Follower

Dienstag, 31. Juli 2012

Der Clan, der seine Feinde lebendig einmauert









Der Clan, der seine Feinde lebendig einmauert
(Confessione di un commissario di polizia al procuratore della republica)
mit Franco Nero, Martin Balsam, Marilu Tolo, Claudio Gora, Luciano Catenacci, Giancarlo Prete, Arturo Dominici, Michele Gammino, Adolfo Lastretti, Nello Pazzafini, Calisto Calisti, Wanda Vismara, Adele Modica, Dante Cleri, Roy Bosier
Regie: Damiano Damiani
Drehbuch: Damiano Damiani / Fulvio Gicca Palli
Kamera: Claudio Ragona
Musik: Riz Ortolani
FSK 16
Italien / 1971

In einem Irrenhaus trifft hoher Besuch ein: Kommissar Bonavia verlangt die Entlassung eines gewissen Lumonno, der in den Diensten eines "ehrenwerten" Geschäftsmannes stand, der ihn zwangseinweisen ließ. Bonavia weiß ganz genau: Wenn Lumunno freikommt, wird er ihn zu seinem ehemaligen Brötchengeber führen. Das Wiedersehen endet erwartungsgemäß in einem Blutbad, das den jungen, ehrgeizigen Staatsanwalt Treni auf den Plan ruft.


Italienische Filme mit vorliegender Thematik gibt es wie Sand am Meer, aber nur die Wenigsten hinterlassen wohl einen so authentischen und realistischen Eindruck beim Zuschauer wie vorliegendes Werk von Damiano Damiani. Dabei verzichtete der Regisseur doch weitesgehend auf die ansonsten üblichen expliziten Gewaltdarstellungen und die unzähligen Schießereien, die man ansonsten oft geboten bekommt. "Der Clan, der seine Feinde lebendig einmauert" fällt viel eher durch eine eher ruhige und bedächtige Erzählstruktur auf und ist zudem auch noch äusserst dialoglastig geraten, was aber keinesfalls als negative Kritik aufzufassen ist. Vielmehr ist hier das Gegenteil der Fall, denn durch die ruhige und streckenweise schon sehr bedächtige Erzählweise entfacht der Film eine nahezu immense Intensität, die sich ganz unwillkürlich auch auf den Zuschauer überträgt, der von der ersten Minute an der von der Geschichte ausgehenden Faszination erlegen ist. Getragen von 2 herausragenden Hauptdarstellern (Martin Balsam & Franco Nero) erzählt der Film eine Geschichte über Korruption, Mafia-Strukturen und eine Art Staat im Staate, die kaum realistischer hätte ausfallen können.

Action-Junkies werden in vorliegendem Fall wohl nicht unbedingt auf ihre Kosten kommen, dafür dürften Freunde realistischer Polizei-Thriller ihre Begeisterung kaum verbergen können. Denn trotz eher selten vorhandener Action-Passagen versteht es der Film, die volle Aufmerksamkeit des Betrachters für sich einzunehmen, verspricht das Szenario doch ein hochklassiges Filmerlebnis, das einem zudem noch authentisch erscheinende Ereignisse offenbart, so das nicht selten der Eindruck entsteht, das man einen wahren Fall in Spielfilm-Form geboten bekommt. Dieser Eindruck entsteht in erster Linie durch die hervorragenden Darsteller, die durch die Bank mit herausragenden leistungen aufearten können, denn bis in die kleinsten Nebenrollen ist dieses Werk absolut perfekt besetzt. Dennoch kommt man nicht umhin, Martin Balsam und Franco Nero ganz besonders hervorzuheben, die dem Film allein schon durch die unter ihnen stattfindenden Dialoge ein hohes Maß an Klasse verleihen, die das von Haus aus schon exzellente Gesamtbild noch einmal zusätzlich aufwerten.

Doch obwohl sich die beiden Männer in ihrer Funktion als Kommissar und Staatsanwalt prinzipiell auf der Gesetzesseite befinden, herrscht unter ihnen das größtmögliche Misstrauen, da sich immer mehr herauskristallisiert, das die Intrigen und Korruptionen in vorliegendem fall bis in die höchsten Kreise reichen und man wirklich keiner Menschenseele vertrauen kann. Gerade diese Passagen sind es, die der Geschichte eine unglaublich realistische Note verleihen und dem Zuschauer auch einen sehr tiefen Einblick in Machenschaften gewährt, die mafiaähnliche Strukturen tragen und es den ermittelnden Beamten fast unmöglich machen, an die Hintermänner des Ganzen heranzukommen. Obwohl eigentlich jeder weiss, wie sich die Dinge zueinander verhalten und wer das Sagen in der korrupten Organisation hat, gibt es einfach keine Beweise, um die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen. Und an diesem Punkt denkt man ganz automatisch an die letzten Minuten der Geschichte, in denen doch noch so etwas wie Gerechtigkeit Einzug hält, auch wenn die gewählte Methode dazu alles andere als Legal ist. Doch genau dieser Punkt verleiht dem gewählten Schlussakkord einen unglaublich authentischen Anstrich, erscheint das Ende doch insbesondere aus menschlicher Sicht absolut nachvollziehbar und gerechtfertigt.

Und auch, wenn die letzten Minuten einen Schuss Tragik enthalten sind die letzten Passagen genau richtig gewählt und unterstreichen noch einmal eindrucksvoll die Skizzierung einer extrem realistischen Geschichte, die auch nachhaltig im Gedächtnis des Zuschauers hängenbleibt. Und so kann man letztendlich Damiano Damiani für diesen Film nur ein überragendes Gesamtzeugnis ausstellen, das in allen Belangen absolut gerechtfertigt ist. Durch den Verzicht übertriebener Action-Elemente erlangt das Werk sogar eine noch intensivere Wirkung auf den Betrachter, der sich der vom Geschehen ausgehenden Faszination einfach nicht entziehen kann. Herausragende Darsteller und hochklassige Dialoge machen diesen Film zu einem wahren Erlebnis, das man sich ganz sicher nicht nur einmal gönnen wird. Auch wenn "Der Clan, der seine Feinde lebendig einmauert" über 40 Jahre auf dem Buckel hat, hat diese Perle des italienischen Filmes nichts von ihrem Reiz und ihrer intensiven Wirkung eingebüsst und bietet sich so immer wieder für eine neuerliche Sichtung an.


Fazit:


Unter den Vertretern die eine ähnlich gelagerte Thematik behandeln, muss man vorliegendem Film sicherlich eine kleine Sonderstellung einräumen, gibt es doch eher wenige Genre-Kollegen, die so authentisch und glaubwürdig daherkommen. Ich persönlich verneige mich ehrfurchtsvoll vor diesem Meisterwerk des italienischen Kinos, das ich mir garantiert nicht das letzte Mal angesehen habe.


10/10

Sonntag, 29. Juli 2012

Schlacht um Finnland









Schlacht um Finnland
(Tali-Ihantala 1944)
mit Rauno Abonen, Mikkomarkus Ahtiainen, Frank Biermann, Jussi Brech, Mikko Bredenberg, Riko Eklundh, Marc Gassot, Marcus Groth, Johan Hallström, Karvo Hevossaari, Antti Holma, Markku Hyvönen
Regie: Ake Lindman / Sakari Kirjavainen
Drehbuch: Stefan Forss / Benedict Zilliacus
Kamera: Pauli Sipiläinen
Musik: Timo Hietala
Fsk 16
Finnland / 2007

Juni 1944. Die Rote Armee startet eine Großoffensive gegen Deutschland und Finnland. Den Finnen droht die totale Besetzung durch die Sowjetunion. Zahlenmäßig stark unterlegen bereitet die finnische Armee Gegenangriffe auf die Russen vor. General Lagus führt eine Panzerdivision und Jägerbrigaden ins Gefecht. Zum ersten Mal kämpft auch sein Sohn mit an vorderster Front. An der Kanone eines Sturmgeschützes erlebt er seine Feuertaufe. Zusammen mit dem jungen Panzerfahrer Virtanen attackieren sie die russischen Panzer. Leutnant Osmo führt das erste Panzerabwehrbataillon, welches die Russen mit Panzerfäusten aufhalten soll. Luftunterstützung erhalten sie von den Stukas und Focke-Wulfs des Gefechtsverbandes Kuhlmey. Die entscheidende Schlacht von Tali-Ihantala steht bevor.


Wie schon im 2004 erschienenen Film "Beyond the Front Line" präsentiert Ake Lindman einmal mehr eine auf wahren Begebenheiten beruhende Geschichte und hat dabei fast das identische Erfolgs-Team um sich versammelt, das auch für das 2004er Werk verantwortlich zeichnet. Dieses Mal dreht sich alles um die entscheidende Schlacht um Finnland, in der sic die zahlenmäßig deutlich unterlegene finnische Armee mutig gegen die übermächtige Rote Armee erwehren muss. In realistischen Bildern ist es Lindman dabei einmal mehr gelungen, dem Zuschauer ein absolut authentisches Szenario zu präsentieren, das im Prinzip gänzlich auf pompös in Szene gesetzte Schlachten und jeglichen Helden-Pathos verzichtet. Stattdessen entpuppen sich die Geschehnisse vielmehr als nüchtern-und sachlich dargestellte Realität, die insbesondere den Mut der eigentlich klar unterlegenen Finnen darstellt.

Es ist absolut sehenswert, auch einmal das Kriegsgeschehen in anderen Ländern zu beobachten, thematisieren doch die meisten Kriegsfilme hauptsächlich den Kampf gegen das Nazi-Regime. Dabei vergisst man nur zu oft, das auch in anderen Ländern Europas ein erbarmungsloser Krieg geführt wurde, dessen Gesicht man aber leider nur sehr selten zu Gesicht bekommt. Zudem beinhalten die Filme von Lindman auch immer diese dokumentarische Note, die auch in vorliegendem Werk wieder zu erkennen ist. Insbesondere im letzten Drittel der Geschichte wird dabei wieder Archivmaterial eingefügt, das Originalbilder der damaligen Ereignisse zeigt, was den authentischen Eindruck des Ganzen noch zusätzlich hervorhebt.

Auch im darstellerischen Bereich gibt es nur Positives zu vermelden, sämtliche Akteure überzeugen durch eine erstklassige Performance. Dabei gibt es keinerlei Theatralik zu beobachten und kein einziger Charakter der Geschichte wird sonderlich in den Vordergrund gestellt. Das ist meiner Meinung nach eine ganz große Stärke dieser skandinavischen Produktionen, in denen die Darsteller im Prinzip nicht mehr sind als die nötige Staffage, die Geschichte an sich konzentriert sich vielmehr auf das Wesentliche und stellt dabei die entscheidenden Momente eines unbarmherzigen Krieges dar. Nicht jeder mag diese nüchternen Darstellungen, erwarten die meisten Leute doch immer irgendwelche aufgemotzten Blockbuster, in denen es vor pompösen Schlachten nur so wimmelt. Hier jedoch verzichtet man vollkommen auf jegliche Sensations-Mache und konzentriert sich viel eher auf die aufopferungsvolle Verteidigung Finnlands, die letztendlich auch gelingt.

Die Kombination aus Spielfilm und dokumentarischen Einflüssen mag für viele eventuell etwas gewöhnungsbedürftig erscheinen, hinterlässt jedoch einen äußerst positiven Eindruck beim Zuschauer. Man kann sich jederzeit mit dem Geschehen identifizieren und erfreut sich an der glaubwürdigen Umsetzung wahrer Ereignisse. Wenn man dabei an die teils gewaltige Kriegs-Maschinerie der Großmächte denkt, empfindet man eine Menge Respekt für die kleineren Nationen wie Finnland, die im Vergleich gesehen doch mit weitaus weniger Waffen auskommen mussten, um ihr Land vor einer Invasion zu beschützen. Dieser Aspekt wird hier ganz hervorragend herausgearbeitet und macht die Geschichte noch interessanter, als sie schon von Haus aus ist. Mir persönlich hat auch dieses Werk von Lindman ausgezeichnet gefallen, so das ich durchaus eine bedenkenlose Empfehlung aussprechen kann.


Fazit:


Der zweite Weltkrieg in Europa war weitaus mehr als lediglich der Kampf gegen die Nazis. Leider gibt es im Verhältnis gesehen nur recht wenig Filme, die sich auch mit anderen Kriegsschauplätzen beschäftigen. Die Filme von Ake Lindman zeigen in sachlichen-und realistischen Bildern den ungleichen Kampf der finnischen Armee, die durch ihren Mut und die Liebe zu ihrem Vaterland den zahlenmäßig weit überlegenen Gegner aus Russland in die Schranken weist.


