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Donnerstag, 21. Februar 2013

The Bunny Game









The Bunny Game
(The Bunny Game)
mit Rodleen Getsic, Norwood Fisher, Gregg Gilmore, Paul III, Loki, Drettie Page, Jeff F. Renfro, Curtis Reynolds, Jason Timms, Coriander Womack
Regie: Adam Rehmeier
Drehbuch: Rodleen Getsic / Adam Rehmeier
Kamera: Adam Rehmeier
Musik: Adam Rehmeier
ungeprüft
USA / 2010

Auf der Straße ist Sylvia Gray unter dem Namen "Bunny" bekannt. Sie liebt Kokain und jeden Mann, der sie für schöne Stunden bezahlt. Sie durchstreift die Straßen von Los Angeles auf der Suche nach ihrem nächsten Freier und ihrer nächsten Mahlzeit. Nachdem sie eines Nachts von einem Freier vergewaltigt und ausgeraubt wurde, trifft sie den harmlos wirkenden Trucker JR. Doch JR ist alles andere als harmlos. Er betäubt Sylvia, schleppt sie in einen entlegenen Teil der Wüste und setzt sie dort einer Reihe unerträglicher Qualen aus, die er allesamt mit seiner Kamera dokumentiert. Als Sylvia am nächsten Tag wieder erwacht, ist ihr Leiden alles andere als vorbei: JR zwingt sie dazu, sich Videos davon anzusehen, was er mit anderen Frauen bereits angestellt hat. Nach einigen Tagen ist Sylvias Kopf kahl rasiert, sie wurde wie ein Tier gebrandmarkt. Tage und Nächte haben keine Bedeutung mehr, wenn JR seinen Zwängen freien Lauf lässt und Sylvia eine unvorstellbare Reihe bizarrer Spiele mit ihrem Peiniger über sich ergehen lassen muss.


Im Grunde genommen ist es schon sehr erstaunlich das ein Film wie "The Bunny Game" eine relativ ausführliche Inhaltsangabe enthält, obwohl dem Szenario eigentlich gar keine Geschichte zugrunde liegt. Selbst der Begriff Rahmenhandlung ist nämlich schon als übertrieben anzusehen, erweckt das Ganze doch viel eher den Eindruck sinnlos aneinandergereihter Video-Clips. Das Spielfilm-Debüt von Adam Rehmeier, der übrigens auch für das Drehbuch, Kamera und Musik verantwortlich zeichnet ist extrem schwer einzuordnen und ehrlich gesagt fragt man sich nach gut 77 Minuten Laufzeit erst einmal, was man da gerade eben gesehen hat. Definitiv handelt es sich hier um einen Independentfilm, der ganz sicher mit einem äußerst niedrigen Budget auf die Beine gestellt wurde. Das muss nun nicht zwangsläufig bedeuten das der Film schlecht ist, doch wenn man Story, Charakter-Zeichnungen sowie auch Spannung gegen Null tendieren lässt fällt es dem Zuschauer relativ schwer, dem Geschehen irgendetwas Positives abzugewinnen. Als Horror-oder Folterfilm deklariert, lässt "The Bunny Game" im Prinzip jegliche Zutaten vermissen, die ein solches Werk beinhalten sollte. So fehlt es beispielsweise an jeglicher Spannung-und Atmosphäre, das Filmchen plätschert vollkommen belanglos vor sich hin und man sieht sich permanent der Versuchung ausgesetzt die Stop-Taste des heimischen DVD-Players zu betätigen, um dem Grauen ein Ende zu machen. Lediglich der Aspekt der Hoffnung hält einen davon ab, denn irgendwie erliegt man dem Irrglauben, das im Laufe der Zeit auch mal etwas passieren könnte. Nun ist es sicherlich nicht zwingend notwendig, durch explizite Gewaltdarstellungen das Interesse des Betrachters zu wecken. denn auch psychische Folter entwickelt durchaus einen gewissen Härtegrad, der in manchen Fällen sogar immense Ausmaße annehmen kann.

