yu
Drehbuch: Wes Craven Victor Miller
Kamera: Fred Murphy
Musik: Graeme Revell
Keine Jugendfreigabe
Italien / USA / 2003

Freddy Krueger ist gefangen in der Hölle - buchstäblich! Und als Häftling, der eine lebenslange Freiheitsstrafe absitzt, plant er bereits seinen grausamen Rachefeldzug... Er braucht nur ein bisschen Hilfe: Jason Vorhees, der ebenso berühmte Irre, den Freddy als perfektes Werkzeug benutzt, um in der Elm Street wieder einmal Angst und Schrecken zu verbreiten, betritt die Bühne. Während sich die Leichen stapeln, macht Jason allerdings deutlich, dass er Freddy nicht das Feld überlassen wird. Während in der Stadt das totale Grauen herrscht, treten die beiden Titanen des Horrors zum gruselig-grausigen Showdown an. Sieger ist, wer alle tötet!


Das ist wohl einer der Filme, der von den Fans am sehnsüchtigsten erwartet wurde. Nach etlich Verschiebungen war es 2003 endlich soweit und 2 der bekanntesten und kultigsten Serienkiller der Filmgeschichte wurden aufeinander losgelassen. Verschiedener könnten die beiden kaum sein, auf der einen Seite der schwarzhumorige Freddy Krueger, der immer durch sarkastische Sprüche und einen schier unerschöpflichen Ideenreichtum im Bezug auf seine Tötungsarten glänzt und auf der anderen Seite der hünenhafte schweigsame Serienkiller Jason Voorhees, der durch seine Kaltblütigkeit in den Köpfen der Fans verankert ist. Man kann wohl ohne jegliche Überteibung behaupten, das hier zwei Giganten des Genres aufeinandertreffen, um ihre Kräfte miteinander zu messen.

Es gab sehr viele Befürchtungen, das der Film eigentlich nur schlecht werden könnte, aber ich finde, das Ergebnis kann sich mehr als nur sehen lassen. Die Story ist natürlich nicht gerade tiefgründig und man darf auch keine darstellerischen Glanzleistungen erwarten,aber wenn man mit den richtigen Erwartungen an den Film rangeht, dann ist er eine echte Granate und an reinem Unterhaltungswert nur schwerlich zu überbieten. Der Zuschauer bekommt nämlich genau das präsentiert, was er sich letztendlich erwartet hat, eine vor Blut und Härte nur so strotzende Geschichte, in der sich die beiden rein gar nichts schenken und so das Herz eines jeden Fans vor Freude höher schlagen lassen.

Es ist halt die typische Teenager/Slasher Story, sie ist teilweise sehr witzig und wird sehr flüssig und auch spannend erzählt. Atmosphärisch kommt der Film meiner Meinung nach schön dicht und düster rüber und der Film strotzt auch nur so vor feinstem schwarzen Humor. Das liegt selbstverständlich in erster Linie an Freddy, der auch in diesem Spin-Off nicht mit seinem sarkastischen Wortwitz und derben Sprochen geizt. Jason wirkt hingegen wie immmer etwas behäbig und monoton, jedoch soll das keinerlei Kritik darstellen, denn letztendlich kennt man den guten Mann ja überhaupt nicht anders.

Und auch der Härtegrad ist sehr beachtlich, es wird ordentlich gemetzelt, so wie sich das auch gehört, wenn 2 der bekannsten Killer aufeinander treffen. Es gibt so einige Sequenzen, bei denen man sich schon wundert, das der Film nicht gekürzt wurde, auch wenn einige das vielleicht anders sehen. Die FSK hat hier wohl mal wieder einen ihrer gnädigen Tage gehabt, was den Freunden des Horrorfilms ja nur recht sein kann.

Auf jeden Fall bin ich der Meinung, das sich das lange Warten gelohnt hat, denn das Ergebnis bietet sehr gute und kurzweilige Unterhaltung, ein Film, den man sich immer wieder gut ansehen kann und immer wieder seinen Spaß daran hat. Und so haben sich dann letztendlich doch sämtliche Befürchtungen, die man eventuell im Vorfeld der Veröffentlichung gehegt hat in Luft ausgelöst, denn was lange währt, wurde endlich gut und entpuppt sich als ein hartes und sehr unterhaltsames Aufeinandertreffen zweier Ikonen des Genres, die sich in keiner Phase des Filmes etwas schenken und den Zuschauer so bestens unterhalten.


Fazit:


"Freddy vs. Jason" ist ein herrlich gelungenes Spin-Off, in dem sich zwei Ikonen des Horrorfilms bekriegen. Ein wunderbar blutiges Gemetzel, das zudem auch noch mit einer gehörigen portion schwarzen Humors angereichert wurde, so das man ein rundum kurzweiliges Filmerlebnis hat. Jeder Horror-Fan dürfte hier auf seine Kosten kommen und jede Menge Spaß an dem blutigen treiben haben.


9/10

Donnerstag, 9. Februar 2012

Kiss the Abyss








Kiss the Abyss
(Kiss the Abyss)
mit Nicole Moore, Scott Wilson, Scott Mitchell Nelson, James Mathers, Mark Craig, Douglas Bennett, Ronnie Gene Blevins, Christina Diaz, Jonna Walsh, Trisha Rae Stahl, Pia Eerikainen
Regie: Ken Winkler
Drehbuch: Eric Rucker / Ken Winkler
Kamera: David C. Smith
Musik: Robert ToTeras
Keine Jugendfreigabe
USA / 2010

Mark und Lesley sind ein glücklich verheiratetes Ehepaar. Nichts scheint ihrem Glück im Wege zu stehen, bis zu jenem schicksalhaften Tag, als Lesley von einem Einbrecher ermordet wird. Für Mark bricht eine Welt zusammen. Er kann sich ein Leben ohne seine geliebte Frau nicht vorstellen. Aus diesem Grund macht er sich auf den Weg zu Gus, einem in der Wüste lebenden Einsiedler. Durch Einsatz eines mysteriösen Serums soll dieser Lesley wieder ins Leben zurückholen. Tatsächlich gelingt das Experiment und Lesley erwacht wieder zum Leben. Doch etwas stimmt mit Lesley nicht. Sie scheint sich verändert zu haben. Sie verspürt einen wachsenden Hunger. Einen Hunger nach Fleisch und Blut...


Die Thematik der Geschichte ist nicht unbedingt neu, denn das Tote durch irgendwelche Rituale wieder ins Leben zurückgeholt wurden hat man schon oft genug gesehen. So bietet dann das Regie-Debüt von Ken Winkler auch nicht gerade Innovation, zudem die Umsetzung der Story auch noch eher dürftig ausfällt. Gute Ansätze sind dabei durchaus vorhanden, doch verzettelt sich Winkler in eher belanglosen Nichtigkeiten, anstatt das Thema konsequent auszuarbeiten. Ausserdem ist das Ganze doch von der ersten Minute an sehr durchschaubar-und vorhersehbar in Szene gesetzt worden, auch wenn das Szenario in den ersten gut 20 Minuten auf 2 verschiedenen Ebenen erzählt wird. Einerseits sieht der Zuschauer die Gegenwart, in der 3 Männer in einem Auto durch eine Wüstenlandschaft fahren, auf der anderen Seite bekommt man in Rückblenden die Situation geschildert, die letztendlich zum gegenwärtigen Geschehen hinführt. Was hier wohl als eine innovative Erzählstruktur gelten soll zündet allerdings nicht so richtig, denn gerade die Einführungsphase gestaltet sich doch recht langatmig, zudem entwickelt sich nicht die nötige Spannung für einen ganzzeitig gut unterhaltenden Horrorfilm.

Man merkt dem Film in jeder Phase das anscheinend niedrige Budget an, was ja nicht automatisch negativ zu bewerten ist, in diesem Fall sind es aber insbesondere die recht talentfreien-und ungelenken Darsteller, die das Sehvergnügen stark beeinträchtigen. Hölzerne Dialoge und extrem steifes Schauspiel sorgen streckenweise sogar für dezente Ermüdungserscheinungen beim Betrachter. Wenn nun wenigstens ein ordentlicher Härtegrad vorhanden wäre, würde man zumindest teilweise auf seine Kosten kommen, doch in dieser Beziehung hält sich "Kiss the Abyss" sehr vornehm zurück. Ein bisschen Blut gibt es zwar zu sehen, doch insgesamt gesehen erscheint mir persönlich die Alterseinstufung zu hoch gewählt. Eine 16er Freigabe wäre vollkommen ausreichend gewesen, doch so werden viele Horror-Liebhaber wieder einmal auf eine falsche Fährte gelockt und erwarten ein blutiges Spektakel, das es aber definitiv nicht zu sehen gibt.

Lediglich die größtenteils schön düstere-und teils etwas dreckige Grundstimmung bewahrt den Film davor, hier von einem echten Rohrkrepierer zu sprechen. Ken Winkler muss sich deswegen auch den Vorwurf gefallen lassen, das er durchaus positive Ansätze nicht richtig ausgearbeitet hat und damit ein weitaus besseres Gesamtbild verschenkt hat. Ich persönlich finde das sehr schade, denn man hätte viel mehr aus dieser Story herausholen können, die vom Grundgedanken her äusserst interessant erscheint. Wenn sich dann aber noch nicht einmal ein konstanter Spannungsbogen aufbauen kann, dann ziehen die Ereignisse eher belanglos an einem vorbei, so das man am Ende den Abspann des Filmes regelrecht herbeisehnt.

Letztendlich ist "Kiss the Abyss" ein Werk das man sich zwar ruhig einmal anschauen kann, jedoch verpasst man auch nicht viel, wenn man die Finger von der DVD lässt. Dennoch bin ich mir sicher, das auch dieser Film seine Fan-Gemeinde finden wird, worauf allein schon einige 5 Sterne Bewertungen bei Amazon hindeuten. Ich kann mir das nur so erklären, das die Leute einen anderen Film gesehen haben, aber Geschmäcker sind nun einmal verschieden und das ist auch gut so. Meiner Meinung nach kann man Ken Winkler hier lediglich ein Regie-Debüt attestieren, das einige gute Ansätze beinhaltet die aber keinesfalls für einen richtig guten Film ausreichend sind.


Fazit:


Verschenktes Potential, hölzerne Darsteller und kaum Spannung überwiegen leider eine gelungene Atmosphäre und lassen im Endeffekt einen eher unterdurchschnittlichen Gesamteindruck entstehen. Für Vielseher sicherlich geeignet, kann das Werk höhere Ansprüche keinesfalls erfüllen und dürfte für viele Horror-Fans viel eher eine recht herbe Enttäuschung darstellen.


