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Donnerstag, 21. März 2013

Legend of Hell









Legend of Hell
(Legend of Hell)
mit Martina Ittenbach, Karen Breece, Wayne Darrin, Daryl Jackson, James Matthews, Vlasto Peyitch, Thomas Binder, Marc Fehse, Andreas Don Duering, Tommy Haider, Birte Hanusrichter, Martin Hentschel
Regie: Olaf Ittenbach
Drehbuch: Olaf Ittenbach
Kamera: Philipp Chudalla / Reinhard Eggersdorfer / Axel Rubbel / Thomas Wozny
Musik: Konstantinos Kalogeropoulos
ungeprüft
Deutschland / 2012

Selma, eine Archäologin, 38 Jahre alt, entdeckt bei Ausgrabungen in Marokko ein 5000 Jahre altes Portal, dessen Tor durch einen eigenartigen Mechanismus von innen verschlossen ist. Dazu findet sie eine ebenso alte Karte, verfasst in einer codierten Geheimsprache die seit mehr als 3000 Jahren nicht mehr gesprochen wird. Kurze Zeit später will Gabriel Moses ein angeblicher alter Kunsthändler das Schriftstück mit allen Mitteln von ihr erwerben. Bei der Übergabe kommt es zum Streit und Selma wird von Moses erschossen. Plötzlich findet sich Selma im Mittelalter wieder. Sie gelangt zufällig in den Besitz eines von 3 geheimnisvollen Amuletten und verliert dies auch gleich wieder an Moses’ Schergen. Selma wird ermordet. Von nun an verändert sich diese Welt für sie eklatant. Sie befindet sich auf astraler Ebene. Bizarre Wesen tauchen auf und trachten nach ihrem Leben. Die Landschaften werden immer unwirklicher, bis ein dunkelhäutiger Mann, David auftaucht und sie vorbei an allen monströsen Kreaturen zu den beiden Wegführern Elias und Luise bringt. Er erklärt ihr, dass siein ihr erstes Leben zurückgekehrt sei, um das Tor zur Hölle zu schließen. Sie habe in ihrem ersten Leben das Amulett an Moses abgegeben. In ihrem zweiten Leben im Jahre 2009 hat sie das Portal zur Hölle gefunden. David selbst hat vor 2600 Jahren eines an Moses verloren und auch Luise verlor im frühen Mittelalter eines an Moses. Moses ist unsterblich geworden und wie sich nach und nach herausstellt gibt die Karte den Aufschluss darüber, dass diese drei Amulette zusammen einen Schlüssel ergeben, der das Tor zur Hölle entriegeln kann. Selma muss nun ihre Erinnerung an ein Leben finden, dass sie im Jahre 2009 gelebt hat und herausfinden, wo sie die Karte versteckt hat. Ein langer Weg führt sie nun durch die Abgründe der Hölle, um an jenen zukünftigen Ort zu gelangen an dem die Karte versteckt ist und sie zu vernichten. Je näher sie an ihr Ziel kommen, müssen sie feststellen, dass Moses das Tor zur Hölle auf Erden längst entriegelt hat...


So, nun ist auch das neueste Werk von Olaf Ittenbach gesichtet wurden, das einem durch die Inhaltsangabe ja doch einige Hoffnungen auf eine komplexe und inhaltlich gute Geschichte macht. Ziemlich schnell bemerkt dann aber, das sich diese Erwartungen doch nicht erfüllen werden, präsentiert sich doch vielmehr eine teilweise schwer zugängliche Story, die an etlichen Stellen ziemlich verwirrend ist. Man wird die ganze Zeit über das Gefühl nicht los, das Ittenbach mit diesem Film allen seinen Kritikern trotzen wollte, die ihm doch immer wieder Defizite im Regie-Bereich andichten. Statt nun aber das Gegenteil zu beweisen, bietet der deutsche SFX-Papst genau bei diesem Aspekt neue Angriffsfläche, denn trotz des sichtbaren Bemühens von Kreativität-und Innovation ging dieser Schuss total nach hinten los. Auch wenn ich mich selbst zu den bekennenden Ittenbach-Fans zähle muss ich eingestehen, das sich der gute Mann mit diesem Werk nicht unbedingt einen Gefallen getan hat, denn bis auf die wie immer erstklassigen Splatter-Gore Effekte hat "Legend of Hell" eigentlich nichts zu bieten, was man sonderlich positiv hervorheben könnte. Dabei ist es gar nicht einmal die interessante Thematik die einem das Gruseln lehrt, sondern vielmehr die mangelhafte Umsetzung der ambitionierten Geschichte, denn hier kann man schon fast von einem Versagen auf ganzer Linie sprechen.

