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Donnerstag, 13. Juni 2013

Chillerama









Chillerama
(Chillerama)
mit Adam Rifkin, Sarah Mutch, Ray Wise, Sean Paul Lockhart, Anton Troy, Paul Ward, Joel David Moore, Kane Hodder, Kristina Klebe, Corey Jones, Kaili Thorne, Jamey Anthony, AJ Bowen
Regie: Adam Green / Joe Lynch / Bear McCreary / Adam Rifkin / Tim Sullivan
Drehbuch: Adam Rifkin / Tim Sullivan / Adam Green / Joe Lynch
Kamera: Will Barratt
Musik: Patrick Copeland / Andy Garfield / Bear McCreary
FSK 16
USA / 2011

Das Kaufman-Drive-In-Autokino soll abgerissen werden und einem modernen Bürokomplex weichen. Am letzten Abend lädt Besitzer Cecil Kaufman seine treue Fangemeinde zu einem Screening der ganz speziellen Art ein, bei dem der Meister einen Pack der verbotensten Kurzfilme aller Zeiten aus dem Giftschrank hervorholt. Die Filme verfehlen ihre Wirkung nicht, und doch ist dem Publikum bis zuletzt nicht bewusst, dass es sich um mehr als nur die letzte Vorstellung des Autokinos handelt.




"Chillerama" stammt eigentlich aus dem Jahre 2011, hat es aber erst jetzt geschafft, in Deutschland auf DVD zu erscheinen. Den Film wirklich zu beschreiben ist so gut wie unmöglich, denn ein jeder sollte sich selbst ein Bild von dem wilden Szenario machen, das sich dem Zuschauer hier präsentiert. In ein filmisches Grundgerüst eingepackt, wird man mit einem vierteiligen Episoden-Horror konfrontiert, dessen Inhalt so dermaßen skurril-und trashig ist, das man kaum die richtigen Worte dafür finden kann. Sexuell ausgehungerte Zombies, schwule Werwölfe und eine wunderbare Karikatur von Adolf Hitler sind dabei nur 3 Beispiele, mit welchen Absurditäten man hier bedient wird. Dabei sollte man das Ganze als herrliche Hommage an die guten alten Zeiten ansehen, bei der man mit unzähligen Anspielungen auf Genre-Klassiker, sowie auf etliche Trash-Produktionen bedient wird, was schon fast zwangsläufig für einen äußerst hohen Unterhaltungswert garantiert. Die Umsetzung der einzelnen Episoden gestaltet sich dabei beabsichtigt billig und erinnert phasenweise an Produktionen aus der berühmten Troma-Schmiede, die ja nun weitaus mehr als nur eine Trash-Granate auf den Markt gebracht hat. Gerade die Folge " I Was A Teenage Werebaer" lässt so auch Anlehnungen an Troma's "Poultrygeist" erkennen, offenbart sich hier doch ein mit Kunstblut angereichertes Rockabilly-Musical, bei dem man die Lachtränen nur schwerlich unterdrücken kann.

Zuvor wird man jedoch mit "Wadzilla" bekannt gemacht, wobei es sich hier ganz eindeutig um die skurrilste Episode handeln dürfte. Eine mutierte Riesen-Spermie macht dabei New York unsicher und die dazugehörigen Effekte sind bewusst billig gehalten, was diesem Kurzfilm seinen ganz besonderen Reiz verleiht. Ganz unwillkürlich wird man dabei einerseits an Filme wie "Godzilla" oder auch "Der Blob" erinnert, andererseits gerät einem jedoch auch die deutsche Komödie "Kondom des Grauens" wieder in Erinnerung. Man müsste eigentlich daraus erkennen, das hier für jede Menge Spaß gesorgt ist, wobei man natürlich eine ausgeprägte Vorliebe für den schlechten Geschmack haben sollte. "Chillerama" wird ganz sicher nicht jeden Geschmack treffen, denn der vorhandene Humor ist bei weitem nicht jedermanns Sache. Das vollkommen überzogene Spektakel dürfte die Lager der Fans in 2 Lager spalten und ganz besonders die Kurzfilme 3 (The Diary of Anne Frankenstein) und 4, dessen Namen ich vor lauter Fäkal-Humor vergessen habe werden dabei den größten Diskussions-Stoff anbieten. Einerseits bekommt man es mit einer skurrilen Karikatur von Adolf Hitler zu tun, der sich als Dr. Frankenstein betätigt und dabei ein Monster erschafft, das selbstverständlich jüdischer Abstammung ist. Es offenbart sich Naziploitation vom Feinsten und im Normalfall dürfte hier wirklich kein Auge trocken bleiben. Danch gibt es dann noch eine wahre Kack-Orgie zu begutachten, die jenseits des guten Geschmacks angesiedelt ist, aber dennoch den Unterhaltungswert der ganzen Chose noch einmal anhebt. Zu guter Letzt bekommt man dann noch einige Minuten des Grund-Filmes (Zom-B-Movie) zu sehen, in denen es im Drive-In Kino noch einmal so richtig zur Sache geht.

Was die Regisseure Adam Green, Tim Sullivan, Joe Lynch, Adam Rifkin und Bear McCreary hier gemeinsam auf die Beine gestellt haben ist wirklich aller Ehren wert. "Chillerama" ist gespickt mit schlechten FX, vollkommen hanebüchenen Szenarien und bietet in seiner Gesamtheit ein wahres Sammelsurium an Absurditäten. Doch gerade aus diesem Aspekt bezieht der Film seinen unglaublichen Charme und ist somit eine der grandiosesten Trash-Granaten, die man in den letzten Jahren gesehen hat. Angereichert mit jeder Menge Kunstblut und einem dem Geschehen angemessenen Härtegrad offenbart sich knapp 2 Stunden lang ein Geschehen, das man wirklich selbst gesehen haben muss, um seine innovative Note zu erkennen. Für die einen der absolute Schund, stellt der Film für Trash-Liebhaber etwas dar, das man nicht so schnell vergessen wird. Wie immer liegt das Ganze selbstverständlich im Auge des jeweiligen Betrachters, doch ich persönlich habe mich bei diesem grotesken Meisterwerk vor lachen fast weggeschmissen und kann nur eine absolute Empfehlung an jeden aussprechen, der eine ausgeprägte Vorliebe für erstklassigen Trash hat.

Viele Köche verderben den Brei, so lautet ein Spruch, der bei vorliegendem Werk aber keinesfalls anzuwenden ist. Durch die Zusammenarbeit der verschiedenen Mitwirkenden ist nämlich letztendlich eine Geschichte entstanden, die so ziemlich das Beste im Bezug auf den schlechten Geschmack darstellt, das man in den letzten Jahren gesehen hat. Würde man es nicht besser wissen, dann könnte man schnell zu der Meinung gelangen, es hier mit einem weiteren Klassiker aus der Troma-Schmiede zu tun zu haben. "Chillerama" ist der absolut perfekte Party-Film und dürfte in einer geselligen Runde mit einer Kiste Bier noch weitaus unterhaltsamer erscheinen, als er schon von Haus aus ist.


Fazit:


Frivol, absurd und vollkommen überzogen präsentiert sich hier eine Hommage an die alten Zeiten, die ganz bewusst billig in Szene gesetzt wurde. Man kann einfach nicht anders, als sich dem Charme dieses Werkes zu ergeben und gut 2 Stunden die absurdesten Dinge über sich ergehen zu lassen, die das Szenario für einen bereit hält.


9/10

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