Die DVD:

Vertrieb: Ascot Elite
Sprache / Ton: Deutsch DTS 5.1, DD 5.1 / Finnisch DD 5.1
Untertitel: Deutsch, Englisch, Französich, Polnisch, Niederländisch
Bild: 2:35,1 (16:9)
Laufzeit: 112 Minuten
Extras: Making Of, Veteraneninterviews, Originaltrailer


7,5/10

Samstag, 28. Juli 2012

Lady Terminator









Lady Terminator
(Pembalasan Ratu Pantai Selatan)
mit Barbara Anne Constable, Christopher J. Hart, Claudia Angelique Rademaker, Joseph P. McGlynn, Adam Stardust, Ikang Fawzi
Regie: H. Tjut Djalil
Drehbuch: Karr Kruinowz
Kamera: Chuchu Seteja
Musik: Ricky Brothers
FSK 18
Indonesien / 1988

Tania, eine junge Wissenschaftlerin, ist seit Monaten auf der Suche nach dem untergegangenen Reich der sagenumworbenen Südsee-Königin. Fast am Ziel, wird sie von dem bösen Geist der jahrtausendalten Toten erbarmungslos in Besitz genommen. Tanja, das verführerische Mädchen, ist nun die Inkarnation des Bösen. Ihre Mission: Rache ! Tod den Nachkommen des letzten Liebhabers der Königin! Dieser willenlosen Kampfmaschine des Todes entkommt niemand. Sie lockt ihre Opfer mit den Waffen einer Frau. Sie verführt, um zu töten. Keiner kann sie stoppen! Sie ist unverwundbar und unsterblich...


Allein schon die Eröffnungs-Sequenz dieser indonesischen Produktion lässt keinerlei Zweifel darüber, in welche Richtung die skurrile Geschichte tendiert. Nimmt man dann noch die Inhaltsangabe dazu, dann kann man sich von der ersten Minute an auf eine Trash-Granate einstellen, die einem phasenweise die Lachtränen in die Augen treibt. Kommt man schon beim Filmtitel auf die Idee das es sich hier um den weiblichen Gegenpart zu Cameron's "Terminator" handeln könnte, so verfestigt sich diese Vermutung im Laufe der Zeit noch ganz erheblich. Denn diverse Passagen (Überfall auf ein Polizei-Revier, Schießerei in einer Discothek) lassen doch ganz offensichtliche Ähnlichkeiten zu Arnies Paraderolle erkennen, nur das in vorliegendem Fall alles um etliche Klassen schlechter in Szene gesetzt wurde. Das kann man auch ganz generell auf den gesamten Film ummünzen der im Prinzip vor Unzulänglichkeiten nur so strotzt, doch liegt insbesondere in diesen Defiziten der geniale Charme des größtenteils grotesken Treibens begründet

Während der knapp 80 Minuten Laufzeit bleibt wirklich kein Auge trocken und Freunde des schlechten Geschmackes dürfen sich auf ein dermaßen skurriles Geschehen einstellen, das man nicht alle Tage zu sehen bekommt. Neben grottenschlechten Effekten wartet "Lady Terminator" zudem mit einem Darsteller-Ensemble auf, das diese Bezeichnung eigentlich gar nicht verdient hat. Selten bekommt man ein so vollkommen ungelenkes- und überzogen theatralisches Schauspiel geboten und die dazugehörigen Dialoge sind so unglaublich dümmlich-und sinnbefreit, das die Kombination aus beiden Dingen im Normalfall nur als absolutes Fiasko bezeichnet werden kann, jedoch für Trash-Freunde ein wahres Spektakel an Dilletantismus darbietet. Hinzu kommen Schießereien die nicht nur von der Anzahl her reichlich vertreten sind, sondern auch noch so unglaubwürdig ins Bild gesetzt worden, das es eine wahre Pracht ist.

Autos werden mit MG-Salven eingedeckt und fahren trotzdem immer weiter, durchlöcherte Cops sind einfach nicht tot zu kriegen und dann hat man noch eine weibliche Hauptfigur, die noch nicht einmal Einschusslöcher aufweist, ganz egal, wie sehr sie mit Kugeln eingedeckt wird. Das alles zusammengenommen ergibt einen so jerrlich schrägen-und absurden Film-Spaß, das man dieses Werk einfach lieben muss. Und so siedelt sich "Lady Terminator" auch definitiv im oberen Drittel der Trash-Skala ein, denn es gibt nur wenige Filme dieser Art, die noch höher einzuschätzen sind.


Fazit:


Auch wenn der Film nicht ganz an Werke wie "Robo Vampire", "Angriff der Killertomaten" oder auch an "The Toxic Avenger" herankommt, so bietet er dennoch exzellent Filmkost der schrägen Art und stellt so für Freunde dieser Filmart eine absolute Pflichtkost dar.


8/10 Trash-Granaten

Donnerstag, 26. Juli 2012

Verführt









Verführt
(The Perfect Teacher)
mit Megan Park, David Charvet, Boti Bliss, Keeva Lynk, Amanda Tilson, Kimberly-Sue Murray, Christina Broccolini, James McGowan, Carolyn Fe, Judith Baribeau, Sophie Gendron, Andrew Johnston
Regie: Jim Donovan
Drehbuch: Christine Conradt / Gregory Henn
Kamera: Jean-Pierre Gauthier
Musik: Keine Information
FSK 12
USA / 2010

Die 17-jährige Devon verliebt sich in ihren neuen Mathelehrer, den attraktiven Jim Wilkes, dem zuerst nicht bewusst ist, wie ernst es dem Teenager mit seiner Schwärmerei ist. Um ihrem Subjekt der Begierde nahe sein zu können, schmeichelt sie sich zunächst bei seiner Tochter Annique ein. Als auch das nichts fruchtet, greift Devon zu drastischeren Mitteln: Um zu vermeiden, dass der geschiedene Jim nicht mit seiner neuen Liebe Rachel nach San Diego zieht, ist nun Gewalt angesagt.


Lehrer zu sein ist nicht immer eine angenehme Angelegenheit und diese Erfahrung muss auch Jim Wilkes (David Charvet aus Baywatch) machen. Seine Schülerin Devon (Megan Park) ist total in in verliebt und tut dabei wirklich alles, um ihrer großen Liebe nahe zu sein. Regisseur Jim Donovan hat in diesem für das amerikanische TV produzierten Thriller eine altbewährte Thematik aufgegriffen und diese dann streckenweise ziemlich überspitzt in Szene gesetzt. Dabei ist insbesondere das Verhalten des jungen Mädchens so dermaßen obsessiv dargestellt das im Prinzip selbst ein Blinder die krankhaften Züge erkennen müsste, die vom Verhalten der Schülerin ausgehen. Natürlich merkt es der betroffene Lehrer erst viel zu spät, was das gesamte Geschehen nicht gerade sehr glaubwürdig erscheinen lässt. Erst als es schon fast zu spät ist und die Handlungen von Devon vollkommen außer Kontrolle geraten, erkennt auch Wilkes die krankhafte Liebe seiner Schutzbefohlenen.

Zugegebenermaßen agiert Megan Park in der Rolle des offensichtlich psychophatischen Teenagers recht überzeugend, die Mischung aus fast kindlicher Naivität und eiskalter Berechnung kann sich jederzeit sehen lassen. Charvet hingegen hinterlässt einen eher unglaubwürdigen Eindruck, da man sich als Zuschauer doch recht schwer vorstellen kann, das ein Lehrer die offensichtlichen Zeichen einer von Besessenheit geprägten Zuneigung nicht erkennt. Trotz dieser Auffälligkeit gestalten sich die Ereignisse durchaus spannend, was ganz eindeutig in der Figur der Devon begründet ist. Ihre Taten nehmen mit der Zeit nämlich immer krassere Formen an und die junge Frau schreckt selbst vor einem Mord nicht zurück. Erscheint das Mädchen stellenweise wie ein typisch naiver Teenie, so sind ihre Handlungsweisen zumeist aber sehr wohl durchdacht und lassen eine eiskalte Berechnung erkennen. Das gibt sich vor allem im letzten Drittel des Filmes sehr gut erkennen, denn dort bringt sie ihren Schwarm doch in arge Bedrängnis.

"Verführt" ist sicherlich kein Hochspannungs-Thriller, bietet aber doch solide Unterhaltung die man sich ohne Weiteres gut anschauen kann. Nicht unbedingt mit etlichen Höhepunkten ausgestattet, bezieht die Geschichte ihren besonderen Reiz aus der weiblichen Hauptdarstellerin, die durch ihr fawcettenreiches Auftreten meiner Meinung nach das absolute Highlight darstellt. Durch eine sehr überzeugende-und spielfreudige Performance wertet sie eine durchschnittliche Geschichte sichtbar auf und drückt insbesondere die krankhafte Obsession zu ihrem Lehrer ganz fantastisch aus. Das naive Verhalten von David Charvet ist hingegen als Wermutstropfen in einer Story anzusehen, die ansonsten noch weitaus besser hätte ausfallen können.

Letztendlich bekommt es der Zuschauer mit sehr solider Filmkost zu tun, die sich im guten Durchschnitts-Bereich ansiedelt. Innovation sollte man nicht unbedingt erwarten, dafür ist die vorhandene Thematik doch schon zu oft verfilmt worden. Jim Donovan hat es leider versäumt, seiner Story einige neue Impulse zu verleihen, hat aber immerhin mit Megan Park eine ambitionierte Hauptdarstellerin gewonnen, die im Prinzip durch ihre schauspielerische Leistung den ganzen Film im Alleingang trägt.


Fazit:


Ganz bestimmt ist "Verführt" nicht als Genre-Highlight anzusehen, doch das Werk ist mit einem ordentlichen Spannungsbogen ausgestattet, der auch durch die recht vorhersehbaren Ereignisse nicht sonderlich beeinträchtigt wird. Eine stark agierende Hauptdarstellerin versteht es jederzeit, in der Rolle der verführerischen Lolita einige Glanzpunkte zu setzen. Auch wenn man hier im Endeffekt nichts Neues geboten bekommt, ist eine Sichtung des Filmes allemal lohnenswert.


Die DVD:

Vertrieb: Sunfilm
Sprache / Ton: Deutsch DTS 5.1, DD 5.1 / Englisch DD 5.1
Untertitel: Deutsch
Bild: 1,78:1 (16:9)
Laufzeit: 90 Minuten
Extras: Trailer


6/10

Mittwoch, 25. Juli 2012

Iron Doors









Iron Doors
(Iron Doors)
mit Axel Wedekind, Rungano Nyoni
Regie: Stephen Manuel
Drehbuch: Peter Ameson
Kamera: Jan Reiff
Musik: The Vibez / Stefan Ziethen
FSK 16
Deutschland / 2010

Der junge Mark erwacht in einem verschlossenen, tresorartigen Raum und kann sich nicht erklären, wie er in diese Situation geraten ist. Weil er einen üblen Streich seiner Kollegen vermutet, nimmt der die Situation zunächst mit Galgenhumor. Doch nach mehreren Tagen ohne Wasser und Nahrung muss er sich eingestehen: Niemand wird ihm helfen, wenn er nicht selbst etwas unternimmt. Die massive eiserne Tür erweist sich als unüberwindlich, aber es gelingt Mark unter unsäglichen Mühen, ein Loch in die Betonwand zu meißeln. Endlich atmet er auf, denn jenseits der Mauer ist es hell. Winkt dort die Freiheit? Als Mark sich durch das Loch zwängt, wird ihm schlagartig klar: Der Albtraum hat gerade erst begonnen.


Insbesondere die Ausgangslage des hier minimalistisch dargestellten Szenarios lässt beim Zuschauer Erinnerungen an Filme wie "Cube" oder auch "Saw" aufkommen, wobei sich dies aber wirklich nur auf die Situation der Hauptfigur Mark bezieht. Was soll man nun von einem mit gerade einmal 2 Personen besetzten Film erwarten, der sich selbst als Mystery-Thriller deklariert und woraus soll das doch recht monotone Geschehen seine Spannung her beziehen? Bietet die Geschichte doch eigentlich herzlich wenig Inhalt, so das man sich im Prinzip von Beginn auf die Frage beschränkt, was hinter der Ausgangssituation steckt und wer dafür verantwortlich zeichnet. Und so lässt man dann das ziemlich eintönige Szenario über sich ergehen, in dem man im ersten Drittel einzig und allein mit Mark konfrontiert wird, bevor dann mit der Zeit zumindest eine weitere Person in die Story eingeführt wird, die den Film aber auch nicht wirklich interessanter macht. Es bleibt letztendlich kaum etwas anderes übrig, als sich an Flüchen und Selbstgesprächen des männlichen Darstellers zu ergötzen und dabei die Hoffnung zu hegen, das am Ende zumindest eine logische Auflösung der spärlichen Ereignisse folgen wird.

Gerade bei diesem Aspekt offenbart "Iron Doors" jedoch seine größte Schwäche und nach gut 80 Minuten gelangt man zu der Erkenntnis, das sich das lange Warten auf eine erschöpfende-und möglichst logische Antwort keinesfalls gelohnt hat, denn die extrem knappe Auflösung lässt einen mit mehr Fragen als Antworten zurück. War die Enttäuschung über diesen als innovativ angekündigten Film bis hierhin schon sehr groß, so wird das Ganze mit einem Schlussbild beendet, das man schon fast als lächerlich bezeichnen kann. Dabei musste man eigentlich schon damit rechnen, denn schon vorher bekommt man es mit diversen Kleinigkeiten zu tun, die man nicht so richtig deuten kann und die wohl in irgendeiner Art und Weise fast schon philosophische Ansätze beinhalten sollen. Nur so ist im Endeffekt dieser filmische Murks zu erklären, den man 80 Minuten lang über sich ergehen lassen muss. Das von Haus aus nicht sonderlich gute Drehbuch verliert zum Ende hin auch noch das letzte Quäntchen Stärke und beschert einem einen Schluss-Akkord, der jeder Beschreibung spottet.

