Follower

Samstag, 30. Juni 2012

Exit Humanity









Exit Humanity
(Exit Humanity)
mit Brian Cox, Mark Gibson, Dee Wallace, Bill Moseley, Stephen McHattie, Jordan Hayes, Adam Seybold, Ari Millen, Jason David Brown, Sarah Stunt, Christian Martyn, John Geddes, Jesse T. Cook, Matt Griffin, Tony Burgess
Regie: John Geddes
Drehbuch: John Geddes
Kamera: Brendan Uegama
Musik: Jeff Graville / Nate Kreiswirth / Ben Nudds
Keine Jugendfreigabe
Kanada / 2011

Tennessee, 1871: Nach den Grauen des Amerikanischen Bürgerkrieges durchlebt das Land einen neuen Albtraum. Die Untoten steigen aus ihren Gräbern und streifen rastlos durch die dichten Wälder. In diesen trostlosen Zeiten trifft der desillusionierte Soldat Edward in einem verlassenen Dorf auf Isaac. Dieser will seine Schwester aus den Fängen des gewissenlosen Südstaaten-Generals Williams befreien. Schnell stellt sich heraus, dass Williams und seine Crew gefährlicher sind als die monströsen Zombies: Auf der verzweifelten Suche nach einem möglichen Gegenmittel schreckt der General nicht davor zurück, wahllos Menschen zu opfern ...


Insbesondere im Sub-Genre des Zombiefilms ist es ziemlich schwer, der Thematik neue Impulse zu verleihen. Zumeist handelt es sich um die immer wiederkehrenden Splatter-Orgien, die sich in den meisten Fällen lediglich durch den Härtegrad unterscheiden und inhaltlich allesamt nach dem gleichen Schema ablaufen. Der hier vorliegende Regie-Erstling von John Geddes präsentiert sich allerdings als sehr wohlwollende Ausnahme, was gleichzeitig jedoch auch dafür sorgen dürfte, das "Exit Humanity" die Meinungen extrem spalten dürfte. Wer hier nämlich einen weiteren Beitrag mit jeder Menge expliziten Gewaltdarstellungen erwartet, dürfte schon nach relativ kurzer Zeit ziemlich ernüchtert sein, denn bei diesem Aspekt hält sich die kanadische Produktion doch sehr zurück. Zwar gibt es einige etwas blutigere Einstellungen, doch die ansonsten üblichen Gewaltdarstellungen sucht man vergebens. Manch einem mag das eventuell sauer aufstoßen, doch meiner persönlichen Meinung nach sollte man diesen Aspekt keinesfalls als negative Kritik ansehen. Geddes legt hier vielmehr Wert auf eine wirklich gelungene Geschichte, die von der ersten Minute an den Eindruck eines Dramas mit Anleihen aus dem Horror-Genre vermittelt. So offenbart sich auch eine eher ruhige-und bedächtige Erzählstruktur, in der es so gut wie keine wirklich temporeichen Passagen gibt. Gerade dadurch kann der Film aber seine volle Intensität entfalten und lässt eine äußerst beklemmende Grundstimmung aufkommen, die sich wie ein bleierner Mantel auf die Schultern des Zuschauers legt.

Anstelle der ansonsten üblichen Zombie-Szenarien legt Geddes bei seiner Geschichte sehr viel Wert auf ausführliche Charakter-Beleuchtungen seiner Hauptfiguren, von denen insbesondere Edward Young (Mark Gibson) im Focus des Geschehens steht. Hierbei wird man mit den Gedanken und dem Gefühlsleben des Mannes konfrontiert, der durch den Verlust seiner Familie gebrochen wurde. Ganz generell steht hier die menschliche Komponente im Mittelpunkt der Ereignisse, wodurch die Zombie-Thematik teilweise sogar etwas in den Hintergrund gerät. Im weiteren Verlauf kristallisiert sich auch immer mehr heraus, das die größte Bedrohung eigentlich gar nicht von den Untoten, sondern vielmehr von Bestien in Menschengestalt ausgeht. Allein schon dieser Gesichtspunkt verleiht dem Ganzen etwas sehr Außergewöhnliches und behandelt die Thematik einmal aus einer ganz anderen Sichtweise. Das mag zwar gewöhnungsbedürftig erscheinen, hebt "Exit Humanity" jedoch ganz eindeutig aus dem ansonsten üblichen Einheitsbrei hervor. Dafür spricht auch der Gesichtspunkt, das die Untoten hier zum Ende hin als Werkzeuge zur Vergeltung eingesetzt werden, was ich für einen sehr guten Ansatz halte, der dem gesamten Genre neue Impulse verleiht. Das kann man aber im Prinzip auf die gesamte Geschichte beziehen, die allein schon durch die zeitliche Ansiedlung etwas vollkommen Neues darstellt.

Von den üblichen Zombie-Szenarien vollkommen abweichend erweckt das Werk phasenweise einen fast schon kammerspielartigen Eindruck, den ich bisher noch nie bei einem Film dieser Art feststellen konnte. Dieser Eindruck verfestigt sich insbesondere im ersten Filmdrittel, in dem man fast ausschließlich mit der Hauptfigur Edward Young konfrontiert wird und sich mit seinen Erinnerungen auseinandersetzen muss. Der dadurch entstehende seelische Schmerz des Mannes wird durch das herausragende Schauspiel von Mark Gibson nahezu perfekt zum Betrachter transportiert, der das Leid fast schon körperlich nachvollziehen kann. Doch auch in der Folge ist durch die relativ begrenzte Anzahl an Darstellern der Eindruck des Kammerspiels vorhanden, was den vom Geschehen ausgehenden beklemmenden Eindruck nur noch zusätzlich verstärkt. Gleichzeitig macht sich aber auch die für Zombiefilme nötige Endzeitstimmung breit, die sich in diesem Fall aber nicht durch menschenleere-und verwüstete Großstädte zu erkennen gibt. Bei "Exit Humanity" ist es die scheinbar grenzenlose Weite eines fast unbesiedelten Gebietes und die Dichte der als Location dienenden Wälder, die für einen Kloß im Hals des Zuschauers sorgen.

In meinen Augen handelt es sich hier um ein kleines Juwel des Genres, das die Thematik um die Untoten einmal aus einer ganz anderen Sichtweise beleuchtet. Statt expliziter Gewaltdarstellungen bekommt man endlich einmal eine wirklich gelungene Geschichte präsentiert, in der viel Platz für Emotionen und die menschliche Komponente gelassen wird. Erstklassig agierende Darsteller, eine äußerst beklemmende Atmosphäre und eine sehr bedächtige Erzählweise der Ereignisse ergeben im Endeffekt eine erstklassige Kombination, die aber sicherlich nicht jedem gefallen wird. Für mich selbst ist hier ein sehr innovativer Beitrag entstanden, der auch durch die teilweise eingefügten Passagen im Comic-Stil etwas ganz Besonderes beinhaltet, was ganz ausgezeichnet in das herausragende Gesamtbild hineinpasst. Im Endeffekt kann man John Geddes nur zu einem absolut überzeugendem Regie-Debüt gratulieren, das dem Sub-Genre des Zombiefilms etliche neue Impulse verleiht.


Fazit:


"Exit Humanity" ist ein gelungenes Drama mit Horror-Anleihen, das jedoch die Meinungen spalten wird. Freunde der härteren-und temporeichen Gangart werden sicherlich enttäuscht sein, wer jedoch einmal einen wirklich besonderen Zombiefilm sehen möchte, ist hier genau an der richtigen Adresse. Ich fühlte mich jedenfalls jederzeit bestens unterhalten und schätze den Film als sehr hochwertigen Beitrag des Genres ein, den man sich auf keinen Fall entgehen lassen sollte.


Die DVD:

Vertrieb: Splendid
Sprache / Ton: Deutsch / Englisch DD 5.1
Untertitel: Deutsch / Niederländisch
Bild: 2,35:1 (16:9)
Laufzeit: 110 Minuten
Extras: Making Of, Trailer


8,5/10

Freitag, 29. Juni 2012

Naked Fear 3









Naked Fear 3
(From the Shadows)
mit Kal Bennett, Britt George, Brennan Taylor, Sheila Cavalette, Steve Filice, Noel Olken, Erika Lenhart, Mallory Bankers, Lauren Cornell, Kayla Girling, Renee Weltzien, Kyle Silverstein, Serena Porter, Catherine King
Regie: Scott C. Robert
Drehbuch: Scott C. Robert
Kamera: Keine Information
Musik: Carlos Vivas
Keine Jugendfreigabe
USA / 2009

Terris Leben könnte nicht perfekter sein. Sie lebt mit ihrem Freund Shayne zusammen und zu ihrem großen Glück gewinnt sie dann auch noch den Lotto-Jackpot. In der darauffolgenden Nacht wacht Terri plötzlich auf, und findet sich hilflos an einen Stuhl gekettet in einem dunklen Kerker wieder. Ihr Kidnapper durchsucht sie nach dem Lottoschein, aber Terri will nicht verraten, wo sie ihn versteckt hat. Ihr Peiniger ist ein brutaler Arzt, dem wegen seiner gefährlichen Experimente am offenen Gehirn die Zulassung entzogen wurde. Der Fanatiker benutzt Terri als Testperson für seine neu entwickelte Datenraub-Droge. Die Droge quält sie mit schrecklichen übernatürlichen Visionen. Da überkommt Terri ein schrecklicher Verdacht, dass ihr Freund Shane hinter ihrem Lottoticket her sein könnte. Aber diese schreckliche Vermutung ist nur der Anfang eines nicht enden wollenden Alptraums...


Ob es ein glücklicher Umstand ist mit seinem Regie-Debüt in der "Naked Fear-Reihe" zu starten muss jeder für sich selbst beurteilen, doch haben die beiden Vorgänger nicht gerade sehenswerte Filmkost geboten. Und auch Scott C. Robert ist es nicht gelungen, mit seinem Erstling höher gesteckte Erwartungen zu erfüllen, denn viel zu verworren offenbart sich dem Zuschauer ein Szenario, das erst ganz am Ende die zuvor fehlenden Erklärungen liefert, um wenigstens einen einigermaßen zufiedenstellenden Eindruck zu hinterlassen, der einen nicht mit etlichen offenen Fragen zurücklässt. Bis dahin jedoch ist es ein ziemlich langer Weg, der vom Betrachter eine Menge Geduld und Hartnäckigkeit einfordert, ist es doch phasenweise äußerst anstrengend, die teils wirren Bilder richtig zu deuten und dabei die nötigen Zusammenhänge zu erkennen.

Ganz offensichtlich wollte Robert seinem Werk durch die ungewöhnliche Erzählweise wohl etwas besonders Innovatives verleihen, hat sich jedoch im Endeffekt in einem verwirrenden Bilderrausch verzettelt, dessen Schleier sich nur selten etwas lüftet und einem dadurch die Möglichkeit gestattet, sich einen Reim auf das streckenweise bizarre Geschehen zu machen. Das fängt schon gleich in den ersten Einstellungen dieser sonderbaren Story an, denn sieht man die Hauptfigur Terri in den ersten Szenen noch fröhlich mit ihrem Freund Shane im Auto durch die Gegend fahren, so findet man sich ohne Vorwarnung auf einmal in einer einsamen Hütte, wo Terri sich in der Gewalt eines gefährlichen Psychophaten befindet. Im Prinzip dreht sich alles um den ominösen Lottoschein, der die junge Frau zur Millionärin gemacht hat und den ihr Peiniger nun von ihr einfordert. Man muss diese Situation gezwungenermaßen so hinnehmen und sollte auch nicht nach einer Erklärung dafür suchen, woher der Täter überhaupt die Informationen hat. Diese Frage und noch viele andere mehr werden wirklich erst in letzter Sekunde geklärt, so das man sich "Naked Fear" wirklich bis zum Ende anschauen muss.

Durch den Einsatz einer Droge soll der guten Terri nun der Aufenthaltsort des Scheines entlockt werden, wobei sich diese Methode vor allem für den Betrachter als sehr anstrengend herausstellt. Einerseits bekommt man nun nämlich in etlichen eingefügten Flashbacks Bruchstücke der Vergangenheit zu sehen und wird andererseits mit komischen Halluzinationen der Hauptdarstellerin konfrontiert, die größtenteils keinerlei Sinn ergeben. Nicht weiter verwunderlich also, das sich sehr rasch dezente Ermüdungserscheinungen einstellen können, denn dieser scheinbar als innovativ gemeinte Einfluss surrealer Elemente verwässert die von Haus aus schon nicht gerade inhaltsvolle Story noch mehr und wertet sie nicht unbedingt auf. Das größte Manko ist jedoch die mangelnde Spannung des Geschehens, will sich doch in keiner Phase ein wirklich konstanter Spannungsbogen aufbauen. Die Foltermethoden des Peinigers entpuppen sich als wenig einfallsreich und beinhalten auch kaum einen bemerkenswerten Härtegrad. Doch selbst dieser hätte das Gesamtbild nicht wirklich retten können, sondern lediglich die eingefleischten Gorehounds bedingt zufriedengestellt.

Alles zusammengenommen ist auch dieser dritte Teil der Reihe maximal im unteren Durchschnittsbereich anzusiedeln und bietet einfach viel zu wenig, um von einem gelungenem Film sprechen zu können. Ein Indiz dafür sind auch die eher mäßigen Darbietungen der Schauspieler, bei denen es sich nicht gerade um die nächsten Oscar-Anwärter handelt. Lediglich die Tatsache, das man ganz am Ende noch eine Antwort auf unzählige offene Fragen bekommt, rettet das Werk davor, zu einem vollkommenen Rohrkrepierer zu mutieren. Hier liegt ehrlich gesagt auch der einzige Reiz sich den Film bis zum Ende anzuschauen, will man sich doch nicht mit etlichen Fragezeichen einem besseren filmischen Werk hingeben, das weitaus mehr Kurzweil und Klasse beinhaltet.


Fazit:


Obwohl ich nach den beiden enttäuschenden Vorgängern schon im Vorfeld mit recht bescheidenen Erwartungen an diesen Film herangegangen bin, wurden diese immer noch unterboten. Dennoch bin ich mir ziemlich sicher, das selbst dieses wirre Werk seine Fan-Gemeinde finden wird. Mich jedoch konnte "Naked Fear 3" leider nicht überzeugen, so das eine Empfehlung lediglich an Vielseher und ganz Hartgesottene ausgesprochen werden kann.


Die DVD:

Vertrieb: Sunfilm
Sprache / Ton: Deutsch DTS 5.1, DD 5.1 / Spanisch DD 5.1
Untertitel: Deutsch
Bild: 1,85:1 (16:9)
Laufzeit: 87 Minuten
Extras: Trailer


3,5/10

Mittwoch, 27. Juni 2012

Fallen Empire - The First Rebellion









Fallen Empire - The First Rebellion
(Hirokin)
mit Wes Bentley, Jessica Szohr, Angus Macfadyen, Laura Ramsey, Julian Sands, Max Martini, Rodney Charles, Mercedes Manning, Justin Shilton, Daz Crawford, Esteban Powell, Rowena Zirbel, Carrie Lazar
Regie: Alejo Mo-Sun
Drehbuch: Alejo Mo-Sun
Kamera: Cameron Duncan
Musik: John Paesano
FSK 16
USA / 2012

Griffin, ein skrupelloser und furchteinflößender Diktator, herrscht über den öden und ausgebeuteten Planeten des Volkes der Arid. Die Arid, die der Versklavung durch den Diktator nur durch ein Leben in nomadischen Wüstenstämmen entgehen, fördern die wertvollste Ressource des Planten: Aradium. Ein Element, das so stark vom Magnetkern des Planeten abgestoßen wird, dass es über seiner Oberfläche schwebt. Hirokin, der mit der Heirat einer aridischen Frau gegen Griffins Gesetze verstößt, versteckt sich mit seiner Familie in der Ödnis der Wüste. Doch als die Deacons, Griffins Elitearmee, seine Frau und seinen Sohn aufspüren und töten, schwört Hirokin Rache. Er findet Unterschlupf bei Moss, dem Anführer eines Arid-Stammes und Kopf der Rebellion gegen Griffin, und seiner Tochter Maren. Zusammen mit den Rebellen zieht Hirokin los, um Griffin zu stellen und erkennt, dass es nicht nur um seine persönliche Rache geht. Es geht um den Kampf und die letzte Hoffnung eines ganzen Volkes.


"Der Wüstenplanet" meets "Gladiator"


So kurz und knapp könnte man die Geschichte beschreiben, die Alejo Mo-Sun in seinem Regie-Erstling erzählt. In ein SCI/FI Gewand verpackt sind die offensichtlichen Anlehnungen an Ridley Scott's Meisterwerk unübersehbar und ganz generell ist jederzeit ersichtlich, das der gesamte Plot aus diversen anderen Filmen zusammengesetzt wurde. Nun zeugt das sicher nicht unbedingt von sehr viel Innovation oder Ideenreichtum seitens des Regisseurs, dennoch ist das dargestellte Szenario teilweise recht unterhaltsam gestaltet. Man sollte jedoch schon im Vorfeld keinesfalls mit zu hohen Erwartungen an diesen Film herangehen, denn die auf der Rückseite versprochene "phänomenale Ausstattung" entpuppt sich viel eher als niedrig budgetierte Kulisse, dient doch eine karge Wüstenlandschaft als Hauptschauplatz für die gesamten Ereignisse. Von einer wirklich imposanten Inszenierung kann also nicht die Rede sein, was sich auch im Laufe der Geschichte in den sogenannten Schlachten erkennen lässt.

Das gesamte Geschehen siedelt sich irgendwo im Durchschnittsbereich an, die Story bietet keinerlei echte Höhepunkte, beinhaltet aber meiner Meinung nach auch keine sonderlichen Rausreisser nach unten. Man gewinnt ziemlich schnell den Eindruck, das es sich um eine TV-Produktion handeln könnte, die streckenweise nett anzuschauen ist, jedoch keinerlei nachhaltigen Eindruck im Gedächtnis hinterlässt. Das größte Manko ist sicherlich der dürftige Spannungsaufbau, denn die Abläufe sind doch extrem vorhersehbar, was ganz bestimmt auch in der offensichtlichen Ähnlichkeit zu diversen anderen Filmen begründet ist. So weiß man dann auch immer frühzeitig welche Aktionen einem demnächst bevorstehen, denn echte Überraschungsmomente sucht man hier vergebens. Zudem mangelt es "Fallen Empire" ein wenig an Action, denn die wenigen vorhandenen Passagen dienen lediglich zur Ergänzung der Rahmenhandlung. Ein paar Schwertkämpfe und ein finaler Endkampf sind alles, was einem in dieser Beziehung geboten wird. Gerade das Finale wird ein paar Minuten zuvor noch als entscheidende Schlacht um den Planeten angepriesen, entpuppt sich dann jedoch allein schon aufgrund der Anzahl an Personen als kleine Gruppen-Keilerei, was dem Zuschauer dann auch einige Schmunzler ins Gesicht zaubert.

Von den Darstellern her ist das Werk gar nicht einmal schlecht besetzt, denn mit Wes Bentley, Julian Sands oder auch Angus Macfadyen sind einige bekannte Gesichter am Werk, dennoch ist das erbrachte Schauspiel lediglich als durchschnittlich zu bezeichnen. Das liegt ganz einfach darin begründet, das keine der Hauptfiguren eine tiefergehende Charakter-Beleuchtung erfährt, sämtliche Figuren werden einem nur oberflächlich näher gebracht, so das man auch kaum eine Beziehung zu ihnen herstellen kann. An dieser Stelle hat Alejo Mo-Sun es ganz eindeutig versäumt, seiner Geschichte ein wenig mehr Tiefe zu verleihen, denn das nötige Potential dazu wäre bestimmt vorhanden gewesen. Vielleicht liegt das auch ganz einfach an der Unerfahrenheit auf dem Regie-Stuhl, denn von mangelndem Talent seitens des Regisseurs möchte ich hier nicht unbedingt sprechen. Wie dem aber auch sei, "Fallen Empire" beinhaltet einige sehenswerte Ansätze, die aber letztendlich in der breiten Masse des Durchschitts stagnieren, ohne richtig ausgearbeitet zu werden.

Letztendlich handelt es sich um eine aus mehreren Filmen zusammengeklaute Geschichte, ein wenig Wüstenplanet, eine Menge Gladiator und sogar eine Prise Star Wars sind eindeutige Indizien für mangelnde Kreativität. Wäre das Ganze nun wenigstens wirklich pompös-und beeindruckend umgesetzt worden, dann könnte man über diverse Mankos sogar hinwegsehen. So aber bleibt im Endeffekt eine Geschichte übrig die man sich ruhig einmal anschauen kann, wobei man die eigenen Erwartungen schon im Vorfeld herunterschrauben sollte, um am Ende nicht eine zu große Enttäuschung zu erleben.


Fazit:


Ich habe schon weitaus schlechtere Regie-Erstlinge gesehen, doch "Fallen Empire" hinterlässt einen eher zwiespältigen Eindruck. Das wirkliche SCI/FI-Feeling will schon aufgrund der spärlich ausgefallenen Ausstattung nicht aufkommen und die extrem vorhersehbare Geschichte sorgt nicht unbedingt für viel Spannung. Dennoch beinhaltet das Werk zumindest einen ordentlichen Unterhaltungswert, so das man durchaus einmal einen Blick riskieren kann.


Die DVD:

Vertrieb: Splendid
Sprache / Ton: Deutsch / Englisch DD 5.1
Untertitel: Deutsch / Niederländisch
Bild: 1,78:1 (16:9)
Laufzeit: 102 Minuten


5/10

Montag, 25. Juni 2012

Ninja II - Die Rückkehr der Ninja









Ninja II - Die Rückkehr der Ninja
(Revenge of the Ninja)
mit Sho Kosugi, Keith Vitali, Virgil Frye, Arthur Roberts, Mario Gallo, Grace Oshita, Ashley Ferrare, Kane Kosugi, John LaMotta, Mel Hampton, Oscar Rowland, Don Shanks, Joe Pagliuso, Ladd Anderson
Regie: Sam Firstenberg
Drehbuch: James R. Silke
Kamera: David Gurfinkel
Musik: W. Michael Lewis / Laurin Rinder / Robert J. Walsh
Keine Jugendfreigabe
USA / 1983

Nachdem seine Familie in Japan durch Ninjas grausam ermodert wurde, macht sich der legendäre Ninja Cho mit seinem Sohn Kane nach Amerika auf, um ein neues Leben zu beginnen und seine Vergangenheit hinter sich zu lassen. Dort eröffnet er einen Puppenladen, ahnt jedoch nicht, dass sein Freund ihn betrügt und Heroin in den Puppen schmuggelt. Doch als Cho dies heraus findet, macht er sich bereit für den größten Kampf seines Lebens.


2 Jahre nach dem Erscheinen von "Ninja - Die Kampfmaschine" kam 1983 der zweite Teil der Ninja-Trilogie von Cannon auf den Markt. Und obwohl der Film-Titel es vermuten lässt, handelt es sich um 2 voneinander vollkommen unabhängige Filme, die nichts miteinander zu tun haben. In der Hauptrolle ist Sho Kosugi zu sehen, der im Vorgänger leider nur in einer eher kleinen Nebenrolle zu sehen war. Regisseur Sam Firstenberg hat in seiner Geschichte gänzlich auf humorige Passagen verzichtet, so das sich dem Zuschauer ein sehr ernster B-Actioner präsentiert, der phasenweise sogar tragische Züge erkennen lässt. Diese geben sich insbesondere in der Anfangs-Phase des Filmes zu erkennen, in der fast die gesamte Familie der Hauptfigur durch eine Gruppe von Ninjas getötet wird. Gestalten sich schon diese ersten Minuten recht tempo-und actionreich, so wird dieser Eindruck mit zunehmender Laufzeit immer weiter verstärkt. Der geneigte Action-Fan kommt hier knapp 90 Minuten lang voll auf seine Kosten, wobei der absolute Höhepunkt der Geschichte sicherlich im finalen Endkampf zu finden ist, der äußerst spektakulär in Szene gesetzt wurde.

Bis dahin ist es jedoch ein weiter Weg und Cho (Sho Kosugi) muss etliche bittere Erfahrungen machen, bis er letztendlich seinem angeblichen Freund Braden (Arthur Roberts) in einem gnadenlosen Kampf um Leben und Tod gegenübersteht. Inhaltlich sollte man keine Wunderdinge erwarten, aber Firstenberg hat seinem Action-Spektakel immerhin ein ordentliches Grundgerüst verliehen, in dem Drogen und Verrat im Mittelpunkt stehen. Neben etlichen sehenswerten Kampfeinlagen verfügt die Geschichte auch über einen ordentlichen Spannungsbogen und eine sehr temporeiche Erzählweise, die dem Betrachter nur wenige Möglichkeiten zum Verschnaufen bietet. Zu sehr beschäftigen einen die immer wieder gut umgesetzten Action-Passagen, in denen es auch recht hart zur Sache geht. Zudem gibt es wohl kaum einen anderen Ninja-Film, in dem so viele verschiedene Waffen eingesetzt werden, wie es hier der Fall ist. Dadurch bekommt man endlich einmal einen äußerst guten Einblick über die verschiedenen Waffen, die von den todbringenden Killern eingesetzt werden.

Auch die darstellerischen Leistungen können sich durchaus sehen lassen, wobei man auch hier hauptsächlich auf die überzeugenden Kampf-Choreographien verweisen sollte. Diese sind nämlich absolut top, auch wenn man sie sicherlich nicht mit heutigen Maßstäben messen sollte. Ansonsten bewegt sich das Schauspiel im durchschnittlichen Bereich, denn bei den Akteuren handelt es sich ganz bestimmt nicht um herausragende Mimen. Für einen Film dieser Art ist das aber auch überhaupt nicht notwendig und so macht es einem nicht sonderlich viel aus, das ein Sho Kosugi über maximal 2 verschiedene Gesichtsausdrücke verfügt. Auch die anderen Schauspieler fallen nicht unbedingt durch schauspielerische Brillanz auf, erledigen ihren Job aber ordentlich und hinterlassen größtenteils einen glaubwürdigen Eindruck.

Insgesamt gesehen handelt es sich also um einen typischen 80er Jahre B-Actioner, der Freunden des Genres jede Menge Freude bereiten wird. Ein glänzend aufgelegter Sho Kosugi zeigt einmal mehr eine Kostprobe seines Könnens und muss in diesem Film wirklich an die Grenze der körperlichen Belastbarkeit gehen. Sam Firstenberg hat mit "Die Rückkehr der Ninja" einen kleinen Genre-Klassiker geschaffen, der sich auch nach nunmehr fast 30 Jahren immer noch sehr gut anschauen lässt. Außerdem liegt hier ganz eindeutig der beste Teil der Cannon Ninja-Trilogie vor, der sich auch hinter diversen Filmen der heutigen Zeit keineswegs zu verstecken braucht. Action pur mit einer gelungenen Rahmenhandlung versehen sorgt hier für absolut erstklassige Unterhaltung, die man sich keinesfalls entgehen lassen sollte.


Fazit:


"Die Rückkehr der Ninja" zählt meiner persönlichen Meinung nach zu den besten Vertretern seiner Art und kann als Gesamtpaket einen erstklassigen Eindruck hinterlassen. Etliche Schlägereien, wilde Verfolgungsjagden und ein herausragender finaler Showdown sorgen für Kurzweil ohne Ende und bieten zudem auch noch erstklassige Choreographien, die auch höheren Ansprüchen genügen sollten.


Die DVD:

Vertrieb: Ascot Elite
Sprache / Ton: Deutsch / Englisch DD 2.0
Bild: 1,85:1 (16:9)
Laufzeit: 87 Minuten
Extras: Trailer


8/10

Sonntag, 24. Juni 2012

Ninja - Die Killermaschine









Ninja - Die Killer-Maschine
(Enter the Ninja)
mit Franco Nero, Susan George, Sho Kosugi, Christopher George, Alex Courtney, Will Hare, Zachi Noy, Constantine Gregory, Dale Ishimoto, Joonee Gamboa, Leo Martinez, Ken Metcalfe, Subas Herrero
Regie: Menahem Golan
Drehbuch: Dick Desmond
Kamera: David Gurfinkel
Musik: W. Michael Lewis / Laurin Rinder
Keine Jugendfreigabe
USA / 1981

Der Kampfsportspezialist Cole (Franco Nero) wird in den elitären Kreis der japanischen Ninjutsu-Kämpfer aufgenommen. Seine Feuertaufe muss er auf den Philippinen bestehen. Dort wollen gnadenlose Investoren seinen Kumpel und dessen Familie mit Hilfe einer brutalen Bande von ihrer Plantage vertreiben. Als Cole es mit ihnen aufnimmt, heuern die Geldhaie zur Verstärkung seinen Intimfeind Hasegawa (Sho Kosugi) an - ein Kampf auf Leben und Tod steht bevor...


Wenn man den Namen Franco Nero hört denkt man sicherlich nicht gleich zwangsweise an einen Ninja-Film, ist der charismatische Italiener doch vielmehr aus unzähligen Werken des Cinema Italiano bekannt. Allein dieser Aspekt liefert schon genügend Grund dafür, ihn sich einmal in einer eher ungewohnten Rolle anzusehen, die er zudem auch noch sehr gut ausfüllt. Ganz generell finde ich die Zusammenstellung der Darsteller schon ziemlich erstaunlich, denn neben Nero agieren beispielsweise noch bekannte Gesichter wie Zachi Noy (Eis am Stiel) oder auch Christopher George (Ein Zombie hing am Glockenseil). Die verschiedendsten Genre-Darsteller treffen hier also aufeinander und diese bunte Mischung ist auch schon der nächste Grund, um sich diesen 80er Jahre Klassiker auf jeden Fall anzuschauen. Zwar zählt das Werk von Menahem Golan vielleicht nicht zu den besten Genre-Vertretern, bietet aber äußerst kurzweilige Filmkost, die insbesondere im Bereich der Action-Passagen eine ganze Menge zu bieten hat.

So ist dann auch gleich der Einstieg in die Story recht tempo-und actionreich geladen, man wird sofort in ein ordentlich inszeniertes Kampfgeschehen hinein geschmissen, ohne das man sich mit einer großartigen Einführung aufhält. Allerdings darf man im Bezug auf die Kampf-Choreographien keinesfalls die heutigen Maßstäbe ansetzen, erinnern die einzelnen Fights doch manchmal eher an einen typischen Klopperfilm der damaligen Zeit und beinhalten nicht die heutzutage ästhetische Ausstrahlung der neueren Kampfsport-Filme wie beispielsweise "Ong-Bak" oder auch "Ninja Assassin". Selbst der 1985 erschienene "American Fighter" der übrigens genauso wie vorliegendes Werk aus dem Hause Cannon stammt, ist in Sachen Kampfkunst stilsicherer gelungen. Das ist jedoch meiner Meinung nach keinesfalls negativ zu bewerten, denn "Ninja - Die Kampf-Maschine ist einfach ein Film, der dem Zuschauer jede Menge Vergnügen bereitet und in dem der Hauptdarsteller dem Film-Titel alle Ehre macht.

Franco Nero hat nämlich wirklich alle Hände voll zu tun und unter dem Gesichtspunkt das Kampfsport nicht gerade seine Hauptbeschäftigung ist, macht er seine Sache wirklich gut. An der ein oder anderen Stelle erscheinen diverse Bewegungsabläufe zwar auch mal etwas hölzern, doch darüber schaut man auch gern einmal hinweg. Lediglich einige etwas überflüssig erscheinende Szenen hätte man sich ersparen können, in denen es manchmal etwas zu flapsig zugeht. Die angesprochenen Passagen passen irgendwie nicht so wirklich in das Szenario hinein und verleihen ihm an gewissen Stellen eine unfreiwillig komische Note, die nun beim besten Willen nicht nötig gewesen wäre. Hauptsächlich hat mich hierbei die Darstellung des Bösewichtes Venarius (C. Geroge) gestört, die doch ein wenig zu theatralisch-und gekünstelt erscheint. Ansonsten aber handelt es sich um einen rundum gelungenen Film, der insbesondere auch dieses typische 80er Jahre Flair versprüht und schon allein deswegen absolut sehenswert ist. Ein wenig schade empfand ich lediglich die Tatsache, das Sho Kosugi hier etwas zu kurz kommt, denn bis auf seine Mitwirkung gleich zu Beginn des Filmes und im entscheidenden Endkampf ist leider rein gar nichts von ihm zu sehen.

Insgesamt gesehen überwiegen die positiven Aspekte ganz eindeutig und Nero in der Rolle des weißen Ninjas finde ich ganz einfach bravourös. Der gute Mann kann ganz einfach in jeder Rolle überzeugen und liefert dabei zumeist eine sehr gute Figur ab. So drückt er der Geschichte auch ganz unweigerlich seinen persönlichen Stempel auf, was ganz sicher auch darin begründet ist, das er während der gesamten Laufzeit nahezu omnipräsent ist. Normalerweise hätte man wirklich mitzählen müssen, wie viele Personen er hier außer Gefecht gesetzt hat, doch dann hätte man vom Rest der Geschichte nicht mehr allzu viel mitbekommen. "Ninja - Die Kampf-Maschine" ist ganz bestimmt nicht der hochklassigste Vertreter seiner Art, aber ein herrlicher Klassiker, den man sich immer wieder gut anschauen kann. Dabei hat das Spektakel auch nach über 3 Jahrzehnten immer noch nichts von seinem Reiz verloren, so das eine neuerliche Sichtung allemal lohnenswert erscheint. Wer diesen Film noch nicht in seiner Sammlung hat, sollte spätestens jetzt diesen Zustand ändern.


Fazit:


Gerade im Bezug auf die Kampf-Choreographien gibst es eine Menge Ninja-Filme die sicherlich höher anzusiedeln sind, doch als Gesamtpaket ist das Werk von Menahem Golan an Kurzweil schwer zu überbieten. Der Zuschauer wird mit Action im Minutentakt konfrontiert und kommt bei den wilden Schlägereien voll auf seine Kosten.Da nimmt man auch gern einmal diverse Qualitäts-Verluste in der Kampfkunst hin und erfreut sich an einem rundum gut unterhaltenden Film, der in keiner gut sortierten Sammlung fehlen sollte.


Die DVD:

Vertrieb: Ascot Elite
Sprache / Ton: Deutsch / Englisch DD 2.0
Bild: 1,85:1 (16:9)
Laufzeit: 96 Minuten
Extras: Trailer


7/10

Freitag, 22. Juni 2012

Planet der Affen: Prevolution









Planet der Affen: Prevolution
(Rise of the Planet of the Apes)
mit Andy Serkis, Karin Konoval, Terry Notary, Richard Ridings, Christopher Gordon, Devyn Dalton, Jay Caputo, James Franco, Freida Pinto, John Lithgow, Brian Cox, Tom Felton, David Oyelowo, Tyler Labine, Kamie Harris
Regie: Rupert Wyatt
Drehbuch: Rick Jaffa / Amanda Silver
Kamera: Andrew Lesnie
Musik: Patrick Doyle
FSK 12
USA / 2011

Hilflos muss der Wissenschaftler Will Rodman mit ansehen, wie sein einstmals brillanter Vater an Demenz dahinsiecht. Er beginnt mit Schimpansen zu experimentieren, um ein Gegenmittel zu finden. Nach einem Vorfall im Labor bringt Will das Schimpansenbaby Caesar nach Hause und zieht das hochentwickelte Herrentier wie ein Familienmitglied groß. Nach dem Tod von Wills Vater rastet Caesar aus und wird wegen seiner gewalttätigen Tendenzen zu anderen Schimpansen in ein riesiges Käfigsystem gesteckt. Entsetzt von deren Siechtum zettelt Caesar einen Aufstand an.


Eigentlich war es ja nur eine Frage der Zeit bis endlich jemand auf die Idee kommen würde, ein Prequel zum 1968er Klassiker "Planet der Affen" drehen würde, das ja immerhin 4 Nachfolger und ein Remake von Tim Burton nach sich zog. Wie aber sollte eine mögliche Vorgeschichte aussehen und wen wollte man mit der Regie für dieses wagemutige Unterfangen beauftragen? Widmen wir uns zuerst der zweiten Frage, mit Rupert Wyatt war es nun ein eher unbekannter Regisseur der sich des Projektes annahm und so ist es durchaus verständlich, das bei vielen Leuten die Frage aufkam, ob unter den gegebenen Umständen überhaupt etwas Brauchbares entstehen könnte. Nach der Ansicht des Endergebnisses muss man ganz klar feststellen, das diese Befürchtung vollkommen unnötig war, denn "Planet der Affen: Prevolution" ist nicht nur ein hervorragender Blockbuster mit großem Unterhaltungswert geworden, sondern schildert dem Zuschauer zudem auch noch eine mögliche Vorgeschichte, wie man sie kaum besser hätte in Szene setzen können. Besonders positiv fällt der Aspekt ins Auge, das Wyatt nicht unbedingt den üblichen Gesetzen des Marktes folgend ein überladenes Action-Spektakel in Szene gesetzt hat, sondern eine Geschichte präsentiert, die aufgrund ihrer durchstrukturierten Erzählweise in allen Belangen zu überzeugen weiß.

So gestaltet sich beispielsweise die Vorstellung der Haupt-Charaktere keinesfalls oberflächlich, insbesondere die Beleuchtung von Will Rodman (James Franco) und seines an Alzheimer erkrankten Vaters (John Lithgow) tiefere Züge erkennen. Und dennoch ist die eigentliche Hauptfigur der intelligente Schimpanse Ceasar (Andy Serkis), der durch seine Omnipräsenz ganz klar zum Star dieser Geschichte aufsteigt. Es sind vor allem die erstklassig herausgearbeiteten Entwicklungsstufen des Affen, die dem Betrachter einen glaubwürdigen Eindruck über die folgenden Ereignisse bescheren und so den Bogen zu der möglichen Zukunft schlagen, in der eventuell die Affen die Erde beherrschen werden. Gerade dieser Aspekt ist besonders interessant, denn hat man sich als Fan der Original-Reihe doch schon immer die Frage gestellt, wie es überhaupt zu der düsteren Zukunfts-Vision kommen konnte. Gesprochen wurde in den alten Filmen immer viel darüber, doch die mögliche Wahrheit nun endlich auch einmal visuell präsentiert zu bekommen, ist noch eine ganz andere Sache. Und so entsteht während der Geschichte auch durchaus ein starkes Gefühl der Beklemmung, denn auch wenn es sich selbstverständlich um Science-Fiction handelt ist die Erkenntnis, das der Mensch selbst schuld am möglichen Schicksal ist, eine äußerst bedrückende Empfindung.

Dabei wird die menschliche Rasse hier genau so dargestellt, wie sie in Wirklichkeit auch ist. Zwar stellt man ganz bewusst das Interesse an der Heilung einer Krankheit in den Vordergrund, letztendlich läuft jedoch alles auf den schnellen Profit hinaus, was gerade in den Dialogen zwischen Rodman und seinem Vorgesetzten immer wieder zum Ausdruck kommt. Dabei wird natürlich Tierquälerei billigend in Kauf genommen und der dem Menschen intelligenzmäßig unterlegene Primat als beliebtes Versuchskaninchen benutzt. Der Wert des tierischen Lebens wird phasenweise richtiggehend mit Füßen getreten, was schon einen äußerst schalen Beigeschmack hinterlässt. Das man nun durch die verschiedendsten Experimente die nicht absehbaren Folgen einer tierischen Revolution geradezu heraufbeschwört, ist eine herrlich sarkastische Seite der Story und entfacht sogar bei einigen Leuten ein gewisses Maß an Schadenfreude. Und so beinhaltet auch "Planet der Affen: Prevolution" diese herrlich kritische Note, die gerade die menschliche Rasse nicht unbedingt in ein gutes Licht setzt.

Insgesamt gesehen handelt es sich hier um eine wirklich gelungene Geschichte, die genau die richtige Mischung aus tiefer gehendem Inhalt und sehr gelungenen Action-Sequenzen enthält. Letztere treten zwar hauptsächlich erst im letzten Drittel des Filmes in den Vordergrund, doch die Geduld des Zuschauers wird dafür mit einem wirklich furiosen Ende belohnt, das sich auch über einen längeren Zeitraum erstreckt. Auch wenn sich die erste Stunde im Bezug auf Action eher vornehm zurückhält, erscheint nicht eine einzige Einstellung irgendwie langatmig-oder zähflüssig, dafür hat Wyatt seine Story viel zu interessant gestaltet. Von der ersten bis zur wirklich letzten Minute taucht man in eine grandios umgesetzte Story ein, deren ausgehender Faszination man sich einfach nicht entziehen kann. Einerseits ein wirklich beeindruckender Blockbuster, beinhaltet "Planet der Affen: Prevolution" auch genügend Tiefgang und bittere Kritik an der Menschheit, die sich allen anderen Lebensformen so dermaßen überlegen fühlt, das die dadurch in den Vordergrund tretende Arroganz höchstwahrscheinlich zu einer Zukunft führt, die hoffentlich für immer die pure Utopie bleibt.


Fazit:


Ich war wirklich sehr skeptisch, ob man eine gute Vorgeschichte zu dem Original von 1968 hinbekommen würde. Vielleicht war es gerade ein Glücksfall, das mit Rupert Wyatt ein nicht allzu bekannter Name die Regie übernahm und mit seinen eigenen Ideen einen so hervorragenden Film kreiert hat. Allein schon der reine Unterhaltungswert dieses Werkes ist absolut herausragend, doch erst die sehr gelungene Geschichte, ein toller Spannungsaufbau und genügend Platz für viele kritische Untertöne sorgen für ein Gesamtbild, das man ohne Einschränkungen als sehr gelungen einstufen kann.


9/10

Donnerstag, 21. Juni 2012

Der Nuttenkiller









Der Nuttenkiller
(Der Nuttenkiller)
mit Mario Padovan, Michaela Linne, Susanne Pöhls, "Nino" Muce, Srbislav Samolovac, Mike Teschke, Julia Stock, Birgit Sommerfeld, Heidi Wüstefeld, Silke Kosiollek, Anke Bruns, Günther N. Maas
Regie: Christian Kröger
Drehbuch:Keine Information
Kamera: Keine Information
Musik: Keine Information
Ungeprüft
Deutschland / 2001

Seine Leidenschaft gilt den leichten Mädchen, nur von Verhütung hält er nichts. Als er plötzlich erfährt, das er mit HIV infiziert ist schwört er bittere rache an allen Huren. Als Prostituierte ist man kaum noch sicher, denn der Nuttenkiller treibt sein Unwesen. Immer mehr Opfer sind zu beklagen. Aber nicht nur die Huren, sondern auch Störenfriede und Freier müssen ihr Leben lassen. Doch dann gerät er selbst ins Kreuzfeuer von Kriminellen und der Jäger wird zum Gejagten....


"Der Nuttenkiller" könnte auch durchaus als Titel für einen amerikanischen Slasher herhalten, jedoch handelt es sich leider nur um eine deutsche Amateur-Produktion, die unter der Regie von Christian Kröger entstanden ist. Da es sich um seine bisher einzige Regie-Arbeit handelt, kann man als Zuschauer eventuell die Hoffnung hegen, das sich der gute Mann nicht noch einmal auf Abwege begibt, um einen mit solch filmischem Rotz zu bedienen, wie es hier der Fall ist. Dabei bin ich im Normalfall ein Freund von Low Budget Filmen und das man selbst in Deutschland mit wenig Geld viel bewerkstelligen kann, hat unlängst ein Film wie "Toxic Lullaby" unter Beweis gestellt, der mit einem Budget von gerade einmal 10.000 Euro produziert wurde und dabei wirklich erstklassige Filmkost serviert hat. Davon ist man jedoch bei vorliegender Geschichte weit entfernt und weiß ehrlich gesagt noch nicht einmal, an welcher Stelle man mit der Aufzählung der negativen Kritikpunkte ansetzen soll. Im Prinzip kann man nämlich den ganzen Film verteufeln und wundert sich doch immer wieder darüber, wie solch ein Müll auf DVD gelangt und zudem noch von den Leuten gekauft wird. Bringt man das Werk dann noch in einer überteuerten kleinen Hartbox heraus und lässt ihn in der Reihe "Red Edition Reloaded" erscheinen macht man sogar noch ein gutes Geschäft, da es immer wieder genügend Deppen gibt, die auch noch viel Geld für diese filmische Grütze bezahlen (Ich habe mein Exemplar Gott sei Dank umsonst bekommen).

Von Anfang bis zum bitteren Ende wird man hier als Zuschauer gut 99 Minuten lang regelrecht gefoltert, denn diese abstruse Story wirklich bis zum Schluss durchzustehen erfordert jede menge Willenskraft und eine Leidensfähigkeit, die sich kaum in Worte fassen lässt. Von der äußerst schlechten Bild-und Tonqualität einmal ganz abgesehen bietet das Szenario einen reinen Wulst an sinnbefreiten Wortwechseln und extrem miesen darstellerischen Leistungen. In diesem Bezug den Begriff Dilletantismus zu gebrauchen wäre schon fast eine Beleidigung, siedelt sich das dargebotene Schauspiel doch wirklich auf der tiefsten Stufe an, die man sich überhaupt vorstellen kann. Sicher, es handelt sich hier um Amateure, doch selbst von denen sollte man doch zumindest ein gewisses Maß an Engagement erwarten können und nicht in jeder einzelnen Einstellung von dem Gefühl überwältigt werden, das hier lediglich unbewegliche Holzklötze am Werk wären. So etwas hölzernes-und ungelenkes bekommt man nicht alle Tage geboten und nicht selten entsteht der Eindruck, das sämtliche Akteure vor Beginn der Dreharbeiten erst einmal ein extrem starkes Schlafmittel zu sich genommen haben.

So sollte man dann auch auf keinen Fall Dinge wie Spielfreude oder gar Ausdruck erwarten, vielmehr wird man die gesamte Laufzeit über mit dem puren Nihilismus konfrontiert, der sich in allen belangen zu Hauf erkennen lässt. Zudem hat Regisseur Christian Kröger anscheinend noch nicht einmal im Film einen Menschen sterben sehen, denn anders ist das vollkommen groteske Ableben etlicher Opfer kaum zu erklären. An dieser Stelle zieht dann zumindest ein wenig Erheiterung in das ansonsten trostlose-und langweilige Geschehen ein, denn wenn man die sogenannten Schauspieler beim sterben beobachtet, muss man sich größtenteils den Bauch vor lauter lachen halten. Selbst in den "Meisterwerken" eines Jochen Taubert sterben die Protagonisten mit ein wenig Anstand und Würde und hinterlassen dabei manchmal sogar einen ansatzweise glaubwürdigen Eindruck, den man hier jedoch überhaupt nicht erkennen kann. Wer schon einmal einen Taubert-Film gesehen hat weiß, wovon ich spreche, handelt es sich doch um das so ziemlich mieseste, was je den Weg auf eine DVD geschafft hat. So kann man sich dann annähernd einen Eindruck davon machen, wie unterirdisch schlecht sich "Der Nuttenkiller" präsentiert, der selbst vom reinen Unterhaltungswert her ein absoluter Rohrkrepierer ist.

Eine Sache gibt es dann aber doch noch die man auf jeden Fall lobend erwähnen sollte, den da Christian Kröger bisher keinen weiteren Film folgen ließ kann man hoffentlich davon ausgehen, das er seinen Fehler eingesehen-und mittlerweile gemerkt hat, das er mit dem Filme machen kein Geld verdienen kann. Dafür fehlt es ihm ganz augenscheinlich am nötigen Talent und wenn selbst ein Jochen Taubert mit seinem produzierten Schrott zumindest ab einem gewissen Promille-Gehalt unterhalten kann, sollte man den Regie-Stuhl in die Ecke stellen und sich richtige Filme anschauen. Ich kann nur dringend von dieser filmischen Kapriole abraten, die man noch nicht einmal als schlechten Trash bezeichnen kann, da selbst solcher wenigstens einen Funken Unterhaltungswert beinhaltet. Hier jedoch offenbart sich 99 Minuten lang die pure Langeweile, die sich jedoch schon nach höchstens 20 Minuten als die pure Qual herausstellt. Vergesst "Hostel" und sämtliche anderen Folterfilme, denn erst wenn man "Der Nuttenkiller" gesehen hat, bekommt man einen echten Eindruck darüber was wahre Folter ist.


Fazit:


Schlecht, schlechter, "Der Nuttenkiller", so simpel und banal ist die Formel, mit der man diesen Müll bezeichnen kann. Als Einschlafhilfe durchaus geeignet, beinhaltet dieses Werk aber auch überhaupt nichts, was man auch nur im Entferntesten als positiv hervorheben könnte. Dieser Film ist einfach nur schlecht und wirft einen dunklen Schatten über den deutschen Amateur-Film, doch Gott sei Dank findet man in dieser Kategorie auch immer wieder kleine Perlen, die dem Zuschauer einen weitaus besseren Eindruck vermitteln.


Aus reiner Höflichkeit und aufgrund meiner guten Erziehung verbiete ich mir selbst, dieses üble Machwerk zu bewerten.

Mittwoch, 20. Juni 2012

Super Shark









Super Shark
(Super Shark)
mit John Schneider, Sarah Lieving, Tim Abell, Jerry Lacy, Ted Monte, Catherine Annette, Sarah Belger, Harmony Blossom, Ashley Carr, Trish Cook, Rick Cramer, John L. Curtis, Ben Deschaine, Erica Duke
Regie: Fred Olen Ray
Drehbuch: Fred Olen Ray
Kamera: Ben Demaree
Musik: Jeffrey Walton
FSK 16
USA / 2011

Durch einen Unfall bei einer Ölbohrung nahe der Küste kann sich ein gigantischer prähistorischer Riesenhai befreien und frisst sich hungrig durch die schwimmenden Badegäste des nahegelegenen Strandes. Die hübsche Marine Biologin Kat Carmichael reist sofort an den Tatort. Doch Ölmagnat Roger Wade (John Schneider aus Smallville) stellt sich ihr in den Weg um seine nicht ganz sauberen Geschäfte zu schützen. Der Hai ist mittlwerweile mutiert und kann nun sogar auf Land sich fortbewegen. Mit der Hilfe des Disc Jockeys Dynamite Stevens (Soul-Legende Jimmy JJ Walker) trotzt Kat dem zwielichten Wade und muss einen Weg finden um das Monster zu besiegen.