Die DVD:

Vertrieb: Splendid
Sprache / Ton: Deutsch / Englisch DD 5.1
Untertitel: Deutsch
Bild: 1,78:1 (16:9)
Laufzeit: 87 Minuten
Extras: Trailer, Trailershow


3,5/10

Dienstag, 7. Februar 2012

Das Netz (1975)








Das Netz
(Das Netz)
mit Mel Ferrer, Klaus Kinski, Heinz Bennent, Maria D'Incoronato, Carlo De Mejo, Claudio Gora, Giovannella Grifeo, Elke Sommer, Andrea Rau, Susanne Uhlen, Sonja Jeannine, Willi Rose, Franz Rudnick, Sabine von Maydell
Regie: Manfred Purzer
Drehbuch: Hans Habe (Buch) / Manfred Purzer
Kamera: Charly Steinberger
Musik: Klaus Doldinger
FSK 16
Deutschland / 1975

Emilio Bossi, Reporter einer römischen Illustrierten, hat eine Story im Auge die wie eine Bombe einschlagen wird. Er glaubt den Mörder eines Callgirls, den sogenannten Enzian-Mörder zu kennen. Allerdings hat er nicht vor, ihn sofort der Polizei auszuliefern. Er spinnt ein Netz, in dem sich der Mörder verfangen und ihm so seine Bombenstory liefern soll. Die Zeit drängt, denn auch die Polizei ist auf der richtigen Spur....


"Das Netz" hinterlässt von der ersten Minute an beim Zuschauer den Eindruck, das man es hier mit einem hochklassigen Vertreter des Cinema Italiano zu tun hat. Und dieser Eindruck bezieht sich keineswegs nur auf die ausgewählten Schauplätze der Geschichte, denn das gesamte Ambiente des Filmes sowie der dramaturgische Spannungsaufbau lassen im Prinzip keinen anderen Schluss zu. Erstaunlicherweise handelt es sich aber um eine deutsche Produktion, die unter der Regie von Manfred Purzer entstanden ist und auf dem Buch "Im Namen des Teufels" von Hans Habe basiert. Die äusserst spannend aufgebaute Geschichte beinhaltet eine gelungene Kombination aus Thriller-und Poliziesco Elementen, was für eine deutsche Produktion aus dieser Zeit wirklich eine Seltenheit darstellt. Lediglich der Cast vermittelt dem Zuschauer etwas deutsches Flair, sind doch mit Klaus Kinski, Heinz Bennent, Susanne Uhlen, Elke Sommer oder auch Andrea Rau einige Schauspiel-Größen der damaligen Zeit aus unserem Land vertreten. Gerade das Schauspiel ist eine der ganz großen Stärken dieses Filmes, wobei sich hier die beiden Hauptdarsteller Mel Ferrer und Klaus Kinski ganz besonders in den Vordergrund spielen. Das zwischen den beiden Männern entstehende Psycho-Duell nimmt dabei mit zunehmender Laufzeit immer mehr an Intensität zu, bis es zum Ende hin mit einem dramatischen Showdown endet.

Nun ist "Das netz" kein actiongeladener Vertreter seiner Art, die Erzählstruktur des Filmes ist eher als sehr ruhig-und bedächtig zu bezeichnen. Doch gerade durch die zumeist leisen Töne erzielt das Geschehen seine volle Wirkung und strahlt dabei eine fast bannende Wirkung auf den Betrachter aus. So ist man beispielsweise von der Figur des Schriftstellers Aurelio Morelli (Mel Ferrer) absolut fasziniert, erscheint sie doch sehr geheimnisvoll, so das man sie zuerst gar nicht so richtig einordnen kann. Man ist sich lange Zeit unschlüssig darüber, ob es sich hier wirklich um den sogenannten Enzian-Mörder handelt. Die Identität des Mörders steht allerdings auch gar nicht im Mittelpunkt der faszinierenden Geschichte, vielmehr ist es das Psycho-Spiel zwischen Morelli und dem sensationslüsternen Reporter Bossi (Klaus Kinski), das einen vollkommen in seinen Bann zieht und bis zum bitteren Ende nicht mehr loslässt. In immer wieder eingefügten Rückblenden bringt Manfred Purzer einem dabei die Beweggründe näher, wie aus einem erfolglosen Schriftsteller ein eiskalter Killer werden konnte. Dabei entwickelt sich fast zwangsläufig eine Beziehung zwischen Zuschauer und Täter, in gewissen Passagen kann man sogar so etwas wie Mitleid mit dem mann empfinden, der trotz seiner Taten immer symphatisch erscheint und durch seine ruhige-und besonnene Art viele Pluspunkte beim Zuschauer sammeln kann. Auch wenn Mel Ferrer hier eine wirklich erstklassige Kostprobe seines schauspielerischen Könnens ablegt, übertrumpft ihn sein Widersacher Klaus Kinski noch einmal mit einer in allen Belangen herausragenden Performance.

Die Rolle des schmierigen Reporters ist dem Mimen wie auf den Leib geschneidert, kann er sich doch in ihr richtiggehend ausleben und vermittelt dem Betrachter dabei den Eindruck, Teile seines eigenen Lebens wiederzugeben. Immer auf der Überholspur, markige Sprüche und eine stellenweise in den Vordergrund tretende Unbeherrschtheit sind der ideale Kontrast zum eher ruhigen-und in sich gekehrten Charakters des Schriftstellers. Es ist einfach eine wahre Freude, Kinski bei seiner herausragenden Darstellung zu beobachten, in jeder einzelnen Einstellung merkt man ihm dabei die Spielfreudigkeit an. Dieser Mann brauchte einfach keine theatralische Mimik um zu überzeugen, man merkt ihm in jeder Passage an, mit welch grandiosem Talent er ausgestattet war. Das kommt natürlich dem Film insgesamt sehr zu Gute, der von den brillanten Darstellungen seiner beiden Hauptdarsteller lebt. Doch auch bis in die kleinste Nebenrolle ist das Werk absolut gut besetzt, Elke Sommer und Susanne Uhlen sorgen beispielsweise trotz eher kleinen Rollen für optische Höhepunkte, denn beide Damen sind ein visueller Leckerbissen, der Männerherzen höher schlagen lässt. Auch Heinz Bennent in der Rolle des ermittelnden Kommissars überzeugt trotz eher geringer Spielzeit vollkommen und ist ein wichtiger Bestandteil dieser immer spannenden Geschichte.

Letztendlich ist "Das Netz" ein eher ruhiger Vertreter seiner Art, der im Prinzip ohne jegliche Action auskommt und dabei trotzdem jederzeit über einen ungemein hohen Spannungsbogen verfügt. Eine erstklassige-und sehr dichte Grundstimmung sorgt dafür, das beim Zuschauer zu keiner Zeit Ermüdungserscheinungen auftreten und man das Geschehen jederzeit fasziniert-und vollkommen konzentriert verfolgt. Der absolute Höhepunkt dieses grandiosen Filmes gibt sich dann im herausragenden Schauspiel der beiden Haupt-Charaktere zu erkennen, die sich ein intensives Psycho-Duell liefern, an dem man seine wahre Freude hat. Ich persönlich stehe immer noch unter dem nachhaltigen Eindruck dieses aussergewöhnlichen Werkes und kann gar nicht so richtig glauben, das es sich wirklich um eine deutsche Produktion handelt, denn eigentlich sprechen sämtliche Zutaten dafür, das man es mit einem herausragenden Vertreter des italienischen Kinos zu tun hat. Dank Cine Club kann man diesen tollen Film nun endlich auch in einer würdigen DVD-Veröffentlichung bewundern, die auch als Extras einige Interwiews beinhaltet und mit einer erstklassigen Bildqualität überzeugen kann.


Fazit:


"Das Netz" ist ein wirklich in allen Belangen überzeugender Film, der keinerlei Action-Passagen benötigt um den Zuschauer in seinen faszinierenden Bann zu ziehen. Herausragende Schauspieler drücken dieser Geschichte ihren persönlichen Stempel auf, die durch ihre ruhige Erzählweise eine Menge an Intensität freisetzt, der man sich unmöglich entziehen kann. Wer italienische Genre-Filme zu schätzen weiß kommt an dieser Veröffentlichung nicht vorbei, auch wenn es sich um eine deutsche Produktion handelt.


9/10

Sonntag, 5. Februar 2012

Hostel 3








Hostel 3
(Hostel: Part III)
mit Kip Pardue, Brian Hallisay, John Hensley, Sarah Habel, Chris Coy, Skyler Stone, Thomas Kretschmann, Zulay Henao, Nickola Shreli, Derrick Carr, Frank Alvarez, Evelina Oboza, Tim Holmes, Barry Livingston
Regie: Scott Spiegel
Drehbuch: Michael D. Weiss / Eli Roth (Figuren)
Kamera: Andrew Strahom
Musik: Frederik Wiedmann
SPIO/JK
USA / 2011

Drei Freunde brausen zum Junggesellenabschied nach Las Vegas und lassen es im Nachtclub mit Huren und Rauschgift nach allen Regeln der Kunst krachen. Am nächsten Morgen erwachen zwei mit Kopfschmerzen im Hotelzimmer, während vom dritten jede Spur fehlt. Auf der Suche nach dem Kumpel rekonstruieren die anderen beiden den Vortag und landen mit ihrer neuen Freundin, dem Escort Girl, genau dort, wo bereits ihr Freund das Leben ließ: Im Folter- und Mordkeller eines geheimen Clubs perverser Millionäre.


Nachdem die ersten beiden Teile der berüchtigten Hostel-Reihe noch unter der Regie von Eli Roth entstanden, hat nun beim dritten Teil Scott Spiegel (Bloodnight, Mein Name ist Modesty) das Zepter übernommen. Schon beim Vorgänger konnte der Zuschauer einen gewissen Qualitäts-Abfall wahrnehmen, wobei die vorliegende Direct to DVD Produktion für den bisherigen Tiefpunkt der Reihe sorgt. Sicherlich handelt es sich immer noch um einen Film, den man sich gut und gern einmal anschauen kann, doch ist leider nichts mehr von der rauen und dreckigen Grundstimmung zu verspüren, die insbesondere den Erstling von Eli Roth noch so ausgezeichnet hat. In erster Linie ist dieser Umstand sicherlich darin zu begründen, das sich die Geschichte vom Schauplatz Ost-Europa verabschiedet und sich in der Glitzerwelt von Las Vegas angesiedelt hat. Allein schon durch diesen Aspekt verliert das Geschehen viel von seinem Flair und die Geschehnisse entfalten nicht mehr annähernd die Wirkung auf den Betrachter, wie es vor allem in Teil 1 der Fall war.

Irgendwie will hier trotz einiger blutiger Passagen nie so recht das beliebte Hostel-Feeling aufkommen, zu glatt erscheinen die gewählten Schauplätze. Es fehlen ganz einfach die dreckigen-und blutigen Gänge in den verfallenen Häusern, in denen sich die Szenarien der beiden Vorgänger abgespielt haben. Zudem mangelt es dem vorliegendem Film an der nötigen Spannung, zu durchschaubar-und vorhersehbar gestaltet sich ein Gesamt-Konstrukt, bei dem der Funke eigentlich zu keiner Zeit wirklich überspringen will. Das ist zum Großteil auch den äusserst farblos gezeichneten Charakteren zu verdanken, denen es an der nötigen Ausdrucksstärke mangelt, um einem das Geschehen glaubhaft näher zu bringen. Sämtliche Figuren wirken jederzeit austauschbar und man findet während des gesamten Films keine einzige Person, die sonderliche Symphatiepunkte sammeln könnte. Noch nicht einmal für die Opfer kann man echtes Mitleid empfinden, da man keinerlei Bezug zu ihnen aufbauen konnte. Hätte "Hostel 3" nun wenigstens im Bezug auf seinen Härtegrad punkten können, so würden zumindest die Gorehounds aufjubeln, doch selbst in dieser Beziehung entpuppt sich das Werk viel eher als ein laues Lüftchen.

Bis auf einige Szenen gibt es nämlich nicht viel zu vermelden, den Großteil der Folterungen sieht man lediglich im Ansatz und auch die Tötungsarten lassen eine gewisse Innovation vermissen. So wird dann auch bis auf eine Ausnahme eher plump-und einfallslos getötet, mit der Zeit können sogar leichte Ermüdungserscheinungen beim Zuschauer auftreten. Diverse Logiklöcher und vollkommen an den haaren herbeigezogene Verhaltensweisen einiger Akteure setzen dem ganzen dann die Krone auf und lassen die Geschichte in manchen Passagen schon fast in den Bereich der Fabeln abdriften. Dennoch kann man selbst "Hostel 3" nicht einen gewissen Unterhaltungswert absprechen, doch Fans der Reihe werden sich ganz sicher mehr erwartet haben, als dieser maximal mittelmäßige Film im Endeffekt hergibt. Die Verlegung des Schauplatzes ist hier meiner Meinung nach der größte Fehler gewesen, obwohl die Macher der Story durch diesen Umstand sicherlich neue Impulse einhauchen wollten. Letztendlich jedoch ist Las Vegas kein gleichwertiger Ersatz für die herrlich siffigen Locations der ersten beiden Teile, durch die zumindest das richtige Folter-Feeling erzeugt werden konnte. Hier aber entsteht eher ein fast steriler Eindruck, der sich auch zwangsläufig auf die sich entfaltende Atmosphäre niederschlägt und das Sehvergnügen sehr negativ beeinflusst.

Scott Spiegel hat es mit seinen diversen Änderungen sicherlich gut gemeint, hätte aber lieber auf die altbewährten Zutaten der Vorgänger zurückgegriffen. So aber hat er seinem eigenen Film mehr geschadet, als das er ihn in irgendeiner Weise aufgewertet hat. Übrig bleibt dann schließlich eine mittelmäßige DVD Produktion, die vollkommen zu Recht nicht den Weg auf die große Leinwand geschafft hat, denn die Kinos wären zu einem großen teil leer geblieben.


Fazit:


"Hostel 3" wird für viele Fans sicherlich eine herbe Enttäuschung darstellen, kann der Film doch auf keinen Fall an die beiden ersten Teile herankommen. Und das, obwohl schon Part 2 diverse Schwächen aufgewiesen hat und sich im Bezug auf die Härte eher vornehm zurückhielt. Nimmt man aber alles zusammen, dann handelt es sich bei vorliegendem Film ganz eindeutig um den bisherigen Tiefpunkt der Reihe, die doch vor einigen Jahren so verheissungsvoll begonnen hatte.


5,5/10

Samstag, 4. Februar 2012

The Wanderers








The Wanderers
(The Wanderers)
mit Ken Wahl, John Friedrich, Karen Allen, Toni Kalem, Alan Rosenberg, Jim Youngs, Tony Ganios, Linda Manz, William Andrews, Erland van Lidth, Val Avery, Dolph Sweet, Michael Wright, Burtt Harris, Samm-Art Williams
Regie: Philip Kaufman
Drehbuch: Richard Price / Rose Kaufman
Kamera: Michael Chapman
Musik: Diverse
FSK 16
USA / 1979

In der New Yorker Bronx tobt der Bandenkrieg zwischen den "Wanderers", einer Gruppierung italienischer Einwanderersöhne, und den japanischen "Wongs". Neben ihren Auseinandersetzungen haben die Jungs ihre Nöten mit ersten sexuellen Erfahrungen, die allerdings in den Hintergrund gedrängt werden, als während eines Football-Spiels die brutalen "Ducky Boys" anrücken und sich die verfeindeten Gangs zur Verteidigung zusammentun müssen.


Nun gibt es genügend wirklich gelungene Filme, die sich mit der Banden-Thematik früherer Jahrzehnte auseinandersetzen. Dabei ist es im Prinzip vollkommen egal, ob man dabei an "The Riffs", "The Warriors" oder auch an "The Outsiders" denkt, alle diese Werke haben ihren ganz besonderen Reiz. Doch wohl kaum eines dieser Werke fängt so fantastisch den Spirit seiner Zeit ein wie "The Wanderers", der teitlich gesehen in den frühen 60ern spielt und dem Zuschauer einen grandios authentischen Eindruck dieser wilden Zeit vermittelt. Es ist die Zeit des Rock'n Rolls, der ersten sexuellen Erfahrungen und der unzähligen Gangs, die sich im New Yorker Stadtteil Bronx fast täglich bekämpfen. Regisseur Philip Kaufman hat hier einen echten Klassiker geschaffen, der längst nicht nur von rivalisierenden Jugend-Gangs erzählt, sondern dem Zuschauer auch einen tiefen Einblick in die Gefühlswelt der Teenager gestattet, die teilweise aus vollkommen zerrütteten Familien kommen und in der Gang den nötigen Halt finden, um nicht auf die falsche bahn zu geraten.

Insbesondere die Vielschichtigkeit der einzelnen Banden rückt Kaufman hier absolut erstklassig in den Focus der Geschichte, neben den "Wanderers" gibt es die "Glatzköpfe", aber auch eine schwarze-und eine chinesische Gang nehmen einen Teil der Story ein. Und dann sind da noch die sogenannten "Ducky Boys", die hier den mit Abstand bedrohlichsten Eindruck hinterlassen und im Laufe des Geschehens einen nicht gerade unwichtigen Stellenwert einnehmen. Kaufman ist es hervorragend gelungen, eine Kombination aus Jugend-Drama-und Actionfilm zu kreieren, die streckenweise auch noch mit dem passenden Schuss Humor versehen ist. Die authentischen Settings und ein absolut herausragender Soundtrack sind weitere sehr wichtige Mosaiksteine, damit das Geschehen seine volle Wirkung beim Zuschauer erzielen kann. "The Wanderers" wirkt auf den Betrachter wie eine Zeitreise in die 60er Jahre, schon beim Erklingen der ersten Töne des Titel-Songs von der Gruppe Dion fühlt man sich in der Zeit zurückversetzt und identifiziert sich praktisch sofort mit einer Zeit, in der für die Jugendlichen Begriffe wie Loyalität und Freundschaft noch eine Bedeutung hatten. Die eigene Gang als eine Art Familien-Ersatz birgt Zusammenhalt und Stärke in sich, die von manchen Mitgliedern allerdings auch in diversen Situationen recht leichtfertig aufs Spiel gesetzt wird.

Diese Erfahrung macht insbesondere Richie (Ken Wahl), der durch seine anscheinend im Überfluss vorhandenen Hormone die Freundschaft zu seinem besten Freund Joey (John Friedrich aufs Spiel setzt und dadurch zeitweise zum Aussenseiter in der eigenen Gang wird. In diesen Passagen wird die Gefühlswelt der Jugendlichen ebenso intensiv bearbeitet wie in familiären Auseinandersetzungen, denen vor allem Joey durch seinen gefühlslosen Vater ausgesetzt ist. So kommt bei "The Wanderers" also durchaus eine tief emotionale Seite zum Vorschein die aber in keiner Phase übertrieben oder gar schmalzig wirkt, sondern vielmehr sehr glaubwürdig die alltäglichen Probleme einiger Teenager aufzeigt, die in ihre Ersatz-Familie flüchten, um dort ihre Probleme für kurze Zeit vergessen zu können. Nur dort wird ihnen die Anerkennung zuteil, die sie in der eigenen Familie niemals erfahren haben. Dieser Anteil des Jugend-Dramas ist allerdings nur eine Komponente des meiner Meinung nach besten Banden-Filmes aller Zeiten, denn auch im Bezug auf die Action wird so einiges geboten, was den insgesamt herausragenden Gesamteindruck nur noch einmal zusätzlich unterstreicht.

Nach im ersten Teil der Geschichte eher kleineren Scharmützeln sticht ganz besonders der finale Kampf im letzten Drittel der Geschichte ins Auge, in dem sich alle in der Highschool ansässigen Gangs gegen die düsteren "Ducky Boys" verbrüdern. Hier treffen dann wirklich vollkommen verschiedene Welten aufeinander, denn obwohl sämtliche Gangs nicht gerade zimperlich miteinander umgehen, herrscht bei ihnen eine Art Ehren-Kodex. Man prügelt-und beleidigt sich gegenseitig, doch die "Ducky Boys" sind vor allem auf Grund ihrer Skrupellosigkeit überall gefürchtet. Ihnen macht der Einsatz tödlicher Waffen überhaupt nichts aus und ein Menschenleben bedeutet ihnen gar nichts. Dementsprechend hart fällt dann auch der Endkampf aus, bei dem letztendlich aber doch das Gute über das Böse siegt. Zum Schluss zieht dann auch noch ein wenig Melancholie in die Geschichte ein, die den nahezu perfekten Abschluss eines absolut genialen Filmes darstellt, der vollkommen zu Recht seinen Kultstatus genießt. Denn auch nach nunmehr über 3 Jahrzehnten ist "The Wanderers" immer wieder eine Sichtung wert und hat im Laufe der ganzen Jahre rein gar nichts von seiner einzigartigen Faszination verloren.


Fazit:


Kaufman's Werk ist ein zeitloser Klassiker, der meiner Meinung nach als Gesamt-Komposition ein absolutes Meisterwerk darstellt. Kein anderer banden-Film schafft es so gekonnt, das Action-Kino mit dem Jugend-Drama zu verbinden. Untermalt mit einem brillanten Soundtrack offenbart sich ein Szenario, das man nicht authentischer hätte in Szene setzen können. Großartige Darsteller und eine fantastische Geschichte machen diesen einzigartigen Film immer wieder zu einem berauschenden Erlebnis, das zum Pflichtprogramm eines jeden Film-Liebhabers zählen sollte.