Was hier als innovativ verkauft werden soll, ist lediglich mangelnde Fantasie und lässt so viel Spielraum für eigene Interpretationen, von denen einem jedoch nicht eine einzige auch nur annähernd logisch erscheint. Auch der Standort der dargestellten Räume ist unmöglich zu erahnen, am ehesten soll wohl noch der Eindruck entstehen, das sich die beiden Leidensgenossen in einer Art Zwischenwelt befinden, was man aus ihren letzten Erinnerungen ableiten könnte. Hinzu kommen auch die immer wieder eingestreuten Symbole des Todes, denn nachdem Mark sich in den zweiten Raum durchgehämmert hat, findet er seine afrikanische Mitstreiterin in einem Sarg. Als beide dann nach einer gefühlten Ewigkeit den Weg in den dritten Raum beschreiten, werden sie dort von einem ausgehobenem Grab und einem Grabstein erwartet. Den Sinn dieser Symbollastigkeit kann man größtenteils nur erahnen, in Verbindung mit dem Schlussbild könnte man jedoch mit einiger Fantasie assozieren, das es sich um die einzelnen Schritte des Todes mit der verbundenen Auferstehung im Paradies handeln könnte. Wer den Film gesehen hat wird verstehen was ich mein und anders kann ich es einfach nicht ausdrücken. Vielleicht ist das auch zu weit hergeholt, für mich persönlich allerdings die einzige Möglichkeit, sich diesen wirren Rotz zu erklären.

Im Prinzip ist es aber auch vollkommen egal was sich die Macher bei dieser dümmlichen Geschichte gedacht haben, denn die wie auch immer geartete Botschaft kommt ganz einfach nicht an. Stattdessen wird der Betrachter um wichtige Lebenzseit gebracht, die man durchaus besser hätte verschwenden können. Prinzipiell bin ich Filmen gegenüber sehr aufgeschlossen, bei denen man auch mal etwas die grauen Zellen bemühen kann, "Iron Doors" ist jedoch absolut verschwendete Zeit und deshalb auch auf keinen Fall weiterzuempfehlen. Ehrlich gesagt kann man das dümmliche Geschehen auch als regelrechten Rohrkrepierer bezeichnen, der sich mit der letzten Szene selbst der Lächerlichkeit preisgibt.


Fazit:


Vielleicht waren die Macher dieses obskuren Werkes auf einem äußerst schlechten Drogen-Trip oder sie wollten einen besonders intelligenten Film abliefern. Wie dem aber auch sei, das Endergebnis kann man lediglich als Pseudo-Intellektuelles Filmchen ansehen, das prinzipiell keinerlei wirkliche Substanz beinhaltet und das man sich am besten erst gar nicht anschauen sollte.


2/10

Dienstag, 24. Juli 2012

Camel Spiders









Camel Spiders
(Camel Spiders)
mit Brian Krause, C. Thomas Howell, Melissa Brasselle, Diana Terranova, GiGi Emeta, Jon Mack, Michael Swan, Hayley Sanchez, Kurt Yaeger, Corey Landis, Michael Bernardi, Hugh Mun, Shay Baker
Regie: Jim Wynorski
Drehbuch: Jim Wynorski / J. Brad Wilke
Kamera: Andrea V. Rossotto
Musik: Chuck Cirino
FSK 16
USA / 2011

Kamelspinnen gelten bei den amerikanischen Truppen im Nahen Osten als wahre Geißel. Nun ist es den unangenehmen Insekten gelungen, mit zurückkehrenden Veteranen in die USA zu gelangen und sich in den Wüsten im Südwesten niederzulassen. Dort machen sie Jagd auf alles, was sich ihnen in den Weg stellt. Schließlich machen sie auch vor Menschen nicht halt und erweisen sich als schier unbezwingbarer Terror: Ein letztes Aufgebot Unerschrockener stellt sich den Spinnen entgegen.


Wieder einmal hat Trashfilmer Jim Wynorski seine Fantasie spielen lassen und mit "Camel Spiders" einen weiteren Beitrag zu den in letzter Zeit häufig erscheinenden Tierhorror-Filmen hinzugefügt, über deren Qualität sich erstklassig streiten lässt. Für die Freunde recht billig produzierter B-Movies sicherlich bedingt sehenswert, ist der Film für Fans des eher ernstzunehmenden Tierhorrors wohl vielmehr eine Enttäuschung. Viel zu viele Trash-Varianten haben in den letzten Jahren den Weg zu uns gefunden und so langsam ist man dieser teils obskuren Produktionen doch ein wenig überdrüssig. Das vorliegende Exemplar macht in dieser Beziehung sicherlich keine Ausnahme, läuft doch eigentlich alles nach einem altbekannten Schema ab, das mittlerweile noch nicht einmal mehr den Spaß-Faktor zu erkennen gibt, der zumindest vorhanden sein sollte damit sich eine Sichtung auch wirklich lohnt.

So ist es dann auch nicht wirklich verwunderlich, das die Geschichte im Prinzip keinerlei Substanz beinhaltet, Wynorski hat lediglich eine äußerst ausgedünnte Rahmenhandlung verwendet, um die Kamel- Spinnen auf einige Menschen im staubigen Nevada loszulassen. Das Gute an der Sache ist der Aspekt, das man die überdimensional großen Krabbler oft genug in Action erlebt, wobei einige Passagen sogar einigermaßen blutig ausfallen. Das war es dann jedoch auch schon mit den positiven Seiten eines Filmes, der keinerlei nachhaltigen Eindruck beim Zuschauer hinterlässt. Normalerweise stehe ich diesen eher trashigen Varianten des Tierhorrors recht positiv gegenüber, doch so wirklich konnte mich dieses eher sinnbefreite Szenario nicht überzeugen. Das liegt hauptsächlich darin begründet, das sich zu keiner Zeit ein wirklicher Spannungsaufbau zu erkennen gibt, das gesamte Geschehen ist absolut vorhersehbar und bietet keinerlei Überraschungsmomente, die man als kleine Highlights ansehen könnte.

Vielmehr offenbart sich eine hauchdünne Story, die man so-oder in ähnlicher Art schon allzu oft gesehen hat. Das führt sogar streckenweise zu echter Langeweile, denn bis auf einige nette Attacken der Spinnen und diverse wilde Schießereien bekommt man nicht viel geboten. Dieser Punkt schlägt sich insbesondere im doch eher unterdurchschnittlichen Schauspiel der Akteure nieder, von denen kein einziger eine richtig überzeugende Performance abliefert. Nur zu oft erweckt es viel eher den Eindruck, das diverse Darsteller überhaupt nicht wissen, was sie eigentlich tun sollen. Hölzernes-und ungelenkes Schauspiel sind die Folge davon und so manch eine Person wirkt sogar ziemlich fehl am Platz, um es einmal diplomatisch auszudrücken.

Selbst wenn man ein Freund des eher schlechten Geschmackes ist kann man diesem Film eigentlich nicht sonderlich viel abgewinnen. Einige nette Action-Sequenzen sind leider keinesfalls ausreichend, um gut 80 Minuten kurzweilige Unterhaltung anzubieten. Wenn nun wenigstens eine humorige Seite zu erkennen wäre, dann würden wir zumindest von unterhaltsamen Trash sprechen, doch der eher unfreiwillig auftretende Witz des dubiosen Geschehens versteht es nicht wirklich, einen ganzzeitig bei Laune zu halten. Leider lässt "Camel Spiders" an allen Ecken und Enden zu viele offensichtliche Defizite erkennen, die eine weitaus bessere Bewertung verhindern. Wynorski hat es eindeutig versäumt, hier eine echte Trash-Granate zu zünden und als ernstgemeinten Beitrag des Genres kann man das Werk leider auch nicht ansehen. Übrig bleibt eine Produktion die weder Fisch noch Fleisch bietet und phasenweise mit purer Langeweile daherkommt, die man auf jeden Fall hätte vermeiden können.


Fazit:


"Camel Spiders" bietet leider nicht den skurrilen Spaß, den ich mir von dieser Produktion erwartet habe, was viele Leute aber sicherlich ganz anders sehen werden. Natürlich liegt es wie immer im Auge des jeweiligen Betrachters, doch ich persönlich konnte dem vorhersehbaren Geschehen nur streckenweise etwas abgewinnen, so das ich letztendlich auch nur eine bedingte Empfehlung aussprechen kann.


Die DVD:

Vertrieb: Sunfilm
Sprache / Ton: Deutsch DTS 5.1, DD 5.1 / Englisch DD 5.1
Untertitel: Deutsch
Bild: 1,85:1 (16:9)
Laufzeit: 85 Minuten
Extras: Trailer


4/10

Sonntag, 22. Juli 2012

Soldiers of Fortune









Soldiers of Fortune
(Soldiers of Fortune)
mit Christian Slater, Ving Rhames, Sean Bean, Jon Barton, Charlie Bewley, James Cromwell, Ryan Donowho, Dale Gibson, Colm Meaney, Dominic Monaghan, Shawn Parsons, Freddy Rodriguez, Sarah Ann Schultz
Regie: Maxim Korostyshevski
Drehbuch: Robert Crombie / Alexandre Coscas
Kamera: Mashy Solovyova
Musik: Joseph LoDuca
Keine Jugendfreigabe
USA / 2011

Eine Gruppe von Millionären will gegen Bezahlung Krieg spielen und wird dazu auf eine Insel geflogen, auf der Rebellen versuchen einen skrupellosen Diktator zu stürzen. Ex-Elitesoldat Craig McCenzie (Christian Slater) bekommt den Auftrag, den reichen Söldnern das Kämpfen beizubringen. Zu seinen Schützlingen gehören der Aluminium-Magnat Dimidov (Sean Bean), Computerspiel-Genie Sin (Dominic Monaghan), Waffenhändler Grimaud (Ving Rhames) und Wallstreetbanker Vanderber (Charlie Bewley). Doch die Mission wird zum Desaster, der angeblich sichere Abenteuerurlaub zum Kampf auf Leben und Tod. Auf sich allein gestellt müssen die egoistischen Geldsäcke lernen als Team zu funktionieren. Denn Diktator Lupo und seine Truppen um Geheimdienstchef Mason (Colm Meaney) haben sie längst im Visier.


Nur in den seltensten Fällen zeichnen sich Actionfilme durch eine tiefer gehende Geschichte oder ausgedehnte Charakter-Beleuchtungen der einzelnen Figuren aus, zudem handelt es sich auch zumeist um Szenarien, die nicht unbedingt sehr glaubwürdig und realistisch erscheinen. Vorliegender Regie-Erstling von Maxim Korostyshevski stellt da auch ganz sicher keine Ausnahme dar, wobei der Film auch von der ersten Minute an keinen Hehl aus dieser Tatsache macht. Nun könnte man natürlich wieder die Argumentationen einiger Leute heranziehen, die dieser bewusst überzogen dargestellten Story jegliche Qualität absprechen, da sämtliche Ereignisse äußerst unglaubwürdig in Szene gesetzt wurden. Wenn man sich jedoch einmal die Mühe macht und vor der Sichtung des Filmes die Inhaltsangabe durchliest, kann man doch recht offensichtliche erkennen, in welche Richtung das Geschehen tendieren wird und was man zu erwarten hat. So dürfte dann auch die Erwartungshaltung in die richtigen Bahnen gelenkt werden und der Zuschauer freut sich auf ein actiongeladenes Spektakel, das twar sicherlich nicht gerade glaubwürdig erscheint, dafür aber mit einem extrem hohen Unterhaltungswert ausgestattet ist.

Mit dieser Grundhaltung kann man bei "Soldiers of Fortune überhaupt nichts falsch machen, denn von Beginn an präsentiert sich ein Szenario, das durchgehend äußerst kurzweilige Unterhaltung bietet und außerdem auch noch mit einer ordentlichen Portion Humor ausgestattet ist. Dieser gibt sich insbesondere in der ersten Filmhälfte zu erkennen und beinhaltet teilweise herrlich sarkastische Züge, so das man das Gesehene auch mit einem leichten Augenzwinkern betrachten sollte. Eine der Stärken des Filmes sind ganz bestimmt die absolut sehenswerten Action-Passagen, die zudem auch noch in mehr als ausreichendem Maße vorhanden sind und jeden Action-Fan begeistern dürften. Weiterhin ist es sicherlich die sehr namenhaft besetzte Darsteller-Riege, die schon im Vorfeld die Aufmerksamkeit des Betrachters auf sich ziehen dürfte. Christian Slater, Sean Bean und Ving Rhames sind dabei nur 3 Beispiele für viele bekannte Gesichter, die der Story ganz eindeutig ihren persönlichen Stempel aufdrücken. Selbstredend sollte man nicht unbedingt davon ausgehen, hier oscarreifes Schauspiel zu sehen, doch sämtliche Charaktere werden überzeugend dargestellt und hinterlassen größtenteils auch einen symphatischen Eindruck.

Ganz generell werden die Fronten zwischen Gut und Böse ziemlich schnell abgeklärt und es steht vollkommen außer Frage, wem die Symphatie des Zuschauers gehört. Man schlägt sich ohne nachzudenken auf die Seite der zahlenmäßig deutlich unterlegenen Gruppe, die im Laufe der Zeit einige fast übermenschliche Anstrengungen unternehmen muss, um am Ende letztendlich die Oberhand zu behalten damit das Gute siegen kann. Hier kommen dann ganz besonders die unglaubwürdigen Aspekte des Geschehens zum tragen, doch ehrlich gesagt erscheint das überhaupt nicht störend, sondern erhöht sogar noch den vorhandenen Spaß-Faktor, der ganz eindeutig im Mittelpunkt steht. Die durchgehend sehr temporeiche Erzählweise der geschichte tut ihr Übriges, um einen immer bei Laune zu halten, so das man gar nicht mitbekommt wie schnell doch die gut 90 Minuten Laufzeit vergehen und man auf einmal schon mit dem Abspann konfrontiert wird. Und das dürfte doch das prägendste Indiz für erstklassig unterhaltende Filmkost sein, die noch nicht einmal ansatzweise so etwas wie Langeweile aufkommen lässt. Dafür sorgt allein schon der wirklich herrliche Humor, der sich im Prinzip durch den gesamten Film zieht, aber insbesondere im Trainingslager der Millionäre zum Ausdruck kommt, die ganz gern einmal Krieg spielen wollen.

Man kann "Soldiers of Fortune" natürlich eine Menge an Dingen absprechen, sollte dabei jedoch nie außer acht lassen, von welcher Art Film wir hier sprechen. Für realitätsnahe-und tiefer gehende Geschichten sind ganz andere Genres zuständig, denn hier zählt einzig und allein der Spaß-Faktor. Und dieser ist extrem hoch angesiedelt, so das Freunde überzogener Action-Kracher jederzeit auf ihre Kosten kommen. Da nimmt man gern einmal in Kauf, das die gute Rahmenhandlung vollkommen unglaubwürdig erscheint und sehr überspitzt dargestellt wird. Andererseits tut das der Geschichte auch sehr gut, hat man doch immer das Gefühl, das dieser Aspekt vollkommen gewollt so umgesetzt wurde. Maxim Korostyshevski hat meiner Meinung nach ein sehr gut umgesetztes Regie-Debüt hingelegt, das vor allem das anbietet, was man sich von einem Actioner erwartet, nämlich herrlich spaßige Unterhaltung von Anfang bis Ende.


Fazit:


Manchmal ist es das große Kopf-Kino und manchmal ist es die eher seichte Filmkost über die man nicht viel nachdenken muss, die dem Zuschauer vergnügliche Stunden bereiten. In vorliegendem Fall sollte man ganz einfach ein wunderbar überzogenes Action-Spektakel genießen und sich nicht die Frage nach der Glaubwürdigkeit der Ereignisse stellen. Ich persönlich bin begeistert von diesem Werk und kann es auf jeden Fall wärmstens weiterempfehlen.


Die DVD:

Vertrieb: Ascot Elite
Sprache / Ton: Deutsch DTS 5.1, DD 5.1 / Englisch DD 5.1
Untertitel: Deutsch / Englisch
Bild: 2,35:1 (16:9)
Laufzeit: 95 Minuten
Extras: Behind the Scenes, Interviews, Originaltrailer, Trailershow


8/10

Samstag, 21. Juli 2012

The Last Seven









The Last Seven
(The Last Seven)
mit Tamer Hassan, Simon Phillips, Daisy Head, Sebastian Street, Rita Ramnani, John Mawson, Danny Dyer, Ronan Vibert, Idalina Leandro, Belle Hassan, Patricia Rybarczyk, Johnny Lynch, Jim Ford, Grace Vallorani, Yoram Halberstam
Regie: Imran Naqvi
Drehbuch: John Stanley
Kamera: David Mackie
Musik: Matthew Williams
FSK 16
Großbritannien / 2010

Als William (Simon Phillips) aus seiner Bewusstlosigkeit erwacht, findet er sich verwirrt und alleine in einer Strasse Londons wieder. Es ist, als ob 7 Millionen Einwohner einfach verschwunden wären. Eine Bombe? Ein biologischer Angriff? Als er die Gegend erkundet, trifft er auf sechs weitere Menschen angeführt von dem Söldner Jack (Tamer Hassan). Es scheint als wären sie die einzigen Überlebenden einer riesigen Katastrophe. Keiner vertraut dem anderen. Nachdem einer der Gruppe verschwindet und tot aufgefunden wird, ahnt Jack, dass sie nicht die einzigen Überlebenden in der menschenleeren Stadt sind. Ein brutaler Kampf ums überleben beginnt …


Zugegebenermaßen kann man in vorliegender Geschichte durch die Inhaltsangabe seine Erwartungen in eine falsche Richtung lenken, keimt doch die Hoffnung an eine actiongeladene Szenerie in einem auf, die man allerdings überhaupt nicht zu sehen bekommt. Vielmehr offenbart sich eine eher ruhig und bedächtig erzählte Story, die gerade in der ersten Filmhälfte einen äusserst mysteriösen Anstrich hat, der eine sehr faszinierende Wirkung auf den Betrachter ausübt, der sich auf dem gleichen Wissensstand wie die Protagonisten befindet, von denen keiner weiss, warum man sich in der gegebenen Situation wiederfindet. Daraus bezieht die Geschichte auch ihre Spannung, die mit der Zeit immer greifbarer wird und sich zusehends verdichtet. Nicht selten entsteht während des mysteriösen Geschehens der Eindruck, das vorliegender Story-Plot auch von Stephen King sein könnte, fühlt man sich doch in gewissen Passagen an einen Film wie "Langoliers" erinnert, denn diverse Ähnlichkeiten in der Erzählstruktur sind doch ziemlich offensichtlich.

Durch immer wieder eingefügte Flashbacks der einzelnen Personen werden dem Zuschauer einzelne Puzzle-Teilchen zugeworfen, die zu Beginn noch keinen Zusammenhang erkennen lassen, aber mit zunehmender Laufzeit die Ereignisse immer klarer werden lassen, wie es zu der vorhandenen Situation kommen konnte, in der sich die sieben Personen nun befinden. Immer offensichtlicher kommt dabei der Aspekt in den Vordergrund, das alle Akteure sich kennen und einige sogar familiär miteinander verbunden sind. Je mehr die Erinnerung der einzelnen Charaktere zurückkommt, desto deutlicher wird die Tatsache, das alle etwas miteinander zu tun haben, ohne das das ganze Ausmaß frühzeitig zu erkennen ist und man sich als Zuschauer bis zum Ende gedulden muß, um die Gesamtzusammenhänge wirklich zu erkennen. So zieht sich dann auch ein sehr konstanter Spannungsbogen durch das gesamte Szenario, das auch ohne jegliche Action und Härte auskommt und dabei trotzdem beste und sehr kurzweilige Unterhaltung bietet.

Gerade deshalb kann ich es auch nicht nachvollziehen, das dieses Regie-Debut von Imran Naqvi erstaunlicherweise eher schlechte Bewertungen erhält, was ich persönlich mir nur so erklären kann, das viele Leute aufgrund der Inhaltsangabe einen actiongeladenen Film erwartet haben und damit einem totalen Trugschluss aufgesessen sind. Auch wenn "The Last Seven" in dieser Richtung wirklich gar nichts zu bieten hat, handelt es sich aber dennoch um einen sehr guten und interessanten Thriller, der durch die Einarbeitung dezenter SCI/FI Elemente eine äusserst spannungsgeladene Story präsentiert, die jederzeit die Neugier des Zuschauers weckt, denn möchte man doch selbst erfahren wie es dazu kommen konnte, das sich die sieben Personen ohne ersichtlichen Grund auf einmal in einem menschenleeren London befinden. Es mag gut möglich sein, das vorliegende Geschichte längst nicht jeden Geschmack trifft, wer aber seine Freude an mysteriösen Thrillern hat, der wird hier auf jeden Fall auf seine Kosten kommen und mit einem Gefühl der Befriedigung aus diesem Film entlassen werden, der mit immer ausführlicher erscheinenden Erinnerungs-Flashbacks auf ein Ende hinarbeitet, das man erst im letzten Drittel der Story vorrausahnen kann. Auch wenn der gewählte Schluss-Akkord nicht unbedingt vor Innovation strotzt, denn thematisch ähnlich gelagerte Szenarien hat man schon öfter geboten bekommen, erscheint er doch einigermaßen kreativ und kann für einige Leute eventuell sogar richtig überraschend erscheinen.

Insgesamt gesehen hinterlässt "The Last Seven" auf jeden Fall einen sehr positiven Gesamteindruck und kann als durchaus gelungener Regie-Erstling angesehen werden. Auch ohne jegliche Action und Härte wird man mit einer absolut sehenswerten und äusserst atmosphärischen Geschichte konfrontiert, die eine durchaus beklemmende Wirkung auf den Betrachter hinterlässt. Jede Menge Spannung und eine apokalyptische Grundstimmung sind die Stärken eines Filmes der eine eher ruhige Erzählstruktur an den Tag legt, die aber gerade durch die eher ruhigen Töne an Intensität gewinnt und eine unglaubliche Faszination auf den Zuschauer ausübt, der man sich beim besten Willen nicht verweigern kann. Hinzu kommen einige Passagen, in denen es auch durchaus zu einer fast skurrilen Situationskomik kommt, die dem gewonnenen Gesamteindruck sehr zu gute kommt. Im darstellerischen bereich sollte man hier keine oscarreifen Leistungen erwarten, jedoch ist das Schauspiel dem Geschehen angemessen und kann als sehr solide bezeichnet werden.


Fazit:


Auch wenn "The Last Seven" vielleicht nicht die ganz große Innovation beinhaltet, bekommt man einen Film geboten, der erstklassig und spannend zu unterhalten weiss. Für Leute, die thematisch ähnlich gelagerte Filme noch nicht gesehen haben dürfte hier sogar ein ziemlich großer Überraschungseffekt beinhaltet sein. Auf jeden Fall aber bekommt man ein atmosphärisches Szenario geboten, in dem einem immer wieder Erinnerungsbrocken der einzelnen Charaktere offeriert werden, die sich zum Ende hin zu einem großen ganzen zusammenfügen, das sämtliche offenen Fragen beantwortet. Ich mag solche mysteriösen Thriller, die zum mitraten einladen und ganzzeitig durch einen straff gezogenen Spannungsbogen zu überzeugen wissen, weshalb ich auch eine uneingeschränkte Empfehlung für dieses Werk aussprechen kann.


Die DVD:

Vertrieb: Ascot Elite
Sprache / Ton: Deutsch / Englisch DD 5.1
Untertitel: Deutsch
Bild: 2,35:1 (16:9)
Laufzeit: 84 Minuten
Extras: Kinotrailer, Making Of


7/10

Freitag, 20. Juli 2012

Zombie Reanimation









Zombie Reanimation
(Zombie Reanimation)
mit Thomas Kercmar, Jochen Taubert, Tasso Mintopoulos, Manoush, Michael Effenberger, Erich Amerkamp, Silke Barenbrok, Benjamin Albrecht, Michael Angenendt, Keks Barenbrock, United Bass, Frank Berens
Regie: Thomas Kercmar / Jochen Taubert
Drehbuch: Jochen Taubert
Kamera: Tim Lota
Musik: Olaf Rabe
Ungeprüft
Deutschland / 2009

Es begann alles mit der ersten Zombie-Infektion im Jahr 1945. Zwei fanatische Ärzte entdecken durch Zufall einen Virus, der Leichen lebendig werden lässt. Doch schnell stellen sie fest, dass man die Untoten nicht kontrollieren kann. Ihr Verlangen nach Fleisch ist zu groß und lässt kein Denken zu. Viele Jahre später starten die beiden ein neues Experiment. Ihr Tun hinterlässt eine lange blutige Spur...


Der Name Jochen Taubert dürfte wohl hauptsächlich den Freunden des Trashfilms bekannt sein, ist der gute Mann doch zumindest bei uns in Deutschland der ungekrönte König des schlechten Geschmacks, was sich immer wieder in seinen obskuren Filmen deutlich erkennen lässt. Sämtliche seiner älteren Werke haben aber zumindest immer eine Gemeinsamkeit, bewegen sie sich doch alle auf dem untersten Niveau und sind lediglich als Partyfilme bei starkem Alkohol-Genuss zu ertragen. Dann jedoch entfalten sie einen unglaublich hohen Unterhaltungswert und können jederzeit eine Menge Stimmung in eine gesellige Runde bringen. Mit "Zombie Reanimation" hat sich jedoch zumindest im handwerklichen Bereich etwas getan, so das der Zuschauer einen gewissen Fortschritt erkennen kann. Dies bezieht sich aber ausschließlich auf eine etwas bessere Kameraarbeit und klarere Bilder, die man in den älteren Werken doch oft vermisst hat.

