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Donnerstag, 17. Januar 2013

The Texas Chainsaw Massacre









Blutgericht in Texas
(The Texas Chainsaw Massacre)
mit Marilyn Burns, Allen Danziger, Paul A. Partain, William Vail, Teri McMinn, Edwin Neal, Jim Siedow, Gunnar Hansen, John Dugan, Robert Courtin, William Creamer, John Henry Faulk
Regie: Tobe Hooper
Drehbuch: Kim Henkel / Tobe Hooper
Kamera: Daniel Pearl
Musik: Wayne Bell / Tobe Hooper
Keine Jugendfreigabe
USA / 1974

Es beginnt wie ein idyllischer Sommerausflug. Die fünf gutgelaunten jungen Menschen in ihrem Auto ahnen noch nicht, daß dieser freundliche schöne Tag zum entsetzlichsten, schrecklichsten und letzten ihres Lebens wird. Als ihnen in einer einsamen Gegend das Benzin ausgeht - ganz in der Nähe eines alten Schlachthofes - nimmt ihr grauenvolles Schicksal seinen Lauf...


Es ist wohl keineswegs übertrieben zu behaupten, das selbst die kühnsten Optimisten, geschweige denn Tobe Hooper selbst jemals damit gerechnet hätten, das "The Texas Chainsaw Massacre" einmal als wegweisender Meilenstein eines ganzen Genres gelten würde. Die mit einem geschätzten Budget von gerade einmal 80.000 $ ausgestattete Low Budget Produktion hat jedoch nicht nur das Horror-Genre, sondern eine ganze Generation und unzählige Regisseure nachhaltig beeinflusst, wurde mit diesem Film doch die Mutter aller Terrorfilme geschaffen. Dabei sind es gar nicht explizite Gewaltdarstellungen, die diesem Werk zu seinem berühmt-berüchtigten Ruf verholfen haben, vielmehr ist es die wohl ziemlich einmalige Zensur-Geschichte in Deutschland, die erst jetzt endlich ein Ende gefunden hat. Ganz egal, wie oft man sich den Film auch anschaut, man kann wohl nie wirklich nachvollziehen, warum erst nach einigen Jahrzehnten endlich die Möglichkeit besteht, sich dieses Meisterwerk endlich ganz offiziell in einer ungeschnittenen deutschen Veröffentlichung anschauen zu dürfen. Dank dem Label Turbine kam es nun zu einer Veröffentlichung, die man nur als absolut brillant und dem Film würdig bezeichnen kann. Hier bleiben keinerlei Wünsche offen, das Package bietet haufenweise Extras, zudem liegt auch noch ein Booklet bei, das sich gänzlich mit der deutschen Zensur-Geschichte des Filmes befasst.

Diesen absoluten Kultfilm vollkommen synchronisiert und restauriert anzuschauen ist ein wahres Erlebnis, wobei die exzellente Bildqualität von einigen Leuten eventuell sogar als minimales Negativum angesehen werden könnte. Denn wenn man die Sache ganz genau nimmt, verliert die Geschichte durch das neu aufbearbeitete Bild ein klein wenig von ihrer extrem siffigen-und dreckigen Atmosphäre, die schon immer als größte Stärke anzusehen war. Wenn überhaupt, dann handelt es sich hierbei jedoch nur um einen wirklich kleinen Kritikpunkt auf extrem hohem Niveau. Trotz der mittlerweile fast 4 Jahrzehnte die "TCM" nunmehr auf dem Buckel hat, ist es immer wieder ein sensationelles Erlebnis, sich diesen Kult-Klassiker anzuschauen. Zwar beinhaltet der Story-Plot im Prinzip überhaupt keine derben Passagen, dennoch hinterlässt das Geschehen immer wieder eine fast schockierende Wirkung beim Zuschauer, die sich insbesondere durch die hoffnungslose Lage der Teenager zu erkennen gibt. Man kann sich ganz einfach erstklassig in die jeweiligen Situationen hineinversetzen und das absolut erstklassige Schauspiel von Hauptdarstellerin Marilyn Burns ist größtenteils dafür verantwortlich, das ein hohes Maß an Autenzithät-und Glaubwürdigkeit entsteht. Die Rolle der Sally scheint ihr wie auf den Leib geschneidert und die Darstellung von Panik und grenzenloser Angst könnte kaum glaubwürdiger dargestellt werden.

Meiner Meinung nach wird dies insbesondere in der Schluss-Szene des Filmes am besten ausgedrückt, denn wer einmal das vollkommen wirre-und dem Wahnsinn nahe Lachen der jungen Frau gehört hat nachdem sie Leatherface entkommen ist, der wird diese Passage sein Leben lang nicht mehr vergessen. In dieser einzelnen Einstellung offenbart sich der gesamte Horror-und Wahnsinn, der sich zuvor in gut 80 Minuten Laufzeit aufgebaut hat. Und hier liegt neben der herausragenden Atmosphäre auch die absolute Stärke dieses Meisterwerkes, denn ohne das Einfügen expliziter Gewaltdarstellungen schafft es die Geschichte fast spielend, allein vom psychischen Aspekt her eine immens hohe Intensität zu erzeugen, die auch am Zuschauer nicht spurlos vorübergeht. Gerade viele aus der jüngeren Generation bezeichnen den Film ja viel eher als langweilig-und uninteressant, jedoch sollte man bei solchen Aussagen wirklich nicht vergessen, wie wichtig "TCM" für das gesamte Horror-Genre war-und ist. Zudem wird von der psychischen Seite her Terror-Kino der allerbesten Güte geboten, man muss selbstverständlich auch die Fähigkeit besitzen, sich in die Lage der Protagonisten zu versetzen.

Die Filme der heutigen Zeit sind ohne Frage weitaus brutaler gestaltet, beinhalten sie doch jede Menge brutaler Passagen, in denen auch jede Menge Blut fließt.Dieser Aspekt trifft ganz bestimmt den Geschmack des jüngeren Publikums, das einen Horrorfilm zumeist nach seinem visuellen Härtegrad beurteilt. Wenn man allerdings nicht ausschließlich auf manchmal schon stumpfsinnige Schlachte-Platten steht, dann kann man ganz einfach nicht an diesem Glanzstück des Terrorfilms vorbei, das seinen Kultstatus so sehr verdient hat wie es nur bei verhältnismäßig wenigen Filmen der Fall ist.


Fazit:


Ich hätte es kaum noch für möglich gehalten, das man diesen ehrwürdigen Klassiker auch bei uns in Deutschland ganz offiziell und ungeschnitten begutachten darf. Das Turbine dann auch noch eine so brillante-und würdige Veröffentlichung spendiert, kann man gar nicht genügend hervorheben. Hier wurde wirklich in allen belangen so liebevolle Arbeit geleistet, das man vor diesem Label nur ehrfurchtsvoll seinen Hut ziehen kann.


10/10

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