Leider ist das hier aber nicht der Fall, was in erster Linie an den nichtssagenden Charakteren liegt. Eine Beleuchtung ist im Prinzip überhaupt nicht vorhanden, so das man erst gar keine Beziehung zu den beiden Haupt-Figuren aufbauen kann. Das ist dann auch der absolute Todesstoß für das gesamte Geschehen, betrachtet man die Ereignisse doch prinzipiell absolut unbeteiligt. Es entsteht keinerlei Antipathie gegen den Folterer, aber auch keinerlei Sympathie für das Opfer. "Bunny" verscherzt sich nämlich die Pluspunkte schon am Beginn der sogenannten Geschichte, bei dem man in wenigen Minuten einen guten Eindruck über ihren exzessiven Lebenswandel bekommt. Prostitution und Drogen bestimmen das trostlose Dasein der jungen Frau, das durch das Stilmittel der s/w Optik noch deprimierender erscheint. Da man aber ansonsten keinerlei Information über die Vergangenheit bekommt und der Charakter schwammig bleibt, können zu keiner Zeit Sympathie-Werte entstehen, die in der Folgezeit so etwas wie Mitleid aufkommen lassen könnten. Ob das von Rehmeier gewollt ist vermag ich nicht zu sagen, doch dem Film schadet dieser Punkt in jedem Fall. Ich kann mich jedenfalls an kein anderes Werk erinnern, in dem mir persönlich das Schicksal eines Opfers so dermaßen egal war, wie es hier der Fall ist. Nicht anders verhält es sich mit dem Täter den man gedanklich gewähren lässt, ohne dabei irgendwelche Emotionen zu empfinden. Und so zieht das Szenario an einem vorbei ohne jegliche Spuren, geschweige denn einen nachhaltigen Eindruck zu hinterlassen.

"The Bunny Game" ist leider nicht mehr als eine vollkommen seelenlose Produktion, die einem wild aneinandergereihte Bilder präsentiert, die größtenteils noch nicht einmal einen Sinn ergeben. Die teilweise äußerst hektischen Bildschnitte und das ständige abblenden in ein sekundenlanges Schwarzbild tragen nicht gerade dazu bei, das von Haus aus schlechte Gesamtbild in irgendeiner Form aufzuwerten. Das Gegenteil ist der Fall und streckenweise geht einem das schon ganz gehörig auf die Nerven, nach einer gewissen Zeit bauen sich dann schon fast einige Aggressionen auf, die aber in der mangelnden Qualität dieses obskuren Filmes begründet sind. So fällt es dann auch unglaublich schwer, dieses Werk richtig einzuordnen, meiner Meinung nach trifft der Begriff Experimentalfilm es am besten, wobei es sich doch um ein ziemlich misslungenes Experiment handelt. Dabei offenbart sich der Einstieg vielmehr als ein Porno, kann man die gute "Bunny" doch bei einem intensiven Blow Job beobachten, der keineswegs nur in Ansätzen zu erkennen ist. In diesen Szenen liegt dann wohl auch die Erklärung für die hohe Alters-Einstufung, denn im Bezug auf physische Härte gibt es rein gar nichts zu sehen. Die wenn überhaupt vorhandene Härte eröffnet sich einzig und allein im Umgang des Täters mit seinem Opfer, versucht er doch permanent es seelisch zu brechen, indem er es den unterschiedlichsten Demütigungen aussetzt. Aus den schon erwähnten gründen nimmt man das jedoch leider kaum wahr, da man das Geschehen wie gesagt eher emotionslos-und unbeteiligt an sich vorbeiziehen lässt. Hätte Rehmeier den Protagonisten zumindest menschliche Konturen verliehen, dann hätte hier trotz einiger anderer Mankos immer noch ein interessanter Beitrag entstehen können, doch in vorliegender Form tangiert einen das gesamte Szenario überhaupt nicht.

Eigentlich ist das sehr schade das der Zuschauer lediglich ein wirres-und ziemlich belangloses Filmchen präsentiert bekommt das wirklich jegliche Struktur vermissen lässt. Stattdessen wird man mit extrem harter musikalischer Untermalung malträtiert und sieht sich aufgrund der viel zu hektischen Bildschnitte fast schon Kopfschmerzen ausgesetzt. Auch an den kaum vorhandenen gesprochenen Worten (Dialoge kann man das beim besten Willen nicht nennen) hat man wenig Freude und das ständige Geschreie raubt einem zum Ende hin auch noch den letzten Nerv. So dumm-und sinnlos wie das gesamte Geschehen präsentiert sich dann auch das gewählte Ende das eigentlich gar nicht als solches bezeichnet werden kann. Für diesen filmischen Sondermüll erscheint es jedoch unglaublich passend und hebt nur noch einmal zusätzlich den äußerst schlechten Gesamteindruck hervor, den man von "The Bunny Game" bekommen hat.


Fazit:


Ich mag Independentfilme und oft genug verstecken sich in dieser Kategorie auch echte Perlen. Rehmeier's Produktion kann man aber beim besten Willen nicht dazuzählen, auch wenn manch einer das eventuell anders sehen mag. Nichtssagende Charaktere, teilweise bizarr erscheinende Bilder im Video-Clip Format und ein vollkommen sinnbefreites Handlungs-Gerüst sorgen dafür, das "The Bunny Game" zu der Art Film zählt, die man nicht wirklich gesehen haben muss.


2/10

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