Ansonsten brilliert aber auch dieser Film durch absoluten Nonsens, was sich allein schon in der vollkommen an den Haaren herbeigezogenen Geschichte erkennen lässt. Absolut typisch für den deutschen Regisseur offenbart sich dabei ein Szenario, das nur so vor Absurditäten strotzt und ein dermaßen groteskes Geschehen bietet, das man sich ganz automatisch die Lachtränen aus den Augen wischen muss, um den grotesken Ereignissen folgen zu können. Wie eigentlich immer sind es insbesondere die miesen Effekte die hier ein absolutes Highlight darstellen, wobei man insbesondere auf die Passagen achten sollte, in denen Blut aus menschlichen Körpern spritzt. Als weiteren Höhepunkt bekommt man ein Darsteller-Ensemble präsentiert, das dieser Beschreibung in jeder Beziehung spottet. Dennoch muss man eingestehen, das auch in diesem Punkt eine dezente Steigerung gegenüber früheren Filmen zu erkennen ist. Nun sollte man jedoch immer noch kein gelungenes Schauspiel erwarten, doch einige der Akteure wirken nicht ganz so hölzern und dumm, wie es ansonsten der Fall ist.

Auch die Splater-und Gore Passagen wirken in diesem Film etwas härter als gewohnt, wobei man allerdings keinesfalls von ansteigender Klasse sprechen könnte, da Taubert ganz einfach das nötige Talent fehlt, um auch nur ansatzweise eine gelungene Amateur-Produktion in Szene zu setzen. Bewundernswert ist aber die Tatsache, das er trotzdem immer wieder Filme kreiert die zumindest eine bestimmte Zielgruppe ansprechen, in der seine obskuren Werke schon fast eine Art Kult-Status besitzen. Man muss ganz einfach nur ziemlich schmerzfrei sein und darf auch mit keinerlei filmischen Anspruch an seine Filme herangehen, denn nur so kann man seinen Geschichten etwas abgewinnen. Und so ist auch "Zombie Reanimation" Trash in absoluter Reinkultur, der lediglich in Verbindung mit viel Alkohol zu ertragen ist. Den braucht man allein schon wegen dem vollkommen unpassenden Score, der wie immer überhaupt nicht zu den Geschehnissen passt.

Letztendlich bekommt man es hier mit einem weiteren "Meisterwerk" aus dem Hause Taubert zu tun, das sich fast nahtlos auf einer Stufe mit "Klassikern" wie "Pudelmützen Rambos" oder auch "Piraten-Massaker" einreiht. Der Film ist einfach so schlecht, das er aus einem bestimmten Blickwinkel aus gesehen schon wieder gut ist und auf jeden Fall eine Menge Unterhaltungswert beinhaltet. Um dies so sehen zu können muss man jedoch ein besonderes Faible für den schlechten Geschmack haben, denn ansonsten kann man mit diesem hanebüchenen Szenario überhaupt nichts anfangen.


Fazit:


Wer die Filme des Jochen Taubert kennt weiß ganz genau, auf was man sich hier einlässt. "Zombie Reanimation" bietet aufgrund seiner absurden Geschichte eine absolute Trash-Granate, in filmischer Hinsicht handelt es sich allerdings um einen totalen Rohrkrepierer. Wer noch nie einen Film des vollkommen talentfreien Regisseurs gesehen hat sollte diesen Zustand endlich einmal ändern, denn nur so kann man sich wirklich einen Eindruck darüber machen, das man auch von Talentfreiheit anscheinend ganz gut leben kann.


2/10 / als Trash 7/10

Mittwoch, 18. Juli 2012

The Hunter









The Hunter
(The Hunter)
mit Willem Dafoe, Sam Neill, Frances O'Connor, Sullivan Stapleton, Callan Mulvey, Morgana Davies, Jacek Koman, Dan Wyllie, Maia Thomas, Jamie Timony, Finn Woodlock, Dan Spielman, John Brumpton
Regie: Daniel Nettheim
Drehbuch: Julia Leigh / Wain Fimen
Kamera: Robert Humphreys
Musik: Andrew Lancaster / Michael Lira / Matteo Zingales
FSK 12
Australien / 2011

Martin David ist ein hoch bezahlter Industrie-Söldner für besondere Aufgaben. Eine skrupellose Biotech-Firma schickt ihn nach Tasmanien, um eine mystische und wahrscheinlich äußerst profitable Kreatur zu finden: den letzten Tasmanischen Tiger. Martin soll ihn erlegen und sein Gen-Material sicherstellen. In der undurchdringlichen Wildnis der tasmanischen Berge, wo jeder Fehltritt, jede Unachtsamkeit oder kleinere Verletzung einen einsamen Tod bedeuten kann, legt sich Martin auf die Lauer. Er weiß, dass seine Zeit knapp ist. Schon bald findet er Zeichen, dass er da draußen nicht mehr allein ist ...


Gleich zu Beginn sollte man wohl erwähnen das dieser Film die Meinungen ziemlich stark spalten wird, denn "The Hunter" ist ein sehr außergewöhnliches Werk, das sich irgendwo zwischen Drama-und Abenteuerfilm ansiedelt. Wer nun ein actiongeladenes Spektakel erwartet sieht sich am Ende sicherlich seiner Hoffnungen beraubt, bekommt man hier doch viel eher eine sehr ruhig erzählte Story-Line präsentiert, die im Prinzip zu keiner Zeit mit viel Tempo-und Rasanz ausgestattet ist. Das hat der Film jedoch auch überhaupt nicht nötig, entfaltet er doch gerade durch das Fehlen übertriebenen Aktionismus erst seine volle Intensität und kann nur so auch wirklich auf den Zuschauer einwirken. Und diese Wirkung ist streckenweise wirklich schon als gigantisch zu bezeichnen, vor allem die vorhandene Bildgewalt der brillanten Landschaftsaufnahmen berührt einen auf eine ganz eigene Art. Einerseits ist man absolut fasziniert von der unberührten Natur, die aber auch gleichzeitig etwas sehr Bedrohliches beinhaltet. Es ist also nicht weiter verwunderlich, das insbesondere die Passagen den größten Eindruck hinterlassen, in denen sich der Jäger Martin (Willem Dafoe) vollkommen abseits jeglicher Zivilisation allein auf die Jagd nach dem letzten Tasmanischen Tiger begibt, um einem profitgeilen Konzern extrem wertvolle Organe dieses eigentlich ausgestorbenen Tieres zu beschaffen. In diesen Phasen der Geschichte kommt es einem so vor, als wenn man sich selbst in der unendlich weiten und nicht erschlossenen Naturlandschaft Tasmaniens befindet. Es gibt keine störenden Dialoge, in diesen Einstellungen ist man ganz allein mit einem einzelnen Mann und dessen faszinierender Umgebung konfrontiert, so das man fast schon mit dem Szenario verschmilzt. Dabei öffnet man sich ganz automatisch den manigfaltigen Eindrücken und saugt diese wie ein Schwamm in sich auf.

Unterbrochen wird das Ganze zwischendurch immer wieder von Einstellungen, in denen Martin sich bei der Familie befindet, bei der er Unterschlupf gefunden hat, um seine Jagd sorgfältig zu planen. Auch dieser Teil der außergewöhnlichen Geschichte ist ein ganz wichtiger Bestandteil des Gesamtpaketes, denn hier wird einem die innerliche Wandlung eines Mannes näher gebracht. Tritt Dafoe zu Beginn noch als scheinbar emotionsloser Söldner auf der lediglich seinen Auftrag erfüllen will, so verändert er sich mit der Zeit zusehends. Er stellt seinen Auftrag immer mehr in Frage und setzt seine Prioritäten vollkommen anders, als es noch zu Beginn der Fall war. Hier kommt einmal mehr das herausragende schauspielerische Talent eines Willem Dafoe zum Vorschein, denn ohne jegliche Theatralik und viele Worte ist der mann allein durch seine bestechende Mimik dazu in der Lage, die gesamte Gefühls-Palette eines Menschen zum Ausdruck zu bringen. Seine eigentliche Aufgabe gerät kaum merklich immer mehr in den Hintergrund und er entwickelt wahre Gefühle für die Menschen, bei denen er untergekommen ist. Das äußerst sich insbesondere durch Kleinigkeiten, die jedoch für den Betrachter äußerst gut nachzuvollziehen sind, so das ganz unweigerlich eine starke Identifizierung mit den Ereignissen stattfindet.

Nun beklagen sich einige Leute über mangelnde Spannung in diesem Werk und zugegebenermaßen ergibt sich diese auch lediglich aus der Frage, ob der Jäger am Ende wirklich noch auf einen Tasmanischen Tiger trifft und seinen Auftrag erfüllt. In einem finalen Showdown wird diese Frage ganz am Ende auch beantwortet, wobei dies auf eine ganz andere Art und Weise passiert, wie manch einer es wohl nicht vermuten wird. Diese letzte Phase des Geschehens ist dann auch besonders ergreifend und berührt einen selbst im Innersten. Die damit verbundene Botschaft der Geschichte ist mehr als eindeutig und hinterlässt beim Zuschauer einen bleibenden-und sehr nachhaltigen Eindruck, den man nicht so schnell wieder abstreifen kann. Worauf es zum Schluss letztendlich hinausläuft kann man sich zwar schon etwas früher ausmalen, wenn man jedoch mit den ergreifenden Szenen am Ende konfrontiert wird ist das eine ganz andere Sache. Die Bilder gehen nicht spurlos an einem vorbei und kriechen dabei sehr tief unter die eigene Haut. Zwar ist "The Hunter" ohne jegliche Action in Szene gesetzt worden, doch hat man im Prinzip zu keiner Zeit das Gefühl, das man etwas vermissen würde. Zu sehr berührt einen das intensiv gestaltete Szenario und die Bildgewalt tut ihr Übriges dazu, das der Betrachter sich auf das wirklich Wesentliche konzentriert.

Im Endeffekt handelt es sich bei "The Hunter" um ein erstklassiges-und hochwertiges Film-Erlebnis, das jedoch ganz bestimmt nicht jeden Geschmack treffen wird. Man muss sich der Geschichte öffnen und tief in das Szenario eintauchen, um die volle Wirkung dieses herausragenden Werkes auch spüren zu können. Wer ein actiongeladenes Jagd-Abenteuer erwartet sollte lieber gleich die Finger von der DVD lassen, denn dafür sind die Ereignisse definitiv nicht ausgelegt worden. Stattdessen bekommt man ein sehr ruhig erzähltes Drama präsentiert, das mit diversen Abenteuer-Elementen versehen wurde. Neben einem omnipräsenten Willem Dafoe sind es insbesondere die eindrucksvollen Bilder, die man als absolutes Highlight ansehen muss. Das Gesamtpaket ist letztendlich ein sehr ungewöhnlicher aber absolut faszinierender Film, den ich persönlich schon als kleines Meisterwerk bezeichnen möchte. Zu diesem Ergebnis kann man jedoch nur kommen, wenn man sich auch ohne jegliche Vorbehalte und mit der richtigen Erwartungshaltung dieser Geschichte nähert. Ist man dazu in der Lage, dann wird man mit hochklassiger Filmkost belohnt, die man nicht so schnell vergessen wird.


Fazit:


Auch wenn manch einer "The Hunter" als langweilig bezeichnet und sich über mangelnde Spannung beschwert, dürfte es etliche Menschen geben, die das vollkommen anders sehen. Und das ist auch gut so, handelt es sich doch um eine faszinierende Geschichte, die meiner persönlichen meinung nach sehr viel Aufmerksamkeit verdient hat.


Die DVD:

Vertrieb: Ascot Elite
Sprache / Ton: Deutsch DTS 5.1, DD 5.1 / Englisch DD 5.1
Untertitel: Deutsch
Bild: 1:2,35 (16:9)
laufzeit: 97 Minuten
Extras: Making Of, Originaltrailer, Trailershow


9/10

Montag, 16. Juli 2012

Nazi Invasion - Team Europe









Nazi Invasion - Team Europe
(Jackboots on Whitehall)
Puppenfilm
Regie: Edward McHenry / Rory McHenry
Drehbuch: Edward McHenry / Rory McHenry
Kamera: Keine Informationen
Musik: Guy Michelmore
Keine Jugendfreigabe
Großbritannien / 2010

In den letzten Momenten des World War II, wird ein geheimes unterirdisches Nazi Tunnel Programm gestartet. Der teuflische Plan sieht vor, eine Invasion Englands durchzuführen, indem sich die Nazis unter dem Ärmelkanal durchbuddeln, um mit ihren Armeen direkt auf englisches Hoheitsgebiet vorzustoßen! Die Englische Regierung glaubt nicht an einen solchen Plan und so sind sie völlig unvorbereitet, als sich auf einmal die Straßenpflaster von Whitehall auftun und die Nazis durch einen riesigen Tunnel einmarschieren, um das Großdeutsche Reich zu erweitern. Die Englische Armee versagt und so bleibt nur ein wilder Haufen von "Inglorious Bastards" um die Nazis zu stoppen!


Im Normalfall kann ich mit dieser Art von Film nicht besonders viel anfangen, doch die Thematik der Geschichte lässt hier sämtliche Bedenken verschwinden und man möchte sich das Puppen-Spektakel unbedingt anschauen. Und die Sichtung dieses sehr witzigen Werkes ist dann auch absolut lohnenswert, denn die Macher dieser skurrilen Geschichte haben sich wirklich alle Mühe gegeben, um dem Zuschauer knapp 90 Minuten lang beste Unterhaltung anzubieten. Ganz unwillkürlich drängt sich einem in etlichen Passagen der Vergleich mit der berühmten "Augsburger Puppenkiste" auf, woraus das Geschehen seinen unverwechselbaren Charme bezieht. In der Hauptsache ist es jedoch der absolut gelungene Wortwitz der einem phasenweise die Lachtränen in die Augen jagt, wobei auch diverse Kraftausdrücke und Beleidigungen eine gewisse Würze aufkommen lassen.

Edward und Rory McHenry haben ihrer Geschichte auch diverse Anspielungen auf andere Filme hinzugefügt, so spielt beispielsweise "Braveheart" insbesondere im furiosen Finale eine nicht unwichtige Rolle, aber auch in einer Flug-Attacke auf einen Zeppelin kann man Ähnlichkeiten zu Roland Emmerich's "Independence Day" erkennen. Die Theamtik an sich wird hier ganz generell ordentlich auf die Schippe genommen, was man immer wieder an diversen Kleinigkeiten merken kann. So besitzt zum Beispiel Winston Churchill eine Katze die so aussieht wie Adolf Hitler und der deutsche Führer ist nach der erfolgreichen Invasion in einem gewöhnungsbedürftigem Königs-Kostüm zu sehen. Insbesondere diese kleinen Details verleihen dem Ganzen sehr viel Charme und sorgen für einen erstklassigen Humor, der sich auch in visueller Hinsicht wiedergibt.

Die hier dargestellte Schlacht um England ist dann streckenweise sogar recht blutig in Szene gesetzt worden, man bekommt mehrere blutige Einschüsse zu sehen und selbst das Abtrennen diverser Gliedmaßen ist in der finalen Schlacht keine Seltenheit. Natürlich ist es fast schon selbstverständlich, das die bösen deutschen Invasoren ordentlich ihr Fett wegbekommen, doch dies geschieht auf eine so witzige Art und Weise, das man dabei keinerlei böse Hintergedanken hegen kann. Insbesondere deswegen nicht, weil die Engländer zum Ende hin praktisch vom Regen in die Traufe kommen, denn kaum sind die Nazis geschlagen, wird das Land durch eine andere Macht besetzt. Gerade bei dem geschichtlichen Hintergrund Englands nimmt man sich hier ein wenig selbst auf die Schippe, was das Gesamtwerk unglaublich symphatisch macht.

Letztendlich kann man für "Nazi Invasion - Team Europe" eine uneingeschränkte Empfehlung aussprechen, denn hier ist beste Unterhaltung vorprogrammiert. Teil äußerst skurril, aber vor allem immer charmant wird eine Geschichte erzählt, die mit jeder Menge Ironie-und Sarkasmus angereichert wurde. Beißender Wortwitz und teils grandiose Situationskomik sorgen für ein Filmerlebnis, das man sicherlich nicht so schnell vergessen wird.


Fazit:


Es macht wirklich jede Menge Spaß, sich diesen herrlichen Puppenfilm anzusehen, denn man jederzeit mit einem Augenzwinkern betrachten sollte. Die vorhandene Thematik wird extrem überspitzt dargestellt und bezieht gerade daraus ihren hohen Unterhaltungswert. Wer hier nicht auf seine Kosten kommt, sollte zum lachen in den Keller gehen, denn im Normalfall dürfte bei dieser Geschichte kein Auge trocken bleiben.


Die DVD:

Vertrieb: Ascot Elite
Sprache / Ton: Deutsch / Englisch DD 5.1
Bild: 1,78:1 (16:9)
Laufzeit: 91 Minuten
Extras: ackboots on Whitehall - Theatrical Trailer, Interview with the Crew, Behind the Scenes Footage, Featurettes, Trailershow


8/10

Sonntag, 15. Juli 2012

Outpost - Zum Kämpfen geboren









Outpost - Zum Kämpfen geboren
(Outpost)
mit Ray Stevenson, Julian Wadham, Richard Brake, Paul Blair, Brett Fancy, Enoch Frost, Julian Rivett, Michael Smiley, Johnny Meres, Xuki Robeli, Mark Smith, Graeme Temple, Charlie Jeffrey
Regie: Steve Barker
Drehbuch: Rae Brunton / Kieran Parker
Kamera: Gavin Struthers
Musik: James Seymour Brett
FSK 16
Großbritannien / 2007

Während in Osteuropa der Krieg tobt, lässt sich eine kampferprobte Söldnertruppe auf eine Mission gegen einen Feind ein, der mächtig und erbarmungslos genug ist, um diese brutalen, scheinbar unverwundbaren Männer in verängstigte Opfer zu verwandeln. Von feindlichen Einheiten umzingelt, kämpfen sie sich den Weg frei zu einem alten Nazibunker, in dem früher Soldaten an der Erschaffung einer übermenschlichen Superarmee experimentierten. Im Bunker finden sie die verstümmelten Überreste dieser Soldaten und machen eine weitere grausige Entdeckung: einen Überlebenden. Doch es scheint, dass die Männer einem weiteren Geheimnis auf der Spur sind einem Alptraum, dem sie und die ganze Welt nun ins Auge blicken müssen.


Nicht erst seit der köstlichen Horror-Komödie "Dead Snow" werden Nazi-Zombies gern als Gegner für Menschen genommen, denn auch in vorliegendem Film des Regisseurs Steve Barker aus dem Jahr 2007 greift man auf untote deutsche Bösewichte zurück, um eine äusserst gelungene Kombination aus Söldner-und Horrorfilm zu präsentieren. Nur das die Thematik hier keineswegs witzig, sondern vollkommen ernst dargestellt wird. Bis man allerdings mit den Untoten so richtig konfrontiert wird, dauert es eine geraume Zeit, so das im Bezug auch Action und Horror in der ersten Stunde des Filmes nicht wirklich etwas geboten wird. Das ist auch sicherlich der Punkt, den die meisten Leute bemängeln werden und "Outpost" eventuell sogar als zähflüssig oder gar langweilig beschreiben werde. Ich sehe das allerdings vollkommen anders, denn auch, wenn die ersten 60 Minuten nicht besonders temporeich-und actionlastig ausfallen, so übt die Geschichte von der ersten Minute an eine starke Faszination auf den Zuschauer aus, der man sich nur schwerlich entziehen kann.

Das ist insbesondere an der erstklassigen und sehr dichten Atmosphäre festzumachen, die hier ganzzeitig vorherrscht und sich schon fast zwangsläufig auch auf den Zuschauer überträgt. Insbesondere durch den Schauplatz des alten Bunkers, in dem sich ein Großteil des Geschehens abspielt, entfaltet sich dabei ein äusserst beklemmendes Gefühl beim Betrachter, das vor allem im letzten Drittel der Story so richtig zur Geltung kommt und auch für die ein oder andere Gänsehaut sorgen kann. Zudem ist auch noch der sich aufbauende Spannungsbogen als sehr gelungen zu bezeichnen, denn dadurch, das sich die Ereignisse und die Grundstimmung immer mehr verdichten, wird auch jederzeit dafür Sorge geleistet, das die Aufmerksamkeit und das Interesse des Zuschauers immer hochgehalten werden, so das man ohne Einschränkungen von einem sehr spannenden und interessanten Seh-Vergnügen sprechen kann.

Sicherlich werden gerade Action-Freunde das etwas anders sehen, da diese erst im letzten Drittel zum Vorschein kommt und vielleicht hätten die Macher des Films wirklich einige Action-Passagen mehr einbauen können, allerdings empfinde ich die gefundene Mixtur als absolut überzeugend. Denn was hier eine Stunde lang hauptsächlich durch die ausgezeichnete Atmosphäre zu gefallen weiss, nimmt im letzten Teil doch noch gehörig an Fahrt auf, bietet mehrere Schießereien und kann auch mit einigen blutigeren Einstellungen aufwarten. Dennoch sollte man dem Horror-Anteil dieses Werkes nicht mit zu hohen Erwartungen entgegentreten, bezieht sich dieser zwar auf die Thematik der Nazi-Zombies, da diese aber eher selten und auch erst zum Ende hin zu sehen sind, ist der auftretende Horror doch eher unterschwellig spürbar und hält sich visuell doch eher im Hintergrund.

Gerade der geheimnisvolle und mysteriöse Anteil der Geschichte kommt sehr gut zum Tragen, rechnet man doch automatisch jeden Moment damit, das sich die aufgebaute Spannung endlich entlädt. Und auch wenn man ziemlich lange auf diese Entladung warten muss, so empfindet man das keinerzeit als störend, jedenfalls erging es mir beim Anschauen so. Ich möchte sogar behaupten, das es Steve Barker nahezu perfekt gelungen ist, durch ständige kleine Andeutungen die Spannung bis auf die Spitze zu treiben, bevor sie dann in den letzten Minuten der Geschichte zur vollen Entladung kommt. Ein weiterer Pluspunkt sind die vorhandenen Charaktere, die in ihrer Darstellung allesamt nicht unbedingt als Symphatieträger anzusehen sind, so das die Dezimierung der Söldner-Truppe durch die Untoten einen nicht sonderlich berührt, da man sich mit keinem der Opfer wirklich identifizieren kann und so auch kein Mitleid bei ihrem Ableben verspürt. Letztendlich ist "Outpost" in meinen Augen ein wirkliche gelungener Film, der den Actionfilm mit dem Horror-Genre verbindet und in erster Linie durch seine herrlich beklemmende Grundstimmung jederzeit überzeugt. Doch auch als Gesamtpaket wird man Gefallen an dieser britischen Produktion finden, die keinesfalls langweilig daherkommt, auch wenn viele Leute das eventuell anders sehen werden.


Fazit:


"Outpost - Zum Kämpfen geboren" bietet sehenswerte und unglaublich atmosphärische Action-und Horrorkost, wobei sich die Horror-Elemente erst zum Ende hin so richtig offenbaren. Das tut allerdings der vorhandenen Spannung keinerlei Abbruch, die ganzzeitig präsent ist und in Verbindung mit einer beklemmenden Grundstimmung für einen erstklassigen Gesamteindruck beim Zuschauer sorgt. Ich kann diesen tollen Film jedenfalls bedenkenlos weiterempfehlen.



7,5/10

Freitag, 13. Juli 2012

Hara-Kiri - Tod eines Samurai









Hara-Kiri - Tod eines Samurai
(Ichimei)
mit Koji Yakusho, Naoto Takenaka, Eita, Hikari Mitsushima, Ebizo Ichikawa, Munetaka Aoki, Kazuki Namioka, Ayumu Saito, Hirofumi Arai, Takashi Sasano, Takohiro Hira, Goro Daimon, Ippei Takahashi
Regie: Takashi Miike
Drehbuch: Kikumi Yamagishi / Yasuhiko Takiguchi
Kamera: Nobuyasu Kita
Musik: Ryuichi Sakamoto
FSK 16
Japan / 2011

Als der verarmte Ronin Motome im noblen Haus Ii darum bittet, ihm den Hof für seinen rituellen Selbstmord zur Verfügung zu stellen, möchte er keineswegs sterben. Vielmehr hofft der junge Krieger darauf, mit einem kleinen Geldgeschenk weggeschickt zu werden. Doch Chef-Verwalter Kageyu ist es leid, dass immer mehr Samurai ihre Betteleien so tarnen, und nimmt Motome beim Wort. Selbst als sich herausstellt, dass dieser nur noch eine Schwertimitation aus Bambus besitzt, zwingt ihn Kageyu unnachgiebig in einen überaus qualvollen Tod. Wenige Tage später steht wieder ein todeswilliger Samurai vor der Tür. Kageyu ahnt nichts von dessen enger Verbindung zu Motome und seinen ganz speziellen Plänen für den eigenen Tod.


Nach "13 Assassins" hat Vielfilmer Takashi Miike mit "Hara-Kiri" gleich eine weitere Neuauflage eines Klassikers auf den Weg gebracht. Nun trifft man in der umfangreichen Filmografie des Regisseurs so ziemlich alles an was man sich vorstellen kann, ganz egal ob es sich dabei um echte Skandalfilme, extrem harte Splatter-und Gore Orgien oder auch üblen Trash handelt. Mit vorliegendem Werk jedoch bekommt man ziemlich Ungewöhnliches von ihm geboten, denn in der vorliegenden Geschichte gibt es im Prinzip keinerlei Härten oder großartige Action-Passagen zu sehen. Wer also einen vor Blut nur so triefenden Schwertkampf-Film erwartet, ist hier ganz eindeutig an der falschen Adresse, denn bis auf einen finalen Endkampf bekommt man eigentlich überhaupt keine Action zu sehen. Diesen Aspekt sollte man jedoch keinesfalls als negativ ansehen, man muss lediglich mit der richtigen Erwartungshaltung an diesen imposanten Film herangehen. Anstelle expliziter Gewaltdarstellungen überrascht Miike dieses Mal mit einer tiefgehenden Geschichte, die eine ideale Kombination aus Drama-und Tragödie darstellt und in erster Linie durch das grandiose Schauspielkunst ihrer Darsteller zu überzeugen weiß.

