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Mittwoch, 31. Oktober 2012

Agent Hamilton - Im Interesse der Nation









Agent Hamilton - Im Interesse der Nation
(Hamilton - I nationens intresse)
mit Mikael Persbrandt, Saba Mubarak, Pemilla August, Jason Flemyng, Leonart Hjulström, Aleksandr Nosik, Ray Fearon, Peter Andersson, Gustaf Hammarsten, Dan Ekborg, David Dencik, Leo Gregory
Regie: Kathrine Windfield
Drehbuch: Jan Guillou / Stefan Thunberg
Kamera: Jonas Alarik
Musik: Philippe Boix-Vives / Jon Ekstrand
Keine Jugendfreigabe
Schweden / 2012

Bei seinem Undercover-Einsatz in einem Waffenschieberring deckt der schwedische Geheimagent Carl Hamilton Zusammenhänge auf, die so manchem Regierungsmitglied alles andere als lieb sind. Denn die internationale Waffenindustrie will Profit machen und dafür nutzt sie die Gier von Politikern skrupellos aus. Selbst vor Terrorangriffen wird nicht zurückgeschreckt, um lukrative Kriege zu provozieren. Seine Ermittlungen bringen Hamilton auf die Spur einer schwer bewaffneten Privatarmee mit besten Kontakten zu Regierungen und Geheimdiensten. Gleichzeitig erhält er Informationen über einen geplanten Terroranschlag auf schwedischem Boden.


Die schwedische Antwort auf James Bond


Nun mag dieser oft verwendete Vergleich für einige Leute etwas zu hoch gegriffen sein, doch in vielen Passagen dieses Filmes sind etliche Ähnlichkeiten zu dem britischen Super-Agenten gar nicht einmal so weit hergeholt. Auf einem Bestseller des schwedischen Romanautors Jan Guillo basierend wurde hier eine äußerst interessante Agenten-Geschichte umgesetzt, die mit einem glänzend aufgelegten Mikael Persbrandt in der Hauptrolle eine absolut glänzende Besetzung erfährt. Schon in etlichen Komissar Beck-Filmen konnte der gute Mann als Assistent überzeugen, was insbesondere seiner charismatischen Ausstrahlung zu verdanken ist. Und diese kommt ihm auch in vorliegender Geschichte sehr zu Gute, denn er verkörpert den schwedischen Nachrichten-Offizier Karl Hamilton auf eine sehr glaubwürdige Art und Weise. Trotz einer optisch frappierenden Ähnlichkeit zum momentanen Bond-Darsteller Daniel Craig wird hier jedoch ein vollkommen anderer Charakter-Typ dargestellt, denn Hamilton ist alles andere als ein schier unbezwingbarer Superheld. Die Figur offenbart nämlich durchaus Schwächen und durch einen sehr unglücklichen Umstand werden ihr sogar tragische Züge verliehen, was den Charakter aber letztendlich nur noch symphatischer macht.

Die Geschichte an sich strotzt zwar nicht durch Innovation, denn ähnliche Szenarien hat man schon des Öfteren gesehen. Dennoch entwickelt sich von der ersten Minute an ein äußerst konstanter Spannungsbogen, der mit einem krachenden Einstieg in das Geschehen eingeläutet wird. Das sich die Ereignisse danach erst einmal wieder etwas beruhigen und somit auch genügend Freiraum für menschliche Momente lassen, ist hier keinesfalls als negativer Aspekt anzusehen, viel eher entsteht eine gesunde Mixtur aus Action-Thriller und menschlichem Drama, was den Gesamteindruck des Filmes meiner Meinung nach erheblich aufwertet. Es handelt sich nämlich nicht um ein ansonsten manchmal überladenes Action-Spektakel, vielmehr legt Regisseurin Kathrine Windfield gesteigerten Wert darauf, die Charakter-Eigenschaften ihrer Hauptfigur eingehend zu beleuchten. Das gelingt ihr dann auch besonders gut, Hamilton lässt trotz seiner knallharten Aura auch diverse Schwächen erkennen, mit denen er die gesamte Laufzeit über zu kämpfen hat. Diese menschliche Darstellung des Agenten kommt dem Ganzen sehr zu Gute und hier ist keinesfalls ein seelenloser Kampfroboter am Werk, sondern vielmehr ein Mann, der auch mit seinem eigenen Gewissen zu kämpfen hat. Nichtsdestotrotz ist sein oberstes Ziel, sein Land vor Schaden zu bewahren und so gilt es, etliche brenzlige Situationen zu überstehen.

Vielleicht ist "Agent Hamilton" nicht so spektakulär ausgestattet wie so manches Abenteuer von James Bond, doch auch hier gibt es genügend erstklassige Action-Passagen, die sich jederzeit sehen lassen können. Sehr wohlwollend kann man dabei den Aspekt anführen, das die Ereignisse nicht zu übertrieben dargestellt werden, sondern zu jeder Zeit einen extrem authentischen Eindruck beim Zuschauer hinterlassen. Dabei gibt es etliche Szenen die sogar recht blutig ausfallen, hierfür ist stellvertretend der Einstieg in das Szenario als bestes Beispiel zu nennen. So kann man auch die hohe Alterseinstufung als gerechtfertigt ansehen und sich auf einen etwas härteren Agenten-Thriller einstellen. Das ist aber im Prinzip gar nicht einmal das Wichtigste, denn hier ist es wirklich das Gesamtpaket, das in allen Belangen als äußerst gelungen bezeichnet werden kann. Neben der richtig gelungenen Geschichte bekommt man erstklassiges Schauspiel geboten und auch die ständigen Tempowechsel innerhalb des Geschehens sorgen für eine ausgewogene Mischung. Der Film hat durchaus seine dialoglastigen-und etwas ruhigeren Phasen, die jedoch nie auch nur annähernd langatmig erscheinen, sondern die perfekte Ergänzung für die erstklassigen Action-Sequenzen darstellen, die auch in ausreichender Anzahl vorhanden sind.

Letztendlich handelt es sich bei "Agent Hamilton - Im Interesse der Nation" um einen ausgezeichneten Agenten-Thriller, den man sich jederzeit gut anschauen kann. Manch einem mögen eventuell die wirklich spektakulären Szenen fehlen, doch gerade dieser Punkt macht den Film meiner Meinung nach äußerst symphatisch. Vollkommen überlagerte Szenarien bekommt man oft genug zu sehen, so das die hier gefundene Kombination einen sehr gelungenen Eindruck hinterlässt. Ein Agent mit menschlichen Schwächen und eine gut umgesetzte Story sorgen für Unterhaltung der besseren Art und lassen die gut 100 Minuten Laufzeit wie im Flug vergehen. Ein äußerst charismatischer Hauptdarsteller erfüllt die von ihm dargestellte Figur mit einem hohen maß an Glaubwürdigkeit, so das man im Endeffekt von einem richtig gelungenem Gesamtpaket sprechen kann.


Fazit:


Schweden ist immer wieder ein Garant für erstklassige Filme, was auch in vorliegendem Fall wieder eindrucksvoll bestätigt wird. Kurzweilige Unterhaltung auf gehobenem Niveau ist hier garantiert, so das man "Agent Hamilton" ohne Bedenken weiterempfehlen kann.


Die DVD:

Vertrieb: Ascot Elite
Sprache / Ton: Deutsch DTS 5.1, DD 5.1 / Schwedisch, DD 5.1
Untertitel: Deutsch
Bild: 2,35:1 (16:9)
Laufzeit: 105 Minuten
Extras: Making of, Interviews, Deleted Scenes, Originaltrailer, Trailershow


7,5/10

Montag, 29. Oktober 2012

Airborne









Airborne
(Airborne)
mit Mark Hamill, Gemma Atkinson, Craig Conway, Sebastian Street, Alan Ford, Jukian Glover, Peter Barrett, Dominic Burns, Kimberly Jaraj, Simon Philips, Jazz Lintott, Rita Ramnani, Billy Murray, Andrew Shim
Regie: Dominic Burns
Drehbuch: Paul Chronnell
Kamera: Alessio Valori
Musik: Matthew Williams
FSK 16
Großbritannien / 2011

Obwohl heftige Orkanböen herrschen und in der ganzen Stadt der Ausnahmezustand verhängt wird, macht sich ein Jumbojet auf den Weg von Gatwick nach New York. Als die Maschine in der Luft ist, spielen sich seltsame Dinge ab. Passagiere verschwinden und die beiden Piloten liegen mit durchschnittener Kehle im Cockpit. Der Autopilot hat die Kontrolle übernommen und der Terror beginnt ...


Wenn man sich im Netz einige Kritiken über diesen Film durchliest, können schon die schlimmsten Befürchtungen beim Zuschauer aufkommen, wird doch von einer wirren Handlung und auch von einem schwachen Drehbuch gesprochen. Und zugegebenermaßen ist "Airborne" ganz sicher ein B-Movie, der die Meinungen ziemlich spalten wird. Hier kommt es ganz stark auf die eigenen Ansprüche an, mit denen man an das Werk von Dominic Burns herangeht. Entpuppt sich die Geschichte doch als eigenwilliger Genre-Mix der ganz bestimmt einige Schwächen aufweist, aber dennoch eine äußerst interessante Story erzählt, die zudem auch spannend in Szene gesetzt wurde. Dabei enthält das Geschehen Anleihen von einem Slasher, bietet größtenteils gute Thrillerkost, um dann jedoch zum Ende hin auch das mysteriöse Element in die Geschichte einzubinden. Letzteres wird von vielen Leuten als eher albern angesehen, was aber sicherlich im Auge des jeweiligen Betrachters liegt. Mir persönlich hat die übernatürliche Note nämlich ganz gut gefallen ujnd zeugt nicht zwangsläufig von Einfallslosigkeit, so wie einige andere das behaupten.

Wie dem aber auch sei, Burns ist es vortrefflich gelungen, seiner Geschichte einen konstant ansteigenden Spannungsbogen zu verleihen, der im Zusammenspiel mit der gelungenen Grundstimmung für ein erstklassiges Sehvergnügen sorgt. Da sich fast der gesamte Film im Flugzeug abspielt, nehmen die folgenden Ereignisse dann auch äußerst bedrohliche Züge an. Verschwundene Passagiere und ermordete Piloten stellen den Zuschauer vor ein Rätsel, dessen Lösung ziemlich lange im Dunkeln gehalten wird. Gleichzeitig ist eigentlich jeder verdächtig, denn die einzelnen Personen bieten allesamt genügend Verdachtsmomente und verhalten sich auch streckenweise so eigenartig, das man zuerst niemanden aus dem Kreis der Verdächtigen ausschließen kann. Dieser Eindruck wird auch durch die Passagen unterstützt, in denen man mit dem Bodenpersonal konfrontiert wird, das verzweifelt Kontakt zu dem Flugzeug herstellen will. Allein die Passagierliste deutet darauf hin, das sich fast nur gesuchte Verbrecher an Bord befinden, was den möglichen Täterkreis nicht gerade stark eingrenzt.

Auch das Verhalten der Protagonisten an Bord wird immer mysteriöser, bis dann so nach und nach der Schleier fällt. Ab diesem Zeitpunkt zieht dann die übernatürliche Note in die Geschichte ein die sicherlich nicht gerade logisch erscheint und auch definitiv einige Logiklöcher aufzuweisen hat. Dennoch bin ich der Meinung, das Dominic Burns hier eine durchaus gelungene Mixtur aus Horror-Thriller und Twillight Zone geschaffen hat, die sehr kurzweilige und spannende Unterhaltung bietet. Das die Story dabei nicht wirklich perfekt durchdacht ist und diverse Defizite erkennen lässt, ändert rein gar nichts daran, das der Film durchgehend sehenswert erscheint. Dafür sorgen auch die engagierten Darsteller, die größtenteils wirklich überzeugende Leistungen abliefern. Neben Mark Hamill (Krieg der Sterne) bekommt man es dabei auch noch mit einigen anderen bekannten Gesichtern zu tun, die durch die Bank sehr gut agieren.

Auch wenn ich mit meiner Meinung eventuell ziemlich allein dastehe, "Airborne" hat mir wirklich gut gefallen. Spannend, kurzweilig und mit einigen handgemachten Effekten versehen präsentiert sich ein Story, die Liebhabern perfekt durchdachter Abläufe sicherlich einige graue Haare bescheren wird, aber dennoch sehr gut zu unterhalten weiß. Am besten sollte sich jeder selbst ein Bild davon machen, denn eine Sichtung ist auf jeden Fall lohnenswert. Vielleicht wollte Dominic Burns bei seinem Regie-Erstling auch ein wenig zu viel und hat es mit dem Einfügen der übernatürlichen Elemente ein wenig übernommen, aber im Gesamtergebnis ist ein Film entstanden, der viel besser daherkommt, als es so manche Kritik vermuten lässt.


Fazit:


"Airborne" ist sicherlich keine filmische Offenbarung, aber immerhin ein äußerst unterhaltsamer B-Movie, der knapp 80 Minuten gute Unterhaltung bietet. Mit der richtigen Erwartungshaltung kommt man durchaus auf seine Kosten, sollte dabei jedoch die eigenen Ansprüche von Beginn an nicht zu hoch ansetzen.


Die DVD:

Vertrieb: Ascot Elite
Sprache / Ton: Deutsch / Englisch DD 5.1
Untertitel: Deutsch
Bild: 2,35:1 (16:9)
Laufzeit: 77 Minuten
Extras: Original Trailer, Making Of


6,5/10

Samstag, 27. Oktober 2012

Hobo with a Shotgun









Hobo with a Shotgun
(Hobo with a Shotgun)
mit Rutger Hauer, Pasha Ebrahimi, Robb Wells, Brian Downey, Gregory Smith, Nick Bateman, Drew O'Hara, Molly Dunsworth, Jeremy Akeman, Andre Haines, Agnes M. Laan, Duane Patterson, Brian Jamieson,
Regie: Jason Eisener
Drehbuch: John Davies / Jason Eisener
Kamera: Karim Hussain
Musik: Adam Burke / Darius Holbert / Russ Howard III
SPIO/JK
Kanada / 2011

Ein Güterzug rollt in die Station - der letzte Halt. Ein Landstreicher (Rutger Hauer) steigt aus dem Waggon, bereit für einen neuen Start in einer neuen Stadt. Aber stattdessen findet er die Hölle auf Erden vor. Hope Town heißt der Ort, wo Kriminelle das Sagen haben und Gangsterboss Drake mit seinen sadistischen Söhnen Slick & Ivan die Straßen regiert. Inmitten diesem Chaos läuft der namenlose Landstreicher an einem Schaufenster mit einem ausgestellten Secondhand Rasenmäher vorbei, der Teil seines neuen Lebens werden soll. Um das Geld zusammenzukriegen, geht er betteln, sammelt Pfandflaschen und frisst Glasscherben für ein paar lumpige Dollar. Doch die Brutalität um ihn herum ebbt nicht ab. Als er seinen Wunschladen betritt, mit dem nötigen Kleingeld in der Tasche, wird er Zeuge eines Überfalls. Er nimmt Notiz von einer Schrotflinte, die über dem Rasenmäher hängt. Und er kapiert schnell; der einzige Weg, die Dinge in dieser Stadt zu ändern, geht nur über diese Schrotflinte in seiner Hand und zwei Patronen in der Kammer...


Das Grindhouse-Projekt von Robert Rodriguez und Quentin Tarantino beinhaltete ja einige Fake-Trailer, aus denen eigentlich überhaupt keine abendfüllenden Spielfilme entstehen sollten. Nachdem man nun jedoch schon "Machete" verfilmt hatte, folgt nun mit "Hobo with a Shotgun" eine weitere Verfilmung eines dieser Trailer, die im Prinzip genau die gleiche Richtung einschlägt. Die Hauptrolle hat man dabei mit dem in die Jahre gekommenen Rutger Hauer besetzt und nach Sichtung des Werkes kann man durchaus feststellen, das es sich hierbei keinesfalls um eine Fehlbesetzung handelt. Ganz generell ist es schon ein kleines Phänomen, das insbesondere in dieser Filmgattung einige in die Jahre gekommene-und ehemalige Stars des B-Movies eine Art Renaissance erfahren, denn schon beim erwähnten Grindhouse-Projekt konnten mit Kurt Russel (Death Proof), Michael Biehn oder auch Jeff Fahey (beide in Planet Terror) einige Schauspieler auf sich aufmerksam machen, um die es in den letzten Jahren doch etwas ruhiger geworden ist. Und nicht zu vergessen, das der geborene Nebendarsteller Danny Trejo in "Machete" endlich einmal in einer Hauptrolle zu sehen war und so nicht wie so oft schon sehr zeitig das Zeitliche gesegnet hat.

"Hobo with a Shotgun" bietet nun auch ein vollkommen überzogenes Szenario, das in kräftigen Farben wunderbar dargestellt wird. Schauplatz ist dabei eine Stadt, die vollkommen verwahrlost ist und in der Zustände herrschen die man kaum in Worte fassen kann, sondern selbst gesehen haben muss. Hier geht es zu wie bei Sodom und Gomorra, der Drake-Clan unterjocht die Bewohner und hat selbstverständlich die korrupte Polizei unter Kontrolle, so das dem Verbrechen Tür und Tor geöffnet sind. An sich ist ein solches Szenario nichts sonderlich Neues, jedoch hat Regisseur Jason Eisener das Ganze so herrlich überzogen dargestellt, das man die Geschehnisse schon fast in den Fantasy-Bereich einordnen könnte. Die Story geht dann auch gleich zu Beginn einmal in die Vollen und konfrontiert den Zuschauer mit der ersten Tötung, wobei es sich sogar um ein Familienmitglied der Drakes handelt, der auf eine sehr fantasievolle Weise im wahrsten Sinne des Wortes den Kopf verliert. So bekommt man gleich einen tiefen Einblick in die teils sehr sadistischen Methoden des Familien-Clans, der in der Wahl seiner Mittel nicht gerade zimperlich ist, um seine Schreckensherrschaft aufrecht zu erhalten. Zudem offenbart sich auch der erste Hinweis darüber, in welche Richtung der Film in Sachen Härtegrad tendiert, denn in dieser Geschichte wird nicht gekleckert sondern echt geklotzt.

Man kann sich also auf eine ganzzeitig extrem unterhaltsame Story freuen, die man keinesfalls nach ihrer inhaltlichen Substanz beurteilen sollte. Das sollte man allerdings schon im Vorfeld wissen, denn wie auch bei den anderen erwähnten Werken steht hier ganz eindeutig der Unterhaltungs-Faktor im Vordergrund und dieser kann sich wahrlich sehen lassen. Der Film nimmt sich dabei fast keinerlei Auszeiten, in denen man als Betrachter einmal durchschnaufen könnte, denn der Action-Gehalt ist extrem hoch angesiedelt. Immer wenn man gerade denkt das es einmal etwas ruhiger wird, zieht Eisener das Tempo sofort wieder an und bietet dabei jede Menge SFX, die jedem Fan das Herz im Leibe höher schlagen lassen. Der Verbrauch an Kunstblut nimmt phasenweise schwindelerregende Ausmaße an und es gibt jede Menge Kills zu begutachten, die sich insbesondere durch die Vielfalt der Tötungsmethoden auszeichnen. Neben einigen verheerenden Kopfschüssen durch die Shotgun kommen auch ganz andere Werkzeuge zum Einsatz, um hier für einen erhöhten Splatter-Gehalt zu sorgen. Da werden mit einer Säge Halsschlagadern durchtrennt, mit Schlittschuhen Rückenpartien zerfetzt oder einige Gullideckel werden kurz mal zweckentfremdet, um Menschen ins Jenseits zu befördern. Man merkt also das durchaus für Abwechslung gesorgt ist, was den reinen Unterhaltungswert der Geschichte noch einmal zusätzlich nach oben treibt. Zudem entseht eine wunderbar skurrile Situationskomik, die man kaum besser hätte in Szene setzen können und die für so manchen Schmunzler beim Betrachter sorgt. Ein weiterer Höhepunkt des bunten Treibens sind sicherlich die unterschiedlichen Charaktere, wobei vor allem die Bösewichter extrem schmierig und sadistisch dargestellt werden. Die beiden Drake-Söhne stechen hierbei ganz besonders ins Auge und sind an Boshaftigkeit nur schwerlich zu überbieten.

Insgesamt gesehen bietet "Hobo with a Shotgun" genau das, was man sich von diesem Film erwarten sollte, nämlich vollkommen skurrile-und überzogene Action-Kost mit einem hohen Bodycount und jeder Menge SFX, an denen man seine helle Freude hat. Ein glänzend aufgelegter Rutger Hauer ist die ideale Besetzung für den obdachlosen Hobo, der durch seinen unermüdlichen Einsatz erst einmal kräftig in einer Stadt aufräumt, in der Gesetze keine Chance haben. Betrachtet man das Werk in seiner Gesamtheit, dann bewegt es sich schon teilweise im Bereich des Trash-Genres, doch genau dafür ist das grell-bunte Szenario auch ausgelegt. Wer Filme wie "Death Proof", "Planet Terror" und "Machte" gut fand, wird auch hier jederzeit auf seine Kosten kommen, denn "Hobo with a Shotgun" ist definitiv kein Film, den man sich nur einmal anschaut. Viel zu hoch ist der Untergaltungswert angesiedelt und die jederzeit stimmige Gesamt-Inszenierung führt einen immer wieder in Versuchung, sich dieses Werk ein weiteres Mal anzuschauen.


Fazit:


Wer eine Vorliebe für extrem überzogene Action-Szenarien im Grindhouse-Stil hat bekommt hier einen Film geboten, der sämtliche Zutaten beinhaltet, die diese Werke so sehenswert-und unterhaltsam machen. Ein farbenprächtiges Action-Spektakel mit einem Härtegrad, der sich echt gewaschen hat. Groteske Tötungsmethoden, jede Menge Kunstblut und etliche wirklich derbe Einstellungen sorgen für Kurzweil ohne Ende, so das man sich den Film am Ende am liebsten gleich noch einmal anschauen möchte.


9/10

Donnerstag, 25. Oktober 2012

Six Bullets









Six Bullets
(6 Bullets)
mit Jean Claude Van Damme, Joe Flanigan, Anna-Louise Plowman, Charlotte Beaumont, Steve Nicolson, Uriel Emil Pollack, Louis Dempsey, Mark Lewis, Kristopher Van Varenberg, Bianca Bree, Matei Calin
Regie: Ernie Barbarash
Drehbuch: Chad Law / Evan Law
Kamera: Phil Parmet
Musik: Neal Acree
Keine Jugendfreigabe
USA / 2012

Ex-Legionär und Söldner Simon Gaul hat ein ganz besonderes Talent: Im Namen seiner Auftraggeber spürt er vermisste und entführte Personen auf. Doch nach seiner letzten Mission, bei der unschuldige Kinder sterben, kann er einfach nicht mehr weitermachen. Seine außergewöhnlichen Fähigkeiten sind allerdings schon bald wieder gefragt. Die Tochter des Top-MMA-Fighters Andrew Fayden wurde von Menschenhändlern verschleppt! Tatkräftig unterstützt von Andrew, nimmt Simon schon nach kurzer Zeit eine Spur auf und kommt den brutalen Entführern immer näher ...


Nach etlichen eher schlechten B-Movies in den letzten Jahren hätte man es kaum für möglich gehalten, das Action-Ikone Jean Claude van Damme im Herbst seiner Karriere noch einmal einen enormen Sprung nach oben macht, was die Qualität seiner Filme betrifft. Zu oft ist man in der Vergangenheit doch enttäuscht worden und musste sich mit diversen Filmchen zufrieden geben, die sich zumeist sogar unterhalb des üblichen Durchschnitts ansiedelten. "Six Bullets" ist jedoch definitiv nicht in diese Kategorie einzuordnen, präsentiert sich dem geneigten Fan doch zuerst einmal eine wirklich gute-und sehr interessante geschichte, die zudem mit einer immer brisanten Thematik aufwartet. Da stört es auch nicht weiter, das die Abläufe teilweise sehr klischeebeladen daherkommen, denn fast selbstverständlich ist es einmal mehr ein böses osteuropäisches Land, in dem kleine Kinder entführt-und reichen Perversen zum Kauf angeboten werden, damit diese sich sexuell mit den Kleinen vergnügen können. Trotz dieses Klischees gestaltet sich die Handlung recht authentisch, die Ereignisse werden dem Zuschauer möglichst glaubwürdig näher gebracht. Dabei ist es mehr als erschreckend wenn man sieht, wie skrupellos manche Menschen mit dem Leben anderer umgeben und der Aspekt das es sich hier um Kinder handelt, stößt einem selbst sehr bitter auf.

Die dabei aufkommende Wut auf die gewissenlosen Verbrecher nimmt schwindelerregende Höhen an, so das man für die Handlungsweisen des Söldners Simon (JCvD) äußerst viel Verständnis aufbringen kann und sich sogar regelrecht über jede Eliminierung eines Verbrechers erfreuen kann. Das es dabei nicht unbedingt zimperlich zur Sache geht versteht sich fast von selbst, denn die belgische Kampfmaschine lässt es in den meisten Fällen so richtig krachen. Dennoch arten die Geschehnisse zu keiner Zeit in ein sinnbefreites Action-Szenario aus, die Kampf-Passagen sind gut dosiert, wodurch die Geschichte auch nie überladen erscheint. Stattdessen offenbart das Szenario sogar teilweise eine gewisse inhaltliche Tiefe, die man bei Filmen des Action-Stars eher selten bemerkt, doch in vorliegendem Fall ist allein schon durch die Thematik des Ganzen eine gewisse Substanz vorhanden. Das kommt dem gewonnenen Gesamtausdruck natürlich sehr zu Gute und wertet den Film insgesamt auch ganz erheblich auf.

Dennoch bekommt selbstverständlich auch der Action-Fan eine ganze Menge geboten, die vorhandenen Szenen sind erstklassig umgesetzt worden und man bekommt neben etlichen Schießereien auch einige absolut sehenswerte Nahkämpfe geboten. Van Damme zeigt dabei das er es immer noch nicht verlernt hat und lässt erkennen, das er auch rein schauspielerisch durchaus gereift ist. Zwar bewegt sich sein darstellerisches Talent immer noch in einem überschaubaren Rahmen, doch wird man irgendwie das Gefühl nicht los, das der Belgier wirklich erwachsen geworden ist. Zwar wird der gute Mann auf seine alten Tage nicht mehr zu einem Charakter-Darsteller mutieren, aber seine gesamte Ausstrahlung ist doch sehr gereift und hinterlässt jedenfalls für meine Person einen äußerst guten Eindruck. Auch die anderen Schauspieler liefern durch die Bank einen ordentlichen Job ab, wobei insbesondere die Rollen der Fieslinge extrem gut besetzt sind. Und so präsentiert sich dann ein durchgehend sehenswertes Szenario, das weitaus mehr zu bieten hat als die üblichen Schlägereien.

Regisseur Ernie Barbarash (Cube Zero) hat also alles richtig gemacht, indem er seiner Geschichte außer den obligatorischen Action-Passagen auch eine gute Story und etwas inhaltliche Tiefe verliehen hat. Ein glänzend aufgelegter Jean Claude van Damme ist endlich einmal wieder in einer sehr überzeugenden Rolle zu sehen und mischt die Kinderschlepper in Moldawien so richtig auf. "Six Bullets" kann man also als einen absolut gelungenen B-Actioner bezeichnen und dieser scheint in der letzten Zeit ganz generell eine Art Rainessance zu erleben, was man auch schon in diversen anderen Werken der letzten Zeit miterleben durfte. So sieht kurzweilige-und sehr gute Unterhaltung aus und man kann nur hoffen, das auch in der Zukunft noch etliche Filme dieser Qualität erscheinen.


Fazit:


"Six Bullets" siedelt sich im oberen Qualitäts-Drittel an und bietet viel mehr als die ansonsten übliche Prügel-Action. Ein gereifter Hauptdarsteller und eine jederzeit spannende Story sorgen für ein Filmerlebnis, das man sich auch gern mehr als nur einmal anschaut.


Die DVD:

Vertrieb: Splendid
Sprache / Ton: Deutsch / Englisch DD 5.1
Untertitel: Deutsch / Niederländisch
Bild: 1,78:1 (16:9)
Laufzeit: 103 Minuten


7,5/10

Dienstag, 23. Oktober 2012

When the Lights Went Out









When the Lights Went Out
(When the Lights Went Out)
mit Kate Ashfield, Nicky Bell, Alan Brent, Tasha Connor, Hannah Clifford, Jacob Clarke, Peter Egan, Morgan Connell, Sean Corey, Hester Evans, Jo Hartley, Katie Lockwood, Andrea Lowe, Ross Mullan
Regie: Pat Holden
Drehbuch: Pat Holden
Kamera: Jonathan Harvey
Musik: Marc Canham
FSK 16
Großbritannien / 2011

Yorkshire 1974: Als die Maynards in ein neues Haus ziehen, fühlt sich die 13jährige Sally dort von Anfang an nicht wohl. Bald stellt sich heraus, dass ihr Unbehagen berechtigt ist. In dem Haus geht Seltsames vor sich. Lampen schwanken, Dinge bewegen sich von alleine, plötzlich ist es eiskalt, Bilder fallen herunter. Ein echter Geist scheint hier am Werk zu sein und er konzentriert sich vor allem auf Sally. Die schwankt zwischen Angst und Faszination. Manchmal ist es, als würde eine unsichtbare Freundin mit im Haus wohnen. Dann fühlt sie sich wieder tödlich bedroht. Gibt es zwei Geister im Haus? Einen bösen und einen, der die Maynards und ganz besonders Sally schützen will?


Poltergeist meets Der Exorzist


Natürlich sollte man in diesen Vergleich nicht zuviel hinein interpretieren, doch in einigen Passagen der Geschichte ist er gar nicht einmal zu weit hergeholt. Angeblich auf einer wahren Begebenheit beruhend präsentiert einem Regisseur Pat Holden eine Geschichte, die zunächst wie ein üblicher Haunted House Horrorfilm daherkommt, jedoch im letzten teil der Story auch dezente Anlehnungen an die Thematik des Exorzismus erkennen lässt. Dabei sollte man jedoch erwähnen, das dieser hier nicht an einem menschen sondern an einem Gebäude vorgenommen wird, was schon ein wenig gewöhnungsbedürftig erscheint. Nichtsdestotrotz entfaltet "When the Lights Went Out" von Beginn an eine sehr unheilvolle Grundstimmung und hält sich auch überhaupt nicht mit einer langen Einführungsphase auf, denn schon nach wenigen Minuten beginnt der Spuk in der neuen Behausung der Familie Maynard. Dabei ist es zuerst die junge Sally die mit übernatürlichen Phänomenen konfrontiert wird und da das Mädchen sowieso nicht umziehen wollte, glauben ihre Eltern im ersten Moment, das sich ihre Tochter die ganzen Dinge nur ausdenkt. Ziemlich schnell sehen sie jedoch ihren Irrtum ein und sehen sich selbst immer wieder mit den Attacken einer übernatürlichen Kraft konfrontiert, die anscheinend nichts Gutes im Sinn hat.

Was man dieser britischen Produktion ganz besonders zu Gute halten muss ist die Liebe zum Detail, denn die Ausstattung des Szenarios vermittelt dem Zuschauer den authentischen Eindruck, sich wirklich mitten in den 70er Jahren zu befinden. Dies fällt insbesondere bei der Innenausstattung des Hauses ins Auge, denn sämtliche Gegenstände sowie auch die herrlich hässlichen Tapeten verstärken das Gefühl, eine rückwärtige Zeitreise hinter sich zu haben. Teilweise schmerzen sogar die Augen ein wenig, denn die grellen-und wirren Farb-Kompositionen erinnern gerade die etwas älteren Zuschauer an eine Zeit, in der guter Geschmack anscheinend ein absolutes Fremdwort war. Hier vermittelt es einem jedoch einen wunderbaren Einblick in das Lebensgefühl der damaligen Zeit und verleiht dem ganzen einige herrlich schräge Farbtupfer. Die tolle Ausstattung ist aber längst nicht alles, was diesen Film absolut sehenswert macht, denn Regisseur Pat Holden hat seiner Geschichte sämtliche Zutaten beigefügt, die für ein gruseliges Film-Erlebnis sorgen. Durch eine äußerst dichte Atmosphäre geprägt, entfalten sich durchgehend immer wieder extrem bedrohliche Momente, in denen immer mehr die Figur der Sally in den Vordergrund gerückt wird. Das junge Mädchen gerät dabei sogar in Lebensgefahr, scheint aber auf der anderen Seite einen hilfreichen Schutzengel an der Seite zu haben, der sie vor größerem schaden bewahren will. Zum Ende hin bewahrheitet sich dann auch diese Vermutung, wobei ich nicht weiter darauf eingehen möchte, um niemandem die Spannung zu nehmen, die hier die ganze Zeit über ganz ausgezeichnet aufgebaut wird.

Trotz aller Ernsthaftigkeit beinhaltet die Geschichte auch einige humorige Passagen, die streckenweise schon einen recht skurrilen Eindruck hinterlassen, aber dennoch nahezu perfekt in das Gesamtgefüge passen. Gemint ist damit hauptsächlich das Verhalten von Sally's Eltern, denn weigert sich beispielsweise die Mutter trotz aller unheimlicher Vorkommnisse hartnäckig das Spukhaus zu verlassen, so bietet der Vater sogar Führungen durch das Gebäude an, die er sich von den Besuchern selbstverständlich bezahlen lässt. Einerseits mag das ein wenig abwegig erscheinen, doch zeigt dieses Verhalten auch ganz eindeutig, das gerade die Erwachsenen die drohende Gefahr sehr lange nicht richtig einschätzen können. In der zweiten Filmhälfte ändert sich das jedoch schlagartig, denn die Bedrohung wird immer intensiver und die Attacken der übernatürlichen Kraft lassen eine Aggressivität erkennen, die lebensbedrohliche Züge aufweist. An diesem Punkt hält dann die Exorzismus - Thematik Einzug in das Geschehen, weiß man sich doch nicht mehr anders zur Wehr zu setzen und bindet die Kirche im Kampf gegen das Böse ein. Nun bekommt auch der Zuschauer eine Erklärung für die mysteriösen Ereignisse und kann diese ehemals lebenden Personen zuordnen. Am Ende der Geschichte wird man mit einem äußerst befriedigendem Gefühl aus einem Film entlassen, der eine sehr interessante Mischung aus Haunted House Horror und Exorzismus-Thematik offenbart, die eigentlich jedem Freund dieser Filmart zusagen dürfte.


"When the Lights Went Out" erfindet das Genre sicherlich nicht neu, bietet aber erstklassige und sehr spannende Unterhaltung. Gut agierende Darsteller und eine sehr bedrohliche Grundstimmung sind die Stärken eines Filmes, der sich auf jeden Fall über dem normalen Durchschnitt ansiedelt und den man bedenkenlos weiterempfehlen kann. Die herausragende Liebe zum Detail versetzt einen dabei fast 4 Jahrzehnte in der Zeit zurück in die wilden 70er und spiegelt dabei das Lebensgefühl dieser Zeit perfekt wieder. Insgesamt gesehen kann man Pat Holden nur zu diesem Werk gratulieren, das auf jeden Fall als Bereicherung des Genres angesehen werden kann.


Fazit:


Spannend, atmosphärisch und manchmal auch mit toller Situationskomik durchzogen bietet "When the Lights Went Out" wunderbar schaurige Gruselkost, die man sich unbedingt zu Gemüte führen sollte. Natürlich wird es auch wieder etliche Leute geben die diesem Werk nichts-oder nicht viel abgewinnen können, doch sollte sich jeder selbst ein Bild darüber machen. Ich fühlte mich prächtig unterhalten und kann so bedenkenlos eine absolute Empfehlung an alle aussprechen, die gute Horror-Thriller zu schätzen wissen.


Die DVD:

Vertrieb: Ascot Elite
Sprache / Ton: Deutsch DTS 5.1, DD 5.1 / Englisch DD 5.1
Untertitel: Deutsch
Bild: 2,35:1 (16:9)
Laufzeit: 96 Minuten
Extras: Making of, Behind the Scenes, Interviews, Originaltrailer, Trailershow


7,5/10

Sonntag, 21. Oktober 2012

The Pact









The Pact
(The Pact)
mit Caity Lotz, Casper Van Dien, Agnes Bruckner, Mark Steger, Haley Hudson, Kathleen Rose Perkins, Sam Ball, Bo Barrett, Dakota Bright, Jeffrey T. Ferguson, Rachael Kahne, Santiago Segura, Petra Wright
Regie: Nicholas McCarthy
Drehbuch: Nicholas McCarthy
Kamera: Bridger Nielson
Musik: Ronen Landa
FSK 16
USA / 2012

Das Haus ihrer gerade verstorbenen Mutter ist ein hässlicher Ort für Annie, voller schlechter Erinnerungen. Eigentlich wollte sie hier nie wieder sein, aber nun sind zwei Frauen in diesem Haus verschwunden. Ihre Schwester Nicole und ihre Cousine Liz haben es betreten und sind nicht wieder aufgetaucht. Es gibt keinen Hinweis, keine Spur. Das Haus lässt auch Annie nicht los. Es beobachtet sie, berührt sie, legt kleine Spuren aus, öffnet Türen und schleift sie auch mal mit brutaler Kraft durch die Zimmer. Langsam kommt Annie dem Rätsel auf die Spur. Das Geheimnis des Hauses ist etwas aus der Vergangenheit. Es ist höchst lebendig - und abgrundtief böse ...


Gruselfilme mit Geister-Thematik sind gerade in den letzten Jahren wieder sehr in Mode gekommen und erfreuen sich nicht erst seit der "Paranormal Activity-Reihe" großer Beliebtheit. Und so hat sich auch Nicholas McCarthy bei seinem Langfilm-Debüt einer dementsprechenden Geschichte angenommen, die sich jedoch rein inhaltlich phasenweise sehr wohlwollend von anderen Genre-Kollegen abhebt. Auch hier ist es einmal mehr ein Haus das anscheinend vom Bösen beseelt ist und in dem der jungen Annie der pure Horror entgegen schlägt und dennoch bietet das Szenario einige Komponenten, die dem Zuschauer einige Überraschungsmomente bereiten. Schon das Haus allein wirkt auf den ersten Blick überhaupt nicht gruselig, handelt es sich doch nicht um ein ansonsten übliches Spuk-Gebäude, das einem schon aufgrund der Optik einen kalten Schauer über den Rücken jagt. Darin ist schon eine der Stärken dieses Filmes zu sehen, denn durch den vollkommen normalen Eindruck den das Gebäude hinterlässt, entfalten die Geschehnisse im Inneren eine viel stärkere Intensität, weil man ganz einfach nicht unbedingt damit rechnet, das sich hier das Böse eingenistet hat. McCarthy schafft es dabei fast spielend, dem Betrachter mit den einfachsten Mitteln das Fürchten zu lehren, denn es bedarf keinerlei spektakulärer Effekte, damit die Geschehnisse einen subtilen Horror aufkommen zu lassen, der einem merklich unter die Haut geht und seine Wirkung keinesfalls verfehlt.

Zudem ist es die eher ruhige-und bedächtige Erzählweise die diesem Film seine Kraft verleiht. Denn die ersten zwei Drittel der Geschichte kommen fast ohne Tempo daher, was in diesem Fall aber keineswegs als negative Kritik anzusehen ist. Vielmehr führt einen der wohl dosierte Spannungsaufbau immer weiter auf ein tolles Finale hin, bei dem dann auch eine erhebliche Temposteigerung zu bemerken ist und es ordentlich zur Sache geht. Diesen Aspekt sollte man jedoch im richtigen Verhältnis betrachten, denn es offenbart sich kein überladenes Action-Spektakel, doch im Gegensatz zur ersten Filmhälfte nimmt das Geschahen fast schon rasante Züge an. Darauf kommt es aber im Prinzip auch gar nicht so sehr drauf an, denn "The Pact" überzeugt vielmehr durch seine äußerst dichte Grundstimmung und entwickelt zudem seine ganz eigene Bildsprache, von der eine sehr starke Faszination ausgeht, der man sich unmöglich entziehen kann. So wird man insbesondere im ersten Teil der Geschichte mit Bildern konfrontiert, die man zunächst überhaupt nicht zuordnen kann. Immer wieder wird Annie mit visionsartigen Träumen geplagt, die erst kurz vor dem Ende einen Sinn ergeben und perfekt in die Gesamt-Zusammenhänge hineinpassen.

Ganz generell sind die Ereignisse herrlich ineinander verschachtelt und wirken wie ein mühsames Puzzle, das man im Laufe der Zeit zusammensetzen muss. Das Geheimnis des Hauses scheint in der Vergangenheit zu liegen und wird relativ lange im Dunkeln gehalten, bevor die Hauptfigur dazu in der Lage ist, den Knoten des Rätsels zu lösen. Die Auflösung des Ganzen ist dann auch teilweise recht überraschend, spielt doch nicht nur der im Haus ansässige Geist eine große Rolle. Und so entwickelt sich hier von der ersten Minute an ein äußerst atmosphärisches Film-Vergnügen, das durchgehend für eine wohlige Gänsehaut sorgt und den Betrachter ganz unweigerlich in seinen Bann zieht. Für mich persönlich ist das Werk von Nicholas McCarthy sogar einer der besten Geisterfilme der letzten Jahre, da hier auch durchaus ein Hauch von Innovation zu verspüren ist. Dieser äußert sich hauptsächlich in einem Aspekt, der von einigen Leuten eher als negative Kritik ausgelegt wird, meiner Meinung nach jedoch zu den absoluten Stärken dieses Filmes zu zählen ist. Dabei handelt es sich schlicht und ergreifend um die Wandlung eines Charakters auf die ich nicht weiter eingehen möchte, um nicht zuviel zu verraten. Nur so viel sei gesagt, die Wandlung ist extrem ungewöhnlich und ich kann mich im Moment an keinen Film erinnern, in dem diese Charakter-Veränderung schon einmal so dargestellt wurde. Bei menschlichen Charakteren sind diverse Wendungen ja vollkommen normal, doch in diesem speziellen Fall betrifft es die übernatürlichen Kräfte, die während der gesamten Laufzeit am Werke sind und das ist schon etwas, was ich bisher noch nicht gesehen habe. Wie dem aber auch sei, diese Fawcette des Geschehens wertet den Gesamteindruck sogar noch auf, als das es ihn nach unten drücken würde, wobei manch einer das eventuell vollkommen anders sieht.

Letztendlich handelt es sich hier um ein erstklassiges Langfilm-Debüt von Nicholas McCarthy, der mit einem feinen Gespür und den minimalsten Mitteln einen wunderbaren Grusler geschaffen hat, der in allen Belangen zu überzeugen weiß. Tolle Bilder, eine sehr spannende Geschichte und eine herausragende Atmosphäre sorgen hier für beste Genre-Kost, die man sich unbedingt anschauen sollte. Ich war jedenfalls absolut begeistert und habe durchgehend dieses herrliche Grusel-Feeling verspürt, das Filme dieser Art so absolut sehenswert macht. Zudem hat mich auch das Schauspiel der Darsteller sehr beeindruckt, wobei insbesondere Hauptdarstellerin Caity Lotz eine tolle Performance hinlegt. Wer also eine Vorliebe für atmosphärische Horror-Thriller hat und von der Geister-Thematik einfach nicht genug bekommen kann, ist hier an der genau richtigen Adresse und darf sich auf ein tolles Film-Erlebnis einstellen.


Fazit:


Gerade im Zeitalter von "Paranormal Activity & Co." ist es als sehr positiv anzusehen, das es immer wieder Gruselfilme gibt, die einen auch wirklich in ihren Bann ziehen können. Stellen sich genannte Werke doch viel eher als gähnende Langeweiler dar, so kann "The Pact" sämtliche Erwartungen erfüllen, die man als Zuschauer in diesen Film setzt. Von mir gibt es jedenfalls eine ganz dicke Empfehlung für dieses herrlich atmosphärische Werk.


Die DVD:

Vertrieb: Ascot elite
Sprache / Ton: Deutsch DTS 5,1, DD 5.1 / Englisch DD 5.1
Untertitel: Deutsch
Bild: 1,85:1 (16:9)
Laufzeit: 89 Minuten
Extras: Making of, Deleted Scenes, Interviews, Trailer, Trailershow


8,5/10

Freitag, 19. Oktober 2012

[Rec] 3 Genesis









[Rec] 3 Genesis
([Rec] 3 Genesis)
mit Leticia Dolera, Javier Botet, Diego Martin, Alex Monner, Ismael Martinez, Claire Baschet, Ana Isabel Velasquez, Carla Nieto, Borja Glez Santaolalla, Emilio Mencheta, Mireia Ros, Paco Moreno, Aitor Legadon
Regie: Paco Plaza
Drehbuch: Paco Plaza
Kamera: Pablo Rosso
Musik: Mikel Salas
Keine Jugendfreigabe
Spanien / 2012

Clara und Koldo feiern den schönsten Tag ihres Lebens: ihre Hochzeit! Die ausgelassene Stimmung kippt aber schnell, als einer der Gäste Zeichen einer seltsamen Krankheit aufweist und beginnt Blut zu spucken. Nachdem sich andere Besucher rasend schnell anstecken und auf die anderen losgehen bricht die Hölle aus: Die gemütliche Festivität wird zum hysterisches Schlachtfest, in der sich die Hochzeitsgesellschaft in einem Kampf um Leben und Tod wiederfindet. Clara und Koldo müssen so schnell wie möglich entkommen - und wie lässt sich das Killer-Virus stoppen?


Nun hat es also auch die [Rec]-Reihe erwischt, denn mit vorliegendem dritten Teil ist meiner Meinung nach ein erheblicher Qualitätsverlust zu erkennen. Ob dies einzig und allein der Tatsache geschuldet ist, das Jaume Balaguero bei der Regie ausgestiegen ist und somit Paco Plaza allein für diesen Film verantwortlich zeichnet wage ich zu bezweifeln, denn es sind doch in der Hauptsache inhaltliche Schwächen, die hier einen eher zwiespältigen Eindruck hinterlassen. [Rec] 3 ist zwar immer noch ein sehenswerter Film, der jedoch das Hauptaugenmerk lediglich auf ein ordentliches Tempo und einige derbe SFX legt und dabei leider inhaltlich nicht wirklich überzeugen kann. Das mag den Fans härterer Splatter-Kost herzlich egal sein denn diese Zielgruppe wird gut versorgt, vergleicht man allerdings die Story mit denen der beiden Vorgänger, so wird in vorliegendem Fall absolute Schmalkost angeboten, die keinerlei höhere Erwartungen erfüllen kann. Und so verkommt dann auch das Geschehen zu einer einzigen Metzel-Orgie die zugegebenermaßen einige herrlich schwarzhumorige Szenen enthält, aber ansonsten relativ wenig Substanz enthält um einen gänzlich überzeugenden Eindruck beim Zuschauer zu hinterlassen.

Paco Plaza weicht außerdem vom altbewährten Stil ab, denn die Wackelkamera kommt hier lediglich in den ersten gut 20 Minuten zum Einsatz. Das sehe ich noch nicht einmal als negativ an, obwohl damit die eigentliche Stärke der Film-Reihe gekappt wird. Verliert sich doch der dokumentarische Look der Ereignisse und man hat ganz automatisch nicht mehr das Gefühl, phasenweise mitten im Geschehen zu sein. Dadurch entsteht nicht mehr diese einzigartige Intensität der beiden ersten Teile und die Faszination der Ereignisse hält sich in durchaus überschaubaren Grenzen. Irgenwie will sich in diesem Film auch nicht wirklich ein echter-und konstanter Spannungsbogen aufbauen, die Geschehnisse erscheinen doch recht vorhersehbar und es gibt keinerlei echte Überraschungsmomente. Der größte Nachteil ist jedoch der gewählte Schauplatz des Szenarios, denn das weitläufige Areal auf dem die Hochzeitsfeier stattfindet dient nicht unbedingt dazu, die absolut bedrohliche-und zudem sehr klaustrophobische Atmosphäre der beiden ersten Teile zu erzeugen.

Die Grundstimmung in dem unter Quarantäne stehenden Mietshauses war einfach viel dichter und hat beim Betrachter dafür gesorgt, das man eigentlich durchgehend mit einer Gänsehaut überzogen war, die hier so gut wie überhaupt nicht aufkommen will. Zu sehr liegt der Focus der Geschichte auf dem vorhandenen Härtegrad, der allerdings phasenweise sehr ordentlich ausfällt und so manche derbe Passage anbietet. Legt man seine Erwartungen einzig und allein auf diesen Aspekt dann wird man wirklich bestens bedient und hat keinerlei Grund zur Beanstandung, erwartet man aber ein wenig mehr, wird man letztendlich doch mit einer kleinen Enttäuschung konfrontiert. Meiner persönlichen Meinung nach ist die Luft aus der [Rec]-Reihe ganz einfach ein wenig raus und mit diesem dritten Teil wird ein wenig der bisherige sehr gute Gesamteindruck zerstört. Es fehlen die zündenden Ideen, stattdessen werden jederzeit austauschbare Komponenten präsentiert, die man schon etliche Male gesehen hat und die auch schon besser umgesetzt wurden. Und auch der schon kurz erwähnte schwarze Humor erscheint nicht immer absolut passend, sondern wirkt an einigen Stellen schon etwas albern, was insbesondere auf das Verhalten der Infizierten zu beziehen ist, wenn sie von einem Pastor zitierte Bibel-Passagen hören. So wird die Ernsthaftigkeit der Ereignisse doch manchmal untergraben, was dem gewonnenen Gesamtbild nicht unbedingt förderlich ist.

Insgesamt gesehen ist "[Rec] 3 Genesis" alles andere als ein schlechter Film, jedoch offenbart das Szenario einige offensichtliche Defizite, die man in den beiden ersten teilen noch nicht erkennen konnte. Für Freunde der harten Gangart ist der Film eine absolute Empfehlung, wer allerdings etwas mehr erwartet dürfte eher enttäuscht sein. Die Geschichte bietet rein inhaltlich wenig Sehenswertes und es fehlt stellenweise an der nötigen Spannung, um von einem wirklich überzeugenden Film zu sprechen. Auch das Schauspiel der Akteure ist maximal als passabel anzusehen und sämtliche Charaktere wirken jederzeit austauschbar. Auch wenn sich das alles jetzt nicht sonderlich positiv anhört, drückt es lediglich meine persönlichen Empfindungen aus und manch einer wird es sicherlich vollkommen anders sehen und restlos begeistert sein. Sehenswert ist dieses Werk auf jeden Fall, man sollte lediglich die eigenen Erwartungen nicht zu hoch ansetzen, denn die Klasse seiner beiden Vorgänger kann dieser Film zu keiner Zeit auch nur annähernd erreichen.


