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Dienstag, 30. April 2013

Manborg









Manborg
(Manborg)
mit Matthew Kennedy, Adam Brooks, Meredith Sweeney, Connor Sweeney, Ludwig Lee, Jeremy Gillespie, Andrea Karr, Mike Kostanski, Ivan Henwood, William O'Donnell, Brian Edward Roach, Bobby Yee
Regie: Steven Kostanski
Drehbuch: Jeremy Gillespie / Steven Kostanski
Kamera: Steven Kostanski
Musik: Brian Wiacek
keine Jugendfreigabe
Kanada / 2011

Im Krieg gegen die Hölle gefallen, als unbesiegbarer Cyborg wieder auferstanden: Dies ist die Geschichte von Manborg – der letzten Hoffnung der Menschheit. In einer dystopischen Zukunft stellt sich Manborg zusammen mit seinen kampferprobten Freunden gegen die Horden von Graf Draculon, dem Herrscher des Bösen. Ein gnadenloser Kampf bricht los, aus dem nur einer als Sieger hervorgehen kann…


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So ganz ist dieser auf dem deutschen DVD-Cover vorhandene Schriftzug nicht von der Hand zu weisen, beinhaltet das Regie-Debüt von Steven Kostanski doch Cyborg-artige Wesen, die in einer Arena gegen menschliche Überlebende aus dem Krieg gegen die Hölle antreten müssen. So grotesk sich die Inhaltsangabe dieses Filmes dabei auch anhören mag, so sehr beinhaltet er doch einen gewissen Unterhaltungswert, den man ihm beim besten Willen nicht absprechen kann. Leider ist die von I-On Media erschienene DVD einmal mehr stark geschnitten worden, so das die bei uns erhältliche Fassung 9 Minuten weniger Material enthält als die ungeschnittene Version. Wenn man sich den Schnittbericht ansiekt merkt man schnell, das selbstverständlich die Härte des Geschehens entfernt wurde, was das Seh-Vergnügen automatisch stark einschränkt, dennoch kann man sich selbst bei der gekürzten Version des Filmes ein wenig Appetit holen, um sich später bei einer sicherlich erscheinenden Version über unsere österreichischen Nachbarn das grell-bunte Spektakel in voller Pracht anzuschauen. Einschränkend sollte man jedoch hinzufügen, das sich das wohl lediglich für Freunde des Trashfilms als lohnenswert herausstellt, denn Freunde anspruchsvoller Filmkunst werden wohl eher einen ganz großen Bogen um dieses extrem skurrile Filmchen machen.

Gewöhnungsbedürftig erscheint von Beginn an der Aspekt, das die gesamte Chose in der Bluescreen-Technik ins Bild gesetzt wurde, so das dem Geschehen durchgehend ein äußerst künstlicher Eindruck vermittelt wurde. Das Szenario ist grell-und sehr bunt gestaltet, wobei ein netter futuristischer Look verwendet wurde, der die Geschichte an sich aber auch nicht qualitätsmäßig aufwerten kann. Die Story ist nämlich mehr als nur hanebüchen, wobei ein wirklicher Handlungsstrang nur schwerlich zu erkennen ist. Im Prinzip ist dies aber auch gar nicht notwendig, denn man sollte hier schon bevor der Film überhaupt anfängt sein Gehirn leer laufen lassen, um diesen geistigen Unfug einigermaßen unbeschadet zu überstehen. Selbst den absolut hartgesottenen Befürwortern des schlechten Geschmacks dürfte das nicht unbedingt leicht fallen, denn bis auf ein vollkommen überladenes CGI-Spektakel bekommt man herzlich wenig geboten, doch für mehr war "Manborg" wohl auch gar nicht gedacht. Und so kann man dann eventuell doch seine Freude an diesem absolut sinnfreien Feuerwerk des schlechten Geschmacks seine Freude haben, nur sollte man dabei nicht die ansonsten eher übliche Messlatte für Filme anlegen, da man ansonsten einen absoluten Rohrkrepierer geboten bekommt.

Von den vollkommen hirnlosen Dialogen einmal ganz abgesehen, ist dieses Werk auch noch mit einer deutschen Synchronisation ausgestattet worden, die so ziemlich jeder Beschreibung spottet. Die meisten der Stimmen passen so gar nicht zu den dazugehörigen Figuren und sorgen so allein schon für so manch breites Grinsen im Gesicht des Betrachters. Auch die Drasteller bekleckern sich nicht gerade mit ruhm, was bei einem Film dieser Art jedoch höchstwahrscheinlich sogar beabsichtigt war. Nicht selten überkommt einen dabei das Gefühl, das man hier mitten in einer Laien-Spielgruppe gelandet ist, die ihre ersten Versuche im Bereich des Schauspiels tätigen, wobei diese doch eher ziemlich in die Hose gehen. was sich jetzt aber alles so extrem negativ anhört, sind die eigentlichen Stärken dieses Filmchens, das in irgendeiner Art und Weise die pure-und kurzweilige Unterhaltung bietet. Dazu trägt natürlich auch die Laufzeit von gerade einmal 60 Minuten bei, da es so erst gar nicht zu irgendwelchen Längen kommen kann. Wenn man dann auch noch die fehlenden 9 Minuten Härte mit einrechnet, ergibt sich ein gut 70 Minütiger Film-Spaß, den man sich getrost einmal anschauen kann.

Wem es also nicht auf Handlung, gutes Schauspiel und einen tieferen Sinn ankommt, der wird mit "Manborg" bestens bedient. Der Film befriedigt keinerlei Anspruch und besteht aus einem nicht enden wollenden CGI-Gewitter, das manchmal fast schon in den Augen schmerzt. Eine extrem groteske Mischung aus Splatter, SCI/FI, Action-und Komödie, die überhaupt keinen Nährwert beinhaltet, aber gerade aufgrund dieses Aspektes sehr viel Vergnügen bereitet. Man kommt nämlich stellenweise gar nicht mehr aus dem lachen heraus, wenn man dieses hanebüchene Szenario betrachtet, das weder logisch noch intelligent und schon gar nicht anspruchsvoll daher kommt.


Fazit:


Selten hat man in den letzten jahren einen solch filmischen Nonsens serviert bekommen, der aber andererseits einen Heiden-Spaß bereitet und die Gesichtsmuskeln ordentlich auf Trab hält. Liebhaber absurder Szenarien bekommen die volle Breitseite und dürften voll auf ihre Kosten kommen.


5/10 für die deutsche Version

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