10/10

Freitag, 3. Februar 2012

Flesh Gordon








Flesh Gordon
(Flesh Gordon)
mit Jason Williams, Suzanne Fields, Joseph Hudgins, William Dennis Hunt, Candy Samples, Mycle Brandy, Steve Grumette, Nora Wietemik, Lance Larsen, Hilary Summers, Leonard Goodman, Donald Lee Harris
Regie: Michael Benveniste / Howard Ziehm
Drehbuch: Michael Benveniste
Kamera: Howard Ziehm
Musik: Ralph Ferraro
Keine Jugendfreigabe
USA / 1972

Der Planet Erde ist in Gefahr! Er wird von geheimnissvollen Sex-Strahlen vom Planeten Porno beschossen! Flesh Gordon versucht, gemeinsam mit seiner atemberaubenden Freundin Dale Ardor und dem cleveren Dr. Flexi Jerkoff, die kosmische Penetration zu stoppen. Flesh muss dem üblen Herrscher Wang das Handwerk legen und kann nur hoffen, all die sexuellen Torturen zu überleben!


Schon die Inhaltsangabe lässt keinerlei Zweifel daran, das es sich bei "Flesh Gordon" um nichts anderes als den puren Trash handelt. Und so präsentiert sich dem Zuschauer auch von der ersten Minute an ein typischer Film im Look der 70er, der durchgehend seine Richtung beibehält und ganzzeitig für äusserst skurrile Unterhaltung sorgt. Der gelungene Mix aus Sex und Humor ist sicherlich etwas gewöhnungsbedürftig und einige der unzähligen Gags mögen auch in der heutigen Zeit nicht mehr so richtig zünden, doch in seiner Gesamtheit handelt es sich definitiv um eine der absurdesten Produktionen, die im Trash-Bereich je herausgebracht wurden. Das ist jetzt durchaus positiv gemeint, beinhaltet das Werk von Michael Benveniste und Howard Ziehm doch sämtliche Zutaten im Überfluss, die einen Film dieser Art so sehenswert machen.

"Flesh Gordon" ist extrem grell-und bunt, sämtliche Charaktere erscheinen bewusst vollkommen überzeichnet, was man übrigens auch auf das gesamte Szenario ummünzen kann. Durch das verhältnismäßig niedrige Budget erscheinen insbesondere die Settings teilweise sehr billig, die vorhandenen Effekte hinterlassen einen eher stümperhaften Eindruck. Doch gerade dieser Aspekt kommt dem Werk sehr zu Gute, unterstreicht er doch die Absurdität der gesamten Geschichte und verleiht dieser ihren ganz eigenen Charme. Schaut man sich nur allein das Raumschiff in Penis-Form an, kann man sich streckenweise vor lachen nicht mehr halten und die mehr als nur skurrilen Dialoge tun ihr Übriges, um das Herz eines jeden Trash-Liebhabers höher schlagen zu lassen.

Der hohe Sex-Anteil des Geschehens bringt einen immensen erotischen Aspekt in die Story ein, zwar handelt es sich um keine Hardcore-Passagen, jedoch bekommt man schon eine Menge zu sehen. Hierbei wird in erster Linie eine Menge für den männlichen Zuschauer geboten, präsentieren sich doch eine Menge Damen, die größtenteils eher spärlich bekleidet und manchmal sogar splitternackt zu bewundern sind. Besonders gut hat mir persönlich das Finale dieser vollkommen absurden Geschichte gefallen, das ganz offensichtlich eine Hommage an den Klassiker "King Kong und die weiße Frau" darstellen soll. Zwar bekommt man es hier nicht mit einem Riesenaffen auf dem Empire State Building zu tun, doch wer den Film kennt, müsste die offensichtliche Anlehnung sofort erkennen.

Insgesamt gesehen ist es wohl nicht übertrieben, wenn man "Flesh Gordon" als echten Edel-Trash bezeichnet, dessen skurrile Genialität sich ganz sicher nur einer bestimmten Zielgruppe eröffnet. Wer eine ausgeprägte Vorliebe für den schlechten Geschmack sein Eigen nennt müsste von dieser Perle begeistert sein. Alle anderen werden eher die Nase rümpfen und dieses Trash-Meisterwerk als den totalen Schund abtun. Beide Meinungen sind durchaus nachvollziehbar, wobei ich persönlich mich zu den Leuten zähle, die dieses Juwel des schlechten Geschmacks absolut einzigartig und genial finden.


Fazit:


"Flesh Gordon" zählt auf jeden Fall zu den Filmen, die man nicht mit dem ansonsten üblichen Maßstab messen darf, denn in filmischer Hinsicht handelt es sich um absoluten Schund. Freunde vollkommen absurder Inszenierungen werden jedoch mit einer totalen Spaß-Granate konfrontiert, die das Zwerchfell ganzzeitig attackiert und kein Auge trocken lässt.


8/10 Trashpunkte

Mittwoch, 1. Februar 2012

Avatar - Aufbruch nach Pandora








Avatar - Aufbruch nach Pandora
(Avatar)
mit Sam Worthington, Zoe Saldana, Sigourney Weaver, Stephen Lang, Michelle Rodriguez, Giovanni Ribisi, Joel David Moore, CCH Pounder, Wes Studi, Laz Alonso, Dileep Rao, Matt Gerald, Sean Anthony Moran, Jason Whyte
Regie: James Cameron
Drehbuch: James Cameron
Kamera: Mauro Fiore
Musik: James Horner
FSK 12
Großbritannien / USA / 2009

Auf der Suche nach neuen Erwerbsquellen stoßen die Menschen im 22. Jahrhundert auf den Planeten Pandora, der von den Navi bevölkert wird, drei Meter große Lebewesen mit blauer Haut. Da Menschen auf dem Planeten nicht atmen können, kommen Avatare zum Einsatz: Ersatzlebewesen in Navi-Form, die von ihren Besitzern gesteuert werden. Der querschnittsgelähmte Marine Jake Sully wird für das Programm ausgewählt. Er lernt die Navi Neytiri kennen und lieben und findet sich im Kreuzfeuer eines Krieges zwischen Menschen und Navi, die für ihren Planeten kämpfen.