Gestaltet sich das Szenario zu Beginn noch einigermaßen geradlinig, so ändert sich dieser Aspekt vollkommen, als man in die von Ittenbach inszenierte Astral-Welt eintaucht. Die Darstellung wirkt trotz gut ausgewählter Schauplätze äußerst stümperhaft, was man insbesondere an den diversen Green Screen Passagen erkennen kann, denn der Einsatz dieser Technik sollte schon gelernt sein. Hier handelt es sich aber nur um ein einziges Beispiel von Defiziten, die dem Zuschauer die gesamte Laufzeit über ganz offensichtlich ins Auge springen. Nehmen wir beispielsweise die vorhandenen Dialoge in denen man zwar den philosophischen Ansatz erkennen kann, die allerdings absolut schwülstig und künstlich in die Länge gezogen daherkommen. Ein weiterer negativer Kritikpunkt sind dieses Mal auch die keinesfalls überzeugenden Darsteller, wobei ich das dargebotene Schauspiel phasenweise schon als extrem schlecht und theatralisch bezeichnen möchte. Und als wenn das nicht schon genügend Kritikpunkte wären, eröffnen sich einem auch immer wieder äußerst langatmige Passagen, die streckenweise schon fast zu Ermüdungserscheinungen führen.

Wirkliche Spannung will hier auch zu keiner Zeit aufkommen und die esoterische Note die dem Ganzen beiwohnt, geht einem mit der Zeit schon fast auf die Nerven. Das gesamte Szenario wirkt auf einen, als wenn man viel gewollt aber nur wenig gekonnt hat. Herr Ittenbach sollte sich also bei weiteren Produktionen wieder auf seine eigentlichen Stärken besinnen, die ganz eindeutig im Bereich der SFX liegen. Doch selbst bei diesem Aspekt sind bei "Legend of Hell" diverse Schwächen zu erkennen, überkommt den Zuschauer doch während der Sichtung mehrmals das Gefühl, das diverse Szenen immer und immer wieder gezeigt werden. Wenn man ständig den gleichen platzenden Kopf geboten bekommt und auch bei anderen Aktionen immer und immer wieder das gleiche Material verwendet, dann ist das nicht unbedingt förderlich und zeugt schon fast von Einfallslosigkeit. Dennoch wird der Gorehound hier bestens bedient und bekommt eine Menge an Härte geboten, denn streckenweise präsentiert sich eine regelrechte Schlachte-Platte, wie man es von Olaf gewöhnt ist. Im Endeffekt reicht das aber längst nicht aus, um zu einem positiven Gesamteindruck zu gelangen, zu unrund und langatmig wird nämlich die Geschichte an sich erzählt, als das man von einem ungetrübten Film-Erlebnis sprechen könnte.

"Schuster, bleib bei deinen Leisten", diesen Spruch möchte man Ittenbach zurufen, denn sein Versuch hier etwas Besonderes zu kreieren, ist mächtig in die Hose gegangen. Es wird nie passieren, das aus ihm ein richtig guter Regisseur wird und mit "Legend of Hell" hat er ein eindrucksvolles Beispiel dafür abgelegt, das es ihm wohl doch am nötigen Talent mangelt. Also lieber Olaf, geh doch lieber wieder einen Schritt zurück und präsentiere weiterhin ordentliche Splatter-Spektakel die von einer netten Rahmenhandlung begleitet werden. An höheren Aufgaben sollte man sich dann lieber nicht versuchen, denn wenn ein solches Endergebnis herausspringt wie es hier der Fall ist, dann lohnt sich der Versuch nicht nach Höherem zu streben. Sicherlich werde ich nicht der einzige Fan sein, der in vorliegendem Film eine absolute Enttäuschung sieht und "Legend of Hell" als eines der mit Abstand schwächsten Werke einordnet, das Olaf Ittenbach je auf den Weg gebracht hat. Dafür spricht auch noch zusätzlich das vollkommen dämliche Ende der Geschichte, das aber letztendlich nur die mangelnde Qualität dieses Filmes unterstreicht.


Fazit:


Ehrlich gesagt hatte ich ziemlich große Hoffnungen in diesen Film gesetzt, der mich am Ende jedoch fast völlig enttäuscht hat. Bis auf gute Splatter-Einlagen und jede Menge Kunstblit hat "Legend of Hell" herzlich wenig zu bieten, was nachhaltig im Gedächtnis haften bleiben würde. Waren schon die letzten Filme nicht mehr so gut wie erhofft, so stellt dieses Werk ganz eindeutig den Tiefpunkt der letzten Jahre dar.


4,5/10 Bild

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