Fazit:


Einzig und allein auf Tempo-und Härte ausgerichtet, bleibt "[Rec] 3" doch weitesgehend hinter den Erwartungen zurück, ist aber dennoch ein unterhaltsames Filmchen, das mit einer Laufzeit von gerade einmal etwas über 70 Minuten keinerlei Längen erkennen lässt. Mehr hätte die ziemlich ausgedünnte Rahmenhandlung allerdings auch nicht hergegeben, denn inhaltlich ist hier Schmalhans der Küchenmeister.


6,5/10

Deadly Revenge - Das Brooklyn Massaker









Deadly Revenge - Das Brooklyn Massaker
(Out For Justice)
mit Steven Seagal, William Forsythe, Jerry Orbach, Jo Champa, Shareen Mitchell, Sal Richards, Gina Gershon, Jay Acovone, Nick Corello, Robert LaSardo, John Toles-Bey, Joe Spataro, Ron Brumbelow, Jack Cipolla
Regie: John Flynn
Drehbuch: David Lee Henry
Kamera: Ric Waite
Musik: David Michael Frank
SPIO/JK
USA 1991

Der Berufskriminelle Richie schießt auf offener Straße und vor den Augen seiner Frau den Partner von Streetcop Gino nieder. Gino ist außer sich und will Richie persönlich zur Rechenschaft ziehen. Leichter gesagt als getan, denn Richie und seine Bande ziehen inzwischen eine regelrechte Blutspur quer durch Brooklyn. Selbst die Mafia kann den Amoklauf ihres Handlangers nicht stoppen. Im Verlauf der Verfolgungsjagd erfährt Gino den Grund für Richies Raserei: die Ehefrau seines Partners hatte aus Eifersucht ein Foto, das ihn beim Sex mit Richies Freundin zeigt, Richie zugespielt. Am Ende einer Schreckensnacht kann Gino den wahllos mordenden Junkie stellen.


Die Meinungen der Steven Seagal Fans werden sicherlich auseinander gehen, doch meiner persönlichen Meinung nach handelt es sich hier um den besten-und härtesten Action-Kracher, in dem der gute Mann je mitgewirkt hat. Schauspielerisch wie immer ziemlich limitiert stellt er hier auf unnachahmliche Art und Weise den knallharten Einzelgänger dar, der den Mord an seinem Partner rächen will. Nie war Seagal cooler-und lässiger und in keinem seiner anderen Filme war er so dermaßen Gnadenlos, wie es in vorliegender Geschichte der Fall ist. Das es dabei nicht immer glaubwürdig zugeht dürfte keine allzu große Überraschung darstellen, denn realistische Polizeiarbeit sieht sicherlich etwas anders aus, wie es hier dargestellt wird. Das ändert jedoch rein gar nichts an der Tatsache, das der geneigte Action-Fan ein wahres Feuerwerk geboten bekommt, in dem die Jagd nach einem offensichtlich psychophatischen Killers im Mittelpunkt des Geschehens steht. Schauplatz ist dabei der New Yorker Stadtteil Brooklyn, in dem ganz eigene Gesetze herrschen und der von der Mafia kontrolliert wird.

Auch wenn Seagal hier selbstverständlich der Hauptdarsteller ist, läuft ihm sein Gegenpart doch fast den rang ab. Denn der vollkommen durchgeknallte Richie Maldano wird von einem nahezu brillant agierenden William Forsythe dargestellt, der mit seiner herausragenden Performance ein absolutes Highlight darstellt. Selbst den Zuschauer überfällt hier in etlichen Passagen eine echte Gänsehaut, denn das Schauspiel von Forsythe ist dermaßen eindringlich, das es ganzzeitig wie die Darstellung des eigenen Charakters erscheint. Diesem mann möchte man keinesfalls über den Weg laufen, hat er doch jegliche Kontrolle über sich verloren und tötet Leute wegen absoluter Nichtigkeiten. Ihm zur Seite stehen dabei etliche Freunde, denen man die Angst vor ihrem unkontrollierbaren Chef schon im Gesicht ansehen kann. Natürlich lässt sich ein echter Seagal nicht durch solche Dinge abschrecken und so erlebt Brooklyn eine Nacht, die man so schnell nicht wieder vergessen wird. Die temporeiche Erzählweise der inhaltlich nicht gerade tiefgründigen Geschichte versetzt dem Betrachter so manchen Adrenalin-Schub und die knallharte Action tut ihr Übriges, um den Unterhaltungswert dieses Werkes in schwindelerregende Höhen zu treiben.

Die Ein Mann-Armee Seagal muss hier wirklich an die eigenen Grenzen gehen, um noch größeres Unglück zu vermeiden und ist dabei in der Wahl seiner Mittel nicht gerade zimperlich. Als gnadenloser Rächer zieht er so durch die nächtlichen Straßen, um den Verbrechern den Garaus zu machen und kann den Stadtteil letztendlich in einem absolut furiosen Showdown vom verbrecherischen Ungeziefer säubern. zeichnen sich insbesondere die früheren Filme der Action-Ikone zumeist durch einen ansehnlichen Härtegrad aus so kann man durchaus behaupten, das Deadly Revenge - Das Brooklyn Massaker" hier noch einmal in eine andere Dimension vorstößt und den Rahmen viel höher ansetzt. Etliche knallharte Nahkämpfe und extrem blutige Schießereien sorgen gerade bei der Erstsichtung des Filmes für Erstaunen beim Zuschauer, denn zur damaligen zeit hat dieses Werk wirklich Maßstäbe gesetzt. Zudem kann sich auch die Story durchaus sehen lassen, auch wenn die inhaltliche Tiefe nicht unbedingt als grandiose Stärke auszumachen ist. Zudem ist es wirklich eine wahre Pracht William Forsythe bei seinem Schauspiel zuzusehen, denn die Rolle des durchgeknallten Killers scheint ihm offensichtlich diebische Freude zu bereiten.

Alles zusammengenommen ist "Deadly Revenge" ein Film, der die Bezeichnung Action-Kracher auch wirklich verdient. Regisseur John Flynn hat hat seine Geschichte mit allen Zutaten gefüllt, die man als Fan des Genres so sehr liebt. Jede Menge Tempo, 2 erstklassig agierende Hauptdarsteller und Action-Passagen, in denen es extrem hart-und kompromisslos zur Sache geht ergeben ein erstklassiges Gesamtbild. Auch nach nunmehr über zwei Jahrzehnten hat der Film rein gar nichts von seiner Faszination eingebüßt und lohnt sich immer wieder für eine neuerliche Sichtung.


Fazit:


In den Filmen mit Steven Seagal ging es eigentlich nie wirklich zimperlich zur Sache, doch "Deadly Revenge - Das Brooklyn Massaker" stellt ein absolutes Action-Spektakel dar, das an Härte und Brutalität schwer zu überbieten ist. Zudem ist der Titel des Filmes absolut berechtigt, hier wird keinesfalls zuviel versprochen. Wer diese erstklassige Action-Granate noch nicht gesehen hat, sollte diesen Zustand schnellstens ändern.


9/10

Dienstag, 16. Oktober 2012

Der jüngste Tag









Der jüngste Tag
(Collision Earth)
mit Kirk Acevedo, Diane Farr, Chad Krowchuk, Jessica Parker Kennedy, Adam Greydon Reid, Andrew Airlie, David Lewis, Douglas Chapman, Juan Riedinger, Kevan Ohtsji, Catherine Lough Haggquist
Regie: Paul Ziller
Drehbuch: Ryan Landels
Kamera: Tom Harting
Musik: Michael Neilson
FSK 12
Kanada / 2011

Victoria Preston (Diane Farr) und ihr Team sind mit der USS Nautilus auf einer Forschungsreise in der Nähe des Merkur. Plötzlich wird der sonnennahe Planet von einem extrem starken Sonnenwind getroffen und aus seiner Flugbahn geworfen. Aber was weit schlimmer ist - der Merkur wurde dadurch magnetisiert. Nun ziehen sich das Magnetfeld der Erde und der Merkur gegenseitig an und der Merkur rast auf die Erde zu. Die einzige Hoffnung auf Rettung liegt in einer geheimen Waffe. Projekt 7. Nur Victoria allein hat eine Chance, das Kometenraumschiff noch schnell genug zu erreichen und die drohende Gefahr durch den Merkur zu verhindern. Unterstützt, von der langsam sich selbst zerstörenden Erde, wird Victoria von ihrem Mann Dr. James Preston (Kirk Acevedo). Es beginnt ein gnadenloses Rennen gegen die Zeit.


Der Name Paul Ziller dürfte mittlerweile fast jedem ein Begriff sein, denn kein anderer Regisseur widmet sich mit so konstanter Regelmäßigkeit dem Katastrophenfilm wie der kanadische Filmemacher. Dabei überzeugen seine Werke nicht durch einen qualitätsmäßig hohen Anspruch, sondern vielmehr durch einen gewissen Unterhaltungswert und einen trashigen Charme. "Der jüngste Tag" schlägt dabei in die gleiche Kerbe und bietet dem Zuschauer einmal mehr ein Katastrophen-Szenario, das man keinesfalls nach seiner Glaubwürdigkeit beurteilen sollte. Ziller konfrontiert den Zuschauer mit einer Geschichte, die im Bezug auf die Glaubwürdigkeit schon als vollkommen hanebüchen bezeichnet werden kann, aber nichtsdestotrotz äußerst unterhaltsam in Szene gesetzt wurde. Dabei strotzt das Geschehen nur so vor Zufällen und abstrusen Momenten, was im Prinzip in jeder einzelnen Einstellung zu erkennen ist. Soldaten und Verantwortliche Personen werden als absolut unfähig dargestellt und fast schon selbstverständlich für Paul Ziller sind es Zivil-Personen, die hier die Erde vor der Zerstörung retten. Dies geschieht dann auch noch auf eine Art und Weise die zwar absolut unglaubwürdig erscheint, dem Film an sich aber eine herrlich trashige Note verleiht und letztendlich eine charmante Note beinhaltet.

Absolutes Highlight sind aber wie fast immer die von Ziller verwendeten Effekte. Bei diesem Aspekt werden die Lachmuskeln des Betrachters sehr arg strapaziert, denn größtenteils erscheinen die CGI-Effekte dermaßen billig, das einem unwillkürlich die Tränen in die Augen treten. Es handelt sich dabei aber meiner Meinung nach um ein absolutes Markenzeichen des kanadischen Regisseurs und mittlerweile bin ich persönlich schon zu einem kleinen Fan seiner Werke mutiert. Denn obwohl man seine Storys eher selten besonders ernst nehmen kann, entwickeln sie einen recht konstanten Spannungsbogen und üben eine Faszination aus, die man schwerlich in Worte fassen kann. Langeweile kommt in Ziller's Filmen jedenfalls nie auf, denn trotz aller offensichtlichen Defizite schafft der gute Mann es immer wieder, die Aufmerksamkeit des Zuschauers für sich zu gewinnen.

Die versammelte Darsteller-Riege passt sich dann auch fast nahtlos dem teilweise skurrilen Treiben an, das Schauspiel passt perfekt zu den Handlungsabläufen und ist für einen Film dieser Art vollkommen ausreichend. Mit Kirk Acevedo und Diane Farr sind dann auch 2 recht bekannte Gesichter dabei, die man hauptsächlich aus TV-Serien kennt und natürlich handelt es sich hier auch um die beiden Haupt-Charaktere, die hauptsächlich für die Rettung der Erde verantwortlich zeichnen. Tiefer gehende Charakter-Beleuchtungen sollte man hier allerdings nicht erwarten, sämtliche Figuren werden eher oberflächlich eingeführt, können aber zumeist sogar Symphatie-Punkte für sich einfordern. Und so hat der gute Ziller-Paule einmal mehr einen Katastrophen-Thriller auf die Menschheit losgelassen, der sich nahtlos in die Riege seiner bisherigen Produktionen einreihen kann und dabei sämtliche Zutaten beinhaltet, die man mittlerweile gewöhnt ist. Kurzweilige Unterhaltung für zwischendurch ist hier definitiv vorhanden und Freunde dieser C-Movies sollten wie immer auf ihre Kosten kommen.

Letztendlich hat Ziller einmal mehr eine teils vollkommen an den Haaren herbeigezogene Geschichte umgesetzt, die mit lustigen Effekten übersät ist. Wer hier auf Qualität setzt sollte die Finger von der DVD lassen, wer sich jedoch an diesen herrlich trashigen Szenarien erfreuen kann, sollte unbedingt zugreifen. Ich mag diese herrlich unrealistisch umgesetzten Storys, die immer wieder beste Unterhaltung bieten und die man sich jederzeit gut anschauen kann. Ein gutes Training für die Lach-Muskulatur, das dennoch auch eine gewisse Spannung aufbauen kann und seinen Höhepunkt wie eigentlich immer in den vorhandenen Effekten findet, die dieses Mal so wunderbar dilletantisch wirken, das es eine wahre Pracht ist.