Es gibt nun wirklich genügend Blockbuster, bei denen das hohe Budget in keinem Verhältnis zum letztendlichen Endergebnis steht, doch der mit geschätzten 237.000.000$ produzierte "Avatar - Aufbruch nach Pandora" ist wirklich jeden einzelnen Dollar wert. Was Regisseur James Cameron dem Zuschauer hier bietet ist eigentlich schwer in Worte zu fassen, steht man doch auch noch lange nach der Sichtung des Filmes unter dessen berauschendem Eindruck den er hinterlässt. Die Idee zu der Geschichte verkündete Cameron schon 1996, doch war es aufgrund der damaligen Möglichkeiten in der Tricktechnik noch nicht möglich, das Werk nach seinen Vorstellungen umzusetzen. Und so musste man sich bis in das Jahr 2009 gedulden, bis man dieses visuelle Meisterwerk endlich in voller Pracht bewundern durfte. Dabei hat sich das Warten jedoch gelohnt, denn "Avatar" führt einen wirklich in eine neue Dimension der Tricktechnik, gut 60 % des Filmes entstanden am Computer, wobei einem dieser Umstand aufgrund der hochklassigen Technik gar nicht einmal auffällt. Zu berauschend wirken die großartigen Bilder auf einen ein und die vielfältige Farbenpracht zieht einen förmlich in einen sogartigen Strudel, der den Betrachter immer mehr in seinen Bann zieht und nicht mehr freigeben will.

Dabei ist zu Beginn der Story noch gar nicht richtig abzusehen, in welch wunderbare Welt man hier entführt wird, erst als sich die Geschichte größtenteils in den Wäldern Pandoras abspielt, bekommt man die Faszination und Farbenpracht dieses Planeten zu sehen. Die visuelle Kraft des Szenarios versetzt einen dabei fast schon in eine Art Traumwelt, zu schön und majestätisch erscheinen doch die Schauplätze, als das man sie für real halten würde. Die Story des Filmes bietet dabei noch nicht einmal etwas Neues, im Prinzip geht es wie so oft um die Gier des Menschen, der aus reiner Profitgier eine andere Spezies und deren Lebensraum ausbeuten will. Man merkt also schnell, das der Story-Leitfaden jederzeit auf die tägliche Realität auf unserer Erde anzuwenden ist, doch die Umsetzung des ganzen ist etwas vollkommen Neuartiges, das man ohne Übertreibung als Rausch für die menschlichen Sinne bezeichnen kann. "Avatar" verfügt über einen äusserst gelungenen Spannungsaufbau, trotz einer Laufzeit von gut 2,5 Stunden wirkt auch nicht eine einzelne Passage des Filmes langatmig. Dabei kommt das Geschehen in den ersten 2 Stunden fast gänzlich ohne Action aus, offenbart diese sich doch erst in der letzten Phase des Filmes, als es zum unausweichlichen Showdown zwischen den Menschen und den Navi's kommt, die ihren Planeten nicht kampflos aufgeben wollen.

So kann man sich dann bis zu diesem actiongeladenen Finale an der spannend-und flüssig erzählten Geschichte, aber hauptsächlich an den beeindruckenden Bildern erfreuen, die James Cameron einem hier bietet. Hat der gute Mann doch schon in etlichen seiner früheren Werke immer die zu dem damaligen Zeitpunkt vorhandene Tricktechnik revolutioniert (The Abyss, Terminator 2), so ist ihm hier ein Meilenstein gelungen, der sicherlich nicht so schnell überboten werden kann. Bei "Avatar" kann man eigentlich nur ins Schwärmen geraten, jedenfalls kann ich mich nicht daran erinnern, schon einmal ein so bildgewaltiges Meisterwerk gesehen zu haben, bei dem die eigenen Augen fast schon hypnotisch am Bildschirm hängen, um ja keine einzelne Einstellung der Geschichte zu verpassen. dabei habe ich diesen Film immer wieder vor mir hin geschoben, da mich die Thematik eigentlich überhaupt nicht gereizt hat. So kann man sich irren, denn dieses Werk muss man ganz einfach gesehen haben, um sich seinen eigenen Eindruck zu machen und die ganze Kraft-und Schönheit der präsentierten Bilder in sich aufzusaugen.

Letztendlich hat James Cameron mit "Avatar - Aufbruch nach Pandora" eine reale und nur zu häufig vorkommende Grund-Thematik in eine gelungene Mischung aus SCI/FI-und Fantasy verfrachtet und diese mit visuell berauschenden Bildern angereichert, die man als Zuschauer nicht so schnell vergessen wird. Und so wird aus einer recht simplen Story ein wahres filmisches Meisterwerk, das man im Endeffekt nur als genial bezeichnen kann. Dieser Film setzt insbesondere in der Tricktechnik neue Maßstäbe und man darf gespannt sein, wann diese das nächste Mal übertroffen wird.


Fazit:


Eine nicht neue aber sehr spannend erzählte Geschichte und ein Bilderrausch der die Sinne berührt sind die ganz großen Stärken eines Filmes, der trotz der langen Laufzeit in keiner Phase langatmig erscheint. Cameron hat sich mit diesem Werk ein weiteres Denkmal gesetzt und seiner Filmografie einen weiteren Meilenstein hinzugefügt.


10/10