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Dienstag, 26. Februar 2013

Die Wiege des Satans
















Die Wiege des Satans
(It Lives Again)
mit Frederic Forrest, Kathleen Lloyd, John P. Ryan, John Marley, Andrew Duggan, Eddie Constantine, James Dixon, Dennis O'Flaherty, Melissa Inger, Jill Gatsby, Bobby Ramsen, Glenda Young, Lynn Wood
Regie: Larry Cohen
Drehbuch: Larry Cohen
Kamera: Fenton Hamilton
Musik: Bernard Herrmann
FSK 18
USA / 1978

Eugene Scott (Frederic Forrest) erfährt, dass seine schwangere Frau Jody (Kathleen Lloyd) ein mutiertes Baby austragen wird. Dennoch wollen die Scotts ihr Baby bekommen und das Neugeborene an einem geheimen Ort mit anderen Monsterbabys aufwachsen lassen. Doch das Experiment gerät außer Kontrolle...


4 Jahre musste man warten, bis Larry Cohen den zweiten Teil der "Wiegen-Trilogie" auf die Menschheit losgelassen hat. Zeitlich gesehen spielen sich die Ereignisse allerdings 1 Jahr nach den Geschehnissen des ersten Teiles an und ähneln denen des Vorgängers doch ziemlich frappierend. Das sorgt aber gerade auch wieder für den nötigen Charme und Unterhaltungswert dieser Fortsetzung, die einmal mehr herrlich trashige Horrorkost anbietet. Dieses Mal sind dann sogar 3 von den Mutanten-Babys mit an Bord, die durch experimentelle Versuche einer ominösen Gruppierung ein normales Leben führen sollen. Mit John P. Ryan ist auch wieder der Frank Davies aus Teil 1 wieder eingebunden, der Mitglied in der genannten Gruppe ist, deren oberstes Ziel darin liegt, die missgestalteten Kinder vor dem Tod zu retten. Besonders schön ist der Aspekt, das die bissigen Kleinen in dieser Geschichte auch öfter einmal im Bild zu sehen sind, was im Vorgänger ja noch nicht so der Fall war.

Nichtsdestotrotz hinterlassen die Racker nicht unbedingt einen sehr bedrohlichen Eindruck, was im Übrigen auch auf das gesamte Geschehen zutrifft. Dabei darf man jedoch keinesfalls den Punkt außer acht lassen, das mittlerweile über 3 Jahrzehnte ins Land gegangen sind und das Szenario zur damaligen Zeit höchstwahrscheinlich eine ganz andere Wirkung auf den Zuschauer hatte. Aus heutiger Sicht beinhaltet der Film sicherlich keine Härte, denn die wenigen etwas blutigeren Passagen sind doch eher als recht harmlos einzustufen. Dennoch geht von den Ereignissen auch heute noch eine unglaubliche Faszination aus, die sich insbesondere den Freunden älterer Horrorfilme nicht verschließen kann. Zudem baut sich trotz einer gewissen Vorhersehbarkeit der Abläufe ein ordentlicher Spannungsbogen auf und vor allem die gelungene-und sehr dichte Grundstimmung versteht es immer noch, einen in ihren Bann zu ziehen.

Cohen ist es erstklassig gelungen, das Niveau des Vorgängers zu halten und so eine Fortsetzung präsentiert, die sich in allen Belangen sehen lassen kann. Daran ändert auch die Tatsache nichts, das die Geschichte aus der heutigen Sicht ganz bestimmt etwas altbacken und angestaut wirkt, dafür aber jederzeit durch einen hohen Nostalgie-Bonus jede Menge Pluspunkte beim Betrachter sammeln kann. Auch die darstellerischen Leistungen können sich sehr wohl sehen lassen, man bekommt zwar nichts herausragendes geboten, aber die Schauspieler sind mit dem nötigen Ernst bei der Sache und gleichen so den trashigen Anstrich des Szenarios aus. Man kann im Endeffekt über die Wiegen-Filme denken was man will, aber unterhaltsam und herrlich atmosphärisch sind sie auf jeden Fall und bieten solide Horrorkost, die man sich unbedingt mal anschauen sollte.

Dafür spricht auch der Punkt, das man hier das Verhalten der killenden Kleinkinder durchaus mit ein wenig Tiefgang versehen hat. So wird doch im Laufe der zeit ganz eindeutig klar, das die niedlichen Bestien lediglich aggressiv auf ihre Mitmenschen reagieren, wenn sie sich von diesen bedroht fühlen. Es handelt sich also um ein ganz normales und menschliches Verhalten, denn wer von uns selbst würde sich nicht auch zur Wehr setzen, wenn jemand mit einer geladenen Pistole vor einem steht. Das ist selbstverständlich nur ein kleiner Aspekt, der aber meiner Meinung nach dennoch nicht unerwähnt bleiben sollte. Und so kann man letztendlich von einem sehr gelungenen Film sprechen der im Prinzip nahtlos da anknüpft, wo "Die Wiege des Bösen" geendet hat.


Fazit:


Auch wenn Larry Cohen hier nicht die perfekte Filmkost bietet ist "Die Wiege des Satans" ein herrlich altmodischer Horrorfilm, der einerseits durchaus ernst in Szene gesetzt wurde, aber auf der anderen Seite auch sehr trashige Momente hat, die den Unterhaltungswert des Filmes zusätzlich in die Höhe treiben.


7/10

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