Fred Olen Ray besitzt ja in diversen Fan-Kreisen durchaus einen gewissen Kult-Status, der jedoch als äußerst zweifelhaft angesehen werden kann. Hat er diesen doch durch "Meisterwerke" wie beispielsweise "Hollywood Chainsaw Hookers" oder auch "Bikini Chain Gang" erreicht. Wenn man diese Titel aus der Filmografie des Vielfilmers hört, denkt man nicht gerade an die echte Filmkunst, sondern vielmehr an Werke, die im absoluten Trash-Bereich anzusiedeln sind. Allein schon aufgrund dieser Tatsache dürfte es klar sein, welche Art von Tier-Horror hier auf einen zukommt und "Super Shark" erfüllt dann auch wirklich die schlimmsten Vorahnungen. Nun sind ja gerade in letzter Zeit etliche Vertreter dieses Genres auf den Markt gekommen die immer wieder mit den herrlichsten Titeln a la "Sharktopus" oder "Megashark gegen Crocosaurus" aufwaretn und alle in eine Richtung zielen, nämlich den Zuschauer mit möglichst wenig Handlung und hanebüchenen Szenarien zu konfrontieren. Hier wird jedoch noch einmal eine erhebliche Steigerung geboten, denn vorliegende Geschichte ist so an den Haaren herbeigezogen und zudem extrem schlecht in Szene gesetzt worden, das einem vor Schreck fast die Haare ausfallen wollen.

In über 30 Jahren Regie-Arbeit ist es Ray bis zum heutigen Tage noch nicht gelungen, sein scheinbar äußerst bescheidenes Talent auch nur annähernd zu verbessern. Dieser Punkt wird schon mit der Eingangs-Sequenz dieses üblen Machwerkes eindrücklich untermauert, kommt es doch gleich zur ersten Konfrontation mit einem gigantischen Superhai, dessen Anblick man kaum glauben möchte. Wer an dieser Stelle der Meinung ist das es gar nicht mehr schlimmer werden kann, muss sich im Laufe dieses grotesken Filmes schnell eines Besseren belehren lassen. Nicht nur die Ansicht des Killers ist an Künstlichkeit kaum zu überbieten, sein Schöpfer hat den mordenden Fisch scheinbar auch noch mit diversen Superkräften ausgestattet. So ist das Viech beispielsweise dazu in der Lage mit fast spielerischer Leichtigkeit ein U-Boot zu zerstören und wem diese außergewöhnliche Demonstration an Stärke noch nicht ausreichend erscheint erscheint, wird im weiteren Verlauf auch noch mit den Flugkünsten des Meeres-Kollers konfrontiert.

Ob man es nun glauben will oder nicht, unser niedlicher Titelheld ist nämlich sehr wohl dazu in der Lage, meterhoch aus dem Wasser hinaufzusteigen und dabei mal so ganz nebenbei einen Düsen-Jet vom Himmel zu holen. Im Normalfall würde man solche Passagen eventuell sogar als extrem unterhaltsam ansehen, doch in vorliegendem Fall ist es lediglich ein Ausdruck für die eigentlich gänzlich fehlende Klasse eines Filmes, der an abstrusem Blödsinn kaum mehr zu toppen ist. Teilweise entsteht sogar der Eindruck, das an gewissen Stellen mit einer Art Spielzeug gearbeitet wurde, in diesem Bezug sollte man unbedingt auf die Szenen am Strand aufpassen, in denen dem Ungetüm mit einer Art Panzer auf die Pelle gerückt wird, der nun wirklich jeder weiteren Beschreibung spottet. Im Prinzip trifft dies aber leider auf den gesamten Film zu, denn hier gibt es absolut keine Dinge, die man in irgendeiner Art und Weise als positiv bezeichnen könnte. Vielleicht sollte man jedoch den Abspann dann doch noch positiv hervorheben, beendet dieser doch gut 80 Minuten purer Langeweile, was dem Werk auf jeden Fall in die Kategorie des übelsten Trash-Films einordnet.

Selbst für eingefleischte Fans des schlechten Geschmackes dürfte "Super Shark" eine absolute Herausforderung darstellen, da diese Geschichte alles beinhaltet, was man in einem Film nun gar nicht sehen möchte. Dabei ist es vollkommen egal, ob man von den jederzeit austauschbaren-und sehr schlecht agierenden Schauspielern spricht, oder sich über die miesen CGI-Effekte aufregt, die diese Bezeichnung eigentlich noch nicht einmal verdient haben. Selbst Trash-Fans haben ihre Schmerzgrenze die Fred Olen Ray mit diesem Film ganz eindeutig erreicht hat, beinhaltet das Werk doch noch nicht einmal einen gewissen Unterhaltungswert, der ihn auch nur für irgendjemanden interessant machen könnte. Hier wird ganz einfach extrem schlechte-und vollkommen überflüssige Kost serviert, an der man sich unglaublich schnell den Magen verderben kann. Vielleicht sollte der gute mann endlich einmal einsehen, das seine Stärken sicherlich nicht im Regie-Bereich zu finden sind, doch wer 3 Jahrzehnte lang nur Müll präsentiert, ist wohl ohne Weiteres als lernresistent zu bezeichnen und wird den Zuschauer auch in Zukunft mit sinnbefreitem Filmmüll zuschütten.


Fazit:


Selbst wenn man mit den niedrigsten Erwartungen an diesen Film herangeht, werden diese noch stark unterboten. Es ist größtenteils schon eine echte Quälerei, sich ganzzeitig durch diesen abstrusen Film hindurchzukämpfen, der wirklich absolut gar nichts bietet, an dem man sich auch nur ansatzweise erfreuen konnte. Eigentlich war ich immer der Meinung das ich schon den übelsten Trash gesehen hätte, doch Mr. Ray hat mich hier eines Besseren belehrt.


Die DVD:

Vertrieb: Sunfilm
Sprache / Ton: Deutsch DTS 5.1, DD 5.1 / Englisch DD 5.1
Untertitel: Deutsch
Bild: 1,85:1 (16:9)
Laufzeit: 82 Minuten
Extras: Trailer


1/10

Montag, 18. Juni 2012

Im Bann der Leidenschaft









Im Bann der Leidenschaft
(Crimenes de Lujuria)
mit Plutarco Haza, Maria de la Fuente, Javier Diaz Duenas, Emilio Guerrero, Alejandro Belmonte, Alejandra Ambrosi, Angel Chehin, Shashenka Diaz, Aurora Gil, Arturo Echeverria
Regie: Walter Doehner
Drehbuch: Keine Informationen
Kamera: Keine Informationen
Musik: Keine Informationen
FSK 16
Mexiko / 2011

Arturo Bolana ist ein Versicherungsvertreter, der viel herumkommt und in teuren Hotels die schönsten Frauen berät. Dabei springt noch die eine oder andere Liebesaffäre heraus. Dann beginnt er eine heiße Affäre mit Rebeca, der jungen Frau eines reichen Hotelbesitzers. Rebeca stiftet ihn an, ihren Mann umzubringen und sie planen einen scheinbar perfekten Mord. Aber bald stellt die Tochter des Toten unbequeme Fragen. Zu spät realisiert Arturo, dass die Dinge außer Kontrolle geraten...


Es gibt kein perfektes Verbrechen...


Diese Erfahrung muss auch Versicherungsvertreter Arturo machen der auch gleich zu Beginn des Filmes wegen Mord im Gefängnis sitzt und dort einem Reporter die Geschichte erzählt, wie es zu diesem Umstand gekommen ist. Nun bietet dieser Erotik-Thriller zwar nicht unbedingt eine vollkommen neue Story-Line, denn solche-oder ähnliche Szenarien hat man schon ziemlich oft zu Gesicht bekommen. Dennoch hat es Regisseur Walter Doehner durchaus geschafft, den Zuschauer mit einem sehr interessanten Plot zu bedienen, der vor allem einige Wendungen beinhaltet, die man nicht zwangsweise vorhersehen kann. Die ruhige-und eher bedächtige Erzähl-Struktur trägt dazu bei, einen selbst erst einmal in Sicherheit zu wiegen, zudem ist man schon nach relativ kurzer Zeit der Meinung, das Geschehen definitiv vorhersehen zu können. Nach altbewährtem Muster scheint es einmal mehr der Fall zu sein, das ein einfach gestrickter Mann den Waffen einer wunderschönen Frau erliegt, um dann für diese auch zum Verbrecher zu werden. Gewürzt ist das Ganze mit einer ordentlichen Portion Erotik und hübschen Hauotdarstellerinnen, so das die Zutaten für einen gewöhnlichen Erotik-Thriller schnell zu erkennen sind.

Und trotzdem unterscheidet sich "Im Bann der Leidenschaft" wohlwollend von etlichen anderen Genre-Kollegen, beinhaltet der Film doch immer wieder eine neue Wendung des Plots, so das man erst ganz am Ende die ganzen Zusammenhänge richtig erkennen kann. Zwar geschieht dies nicht auf eine besonders spektakuläre Art und Weise, doch handelt es sich insgesamt gesehen um eine ganzzeitig spannende Geschichte, die zudem äußerst routiniert in Szene gesetzt wurde. Ohne sonderliche Höhepunkte gestaltet sich die zu jeder Zeit interessante Story im Latino-Gewand und zehrt dabei sicherlich auch durch einige erotische Einspielungen, die insbesondere die Herren der Schöpfung begeistern dürften. 2 wunderschöne Hauptdarstellerinnen sind nämlich jederzeit dazu in der Lage, das gerade die männlichen Zuschauer bei heißen Liebesszenen des Öfteren nach Luft schnappen müssen, denn die makellosen Körper und bildhübschen Gesichter können einem schon den Verstand rauben.

Diesem Umstand kann sich auch Hauptfigur Arturo nicht entziehen, ohne dabei zu ahnen, das sein Leben sich dadurch für immer verändern wird. Es spinnen sich etliche Intrigen, die sich letztendlich dann vollkommen anders darstellen, als man es die ganze Zeit über glaubt. Aus diesem Aspekt bezieht der Film dann auch seine größte Kraft, so das sich ein kontinuierlich aufgebauter Spannungsbogen bis zur letzten Sekunde immer hoch halten kann. Auch wenn das Geschehen eigentlich ohne jegliche Action-Passagen auskommt, kommt im Prinzip zu keiner Zeit so etwas wie Langeweile auf, denn immer wieder wird dem Betrachter das Gefühl vermittelt, das die Story eine neue Richtungsänderung einschlägt, die man kaum vorhersehen kann.

Vermuten kann man hier zwar eine ganze Menge und diverse Dinge scheinen auch ganz offensichtlich auf der Hand zu liegen, doch gerade hier irrt man sich immer wieder. So entsteht ein herrliches Verwirr-Spiel, dessen Hintergründe erst ganz am Ende zum Vorschein kommen. Und selbst wenn man mit der gewählten Auflösung eventuell sogar rechnen konnte, lag in keiner Phase eine wirkliche Bestätigung der eigenen Vermutungen vor. Walter Doehner hat mit "Im Bann der Leidenschaft" nicht unbedingt ein Genre-Highlight ins Leben gerufen, aber es handelt sich um einen wirklich sehenswerten Vertreter seiner Art, den man sich bedenkenlos anschauen kann. Eine gelungene Mischung aus Erotik-Thriller-und Krimi, die durch den augenscheinlichen Latino-Touch noch zusätzlich angeheizt wird und so für ein erstklassig unterhaltendes Film-Erlebnis sorgt, dem man unbedingt eine Chance geben sollte.


Fazit:


Heiße Darstellerinnen, undurchsichtige Intrigen und eine sehr kurzweilige Geschichte sind die Hauptbestandteile eines Filmes, den man uneingeschränkt als gut bezeichnen kann. Ich fühlte mich jederzeit bestens unterhalten und kann so eine bedenkenlose Empfehlung für diese mexikanische Produktion aussprechen, die einem so manchen Hitze-Schub verabreicht.


Die DVD:

Vertrieb: Sunfilm
Sprache / Ton: Deutsch DTS 5.1, DD 5.1 / Spanisch DD 5.1
Untertitel: Deutsch
Bild: 1,85:1 (16:9)
Laufzeit: 86 Minuten
Extras: Trailer


6,5/10

Samstag, 16. Juni 2012

Revenge - Sympathy for the Devil









Revenge - Sympathy for the Devil
(Fuk sau che chi sei)
mit Juno Mak, Sola Aoi, Siu-hou Chin, Tony Ho, Tony Liu
Regie: Ching-Po Wong
Drehbuch: Juno Mak / Ching-Po Wong
Kamera: Jimmy Wong
Musik: Dan Findlay
Keine Jugendfreigabe
Hongkong / 2010

In Hongkong treibt ein Serienkiller sein Unwesen. Sein Ziel: Polizisten und ihre schwangeren Frauen. Die Polizei versucht alles, um dem brutalen Mörder das Handwerk zu legen. In dem 23-jährigen Kit finden die ermittelnden Polizisten schnell einen potenziellen Tatverdächtigen, dem man unter Folter ein Geständnis zu entlocken versucht. Doch sie bekommen mehr als sie sich erhofft haben. Es offenbart sich die grausame Wahrheit, dass hinter den Morden ein durchdachter Racheplan steckt. Die Rache für die Vergewaltigung einer jungen und geistig behinderten Frau. Die Täter: Polizisten...