Fazit:


Paul Ziller wird wohl nie im Leben einen qualitativ wirklich hochwertigen Film kreieren, doch auf seinem Gebiet ist der gute Mann mittlerweile fast schon eine kleine Ikone. Was für viele Leute eventuell einfach nur schlecht ist, dürfte für andere wiederum extrem kurzweilige und oft unfreiwillig komische Unterhaltung darstellen, die man in meinen Augen auf jeden Fall weiterempfehlen kann. Ich freue mich jedenfalls schon auf den nächsten Streich, der sicherlich nicht lange auf sich warten lassen wird.


Die DVD:

Vertrieb: Sunfilm
Sprache / Ton: Deutsch DTS 5.1, Deutsch DD 5.1 / Englisch DD 5.1
Untertitel: Deutsch
Bild: 2,35:1 (16:9)
Laufzeit: 86 Minuten
Extras: Trailer


5,5/10

Sonntag, 14. Oktober 2012

Hard Ride to Hell









Hard Ride to Hell
(Hard Ride to Hell)
mit Miguel Ferrer, Laura Mennell, Brendan Penny, Katharine Isabelle, Brandon Jay McLaren, Sebastian Gacky, Brent Stait, Esteban Palacio, Luis Javier, Richard Faraci, Teach Grant, Glenn Ennis
Regie: Penelope Buitenhuis
Drehbuch: Matthew Chernov / David Rosiak
Kamera: David Pelletier
Musik: Michael Neilson
Keine Jugendfreigabe
USA / 2010

Eine Gruppe junger Leute ist mit dem Wohnmobil unterwegs im ländlichen Texas, als man auf einem abgelegenen Campingplatz eine Rast einlegt, um dort die Nacht zu verbringen. Der lokale Campingplatzmanager erweist sich als wenig vertrauenerweckend, wirkt aber noch harmlos im Vergleich zu den satanistischen Outlaw-Bikern und lebenden Toten, die das Gelände bei Nacht unsicher machen. Einer der Reisenden platzt mitten in ihre Schwarze Messe, und prompt ist die brutale Menschenjagd in bestem Gange.


Es ist wohl eher als ungewöhnlich anzusehen, das bei etwas härteren Horrorfilmen Frauen auf dem Regiestuhl sitzen, doch in vorliegendem Fall war mit Penelope Buitenhuis wirklich eine Dame am Werk und hat einen durchaus sehenswerten Horrorfilm im Road-Movie Style auf die Menschheit losgelassen. Stellenweise werden sogar Erinnerungen an einen Film wie "Urlaub in der Hölle" hervorgerufen, der vielen eventuell besser unter Namen "Vier im rasenden Sarg" bekannt sein dürfte. Die Rahmenhandlung des Filmes ist relativ einfach gehalten und bietet so auch keine sonderlichen Überraschungsmomente. Dadurch ist das Geschehen fast selbstverständlich äußerst vorhersehbar, was für einen kontinuierlichen Spannungsaufbau natürlich nicht gerade förderlich ist. Dennoch entwickelt sich innerhalb kürzester Zeit ein sehr unterhaltsames-und kurzweiliges Filmvergnügen, das zudem mit einigen recht blutigen Passagen angereichert wurde. Man bekommt es mit einer unsterblichen Biker-Gang zu tun und könnte im ersten Moment vermuten das es sich hier um Vampire handeln würde, die ihren Opfern den roten Lebenssaft aus den Adern saugen, dabei handelt es sich einfach nur um unsterbliche Kannibalen, die gleichzeitig dem Bösen huldigen, was man bei mehreren zelebrierten Ritualen beobachten kann.

Dadurch erhält das Ganze einen herrlich okkulten Anstrich, was insbesondere der vorherrschenden Atmosphäre sehr zu Gute kommt. Durch den Aspekt das sich fast die gesamte Geschichte bei Nacht abspielt, ist die Grundstimmung schon von Haus aus äußerst dicht-und unheimlich gehalten und zählt ganz eindeutig zu den Stärken des Geschehens. Ein weiterer Pluspunkt ist sicherlich die temporeiche Erzählweise der Abläufe, die zudem auch etliche Action-Passagen beinhaltet, in denen es richtig zur Sache geht. Das gleicht dann auch die etwas fehlende Spannung aus, die sich aufgrund der vorhersehbaren Ereignisse zu keiner Zeit so richtig aufbauen will. Was mich persönlich ein wenig gestört hat ist der Punkt, das an einigen Stellen ein dezenter Hauch von Overacting festzustellen ist, denn das Schauspiel einiger Protagonisten erscheint manchmal ein wenig übertrieben und leicht aufgesetzt. Dadurch entsteht schon fast eine ungewollte Art der Situationskomik, die mir nicht so gefallen hat. Fast passend dazu bekommt man auch bei der deutschen Synchronisation einige Dialoge geboten, die diesen Eindruck zusätzlich unterstützen, denn streckenweise offenbaren sich immer wieder diverse Momente, die eine gewisse Theatralik an den Tag legen.

So erhält das Ganze ab und zu eine etwas unfreiwillig komische Note, die manch einem eventuell sogar gefallen wird, mich persönlich jedoch etwas gestört hat. Nichtsdestotrotz soll das den insgesamt guten Gesamteindruck des Filmes nicht sonderlich schmälern, denn auch wenn "Hard Ride to Hell" sicherlich nicht als Genre-Highlight anzusehen ist, schafft es der Film relativ locker, den Zuschauer durchgehend kurzweilig zu unterhalten. Man sollte nur keine Wunderdinge erwarten, sondern vielmehr einen durchgehend soliden Genre-Beitrag mit okkulter Thematik, der insbesondere durch sein Tempo-und die ausgezeichnete Atmosphäre zu überzeugen weiß. Angereichert mit ordentlichen SFX präsentiert sich so ein Szenario, das dem geneigten Fan auf jeden Fall gefallen sollte.

Letztendlich hat Penelope Buitenhuis einen absolut sehenswerten Film geschaffen, der prinzipiell sämtliche Zutaten beinhaltet, die ein Horrorfilm haben muss. Das es bei der Umsetzung einige kleinere Defizite zu beobachten gibt, dürfte in der Gesamtbetrachtung keine sonderlich große Rolle spielen. Hier zählt einzig und allein der Unterhaltungs-Faktor und dieser ist definitiv recht hoch angesiedelt. Mit der richtigen Erwartungshaltung sollte man also auf seine Kosten kommen und seine Freude an 90 Minuten blutiger Horrorkost haben.


Fazit:


Nicht sonderlich innovativ erzählt "Hard Ride to Hell" eine nette Rahmenhandlung die einen ordentlichen Härtegrad beinhaltet. Eine tolle Grundstimmung und eine temporeiche Erzählweise sorgen für absolut gute Unterhaltung, die lediglich einige kleinere Mankos aufzuweisen hat. Insgesamt gesehen siedelt sich dieses Werk jedenfalls oberhalb des Durchschnitts an und kann so bedenkenlos weiterempfohlen werden.


Die DVD:

Vertrieb: splendid
Sprache / Ton: Deutsch / Englisch DD 5.1
Bild: 1,78:1 (16:9)
Laufzeit: 91 Minuten


6/10

Samstag, 13. Oktober 2012

Snuff Road









Snuff Road
(Snuff Road)
mit Henning Fischer, Farina Fuchs, Karin Schilling, Nicolai Tegeler
Regie: Richard Stark
Drehbuch: Keine Information
Kamera: Keine Information
Musik: Keine Information
Ungeprüft
Deutschland / 2003

Die Außenseiter Tim und Markus wollen den ultimativen SNUFF-Film drehen. Sie schrecken vor nichts zurück... Und als sie endlich ein passendes Opfer gefunden haben, toben sie ihre kranken Fantasien an ihm aus. Die junge Laura geht durch die Hölle ! Geschlagen, gefoltert, gedemütigt... Es gibt kein Entkommen.


"The last House on the Left" und "I Spit on your Grave" lassen grüßen.


Diese Behauptung weckt schon gewisse Begehrlichkeiten bei den Fans des deutschen Amateur-Films, doch die dadurch geweckten Erwartungen erfüllen sich letztendlich leider nur in zarten Ansätzen. Für mich persönlich ist es kaum nachzuvollziehen, das "Snuff Road" teilweise wirklich gute Kritiken erhält und von manch einem sogar als Meisterwerk der deutschen Amateur-Produktionen abgefeiert wird. Sicherlich hat der Film seine starken Momente, die sich jedoch erst in der zweiten Filmhälfte zu erkennen geben und keinesfalls im Bereich von physischen Gewaltdarstellungen zu suchen sind. Vielmehr zeigen sich die Stärken im Umgang der Protagonisten untereinander, wobei insbesondere die beiden Außenseiter Tim und Markus im Focus des Geschehens stehen und durch die von ihnen geführten Dialoge einen gewissen Härtegrad in die Geschichte einbringen. Bevor es jedoch überhaupt dazu kommt, wird der Zuschauer mit schier endlos erscheinenden 50 Minuten purer Langeweile regelrecht gefoltert und ist oft genug drauf und dran, die DVD schnellstens wieder aus dem Player zu befördern, um sich einen interessanten Filmgenuss zu gönnen. Das Werk von Richard Stark lässt nämlich in der ersten Filmhälfte so ziemlich alles vermissen, das die Geschichte auch nur annähernd sehenswert machen würde.

So muss man sich zwangsläufig mit 3 jungen Männern rumärgern, von denen der eine (Daniel) auch nur durch seine Stimme anwesend ist, da er die ganze Chose mit der Handkamera filmt. Man begleitet die 3 Männer also auf ihrer Suche nach einer geeigneten Hauptdarstellerin, die in einem selbstgemachten Snuff-Movie mitspielen soll. Wie sich diese Suche gestaltet, entbehrt nicht einer gewissen Komik, die phasenweise so dämlich dargestellt wird, das einem vor dem heimischen Bildschirm fast schon die Haare zu Berge stehen. Ganz offen werden diverse junge Frauen auf die Thematik angesprochen, wobei die Reaktionen darauf zur allgemeinen Erheiterung des Betrachters beitragen, der kaum glauben kann, welch naiver Unfug im hier streckenweise vorgeführt wird. An einigen Stellen driftet das Ganze dann auch schon in die absolute Lächerlichkeit ab und zeigt zudem auch keinerlei Substanz auf, die diesen Film eventuell noch irgendwie retten könnte. In diesem Punkt irrt man sich dann aber doch, denn nachdem man nun gut 50 Minuten lang eine recht skurrile Komödie beobachtet hat, schlägt das geschehen danach eine Richtung ein, die man eigentlich schon gar nicht mehr erwartet hat.

Auf einmal verdichtet sich auch die Grundstimmung zusehends und es entwickelt sich wie aus dem Nichts eine Bedrohlichkeit der Ereignisse, die man in dieser Form nicht mehr erwartet hat. Das Opfer Laura steht dabei im Prinzip fast schon im Hintergrund und nimmt zudem auch die allgemein übliche Haltung ein. Als einzige merkt sie von Beginn an, das die ganze Sache kein fake werden wird, obwohl ihr das von dem gänzlich naiv erscheinenden Tim immer wieder erklärt wird. Die Gefahr scheint jedoch von Markus auszugehen, der von seiner ganzen Grundhaltung her suggeriert, das der Dreh dieses Filmes zu keiner Zeit ein Spaß für ihn war. Kaum merklich entwickelt sich ein immer höher ansteigendes Aggressions-Potential und die Spirale der psychischen Gewalt nimmt ungeahnte Höhen an. Nur der naive Tim scheint immer noch der Meinung zu sein, das hier lediglich ein gefakter Snuff-Film gedreht werden soll, doch mit der Zeit muss er feststellen, das die ganze Sache für Markus tödlicher Ernst ist. Und so kommt es dann auch zur totalen Eskalation, aufgestauter Frust und jede Menge Aggressionen suchen sich ihren Weg und entladen sich in einem Finale, das man dann endlich als sehr gelungen ansehen kann. Dabei fällt der finale Showdown jedoch absolut anders aus, als wie man es nach dem bisherigen Verlauf der Ereignisse vermuten würde und so kann Regisseur Richard Strak wenigstens mit dem gewählten Schlusspunkt einen sehenswerten Überraschungsmoment setzen, der für die zuvor vorherrschende Langeweile entschädigen kann.

Im Endeffekt sollte man den Film sicher nicht zu den schlechtesten Filmen aus dem deutschen Amateur-Bereich zählen, denn da gibt es unzählige Werke, die weitaus schlechter unterhalten. Dennoch ist "Snuff Road" längst nicht so gut wie viele Leute ihn machen und von einem Meisterwerk ist der Film mindestens so weit entfernt wie die Erde vom Mond. Die Bemühungen und Ambitionen des Regisseurs sind zwar deutlich zu erkennen, jedoch hat sich der gute mann einen besseren gesamteindruck ganz eindeutig durch die vollkommen überflüssige erste Hälfte seines Filmes versaut. Im Prinzip wäre es nämlich vollkommen ausreichend, wenn man die Ereignisse erst ab Minute 50 beginnt, denn davor wird man lediglich mit unzähligen Peinlichkeiten und absolut sinnlosen Dialogen gequält, die den Kern der Story schon ziemlich der Lächerlichkeit preisgeben.