Dabei sollte man die beiden Haupt-Charaktere Motome (Eito) und Tsugumo (Ebizo Ichikawa) ganz besonders hervorheben, die hier im Laufe der Geschichte besonders viele Symphatiepunkte beim Zuschauer sammeln können und durch ihre absolut erstklassige Performance ein Höhepunkt des Geschehens sind. Nun fällt es während der gesamten laufzeit allerdings relativ schwer, eine wirkliche Abneigung gegen die eigentlichen Bösewichte zu entwickeln, denn nach den zur damaligen Zeit vorherrschenden Regeln haben sie im Prinzip richtig gehandelt. Dieser Eindruck entsteht insbesondere in der Anfangs-Phase der Story, kann man zu diesem Zeitpunkt die absichtliche Täuschung des Samurai Motome noch nicht so ganz nachvollziehen. Erst im weiteren Verlauf wird man mit den Zusammenhängen konfrontiert die überhaupt erst dazu führten, das der junge Mann mit einer vorgetäuschten Selbstmord-Absicht ganz anderes als seinen Tod im Sinn hatte. Der dann folgende Teil des Geschehens wird am intensivsten bearbeitet, Miike hat sich sehr viel Zeit dafür genommen, dem Betrachter ein tragisches Melodram zu offerieren, das einem sichtlich unter die Haut geht.

Kennt man einen Samurai im Normalfall viel eher als eine Art ritterlichen-und strahlenden Krieger, dem Stolz und Ehre alles bedeuten, so bekommt man im vorliegenden Fall auch einmal die Kehrseite der Medaille zu sehen. Vollkommen verarmte Krieger, die aus Angst um das Wohlergehen ihrer Familie jegliche Traditionen über Bord werfen, nur um das Überleben ihrer Liebsten zu sichern. Das alles wird auf eine sehr ruhige-und bedächtige Art erzählt und das Fehlen jeglichen Aktionismus gibt einem auch eine hervorragende Möglichkeit, sich auf die menschliche Komponente der Geschichte zu konzentrieren. Dabei fällt es gar nicht einmal so leicht, die eigenen Emotionen im Zaum zu halten, versetzt man sich doch immer mehr in die Lage der Samurai und kann eine fast schon spürbare Beziehung zu ihnen herstellen. Zwangsweise drängt sich dabei auch die Frage auf, welche Opfer man selbst für die eigene Familie bringen würde, wenn man sich in einer solch aussichtslosen Lage befinden würde, wie sie sich für den verzweifelten Motome darstellt. Als wenn dessen Situation nicht schon tragisch genug wäre, bringt die Lage seines Ziehvaters Tsugumo noch mehr Verzweiflung hervor und bringt noch weitaus mehr Emotionen in die Ereignisse, als es bisher schon der Fall war. Ehre, Stolz, Verzweiflung und Rachegefühle sind die Kernpunkte dieses Filmes, der bis auf die letzten gut 10 Minuten gänzlich ohne Action und Härten auskommt. Wer nun jedoch einen furiosen Showdown in blutiger Manier erwartet, wird einmal mehr von Miike überrascht, fällt doch selbst der Schluss-Akkord eher klassisch aus und bietet keinerlei Härten.

Die einzige Härte der gesamten knapp 127 Minuten Spielzeit entstehen durch die Story an sich und setzt sich im Kopf des Zuschauers fest. Sie entsteht einzig und allein aus der ausweglosen Situation eines jungen Mannes und den daraus entstehenden Konsequenzen, die eine ganze Familie ins Unglück stürzen. Das dies alles ohne jegliche Action-Passagen ins Bild gesetzt wurde, mag manchem eventuell etwas befremdlich vorkommen, doch sollte man sich davon auf keinen Fall abschrecken lassen. "Hara-Kiri - Tod eines Samurai" ist nämlich im Endeffekt ein absolut herausragendes Melodram, das keinesfalls spurlos an einem vorüberzieht und zudem einen äußerst nachhaltigen Eindruck hinterlässt. Und auch wenn der Film dialoglastig ausfällt, erscheint er in keiner einzigen Phase auch nur annähernd langatmig oder gar zähflüssig, denn dafür ist das Szenario viel zu interessant gestaltet. Ein weiterer großer Pluspunkt ist meiner Meinung nach auch der Aspekt, das der typisch asiatische Hang zur Melodramatik niemals übertrieben oder aufgesetzt erscheint, hier passt ganz einfach alles absolut perfekt zusammen und ergibt im Endeffekt ein überragendes Gesamtbild.


Fazit:


Man weiß eigentlich nie so richtig, was einen bei einem Film von Takashi Miike erwartet. In diesem Fall überrascht der gute Mann mit einem sehr ruhigen, aber umso intensiveren Drama, das einen von der ersten bis zur letzten Minute begeistern kann. Der fast vollkommene Verzicht auf Action und Blut war dabei ein sehr weiser Entschluss, denn nur so kann das Gesehene auch seine volle Wirkung erzielen. Alles andere hätte viel zu sehr von der eigentlichen Geschichte abgelenkt und die Ereignisse verwässert. So aber kann man sich wirklich auf das Wesentliche konzentrieren und wird dafür mit einer tiefgründigen Story belohnt, die wirklich unter die haut geht.


Die DVD:

Vertrieb: Ascot Elite
Sprache / Ton. Deutsch DTS 5.1, DD 5.1 / Japanisch DD 5.1
Untertitel: Deutsch
Bild: 2,35:1 (16:9)
Laufzeit: 127 Minuten
Extras: Originaltrailer, Trailershow


8,5/10

Donnerstag, 12. Juli 2012

Der Mann ohne Gedächtnis









Der Mann ohne Gedächtnis
(L'Uomo senza memoria)
mit Senta Berger, Luc Merenda, Umberto Orsini, Anita Strindberg, Bruno Corazzari, Rosario Borelli, Manfred Freyberger, Tom Felleghy, Carla Mancini, Vittorio Fanfoni, Duilio Cruciani
Regie: Duccio Tessari
Drehbuch: Ernesto Gastaldi
Kamera: Giulio Albonico
Musik: Gianni Ferrio
FSK 16
Italien / 1974

Edward leidet nach einem schweren Verkehrsunfall an einer anhaltenden Amnesie. In der Psychiatrie trifft er einen Mann, der behauptet, Edward von früher zu kennen - und, dass Edward mit einer in Italien lebenden Amerikanerin verheiratet sei. Als kurz darauf der "alte Bekannte" von einem Killer mit einem Kopfschuss hingerichtet wird, fliegt Edward nach Italien, um den Dingen auf den Grund zu gehen.


Duccio Tessaris Werk aus dem Jahre 1974 ist einerseits ein waschechter Giallo, der sich allerdings trotzdem ziemlich grundlegend von den meisten anderen Genre-Vertretern abhebt, was in allererster Linie schon einmal in der etwas anderen Erzähstruktur begründet liegt. Denn bekommt man hier doch nicht die ansonsten oft herbeigezogene Geschichte eines Serienmörders zu sehen, sondern vielmehr ein äusserst raffiniertes Puzzlespiel, das aus dem Gedächtnisverlust der Hauptfigur Edward entsteht und in dem man auf dessen nur langsam wiederkehrende Erinnerung angewiesen ist, um die Gesamtzusammenhänge der Ereignisse zu erkennen. Diese werden zwar über größere teile der Geschichte einigermaßen im Dunkeln gehalten, jedoch erhält man immer wieder recht deutliche Hinweise, die einen schon frühzeitig eigene vermutungen anstellen lassen, die sich dann letztendlich auch bewahrheiten sollen. Nun könnte man aufgrund dessen eventuell zu der Meinung gelangen, das es vorliegendem Film erheblich an Spannung mangeln könnte, was aber keineswegs der Fall ist. Denn obwohl man in vorliegender Geschichte viel füher auf die Lösung des Geschehens kommen kann als in vielen anderen Giallos, so beinhaltet das Szenario einen dennoch sehr konstanten Spannungsbogen, der für ein ganzzeitig interessantes und abwechslungsreiches Filmerlebnis Sorge trägt, in dem zu keiner Zeit so etwas wie Langeweile aufkommt.

Dafür sorgen allein schon die recht unterschiedlichen Charaktere die "Der Mann ohne Gedächtnis" zu bieten hat, sind da einerseits mehrere ziemlich dubiose Figuren, mit denen man zu Beginn noch nicht viel anfangen kann, die aber im weiteren Verlauf der Story einen nicht gerade unwesentlichen Stellenwert einnehmen, andererseits wartet der Film aber auch mit Charakteren auf, die von Beginn an sehr viele Symphatiepunkte beim Zuschauer sammeln können. Zu diesen zählen hauptsächlich Sara (Senta Berger) und selbst der unter Amnesie leidende Edward (Luc Merenda), der trotz seiner anscheinend kriminellen Vergangenheit die sich immer mehr herauskristallisiert, einen äusserst symphatischen Eindruck hinterlässt. Weiterhin wird der Betrachter auch noch durch diverse Personen etwas hinters Licht geführt, da die zu Beginn der Geschichte scheinbar positiven Charaktereigenschaften sich am Ende als leere Fassade darstellen und sich regelrecht umkehren. Man sieht also ziemlich deutlich, das nur in diesem einen Aspekt schon eine extreme Vielschichtigkeit zum Tragen kommt, die dem Film insgesamt sehr gut zu Gesicht steht und für ein abwechslungsreiches Szenario sorgt.

Dabei sollte man nicht unerwähnt lassen, das gerade das hier gezeigte Schauspiel der gesamten Darsteller-Riege einen absoluten Höhepunkt darstellt, ist es in vielen anderen Giallos oft der Fall, das die einzelnen Figuren eher etwas farblos gezeichnet werden und auch die Darsteller nicht unbedingt sehr ausdrucksstark agieren, so nimmt "Der Mann ohne Gedächtnis" in diesem Punkt fast schon eine kleine Ausnahmestellung ein, die ihn sehr wohlwollend von anderen vertretern abhebt. Doch auch ansonsten unterscheidet sich Tessaris Werk ganz erheblich von vielen anderen Filmen dieser Gattung, fehlen doch beispielsweise fast gänzlich die handelsüblichen Nacktszenen von hübschen Frauen und auch das fast schon obligatorische Liebesspiel eines Paares sucht man hier vergebens. Ich persönlich habe das keineswegs als negativ empfunden, hat man sich doch in vorliegendem Fall vielmehr auf die wesentlichen Punkte der Geschichte focusiert, was den Film in meinen Augen enorm aufwertet. Dazu zählen auch die wunderbaren Schauplätze an denen sich das Geschehen abspielt, der Zuschauer wird mit herrlichen Kulissen konfrontiert und bekommt eine Kameraarbeit geboten, die einen wahrlich mit der Zunge schnalzen lässt. Da kann man es auch als Giallo-Liebhaber jederzeit verschmerzen, das die geschichte fast gänzlich ohne die üblichen blutigen passagen auskommt und das man nicht mit einer Reihe von Morden konfrontiert wird, die man ansonsten geboten bekommt.

So kann man Regisseur Duccio Tessari ohne Übertreibung attestieren, das er mit "Der Mann ohne Gedächtnis" eine wahre Perle des Sub-Genres geschaffen hat, die sich sehr wohlwollend von vielen anderen Giallos abhebt und sich qualitätsmäßig auf einem äusserst hohen Level ansiedelt. Nicht die ansonsten übliche Mörder-Story, sondern ein intelligentes Puzzle-Spiel das sich rückwärtig zusammensetzt, zieht den Zuschauer in seinen bann und übt eine unglaublich starke Faszination auf ihn aus, der man sich beim besten Willen nicht entziehen kann. Besetzt mit erstklassigen Schauspielern und einer herausragenden Senta Berger, die hier sogar zur Kettensäge greift um ihr Leben zu verteidigen bietet der Film absolut hochklassige Unterhaltung, die sich kein Liebhaber des italienischen Kinos entgehen lassen sollte. Herrliche Kulissen und eine absolut hervorragende Kameraarbeit runden ein nahezu perfekt geschnürtes gesamtpaket ab, das man sich immer wieder gut anschauen kann, ohne das es langweilig wird.