Mittlerweile ist man es ja gewöhnt, das die Veröffentlichungen von I-On New Media bei uns in Deutschland zumeist stark geschnitten erscheinen, um dann später über Österreich ein überteuertes Media-Book herauszubringen, das die Uncut-Fassung eines Filmes beinhaltet. Nicht anders verhält es sich wohl mit vorliegendem Werk, denn die deutsche Version dieses Rachethrillers ist um satte 14!!!! Minuten erleichtert worden. Der film an sich hat sogar eine 16er Freigabe und das 18er Siegel ist lediglich aufgrund einiger Trailer verliehen worden. Nicht verwunderlich also das die Geschichte an einigen Stellen irgendwie unvollständig erscheint, denn einige Schnitte sind doch recht offensichtlich gesetzt worden und nehmen der Story zudem äußerst viel von ihrer manchmal aufblitzenden Stärke, die selbst in vorliegender Veröffentlichung in Ansätzen zu erkennen ist.

Die Geschichte ist in mehrere Kapitel unterteilt, wobei man zunächst mit der Gegenwart und den Morden an Polizisten und deren schwangerer Frauen konfrontiert wird, wobei die nächsten Kapitel dann in der Vergangenheit spielen. Hier wird dem Zuschauer dann näher gebracht, wie es überhaupt zu den grausamen Morden kommen konnte und die Erkenntnis über die dazu führenden Ereignissen geht einem dabei wirklich unter die Haut. Auch ohne die expliziten Gewaltdarstellungen strahlt das Geschehen ein gewisses Maß an Härte aus, das sich insbesondere im Kopf des Betrachters festsetzt. So geht selbst diese stark gekürzte Version der Story keinesfalls spurlos an einem vorbei, denn allein die Hintergründe sind so grausam das es einem fast die Seele zerfrisst. Man erhascht einen Einblick in die tiefsten Abgründe der menschlichen Seele der sich insbesondere auf die Polizisten bezieht, die letztendlich für die Morde verantwortlich zeichnen. Im Laufe der Zeit entwickelt man dann auch fast schon zwangsläufig sehr viel Sympathie für den Polizisten-Mörder, sind seine Taten zwar nicht gerechtfertigt, aber vom menschlichen Standpunkt her absolut nachvollziehbar.

Auch wenn es sich hier ganz bestimmt um einen sehr intensiven Rachethriller handelt beinhaltet die Geschichte auch einige etwas zähe Passagen. Nach einem furiosen Einstieg in das Geschehen steht nämlich danach erst einmal die aufkeimende Liebesgeschichte der beiden Hauptfiguren im Mittelpunkt. An dieser Stelle wird dann erst einmal mächtig Fahrt aus der Story herausgenommen und es geht eher etwas schleppend zur Sache. Andererseits sind diese Momente aber auch extrem wichtig für das Gesamtbild, werden doch so erst richtig die Ausmaße der Tragödie sichtbar, die sich vor den Augen des Zuschauers abspielt. Dennoch erscheinen einige Szenen etwas zu melodramatisch angehaucht und das Szenario wirkt teilweise etwas zu schnulzig. Hier handelt es sich aber lediglich um einen leichten Anflug von negativer Kritik, denn insgesamt gesehen ergibt sich ein doch recht rundes Gesamtbild, wenn man das bei dieser stark gekürzten Version überhaupt so nennen kann.

Auch wenn man in vorliegender Version des Filmes die meisten Dinge nur erahnen kann möchte ich behaupten, das "Revenge - Sympathy for the Devil" ganz sicher ein beinharter Rachethriller ist. Dies wird man allerdings erst in der bestimmt folgenden Uncut-Version über Österreich bestätigt bekommen, doch die erkennbaren Ansätze deuten ziemlich offensichtlich darauf hin. Begleitet von einer äußerst dichten Grundstimmung wird man hier in eine Mischung aus Tristesse und absoluter Hoffnungslosigkeit entführt, der man sich auf keinen Fall entziehen kann. Eher selten kommt es vor das man so stark mit einem Täter sympathisiert, wie es in vorliegendem Film der Fall ist. Die Grausamkeit und Willkür der Polizei ist es, die hier für eine unbändige Wut sorgt die sich mit der Zeit immer stärker in einem aufbaut. Phasenweise ertappt man sich selbst bei dem Gedanken, das man in der Rolle des Rächers sein möchte, um die unmenschlichen Bestien ihrer gerechten Strafe zuzuführen. Da dieses Gefühl schon bei der deutschen DVD äußerst intensiv ist bin ich schon sehr gespannt darauf, wie es sich dann erst bei der ungeschnittenen Version verhalten muss.


Fazit:


Durch immense Kürzungen ist leider nur ansatzweise festzustellen, welch ungeheure Intensität sich hinter der vorliegenden Geschichte verbirgt. Erstklassig in Szene gesetzt offenbart sich ein Szenario voller Tristesse, das sich schwer und erdrückend auf die Schultern des Zuschauers legt. Der Film an sich ist definitiv absolut empfehlenswert, ob dies auch auf die deutsche DVD zutrifft muss ein jeder für sich selbst entscheiden.


Die DVD:

Vertrieb: Splendid
Sprache / Ton: Deutsch / Kantonesisch DD 5.1
Untertitel: Deutsch
Bild: 2,35:1 (16:9)
Laufzeit: 77 Minuten


4/10 für die geschnittene Version

Donnerstag, 14. Juni 2012

Cigarette Burns









Cigarette Burns
(Masters of Horror)
mit Norman Reedus, Colin Foo, Udo Kier, Christopher Redman, Chris Gauthier, Zara Taylor, Gary Hetherington, Chris Britton, Julius Chapple, Taras Kostyuk, Brad Kelly, Lynn Wahl, Douglas Arthurs, Brahm Taylor
Regie: John Carpenter
Drehbuch: Mick Garris / Drew McWeeny
Kamera: Attila Szalay
Musik: Cody Carpenter
SPIO/JK
USA / 2005

Jimmy Sweetman weiß, wie man seltene alte Filme aufspürt. Doch nichts kann ihn auf die Suche nach "Le Fin du Monde" vorbereiten, ein Werk, das der Legende nach nur einmal gezeigt wurde und sein Publikum in einen hemmungslosen blutigen Mordrausch versetzte! Jimmy wird immer besessener von der Suche, und seine Nachforschungen gestalten sich zunehmend albtraumhaft und schließlich sogar tödlich...


"Cigarette Burns" ist ein weiterer Beitrag von Regie-Legende John Carpenter, der in der ersten Staffel der Masters of Horror Reihe erschienen ist. Nun endlich ist diese exzellente Folge auch bei uns in Deutschland ungeschnitten erschienen und stellt meiner Meinung nach einen der besten Teile dar. Im Gegensatz zu "Pro-Life" merkt man hier ganz eindeutig das es sich um einen waschechten Carpenter handelt, die Geschichte beinhaltet nämlich die absolut herausragende Atmosphäre, die bei den meisten Werken des Altmeisters vorhanden ist. So begleitet den Film von der ersten Minute an eine unglaublich mysteriöse-und geheimnisvolle Aura, die dem Zuschauer doch offensichtlich bekannt vorkommt. Und richtig, nicht selten denkt man bei der Sichtung der Geschichte an den Klassiker "Die Mächte des Wahnsinns", in dem die Bücher eines Schriftstellers eine verheerende Wirkung auf die Leser haben. Der einzige Unterschied besteht eigentlich darin, das in vorliegender Story ein verschollener Film die Schuld daran trägt, das sich die Zuschauer anscheinend in reißende Bestien verwandeln, die auch nicht davor zurückschrecken, sich selbst zu töten.

Das gesamte Szenario ist in gut 57 Minuten verpackt worden, von denen auch nicht eine einzige als langweilig oder zähflüssig bezeichnet werden kann. Zu sehr zieht einen die unheilvolle Grundstimmung in ihren Bann und man versinkt immer mehr in dem sogartigen Strudel von Ereignissen, die sich für einen Carpenter-Film eher unüblich auch ziemlich blutig präsentieren. In darstellerischer Hinsicht wird die Geschichte in erster Linie durch die erstklassige Performance von Norman Reedus getragen, der seinen Part als Film-Freak absolut authentisch darstellt. Doch ganz generell kann man an der gesamten Darsteller-Riege keine negative Kritik üben, ist die Geschichte doch bis in die kleinsten Nebenrollen perfekt besetzt. Zudem besticht der Film durch einen erstklassig aufgebauten Spannungsbogen, denn Carpenter versteht es einmal mehr, den Zuschauer neugierig auf die Weiterentwicklung der Ereignisse zu machen. Immer wieder wirft er diverse Andeutungen und Puzzle-Teilchen in den Raum, die einen in eine bestimmte Richtung führen sollen.

Zwar kann man sich schon nach relativ kurzer Zeit einen Reim darauf machen, welche Bewandnis es mit dem ominösen Film auf sich hat, eine endgültige Bestätigung dafür erhält man jedoch erst am Ende der Geschichte, wobei selbst dort noch Freiraum für eigene Interpretationen gelassen wird. Gerade durch diesen Aspekt gewinnt die Story noch mehr an Klasse, denn "Cigarette Burns" regt die Fantasie des Zuschauers an und entführt ihn in eine geheimnisumwitterte Welt von Horror-und Gewalt. Und trotz der teils offensichtlichen Ähnlichkeiten zu "Die Mächte des Wahnsinns" weiß der Film als eigenständiges Werk zu überzeugen. Begleitet von einem tollen Score ergibt sich so ein Gesamtbild, das man insgesamt nur als absolut erstklassig bezeichnen kann.

Letztendlich stellt diese Episode für mich persönlich einen der absoluten Höhepunkte der Masters of Horror Reihe dar, wobei die blutigen Passagen noch nicht einmal hauptverantwortlich sind. Vielmehr ist es die herausragende Grundstimmung des Filmes und der gekonnte Spannungsaufbau, die einen von der ersten Minute an in Beschlag nehmen. Etliche Gänsehaut-Momente sorgen dabei für das genau richtige Horror-Feeling und sorgen für ein Seh-Erlebnis der ganz besonderen Art. Erstklassige Darsteller, eine geheimnisvolle Geschichte und der dezente Einfluss diverser Fantasy-Elemente sorgen für ein rundum sorglos Paket, das man sich unbedingt anschauen sollte.


Fazit:


Carpenter hat "Cigarett Burns" ganz eindeutig seinen unverkennbaren Stempel aufgedrückt und belohnt den Zuschauer mit einem äußerst atmosphärischen Horrorfilm, der zudem auch noch einige sehr blutige Momente beinhaltet. Auch wenn die Masters of Horror Reihe eine Menge Durchschnitt hervorgebracht hat, kann man bei vorliegendem Beitrag von einem absoluten Höhepunkt sprechen, den sich kein Fan des Genres entgehen lassen sollte.


Die DVD:

Vertrieb: Splendid
Sprache / Ton: Deutsch / Englisch DD 5.1
Bild: 1,78:1 (16:9)
Laufzeit: 57 Minuten
Extras: Interviews, Special: Die Maske des Engels, Biographie


8,5/10

Dienstag, 12. Juni 2012

Chain Letter









Chain Letter
(Chain Letter)
mit Madison Bauer, Mark S. Allen, Phil Austin, Nikki Reed, Michael Bailey Smith, Michael J. Pagan, Matt Cohen, David Zahedian, Cherilyn Wilson, Cody Kasch, Noah Segan, Brad Dourif, Roshni Shukla, Eliot Benjamin, Betsy Russell
Regie: Deon Taylor
Drehbuch: Michael J. Pagan / Deon Taylor
Kamera: Philip Lee
Musik: Vincent Gillioz
Keine Jugendfreigabe
USA / 2009

Ein Kettenbrief ist ein harmloser Spaß, der keinem Menschen gefährlich werden kann. Das denkt sich auch eine Gruppe von Teenagern, als sie per E-Mail und SMS einen ebensolchen Kettenbrief erhalten. Die meisten ignorieren den Kettenbrief und löschen ihn. Sie ahnen nicht, dass sie damit einen fatalen Fehler begehen. Der "Chain Man" - ein mysteriöser Killer, der seine Opfer unter Einsatz von schweren Ketten zur Strecke bringt - fängt an, jene Teenager zu jagen und brutal zu ermorden, die den Kettenbrief nicht weiter- geleitet haben. Einer nach dem anderen fällt dem "Chain Man" zum Opfer und ein Ende seiner grausamen Taten ist nicht abzusehen...