Fazit:


Wer Low Budget Produktionen zu schätzen weiß kann hier durchaus einen Blick riskieren, denn "Snuff Road" bietet einige Passagen, die absolut sehenswert sind. Den Film in ganzer Länge zu schauen, ist allerdings eine ziemliche Herausforderung, der bestimmt nicht jeder gewachsen ist. Zwei vollkommen unterschiedliche Filmhälften sorgen dafür, das man eigentlich zwei Wertungen vergeben müsste, wobei der Anfangsteil mit einer extrem bescheidenen Punkte-Ausbeute definitiv den Kürzeren ziehen würde.


4/10

Donnerstag, 11. Oktober 2012

Hellraiser: Revelations









Hellraiser: Revelations
(Hellraiser: Revelations)
mit Fred Tatasciore, Steven Brand, Nick Eversman, Jolene Andersen, Jay Gillespie, Stephan Smith Collins, Daniel Buran, Sanny Van Heteren, Devon Sorvari, Tracey Faraway, Sebastien Roberts, Camelia Dee
Regie: Victor Garcia
Drehbuch: Gary J. Tunnicliffe
Kamera: David A. Armstrong
Musik: Frederik Wiedmann
Keine Jugendfreigabe
USA / 2011

Zwei Teenager finden in ihrem Party-Urlaub in New Mexico den Höllenwürfel und befreien durch Zufall Pinhead aus der Verdammnis. Seitdem waren sie nie wieder gesehen. Ein Jahr später treffen sich die Eltern der verschollenen Teenager zu einem gemeinsamen Abendessen in Gedenken ihrer Kinder, als einer der Verschwunden auf einmal total verängstigt und verstört vor der Türe steht. Doch bevor sie herausfinden können, was los ist, erscheinen Pinhead und seine Cenobiten, um ein riesiges Blutbad anzurichten und ihre Seelen in die Hölle zu reissen.


Anstelle eines Remakes des Horror-Klassikers von Clive Barker wird der Hellraiser-Fan nun also mit dem nunmehr neunten Teil der Reihe bedient und das Endergebnis lässt einen doch mit sehr zwiespältigen Gefühlen zurück. In der Rekordzeit von gerade einmal 3 Wochen wurde der Film abgedreht und es stand gerade einmal ein Budget von ca. 300.000 $ zur Verfügung, was man der Geschichte auch in so ziemlich jeder Einstellung anmerken kann. Nun kann man auch mit sehr wenig Geld sehr gute Filme machen, doch das Werk von Victor Garcia ist doch viel eher in die Kategorie der unterdurchschnittlichen Filme einzuordnen. Bei einer Netto-Spielzeit von gerade 67 !!! Minuten kann man schon erahnen, das es sich nicht unbedingt um eine Geschichte mit viel Substanz handelt und so ist es dann auch nicht wirklich verwunderlich, das rein inhaltlich die absolute Schmalkost geboten wird. Das Szenario ist extrem einfach gehalten und auch räumlich gesehen sehr begrenzt, so das phasenweise schon fast der Eindruck entsteht, das man es mit einer Daily Soap zu tun hat. Dementsprechend verhalten sich auch die Darsteller, von denen keiner eine wirklich überzeugende Leistung abliefert, stellenweise erscheint das Schauspiel recht künstlich und aufgesetzt.

In erster Linie bezieht sich das auf die Figur des Pinhead und hier werden die Fans der Hellraiser-Reihe auf eine äußerst harte Probe gestellt. Das Doug Bradley nicht mehr mit von der Partie ist wusste man ja schon lange, doch mit Stephan Smith Collins tritt ein Nachfolger auf den Plan, der diese Rolle noch nicht einmal ansatzweise ausfüllen kann. Die optische Darstellung des Cenobiten ist schon mehr als gewöhnungsbedürftig, doch das Schlimmste ist die deutsche Synchronstimme, die man dem guten Mann verpasst hat. Da ist nichts mehr von Bedrohlichkeit zu verspüren, vielmehr bekommt man einen fast fiepsenden Pinhead präsentiert, was die Figur an sich schon ein wenig ins Lächerliche zieht. Wenn man die alten Hellraiser-Teile nicht kennt macht einem das eventuell nicht so viel aus, doch Liebhabern der Filme werden hier die Haare zu Berge stehen. Und das kann man prinzipiell auf den gesamten Film beziehen, der fast durchgehend wie ein unüberlegter Schnellschuss wirkt und dessen Geschichte auch irgenwie einen sehr unrunden Eindruck hinterlässt.

Es gibt aber auch durchaus positive Punkte wie beispielsweise die blutigen Passagen, die das Geschehen beinhaltet. Diese sind nämlich gar nicht einmal so schlecht und erinnern streckenweise doch an die guten alten Tage, in denen die Cenobiten-Horde so manche Opfer den grausamsten Qualen ausgesetzt haben. Es gibt einige wirklich ordentliche Passagen, in denen auch genügend Kunstblut zum Einsatz kommt, doch ist das leider nicht ausreichend, den gewonnenen Gesamteindruck auch wirklich aufzuwerten. Es fehlt ganz einfach an der nötigen Spannung und auch die düstere Grundstimmung, die insbesondere in den ersten 3 Teilen vorhanden war, ist nur in ganz wenigen Momenten zu erkennen. Als bekennender Fan der "Nagel-Köpfe" bin ich zwar schon mit einer eher niedrigen Erwartungshaltung an diesen Film herangegangen, so das die Enttäuschung nun nicht allzu groß ist. Ob Dimension Films sich jedoch mit diesem Film einen Gefallen getan hat wage ich zu bezweifeln, handelt es sich doch um einen Schnellschuss aus der Hüfte, der irgendwie lieblos zusammengeschustert wurde, nur um eine wenig befriedigende Produktion auf den Markt zu werfen, die den Hellraiser-Fan eher ärgert, als das sie ihn erfreut.

Letztendlich hat man es definitiv mit dem schwächsten aller Teile zu tun, das dürfte wohl außer Frage stehen. Selbst ein Film wie "Hellworld" ist weitaus besser geraten und das will wirklich schon etwas heißen. Wer keinerlei Vorkenntnisse hat, kann sich "Hellraiser: Revelations" durchaus als eigenständigen Horrorfilm anschauen, doch selbst aus dieser Sichtweise handelt es sich um keinen überdurchschnittlichen Horrorfilm. Für einen gemütlichen DVD-Abend reicht es gerade so und das mag vielen Leuten vielleicht auch schon genügen.


Fazit:


Eine wenig ergiebige Geschichte, größtenteils untalentierte Darsteller und selten aufkommende Spannung sind nicht gerade das, was man sich von einem Hellraiser-Film erwartet. Durch die extrem kurze Laufzeit entstehen aber zumindest keine großen Längen, so das diese Low Budget Produktion zumindest einigermaßen kurzweilig erscheint.


4,5/10

Mittwoch, 10. Oktober 2012

Zum Töten freigegeben









Zum Töten freigegeben
(Marked for Death)
mit Steven Seagal, Basil Wallace, Keith David, Tom Wright, Joanna Pacula, Elizabeth Gracen, Bette Ford, Danielle Harris, Al Israel, Michael Ralph, Arlen Dean Snyder, Victor Romero Evans, Tony DiBenedetto
Regie: Dwight H. Little
Drehbuch: Michael Grais / Mark Victor
Kamera: Ric Waite
Musik: James Newton Howard
FSK 18
USA /1990

Er hat genug – nach Jahren und Jahren als Undercover-Cop an der vordersten Front der Dogenfahndung ist John Hatcher das Töten zuwider; er will aufhören. Gegen alle guten Ratschläge seiner Kollegen schmeißt er seinen Job und will fortan als friedlicher Bürger endlich einmal die angenehmen Seiten des Lebens genießen. Doch das Blut bleibt an seinen Fingern kleben – man vergeht sich an seiner Familie, tötet seine Freunde. Und irgendwann muß man selbst den besten Vorsatz aufgeben. John schlägt zurück. Mit geballter Energie, ohne sich um Vorschriften und Gesetze zu kümmern. Denn jetzt zählt nur noch das unmenschlichste aller Gesetze: Derjenige, der am Ende noch überlebt, hat recht.


Nachdem Action-Ikone Steven Seagal schon in seinem Erstling "Nico" als knallharter-und eher schweigsamer Kämpfer für das Recht zu überzeugen wusste, liegt mit vorliegendem Film wohl eines der besten Werke vor, das zugleich einer der besten Actioner der 90er Jahre anzusehen ist. Schon in diesen frühen Filmen ist ganz klar zu erkennen, das Seagal nicht unbedingt durch schauspielerisches Talent auffällt, jedoch für die Rollen des coolen Machos geradezu prädestiniert ist. Ein nahezu stoischer Gesichtsausdruck und eine geniale Kampftechnik sind die absoluten Markenzeichen, was sich auch in den folgenden Werken unschwer erkennen lässt. "Zum Töten freigegeben" erzählt die Geschichte des Aussteigers John Hatcher der ganz einfach genug hat vom Leben als verdeckter Ermittler, das ihn innerlich vollkommen ausgebrannt hat. Zurück im Schoss seiner Familie muss er jedoch feststellen, das sich der Ausstieg keinesfalls so problemlos darstellt, wie er es sich erhofft hat. Daraufhin entwickelt sich ein Szenario, in dem Drogen und eine sehr interessante Voodoo-Thematik im Vordergrund stehen, denn seine Gegner sind jamaikanische Drogen-Dealer, die den Drogen-Markt in Hatcher's Heimatstadt übernommen haben.

Dwight H. Little (Tekken) hat seiner Geschichte nicht nur ein ordentliches Tempo und jede Menge Action-Passagen verliehen, er hat das Geschehen zudem auch noch mit einer äußerst dichten Grundstimmung versehen, die durch das Beifügen diverser Voodoo-Elemente auch phasenweise recht bedrohliche Momente erkennen lässt. Dies zeigt sich insbesondere in einigen Ritualen der Jamaikaner und vor allem in der Figur des "Screwface", der als gnadenloser Anführer der Drogen-Dealer eine wahre Schreckensherrschafft aufgebaut hat. Von Basil Wallace perfekt dargestellt, versprüht der Charakter stellenweise sogar etwas diabolisches und etliche übernatürlich erscheinende Momente verleihen den Ereignissen etwas sehr mysteriöses. Gerade der finale Showdown auf Jamaika bringt diesen Aspekt hervorragend zum Ausdruck, denn gerade bei der Erstsichtung des Filmes kommt es hier doch zu einem wirklich tollen Überraschungsmoment, den man nicht zwangsläufig vorhersehen kann. Begleitet wird das ganze von erstklassigen Action-Passagen und Seagal kann durch seine exzellente Abwehr-Kampftechnik jederzeit punkten. Ganz generell soll sich diese Technik im Laufe der folgenden Jahre noch als absolutes Markenzeichen etablieren, denn unter den ganzen Action-Ikonen stellt sie bis in die heutige Zeit immer noch etwas Außergewöhnliches dar.

Weiterhin ist es immer wieder schön, den alten Haudegen in seinen frühen Werken zu beobachten, in denen er rein optisch viel besser anzusehen ist als in seinen neueren Filmen. Hier ist noch nichts von Übergewicht zu sehen und auch das Gesicht erscheint noch keineswegs so aufgeschwemmt, wie es mittlerweile leider der Fall ist. Lediglich die charismatische Ausstrahlung ist meiner Meinung nach geblieben, denn die coole-und lässige Macho-Art hat der sichtlich in die Jahre gekommene Schauspieler auch in der heutigen Zeit noch erstklassig drauf. "Zum Töten freigegeben" zählt definitiv zu den besten Filmen Seagal's und bietet ein Action-Szenario der besseren Art, das auch heute immer noch begeistern kann. Hier sind einfach alle Zutaten für einen sehr gelungenen B-Actioner nahezu perfekt miteinander vermischt worden, so das Genre-Fans jederzeit auf ihre Kosten kommen.

Letztendlich hat man es hier schon mit einem kleinen Klassiker des Genres zu tun, an den man selbstverständlich im Bezug auf die Story keine zu großen Erwartungen stellen sollte. Die Geschichte ist recht einfach gehalten und beinhaltet keinerlei Tiefe, was bei einem Film dieser Art jedoch nicht wirklich verwundern dürfte. Der Focus ist ganz eindeutig auf ein temporeiches Szenario gelegt, das mit erstklassigen Action-Sequenzen gespickt ist. Als Zugabe bekommt man auch noch eine herrlich dichte Atmosphäre geboten und die vorhandenen Voodoo-Elemente runden das Ganze absolut perfekt ab. Kurzweilige und spannende Unterhaltung ist also definitiv vorprogrammiert und so mancher Actionfilm der heutigen zeit könnte sich hier noch eine dicke Scheibe abschneiden.


Fazit:


Das waren echt noch Zeiten, als man Steven Seagal noch in absoluter Höchstform begutachten durfte. Eine sehr charismatische Action-Ikone ganz am Anfang seiner Karriere, die zwar nie ein cineastisches Meisterwerk hervorgebracht hat, dafür aber die Genre-Fans immer wieder mit tollen Filmen versorgt hat. Hier handelt es sich um eines der besten Werke, weswegen man auch durchaus eine absolute Empfehlung aussprechen kann.


8,5/10

Montag, 8. Oktober 2012

Blood Night (2009)









Blood Night
(Blood Night)
mit Bill Moseley, Danielle Harris, Nate Dushku, Samantha Siong, Anthony Marks, Billy Magnussen, Alissa Dean, Maryam Basir, Samantha Hahn, Michael Wartella, Patricia Raven, Connor Fox
Regie: Frank Sabatella
Drehbuch: Elke Blasi / Frank Sabatella
Kamera: Jarin Blaschke / Christopher Walters
Musik: Victor Bruno / Stephen Tubin
Keine Jugendfreigabe
USA / 2009


Die junge Alissa feiert zusammen mit ihren Freunden, anlässlich des Todestages der Axt-Mörder-Legende ''MARY HATCHET'', eine große Party. Plötzlich ist einer ihrer Freunde verschwunden. Sofort machen sich die Jugendlichen auf die Suche nach ihm. Auf ihrem Weg begegnen sie dem alten Gus, der ihnen noch gehörig Angst einjagt. Denn der Geist von Mary Hatchet soll sich in dieser Nacht herumtreiben auf der Suche nach frischen jungen Leibern zum Abschlachten. Als dann einer nach dem anderen verschwindet, kommt den Überlebenden ein grausamer Verdacht. Aber es ist bereits zu spät!


Zugegebenermaßen bietet "Blood Night" nicht unbedingt innovative Horrorkost, sondern vielmehr einen ordentlichen Oldschool-Slasher, der dem Zuschauer durchgehend sehr nette Genrekost anbietet, die phasenweise mit wirklich blutigen Passagen aufwarten kann. Allerdings sollte man keine zu hohen Erwartungen an eine überraschende Geschichte stellen, denn insbesondere eingefleischte Kenner des Genres wissen im Prinzip von Beginn an, in welche Richtung das Geschehen letztendlich tendiert. Das tut jedoch der Spannung des Szenarios keinerlei Abbruch, denn Regie-Neuling Frank Sabatella hat seinem Erstlingswerk sämtliche Zutaten für ein interessantes-und sehr blutiges Horror-Erlebnis beigefügt. So führt einen beispielsweise der recht fulminante Anfang des Filmes gleich ordentlich in die Ereignisse ein, wobei die Story mit einem Rückblick in das Jahr 1975 beginnt. Schon zu diesem frühen Zeitpunkt bekommt man einen kleinen Vorgeschmack davon, das es in der Folgezeit noch ordentlich zur Sache geht und dabei auch keinesfalls mit Kunstblut gegeizt wird.

Nach der teils heftigen Einführung in die Begebenheiten der Vergangenheit erfolgt dann der zeitliche Sprung in die Gegenwart, in der man erst einmal mit den handelsüblichen Teenagern konfrontiert wird, die in keinem echten Slasher fehlen dürfen. An dieser Stelle plätschert das geschehen dann erst einmal ein wenig vor sich hin und man sieht sich mit dem üblichen pubertären Verhalten einer Clique konfrontiert, die am Jahrestag der sogenannten "Blood Night" eine Party steigen lässt. Dabei dürfen fast selbstverständlich auch nicht die fast schon obligatorischen nacktszenen fehlen, die dieses Sub-Genre des Horrorfilms schon immer beinhaltet hat. Dieser Teil der Geschichte ist dann auch fast schon ein bisschen zu lang ausgefallen, bevor die Abläufe dann endlich jede menge Tempo aufnehmen und das Geschehen so richtig Fahrt aufnimmt.

Ab diesem Zeitpunkt gibt es dann aber wirklich gar nichts mehr zu beanstanden, selbst Freunde der härteren Gangart dürften nun so richtig auf ihre Kosten kommen, denn Frank Sabatelle holt nun zum absoluten Rundumschlag aus und lässt das Kunstblut nur so spritzen. Dabei bekommt man dann einige absolut derbe Sequenzen zu sehen, Köpfe werden geteilt oder auch abgetrennt und auch diverse andere Leckereien verleihen dem Ganzen stellenweise den Anstrich einer äußerst wohlgefüllten Schlachteplatte. Umso erstaunlicher erscheint es deshalb auch, das dieses Werk ungeschnitten bei uns erschienen ist, denn sind die Damen und Herren bei der FSK doch zumeist sehr prüde eingestellt, wenn es um explizite Gewaltdarstellungen in Horrorfilmen geht. davon kann in vorliegendem Fall jedoch überhaupt keine Rede sein, so das wohl das Herz eines jeden Horror-Fans ein wenig schneller schlagen dürfte.

Trotz fehlender Neuerungen und einer ziemlich vorhersehbaren Geschichte schafft es "Blood Night" eigentlich spielend, durchgehend absolut sehenswerte Genrekost anzubieten, bei der man nicht unbedingt auf kleinere Logiklöcher oder die unvermeidbaren und manchmal nicht logisch nachzuvollziehenden Handlungsweisen diverser Charaktere achten sollte. Würde man diese Punkte unbedingt als negative Kritik auslegen wollen, dann könnte man das genau so gut auf jeden einzelnen Slasher der Filmgeschichte beziehen. Und wenn man einmal ganz ehrlich ist, dann erwartet man diese Dinge doch sogar, sind sie doch ein schier unverwechselbares Merkmal dieser Filmart. Letztendlich kann man den Regie-Erstling von Frank Sabatella bedenkenlos weiterempfehlen, denn wer solide und gut unterhaltende Horrorkost zu schätzen weiss, kann bei diesem Film ganz einfach nichts falsch machen. Jede Menge Tötungen, etliche Liter Kunstblut und diverse derbe Passagen lassen die Zeit wie im Fluge vergehen und entlassen den geneigten Fan mit einem befriedigendem Gefühl aus diesem herrlich in Szene gesetzten Oldschool-Slasher.


Fazit:


Für einen Neuling in der großen Welt der unzähligen Regisseure hat Mr. Sabatella hier einen absolut gelungenen Erstling auf den Weg gebracht, der sich zwar nicht gerade durch viel Innovation auszeichnet, aber handwerklich an die alten Slasher vergangener Tage erinnert. Sicherlich kein filmisches Meisterwerk, dafür aber spannend und blutig inszeniert, ist "Blood Night" ein Film, den sich kein echter Genre-fann durch die lappen gehen lassen sollte.


7,5/10

Samstag, 6. Oktober 2012

Roadkill









Roadkill
(Roadkill)
mit Oliver James, Kacey Barnfield, Stephen Rea, Eliza Bennett, Ned Dennehy, Diarmuid Noyes, Eve Macklin, Roisin Murphy, Keith Burke, Colin Maher, Stella McCusker, Kobna Holdbrook-Smith
Regie: Johannes Roberts
Drehbuch: Rick Suvalle
Kamera: Peter Robertson
Musik: Ray Harman
FSK 16
USA / 2011

Sechs junge Leute reisen mit dem Wohnmobil durch die irische Provinz, erfreuen sich an der schönen Landschaft und geben sich den Lastern der Jugend hin. In einem kleinen Weiler stoßen sie auf Landfahrer, verwickeln sich in einen Streit um ein seltsames Amulett, müssen überstürzt die Kurve kratzen und überfahren aus Versehen die alte Handleserin. Das hätten sie mal besser gelassen, denn jetzt verfolgt sie ein prähistorisch anmutendes Flugmonster, um sich periodisch welche von ihnen zu schnappen. Guter Rat ist da teuer.


Mit den eigens für den Syfy Channel produzierten Filmen ist es immer so eine Sache, selten rangieren sich die Werke im oberen Bewertungsdrittel an, aber echte Rohrkrepierer sind auch recht selten unter ihnen zu finden. Nicht anders verhält es sich mit dem Creature-Movie "Rodkill" von Johannes Roberts, das eine wilde Mischung der verschiedensten Genres an den Tag legt. Ein wenig Horror, etwas SCI/FI, Elemente des Abenteuerfilms und eine Prise Fantasy sind hier die Zutaten für eine größtenteils recht kurzweilige Story, an die man jedoch keine zu hohen Erwartungen stellen sollte. Ein von einer Zigeunerin ausgesprochener Fluch ruft den mythischen Riesenvogel Roch auf den Plan, den man als Zuschauer auch schon aus den Abenteuern des Seefahrers Sindbad her kennt. Dieser Umstand wird einer Gruppe von Freunden zum Verhängnis, die sich jedoch nicht nur mit dem Monster-Vogel, sondern auch mit einer Gruppe von Zigeunern auseinandersetzen muss, die den durch einen Unfall bedingten Tod einer der Ihren rächen will.

Während der Geschehnisse kommen schon dezente Erinnerungen an einen Film wie "The Thinner" hoch, in dem auch das Thema eines Zigeuner-Fluches bearbeitet wurde. "Roadkill" offenbart dabei jedoch eine ganzzeitig äußerst temporeiche Erzählweise und baut dabei auch einen durchaus konstanten Spannungsbogen auf, der allerdings einen überschaubaren Rahmen zu keiner Zeit sprengt. Gelegentlich erscheinen die Abläufe auch schon mal eher einfallslos, denn nach dem typischen "zehn kleine Negerlein-Prinzip" fällt hier ein Protagonist nach dem anderen dem riesigen Raubvogel zum Opfer, was letztendlich nicht unbedingt von großer Innovation herrührt. Dennoch ist die Geschichte trotz größtenteils offensichtlicher Vorhersehbarkeit gar nicht einmal so schlecht geraten und bietet dabei einige sogar ziemlich blutige Momente, was insbesondere eine bestimmte Zielgruppe sehr erfreuen dürfte.

Die größte Schwäche dieses B-Movies dürfte jedoch in der optischen Darstellung des geflügelten Killers liegen, denn bei diesem Aspekt kommt dann das doch verhältnismäßig geringe Budget zum Vorschein. Die Animation des Vogels könnte man ganz diplomatisch als nicht gerade hervorragend bezeichnen, doch ganz ehrlich gesagt sind die Effekte eher stümperhaft und billig. Das soll aber nichts an der Tatsache ändern das der gewonnene Gesamteindruck des Szenarios nicht unbedingt schlecht ausfällt, denn kurzweilige Unterhaltung für einen gemütlichen Filmabend ist hier durchaus gegeben. Dieser Eindruck wird selbst vom zumeist eher mittelprächtigen Schauspiel der Akteure nicht zerstört, die zwar zumeist sehr bemüht erscheinen, von denen man aber keine Wunderdinge erwarten sollte. In einigen Passagen hapert es dafür zu stark und mancher Darsteller scheint bei den hier doch recht bescheidenen Anforderungen an die hohe Schauspielkunst trotzdem schon an die eigenen Grenzen zu kommen.

Insgesamt gesehen hat Johannes Roberts aber dennoch ein Creature-Movie auf den Weg gebracht, das weitaus besser als etliche andere Genre-Vertreter geraten ist. Über Sinn und Unsinn der vorliegenden Story sollte man sich dabei weniger Gedanken machen, denn in diesem falle zählt einzig und allein der reine Unterhaltungswert. Hinzu kommt eine Vermischung der verschiedensten Genres, was den Ereignissen schon einen gewissen Reiz verleiht. Besonders gut hat mir persönlich auch der Punkt gefallen das zum Schluss nicht ein typisches Happy End im Raum steht, sondern die während der Geschichte getätigten Aussagen einen Abschluss bieten, der im Prinzip auch nicht anders zu erwarten war. Ansonsten werden ja doch immer wieder die unmöglichsten Schlupflöcher gefunden um das Ganze noch einmal umzudrehen, doch in diesem Fall hat man den eigens getätigten Worten auch echte Taten folgen lassen.


Fazit:


"Roadkill" ist alles andere als ein filmisches Meisterwerk, doch der Film bietet eine starke Genre-Vielfalt und wartet mit einem ordentlichen Tempo auf. Die Story mag nicht das Gelbe vom Ei sein, bietet aber dennoch sehr viel Unterhaltungswert und lässt auch trotz ihrer Vorhersehbarkeit einen soliden Spannungsbogen aufkommen. Es fehlt lediglich ein wenig Innovation, denn ansonsten wäre ein durchaus besseres Gesamturteil möglich gewesen, das aber dennoch immer noch etwas über dem normalen Durchschnitt liegt.


Die DVD:

Vertrieb: Splendid
Sprache / Ton: Deutsch / Englisch DD 5.1
Bild: 1,78:1 (16:9)
Laufzeit: 85 Minuten


6/10