Fatit:


"L'Uomo senza memoria", wie das Werk im Original heisst, zieht den Betrachter von der ersten Minute an in seinen Bann und präsentiert eine intelligente Geschichte, die fast gänzlich ohne Härte und blutige Passagen auskommt und dennoch jede Menge Spannung bietet. Auch die handelsüblichen nacktszenen bekommt man hier nicht geboten, was allerdings keineswegs eine negative Kritik darstellen soll sondern das Gesamtwerk noch zusätzlich aufwertet. So kann man sich insgesamt an einem herrlichen Film erfreuen, der mit einer grandiosen Senta Berger zu einem echten Erlebnis wird.


9/10

Dienstag, 10. Juli 2012

White Vengeance









White Vengeance
(Hong Men Yan)
mit Shao-feng Feng, Leon Lai, Hanyu Zhang, Anthony Wong Chau-Sang, Yifei Liu, Jordan Chan, Andy On, Quing Xiu, Haifeng Ding, Xiang Dong Xu, Quing Jia, Weng-Ting Sun, Human Zhao
Regie: Daniel Lee
Drehbuch: Daniel Lee
Kamera: Tony Cheung
Musik: Henry Lai
FSK 16
China / 2011

Wir schreiben das Jahr 206 vor Christus. In der ganz China beherrschenden Qin-Dynastie erheben sich Rebellen und stürzen das Land in blutiges Chaos. Deren Anführer Liu Bang und Xiang Yu kämpfen gemeinsam um die Vormachtstellung im Reich. König Huai erkennt deren Kampfgeist und unabdingbaren Siegeswillen. Um den Thron fürchtend versucht er, sie gegeneinander auszuspielen. Einst Brüder im Kampfe werden sie mehr und mehr zu Rivalen. Auch die hübsche Yu Ji scheint plötzlich zwischen ihnen zu stehen. Es kommt zu einer tragischen und unausweichlichen Auseinandersetzung zwischen den machtgierigen Anführern...


Mit "White Vengeance" ist ein weiterer Historien-Kracher aus Asien, wie man sie in den letzten Jahren ja oft genug zu Gesicht bekommen hat. Und wie immer handelt es sich auch hier um einen äußerst interessanten Beitrag, der in erster Linie durch seine Bildgewalt zu überzeugen weiß. Schauplatz ist dieses Mal das chinesische Reich und Regisseur Daniel Lee versucht dem Zuschauer einen eindringlichen Einblick in die Geschehnisse zu präsentieren, der gut 200 Jahre vor unserer Zeitrechnung angesiedelt ist. Intrigen und politische Ränkespiele stehen im Vordergrund einer Geschichte die sichtlich bemüht ist, sich möglichst nah an den wirklichen Ereignissen zu orientieren. Die Erzählweise der Story ist im Prinzip äußerst flüssig gestaltet, weist aber an der ein oder anderen Stelle kleinere Längen auf, was sicherlich auch darin begründet ist, das die politischen Intrigen gegenüber den Action-Passagen ganz klar die Oberhand haben. So sieht man sich dann auch teilweise mit sehr dialoglastigen Abschnitten konfrontiert was sicherlich nicht jedermanns Geschmack trifft. Für die Abläufe sind diese Stellen aber zwingend notwendig, damit man auch einen guten Eindruck vom Gesamtbild gewinnen kann.

Hier liegt jedoch ein etwas negativer Kritikpunkt begraben, denn stellenweise kann man in dem Netz aus Intrigen durchaus mal kurzzeitig den Überblick verlieren. Das ständige Einbringen neuer Charaktere erscheint phasenweise schon etwas verwirrend, zumal einige der Figuren auch gern einmal die Seite wechseln und in das feindliche Lager überlaufen. Erst im weiteren Verlauf der Ereignisse kann man so nach und nach die einzelnen Personen wirklich zuordnen und bekommt nun auch einen besseren Überblick über die Gesamt-Zusammenhänge des Ganzen. Gestaltete sich also die Einführungs-Phase in den Film noch etwas mühsam, so kann man im weiteren Verlauf die Geschichte viel intensiver genießen und sich vor allem an den eindrucksvollen Bildern erfreuen, die dem ganzen eine epische Note verleihen. Es offenbart sich ein Szenario das nicht nur opulent ausgestattet ist, sondern auch einen sehr interessanten-und spannenden Einblick in die damaligen Verhältnisse in China gewährt. Ehemals Verbündete werden zu erbitterten Gegnern und der Kampf um die Herrschaft des riesigen Reiches nimmt immer gewaltigere Formen an.

Wer nun allerdings ein Szenario erwartet das ausschließlich von gewaltigen Schlachten geprägt wird, der sollte diese Erwartungen von Beginn an etwas herunterschrauben. Zwar gibt es etliche wirklich sehenswerte Kämpfe zu sehen, doch Daniel Lee ist sorgsam darauf bedacht die politischen Ränkespiele immer wieder aufblitzen zu lassen. So kann man die ganze Zeit über nie sicher sein, ob nicht doch noch eine Überraschung auf den Zuschauer wartet und letztendlich bekommt man auch erst kurz vor dem Ende die ganz große Erleuchtung, die zudem auch noch einige vorher gezeigte Details in einem ganz anderen Licht erscheinen lässt. Es ist also durchaus ratsam, auch auf die kleinen und im ersten Moment vielleicht banalen Kleinigkeiten zu achten, die im nachhinein eine vollkommen andere Gewichtung erhalten. Das wertet den Film rückwirkend noch zusätzlich auf und ist meiner Meinung nach auch ein untrügliches Zeichen für ein sehr gutes Drehbuch, das wenig Grund zur negativen Kritik bietet.

Insgesamt gesehen ist "White Vengeance" ein wirklich imponierendes Stück Zeitgeschichte, das extrem bildgewaltig und pompös ausgestattet in Szene gesetzt wurde. Manch einer hätte sich eventuell noch mehr Action-Anteile gewünscht, doch die von Daniel Lee gefundene Mischung kann man schon als sehr gelungen bezeichnen. Lediglich die zu Beginn durch die vielen undurchsichtigen Charaktere entstehende Verwirrung ist als kleines Manko auszumachen, das sich jedoch im Laufe der Zeit recht schnell auflöst. Insgesamt präsentiert sich hier ein beeindruckendes Historien-Epos, das insbesondere visuell jederzeit zu überzeugen weiß. Ein erstklassig agierendes Darsteller-Ensemble tut sein Übriges, um den gewonnenen Gesamteindruck noch einmal aufzuwerten, denn das dargebotene Schauspiel ist definitiv im oberen Drittel anzusiedeln. Nicht nur Freunde des asiatischen Filmes dürften hier voll auf ihre Kosten kommen, denn dieser hochwertige Einblick in die chinesische Geschichte bietet beste Unterhaltung für jedermann.


Fazit:


Eine erstklassige Ausstattung, tolle Darsteller und vor allem seine beeindruckenden Bilder verleihen diesem Historien-Epos seine ungeheure Kraft. "White Vengeance" ist definitiv ein Film dem man seine ungeteilte Aufmerksamkeit schenken sollte, da gerade zu Beginn die etlichen Charaktere eher schwerlich zuzuordnen sind. Hat man jedoch erst einmal den Durchblick, dann wird man mit einem wunderbaren Filmerlebnis belohnt, das auch einen nachhaltigen Eindruck im Gedächtnis des Betrachters hinterlässt.


Die DVD:

Vertrieb: Splendid
Sprache / Ton: Deutsch / Mandarin DD 5.1
Untertitel: Deutsch / Niederländisch
Bild: 2,35:1 (16:9)
Laufzeit: 138 Minuten


8/10

Sonntag, 8. Juli 2012

Blade: Trinity









Blade: Trinity
(Blade: Trinity)
mit Wesley Snipes, Jessica Biel, Dominic Purcell, Ryan Reynolds, Parker Posey, Kris Kristofferson, Mark Berry, John Michael Higgins, Callum Keith Rennie, Paul Levesque, Paul Anthony, Françoise Yip
Regie: David S. Goyer
Drehbuch: David S. Goyer / Marv Wolfman
Kamera: Gabriel Beristain
Musik: Ramin Djawadi / RZA
Keine Jugendfreigabe
USA / 2004

Als ob das Leben als vampirkillender Tagwandler nicht schon hart genug wäre, hat sich die Blutsaugerfürstin Danica Talos für Blade eine ganz harte Nuss ausgedacht. Als finale Geißel der Menschheit erweckt sie ausgerechnet Graf Dracula zum Leben. Damit Blade ihr und dem von seinen Anhängern liebevoll "Drake" genannten Dracula nicht in die Quere kommt, stellt sie ihm eine Falle. Als Massenmörder diskreditiert, landet der Vampirbastard daraufhin im Knast. Doch da bekommt er in Gestalt von Abigail und Hannibal unerwartete Hilfe.


Dieses Mal musste man lediglich 2 Jahre warten, bis der Abschluß der Blade - Trilogie zu sehen war. Böse Zungen behaupten, man hätte sich mehr Zeit nehmen sollen, dann wäre der Film auch besser geworden. Ich persönlich kann das nicht ganz nachvollziehen, denn mir gefällt der dritte Teil sehr gut. Vor allem ist es sicherlich der Teil mit dem höchsten humoristischen Anteil, dafür sorgen allein schon die Sprüche von Hannibal King ( Ryan Reynolds ), die ich einfach nur köstlich finde. Auch für die positive optische Note ist hier mit der Verpflichtung von Jessica Biel gesorgt, die hier Whisler's Tochter spielt. Nachdem Blade's Partner nun nämlich wirklich das Zeitliche gesegnet hat, treten dessen Tochter und deren Freunde in das Leben des Vampirjägers, um ihn tatkräftig zu unterstützen. Nach anfänglicher Skepsis erweisen sich die jungen Leute als wirklich tolle Weggefährten, die sich auch durchaus zur Wehr setzen können und so eine tatkräftige Unterstützung darstellen, die Blade auch aus manch brisanter Lage retten können.

Besonders gut hat mir die Idee gefallen das in diesem Teil die Figur des Dracula eingeführt wird und auch wenn der Charakter eigentlich so rein gar nichts mit dem bekanntesten aller Vampire gemein hat wie man es aus den alten Klassikern her kennt, verleiht die Einführung der Person der vorliegenden Geschichte eine sehr interessante Note. Mit Dominic Purcell (Prison Break) hat man auch eine gute Besetzung gefunden, verfügt der gute mann doch durchaus über eine gewisse diabolische Ausstrahlung, wobei man insbesondere auf seinen bösen Blick achten sollte. Vielleicht wurde in diesem abschließenden Teil der Trilogie etwas zu viel Wert auf den Humor gelegt, denn die Sprüche des Hannibal King sind doch in einer Anzahl vorhanden, die streckenweise den Rahmen etwas sprengt und das Geschehen streckenweise etwas ins Lächerliche zieht. Andererseits kann man sich manchmal vor lachen kaum halten, denn diverse Passagen offenbaren schon eine fast groteske Situationskomik, die auf jeden Fall äußerst unterhaltsam ist.

Nun ist es aber keinesfalls so, das David S. Goyer aufgrund des Humors die anderen Dinge vernachlässigt hätte, denn auch im Bereich der Action bietet "Blade: Trinity" wieder ein wahres Feuerwerk, das jedoch nicht ganz an das Spektakel der vorangegangenen Teile herankommt. So erscheinen die Kampf-Passagen hier manchmal nicht ganz so intensiv wie in den Vorgängern, lediglich das spektakuläre Finale bietet dann wieder Action in Reinkultur. Was ich bei diesem Film jedoch am meisten vermisst habe, ist die düstere-und bedrohliche Grundstimmung, denn an dieser Stelle lässt das Werk von Goyer definitiv einige Mankos erkennen. Und so handelt es sich hier dann auch um den atmosphärisch am dünnsten geratenen Teil der Trilogie, was für viele Leute wohl auch den größten Kritikpunkt darstellt. Dennoch ist der Film auf keinen Fall so schlecht wie viele ihn machen und bietet immer noch erstklassige Vampir-Unterhaltung.

Sicherlich ist "Blade: Trinity" nicht der absolut perfekte Abschluss der Reihe, an einigen Stellen hätte man den Film durchaus besser gestalten können. Bis auf die etwas fehlende Atmosphäre bietet die Geschichte aber dennoch etliche Höhepunkte und bietet zudem jede Menge Action-und Tempo, sowie etliche neue Charaktere. Wesley Snipes agiert gewohnt lässig-und cool, in Sachen Humor läuft ihm jedoch ein Ryan Reynolds in der Rolle des flapsigen Hannibal King den Rang ab. Und obwohl es mit den Sprüchen des jungen Mannes manchmal schon etwas zu viel des Guten ist, tragen diese doch zu einem insgesamt sehr positiven Gesamteindruck bei, den man von diesem Film gewinnt.


Fazit:


Auch wenn es sich definitiv um den schwächsten Teil der Trilogie handelt, ist "Blade: Trinity" immer noch als gelungener Abschluss anzusehen. Wirklich negativ fällt im Prinzip nur die fehlende Atmosphäre auf, man vermisst ganz einfach die düsteren-und dunklen Passagen der ersten beiden Teile. Ansonsten wird der Zuschauer aber sehr gut unterhalten, denn genügend Action-und Humor sind auch in diesem Film vorhanden.


7,5/10