Die Inhaltsangabe dieses Slashers verspricht zwar nicht unbedingt innovative Filmkost, weckt aber immerhin gewisse Begehrlichkeiten beim Zuschauer auf eine interessante Geschichte, die auch einige Härten enthält. Der Anschein ist jedoch recht trügerisch und im Grunde genommen handelt es sich einmal mehr um eine kleine Mogelpackung. So handelt es sich bei der deutschen Veröffentlichung einmal mehr um eine stark geschnittene Fassung, wobei der Film selbst sogar ab 16 Jahren freigegeben ist und lediglich aufgrund diverser Trailer das JK-Siegel erhalten hat. Um über 7 Minuten musste diese Fassung geschnitten werden, so das man im Bezug auf den vorhandenen Härtegrad keinerlei Erwartungen hegen sollte. Sämtliche Tötungen sind nur ansatzweise zu erkennen, der Zuschauer muss schon seine eigene Fantasie bemühen, um die Tötungsarten der Opfer auch nur ansatzweise zu erahnen.

Dabei bekommt man hier eine Geschichte präsentiert, die insbesondere in atmosphärischer Hinsicht recht gut umgesetzt wurde. Es herrscht ganzzeitig eine herrlich düstere-und auch bedrohliche Grundstimmung vor, die durch permanente Regengüsse noch zusätzlich unterstützt wird. Vor allem die in der Nacht spielenden Passagen des Filmes sorgen sogar phasenweise für eine gepflegte Gänsehaut und erzeugen so ein ordentliches Horror-Feeling. Doch leider war es das auch schon mit den positiven Eindrücken eines Szenarios, das ansonsten nicht viel zu bieten hat. Der Spannungsaufbau bewegt sich nämlich in einem recht überschaubaren Rahmen und etwaige härtere Sequenzen sind halt einmal mehr der Schere zum Opfer gefallen. Da die Schnitte zudem auch noch sehr offensichtlich gesetzt wurden, wird das Seh-Vergnügen doch sichtlich beeinträchtigt und nimmt dem Geschehen eine Menge von seiner Intensität. Wenn man sich einmal den Schnittbericht anschaut, dürfte eine später erscheinende Uncut-Veröffentlichung über unsere österreichischen Nachbarn das Ganze erheblich aufwerten, doch diese zerstückelte Version siedelt sich so leider nur im unteren Durschnittsbereich an.

Die streckenweise netten Ansätze der Story werden zumeist sofort wieder im Keim erstickt und durch die fehlenden Passagen erscheinen die Ereignisse teilweise offensichtlich unvollständig, so das es sogar zu kleineren Verwirrungen kommen kann. Durch mangelnde Neuerungen und fehlendem Esprit hat Regisseur Deon Taylor es versäumt seinem Werk einen nachhaltigen Eindruck zu verleihen, stattdessen wird man mit einem geschehen konfrontiert, in dem es vor Logiklöchern nur so wimmelt. Zudem ist auch das eher blasse-und ungelenk agierende Darsteller-Ensemble nicht gerade ein Grund dafür, das man hier eine absolute Empfehlung aussprechen könnte. Einmal mehr handelt es sich um die handelsüblichen 08/15 Teenie-Darsteller, die sich mit ihren Leistungen dem maximal mittelmäßigen Gesamtbild des Filmes nahtlos anpassen. Die weiblichen Schauspielerinnen sind zwar ein optisches Highlight, erscheinen jedoch vom Schauspiel her ebenso austauschbar wie ihre männlichen Kollegen.

Letztendlich kann man "Chain Letter" nicht gerade als Genre-Highlight bezeichnen, vielmehr handelt es sich um einen durchschnittlichen Slasher, aus dem allerdings jegliche Härte entfernt wurde. Ledihlich in atmosphärischer Hinsicht kann der Film absolut überzeugen, was jedoch keinesfalls ausreicht, um eine überdurchschnittliche Bewertung abzugeben. In der ungeschnittenen Fassung wird das Gesamtbild sicherlich noch etwas aufgewertet, dennoch ist das Werk auf keinen Fall im oberen Drittel anzusiedeln.


Fazit:


Die Inhaltsangabe verspricht letztendlich eine Menge mehr, als der Film im Endeffekt halten kann. Mangelnde Inspiration, mittelmäßige Schauspieler und extreme Kürzungen trüben hier ein Seh-Erlebnis, das keinen nachhaltigen Eindruck im Gedächtnis hinterlässt. Das die deutsche Version des Filmes in einigen Shops sogar als Uncut-Version angepriesen wird, ist sogar schon als absolute Frechheit anzusehen, denn hier wird der Kunde wissentlich in die Irre geführt.


Die DVD:

Vertrieb: Splendid
Sprache / Ton: Deutsch / Englisch DD 5.1
Bild: 1,78:1 (16:9)
Laufzeit: 79 Minuten


3,5/10

Montag, 11. Juni 2012

The Nailgun Massacre









The Nailgun Massacre
(Nailgun Massacre)
mit Rocky Patterson, Ron Queen, Beau Leland, Michelle Meyer, Sebrina Lawless, Monica Lawless, Jerry Nelson, Mike Coady, Staci Gordon, Randy Hayes, Thom Meyers, John Price, Frances Heard
Regie: Bill Leslie / Terry Lofton
Drehbuch: Terry Lofton
Kamera: Bill Leslie
Musik: Whitey Thomas
Ungeprüft
USA / 1985

Dieser Killer trifft den Nagel auf den Kopf... Irgendwo in der heißen Wüste von Arizona: Nach einer brutalen Vergewaltigung beginnt eine mysteriöse Mordserie. Ein maskierter Killer, bewaffnet mit einer tödlichen Nagelschußpistole, jagt Menschen und tötet sie auf grausame Art und Weise. Die Polizei steht dem gnadenlosen Killer hilflos gegenüber, denn dieser hinterlässt an allen Tatorten keinerlei Spuren, die auf seine Herkunft hinweisen können. Schon bald gerät die Bevölkerung in Angst und Schrecken, denn jeder könnte das nächste Opfer des brutalen Mörders sein...


Es gibt Filme die so dermaßen schlecht sind, das sie gerade durch diesen Umstand ein wahres Fest für jeden Trash-Liebhaber darstellen. "The Nailgun Massacre" fällt ganz eindeutig in diese Kategorie, beinhaltet dieser Film doch wirklich alles, was man bei einem normalen Maßstab jederzeit negativ beurteilen würde. In vorliegendem Fall sind es jedoch gerade die zu Hauf vorhandenen Defizite, die dieses obskure Machwerk so sehenswert erscheinen lassen. Zuerst einmal wäre da die absolut hanebüchene Geschichte an sich, die so mit Logiklöchern durchzogen ist, das man mit dem Zählen schon gar nicht mehr nachkommt. Dilletantisch agierende Darsteller lassen zudem zu keiner Zeit einen Zweifel daran aufkommen, das es sich hier um eine billige Amateur-Produktion handelt, die man in keiner Phase ernst nehmen sollte und lediglich nach ihrem Unterhaltungswert beurteilen darf. Doch selbst dieser dürfte sich ausschließlich einer bestimmten Zielgruppe zu erkennen geben, denn ganz normale Film-Freunde werden dem skurrilen Treiben ganz sicher nichts abgewinnen können. Man muss schon eine ausgeprägte Vorliebe für den schlechten Geschmack haben, um diesem grotesken Szenario etwas abgewinnen zu können, denn rein filmisch gesehen handelt es sich um eine einzige Katastrophe.

Schon die Morde durch den ominösen Killer sind als absolut schräger Höhepunkt anzusehen, sämtliche Opfer werden mit einer nagel-Pistole erschossen, wobei das Ganze durch unglaublich schlechte Effekte unterstützt wird. Außerdem gestalten sich manche Morde so absurd, das man sich vor lauter lachen kaum noch halten kann. So werden manche Opfer mit regelrechten Schuss-Salven übersät, haben dann aber in der Großansicht gerade einmal 3 Nägel im Körper stecken, bei einem der Opfer reicht sogar ein einziger nagel im Arm, um den sofortigen Tod herbeizuführen. Diese Umstände zeigen schon äußerst deutlich auf, mit welcher Art von Film es der Zuschauer hier zu tun hat, doch auch der gesamte Rest des Werkes passt sich dem extrem trashigen Eindruck an, den man von der ersten Minute an erhält. Grottenschlechte Dialoge und eine deutsche Synchronisation die wirklich jeder Beschreibung spottet, sind für mich persönlich die absoluten Höhepunkte eines Filmes, bei dem man an die eigene Schmerzgrenze gehen muss, um das Geschehen bis zum bitteren Ende über sich ergehen zu lassen. Da sollte man schon zu den ganz Hartgesottenen Trash-Freaks zählen, denn ansonsten dürfte es einem sehr schwer fallen, nicht vorzeitig die Stop-Taste des heimischen DVD-Players zu betätigen.

Ich habe nun wirklich schon etliche Werke dieser Art gesichtet, doch "The Nailgun Massacre" ist extrem harter Tobak, der die Geduld des Betrachters extrem strapazieren kann. Einerseits sind es insbesondere die äußerst grotesken Momente, die einem phasenweise die Tränen in die Augen treiben, auf der anderen Seite ist dieser Film so dermaßen schlecht geraten, das man die DVD am liebsten in die Tonne kloppen möchte. Dies äußerst sich hauptsächlich im dargebotenen Schauspiel, das diese Bezeichnung ehrlich gesagt überhaupt nicht verdient. Eher selten bekommt man einen Cast präsentiert, der so unglaublich dämlich und talentfrei agiert, so das man sich ganz unweigerlich die Frage stellt, wo diese Menschen denn für diesen Film ausgesucht wurden. Eine Vorraussetzung für das Mitwirken in dieser Geschichte muss aber auf jeden Fall absolute Talentfreiheit gewesen sein, denn dieses Prädikat ist bei sämtlichen Akteuren extrem ausgeprägt und wird mehr als nur überzeugend immer wieder ins Bild gesetzt.

Insgesamt gesehen kann man es einerseits durchaus nachvollziehen, das "The Nailgun Massacre" vor allem in Amerika als Trash-Granate absoluten Kultstatus genießt. Andererseits fällt es gar nicht einmal so leicht, sich diesen filmischen Müll bis zum bitteren Ende anzuschauen. Und so dürfte das Werk selbst bei eingefleischten Liebhabern des schlechten Geschmacks einen durchaus zwiespältigen Eindruck hinterlassen, denn gut 80 Minuten sinn-und hirnlose Unterhaltung sind manchmal gar nicht so leicht durchzustehen. Wer es am Ende jedoch komplett durchsteht, kann auf jeden Fall stolz auf sich selbst sein, denn bekannterweise kommen ja nur die harten in den Garten.


Fazit:


"The Nailgun Massacre" ist rein filmisch gesehen eine absolute Katastrophe, für Freunde grotesker Trash-Produktionen bietet der Film allerdings recht kurzweilige Unterhaltung. Eine mehrmalige Sichtung dürfte jedoch fast ausgeschlossen sein, denn ansonsten besteht die akute Gefahr der vollkommenen Verdummung.


5/10 Trash-Granaten

Samstag, 9. Juni 2012

C2 - Killerinsect









C 2 - Killerinsect
(Infested)
mit Rosalind Allen, Ami Dolenz, Seth Green, Virginya Keehne, Ray Oriel, Alfonso Ribeiro, Peter Scolari, Dina Dayrit, Michael Medeiros, Barry Lynch, Clint Howard, Timothy Landfield, Judy Jean Berns, J.D. Stone
Regie: Tony Randel
Drehbuch: Brent V. Friedman
Kamera: Steve Grass
Musik: Daniel Licht / Christopher L. Stone
FSK 16
USA / 1993

Eine Gruppe von Marihuanapflanzern setzt sich mit einem selbstgepanschten Insektizid gegen eine Zeckenplage zur Wehr. Doch anstatt zu sterben, mutieren die Blutsauger zu riesigen Killerinsekten. Das erste Opfer der Monsterzecken ist ein Hund, doch schon bald ist niemand mehr in der Umgegend gegen die Attacken der Ungetüme gefeit. Eine Gruppe von Jugendlichen ist im Handumdrehen eingekreist und muß alle Fantasie aufbringen, um sich zur Wehr setzen zu können.


Im Bereich des Insektenhorrors ist dieses Werk aus dem Jahr 1993 so ziemlich das Unterhaltsamste, was man sich nur vorstellen kann. Sicher, "C 2 - Killerinsect" erzählt keine sonderlich berauschende Geschichte, doch das Geschehen ist unglaublich gut und interessant in Szene gesetzt worden. Zwar braucht der Film eine geraume Weile bis er so richtig Fahrt aufnimmt, dafür wird man aber vor allem in der zweiten Filmhälfte mit einem extrem tempogeladenen Szenario konfrontiert, das sich allemal sehen lassen kann. Tony Randel (Hellraiser 2) hat seinem Werk vor allem durch die gewählten Schauplätze eine äusserst gelungene Atmosphäre verliehen, die auch sehr gut in einen Slasher gepasst hätten. Anstatt eines wahnsinnigen Mörders werden dem Zuschauer hier allerding überdimensional große Zecken präsentiert, die ihren Opfern gnadenlos das Blut aussaugen. Entpuppen sich die Vampir-Insekten schon in der Realität als Überträger von Krankheiten als sehr gefährlich, so geht in vorliegender geschichte eine noch viel größere Gefahr von ihnen aus.

Diese Erfahrung muss auch eine Gruppe Jugendlicher machen, die in der Angeschiedenheit der Wälder eine Art Abenteuerurlaub machen, der einen sozialen Hintergrund hat. Nachdem zuerst der Hund eines der Jugendlichen den Zecken zum Opfer fällt, dauert es nicht mehr lange, bis auch die menschlichen Wesen deren Attacken ausgesetzt sind. Nach einem etwas belanglosen Beginn, bei dem man hauptsächlich mit zwischenmenschlichen Problemen der diversen Jugenlichen bedient wird, entwickelt sich immer mehr eine faszinierende Story. Das Geschehen strahlt eine ungeheure Faszination aus und die ständigen Angriffe der Killerinsekten sind immer wieder als absolute Highlights anzusehen. Dabei verdichtet sich die Grundstimmung immer mehr und rückt immer bedrohlicher werdende Momente in den Vordergrund.

Das Erstaunlichste aber ist der Aspekt, das dieses Werk für eine 16er Freigabe über einen sehr ansehnlichen Härtegrad verfügt. Streckenweise geht es nämlich recht derbe und extrem blutig zur Sache, so das man sich ganz unweigerlich die Frage stellt, ob die FSK hier mal einen guten Tag hatte. Viele andere Filme sind schon aufgrund viel weniger Härte nur geschnitten in Deutschland erschienen, was einmal mehr ein Paradebeispiel für die offensichtliche Willkür der genannten Institution darstellt. Wie dem aber auch sei, es ist immer wieder schön zu sehen, das auch manchmal Filme bei der FSK anscheinend Filme durchrutschen, was für den geneigten Fan sicher sehr positiv ist. Und so kann man hier die blutigen Ereignisse so richtig genießen und sich einem herrlichen Spektakel hingeben, das zudem äusserst temporeich daherkommt. Der etwas langatmige Beginn der Geschichte spielt keine Rolle mehr und ist sehr schnell vergessen, denn die letzten beiden Drittel des Werkes haben es nun wirklich in sich.

Wenn man bedenkt das sich insbesondere im Bereich des Insektenhorrors so manche Gurke herumtreibt, ist "C 2 - Killerinsect" als sehr angenehme Abwechslung anzusehen. Selbst heute, nach nunmehr 18 Jahren ist dieser Film immer wieder sehenswert und überzeugt auch noch immer durch die gute Tricktechnik. Viele blutige Passagen und auch einige echte Ekelszenen sorgen für einen insgesamt überdurchschnittlich guten Filmgenuss, der in jeder gut sortierten Sammlung einen festen Platz haben sollte.


Fazit:


Nach einem etwas behäbigen Beginn zieht das Tempo der Geschichte ganz erheblich an und das gesamte Szenario verliert die anfängliche Beschaulichkeit. Durchzogen von einer ganzzeitig erstklassigen Atmosphäre entfaltet sich ein streckenweise bluttriefendes Szenario, das allerbete Horrorunterhaltung bietet. "C 2 - Killerinsect" ist definitiv ein hervorstechender Beitrag des Subgenres, den man sich immer wieder gut anschauen kann und dabei jedes Mal seinem einzigartigen Charme erliegt.


8/10

Donnerstag, 7. Juni 2012

Texas Killing Fields - Schreiendes Land









Texas Killing Fields - Schreiendes Land
(Texas Killing Fields)
mit Sam Worthington, Jeffrey Dean Morgan, Chloe Grace Moretz, Corie Berkemeyer, Trenton Perez, Maureen Brennan, Tony Bentley, Becky Fly, Sheryl Lee, James Hebert, Stephen Graham, Jessica Chastein, John Neisler
Regie: Ami Canaan Mann
Drehbuch: Don Ferrarone
Kamera: Stuart Dryburgh
Musik: Dickon Hinchliffe
FSK 16
USA / 2011

Ein Klima des puren Bösen liegt über den fauligen Sümpfen rund um Texas City. Immer wieder werden dort die Körper von Mordopfern gefunden. Wieviele als Teil der Nahrungskette für immer und ohne Spuren verschwinden, weiß niemand. Die Einheimischen nennen dieses Gebiet "the killing fields". Als erneut eine Frauenleiche auftaucht, beginnt Detective Heigh aus Texas City immer intensiver außerhalb seines Zuständigkeitsbereiches zu ermitteln. Zunächst sehr zum Ärger seines Partners, der sich lieber auf einen ungelösten Mordfall in der Stadt konzentrieren will, anstatt dem Phantom eines Serienkillers hinterher zu jagen. Doch dann klingelt das Telefon und die Detektive müssen die Todesschreie einer jungen Frau live mitanhören. Eine Grußbotschaft des Killers an die Polizei ...


Mit vorliegendem Film präsentiert sich dem Zuschauer einmal ein Serienkiller-Thriller der etwas anderen Art, denn die Herangehensweise an den thematischen Hintergrund hebt sich doch eindeutig von anderen Genre-Vertretern ab. Es scheint fast so, das Regie-Talent auch vererbbar ist, denn Michael Mann's Tochter Ami Canaan Mann stellt hier ihr Gespür für ein außergewöhnliches Szenario unter Beweis, das den Zuschauer ganz unweigerlich von der ersten bis zur letzten Minute in seinen Bann zieht. Mit einer herausragenden Atmosphäre ausgestattet offenbart sich dem Betrachter eine Geschichte, in der 2 parallel zueinander verlaufende Erzählstränge im Focus stehen, denn einerseits geht es um einen Einzel-Mord an einem jungen Mädchen und auf der anderen Seite gibt es da noch die Serien-Morde an jungen Frauen in den sogenannten "Killing Fields", einem Sumpfgebiet außerhalb von Texas City. In beiden Fällen wird das Hauptaugenmerk nicht wie üblich auf die jeweiligen Täter gelegt, deren Identität man mit ein wenig Konzentration sogar einigermaßen frühzeitig erahnen kann. Im Mittelpunkt stehen vielmehr die beiden Ermittler Mike (Sam Worthington) und Brian (Jeffrey Dean Morgan), die sich hauptsächlich durch sehr unterschiedliche Charakterzüge voneinander abheben. Mike ist knallhart und bringt dies auch oft genug zum Ausdruck, wohingegen Brian eher der einfühlsame und verständnisvolle Typ ist. Durch diesen charakterlichen Unterschied kommt es auch immer wieder zu Spannungen unter den beiden Männern, die sich auch in freigesetzten Aggressionen gegenüber den zahlreichen Verdächtigen äußert.

Insbesondere bei diesem Aspekt beinhaltet der Film meiner Meinung nach eine seiner größten Stärken, wird dem Zuschauer doch ein Bild von den Ermittlern offenbart das man nicht alle Tage zu Gesicht bekommt. Es menschelt nämlich ganz gewaltig und man bekommt nicht das handelsübliche Bild eines Detectives präsentiert, der sich immer an die Buchstaben des Gesetzes hält. Manch einem mag die Darstellung der Cops eventuell etwas überzogen erscheinen, doch ganz ehrlich gesagt erscheint mir gerade die menschliche Komponente äußerst realistisch in Szene gesetzt. So kann man dann auch die körperlichen Übergriffe durchaus nachvollziehen, bringen sie doch lediglich den immensen Druck zum Vorschein, der auch auf der Seele der Ermittler lastet. Kinder-Prostitution und häusliche Gewalt sind nun einmal Dinge, die auch den härtesten Polizisten in Raserei bringen können und das wurde hier absolut erstklassig ins Bild gesetzt. Doch nicht nur wegen dieser Dinge handelt es sich bei "Texas Killing Fields" um ein Werk, das dem Betrachter merklich unter die Haut geht, es ist vor allem die bedrückende Grundstimmung des Geschehens, die einen tief berührt. Schmierig, siffig, düster-und streckenweise extrem morbide gestalten sich die Ereignisse und ziehen einen immer tiefer in eine Art sogartigen Strudel aus Gewalt und Tristesse. Letztere ergibt sich vor allem durch die Lebensumstände der diversen Opfer, die auch den Hauch einer brillanten Millieu-Studie einfließen lassen, was das gewonnene Gesamtbild noch einmal zusätzlich aufwertet.

Wenn man einigen Kritiken im Netz vertrauen darf, dann gibt es nicht gerade wenige Leute, die vorliegende Geschichte als zu sperrig bezeichnen, was eventuell in der Erzählweise begründet liegt. Diese gestaltet sich trotz der teil immensen Intensität ziemlich ruhig, erzielt jedoch gerade dadurch erst ihre volle Wirkung, die einem als Zuschauer größtenteils wirklich zu schaffen macht. Mit zunehmender Laufzeit verstärkt sich in einem selbst entstehende Wut fast ins Unermessliche und nicht selten ertappt man sich bei dem Gedanken, das man selbst die Täter überführen möchte um dann mit ihnen persönlich abzurechnen. So kann man dann auch die Aggressionen der Ermittler viel besser nachvollziehen, die zwar nicht immer gesetzestreu handeln, dafür aber ganz einfach wie normale Menschen reagieren. Auf diesen Punkt hat Ami Canaan Mann ganz besonderen Wert gelegt, die Gewichtung des Aspektes zieht sich wie ein roter Faden durch die gesamte Story und verleiht ihr dadurch etwas wirklich Außergewöhnliches. So ist es auch nicht wirklich verwunderlich, das insbesondere die Charakter-Beleuchtung der beiden Hauptfiguren äußerst intensiv ausfällt, wohingegen die anderen Figuren eine eher oberflächliche Beleuchtung erfahren. Diese fällt aber immer noch sehr gut aus, so das man im Prinzip zu fast allen Personen einen guten Bezug herstellen kann.

Für mich persönlich stellt "Texas Killing Fields" ein wirklich herausragendes Film-Erlebnis dar, das einmal wohlwollend von den ansonsten üblichen Serienkiller-Thrillern abweicht und so aus der breiten masse hervorsticht. Starke Darsteller, eine tolle Geschichte und eine absolut herausragende Atmosphäre drücken dem Werk einen unverwechselbaren Stempel auf, so das hier auch ein nachhaltiger Eindruck im Gedächtnis des Zuschauers haften bleibt. Die morbide Faszination der Ereignisse zieht einen unwillkürlich in ihren Bann, dem man sich beim besten Willen nicht entziehen kann. Die Geschehnisse versetzen einen dabei in ein wahres Wechselbad der Gefühle und erst das versöhnliche Ende entlässt einen dann mit einem wirklich versöhnlichen Gefühl aus einer Story, die man nicht so schnell vergessen wird. Manch einem mag der gewählte Schluss eventuell etwas zu kitschig erscheinen, doch gerade nach diesem nervenzerfetzenden Szenario kann man auch als Betrachter das Happy End akzeptieren und freut sich sogar regelrecht über eine Schluss-Sequenz a la Hollywood.


Fazit:


Was andere Leute in diesem Film als negative Aspekte ansehen, sind für mich die großen Stärken einer Story die extrem unter die Haut geht. Getragen von 2 großartigen Hauptdarstellern und einer einzigartigen Grundstimmung offenbart sich ein Szenario, das einem mehr als nur eine gepflegte Gänsehaut beschert. Erstklassig ausgewählte Schauplätze sorgen für das richtige Maß an Bedrohlichkeit, die in jeder einzelnen Einstellung vorhanden ist und so für ein herausragendes Sehvergnügen sorgt, das einmal mehr aus dem Hause Ascot Elite kommt. Auch wenn der Film die Meinungen vielleicht etwas spalten wird, sollte jeder Thriller-Freund eine Sichtung wagen und ich wage zu behaupten, das ich nicht der einzige bin, den diese Geschichte richtiggehend begeistern wird.


Die DVD:

Vertrieb: Ascot Elite
Sprache / Ton: Deutsch DTS 5.1, DD 5.1 / Englisch DD 5.1
Untertitel: Deutsch
Bild: 1:2,35 (16:9)
Laufzeit: 101 Minuten
Extras: Trailershow


8,5/10