Follower

Samstag, 23. Februar 2013

Glam Gore









Glam Gore
(Last Caress)
mit Julie Baron, Guillaume Beylard, Elina Camels, Antony Cinturino, Michel Coste, Agathe Daviron, Yannis El Hadji, Aurelie Godefroy, Ioanna Imbert, Anna Naigeon, Rurik Salle, Elisa Toro
Regie: Francois Gaillard / Christophe Robin
Drehbuch: Francois Gaillard
Kamera: Anna Naigeon
Musik: keine Information
ungeprüft
Frankreich / 2011

Eine kleine Gruppe verbringt ein Lust-orientiertes Wochenende in einem vom Familien-Fluch gesegnetem Herrenhaus, in dem sich ein sadistischer, rücksichtsloser Killer aufhält. Sie ahnen nicht, welch grausame Welle verstümmelnder Gewalt dort auf sie lauert .


So kurz und knapp wie die Inhaltsangabe offenbart sich die Geschichte dieses Filmes auch wirklich. Wenn man es ganz genau nimmt könnte man sogar behaupten, das ein Drehbuch für die Abläufe im Prinzip gar nicht nötig war, da die Rahmenhandlung locker auf einem halben Bierdeckel notiert werden kann. So sollte man also keinesfalls höhere Ansprüche an inhaltlichen Tiefgang hegen, doch dafür ist "Glam Gore" auch überhaupt nicht ausgelegt. Vielmehr soll es eine Hommage an das italienische Genre-Kino und an den Gialli im speziellen sein und wenn man ehrlich ist, heben die Macher des Werkes das auch sehr gut hinbekommen. Dennoch unterscheidet sich die Story von den üblichen Genre-Vertretern ganz erheblich, bekommt der Zuschauer hier doch nicht das ansonsten vorhandene Ratespiel geboten, in dem die Identität des Killers zumeist bis kurz vor dem Ende im Dunkeln gehalten wird. "Glam Gore" präsentiert den Killer gleich zu Beginn, was natürlich für den dramaturgischen Spannungsaufbau nicht sonderlich hilfreich ist und so ist es dann auch nicht weiter verwunderlich, das die Ereignisse zu keiner Zeit wirkliche Spannung beinhalten.

Und so erscheint das Ganze dann doch streckenweise vielmehr wie ein äußerst harte-und blutiger Slasher, der aber dennoch ganz eindeutige Züge des Gialli erkennen lässt, die sich hauptsächlich durch die Kamerafahrten, den passenden Score und vor allem in dem kräftigen Spiel mit den Farben erkennen lassen. Zudem gibt es zum Ende hin sogar einige Szenen zu sehen, die ganz offensichtlich aus Sergio Martino's "Torso - Die Säge des Teufels" von 1973 stammen. Kenner des Sub-Genres werden die dementsprechenden Passagen sofort erkennen, so das ich an dieser Stelle nicht näher darauf eingehen möchte, um niemandem die Spannung zu nehmen. Im Mittelpunkt des Szenarios stehen jedoch ganz eindeutig die vorhandenen Effekte und bei diesem Aspekt haben sich die Macher nun wirklich nicht lumpen lassen. Freunden der harten Gangart wird regelrecht das Herz aufgehen, denn bei einer Laufzeit von gerade einmal knapp 71 Minuten bekommt man eine ganze Menge Kunstblut und sehr harte SFX zu Gesicht.

Nun sollte man den Film aber nicht ausschließlich über die vorhandene Härte definieren, denn das würde "Glam Gore" nicht ganz gerecht werden. Die Kameraarbeit ist ganz vorzüglich und auch die Location hinterlässt bei einem das Gefühl, das man es mit einem recht gelungenem Neo-Giallo zu tun hat. Dafür spricht insbesondere das Farbenspiel, wobei die Farben Gelb, Blau-und Rot ganz klar den Ton angeben. Hätte man jetzt auch noch die Geschichte etwas besser gestaltet, dann würde sich ein fast schon überragendes Gesamtbild ergeben, so aber bleibt doch das nicht unerhebliche Manko einer fast gänzlich fehlenden Geschichte, von der eine gewisse Faszination ausgeht. Wenn man das berücksichtigt und sich nicht weiter daran stört wird man vom Rest des Werkes begeistert sein. Die beiden Regisseure Francois Gaillard und Christophe Robin haben nämlich eine ganze Menge richtig gemacht und lediglich in inhaltlicher Hinsicht viel zu wenig präsentiert, ansonsten aber einen absolut überzeugenden Film geschaffen, an dem man seine helle Freude haben kann.

Selbst das kaum vorhandene Schauspiel der Akteure wirkt nicht weiter störend, denn sämtliche Schauspieler dienen im Prinzip nur als Opfer. Charakter-Beleuchtungen oder großartige Dialoge sind nicht zu erwarten, dafür sterben die Personen äußerst überzeugend. Die Kills an sich sind streckenweise extrem hart dargestellt und die Kamera hält dabei auch jederzeit voll drauf, so das man letztendlich wirklich nicht meckern kann.


Fazit:


"Glam Gore" ist im Endeffekt durchaus als Hommage an das Cinema Italiano anzusehen, lediglich von der Rahmenhandlung her hätte man weitaus mehr bewerkstelligen können. Alle anderen Merkmale kommen sehr gut zum Ausdruck, so das der Film für Genre-Liebhaber absolut eine Sichtung wert ist.


7/10

Keine Kommentare: