Follower

Donnerstag, 20. Juni 2013

Million Dollar Crocodile









Million Dollar Crocodile
(Bai Wan Ju E)
mit Barbie Hsu, Guo Tao, Lam Suet, Shi Zhaoqi, Hung Yan-Yan, Ding Jiali, Purba Rgyal, Fang Qingzhuo, Wang Jinsong, Li Qinqin, Hou Chuanguo, Che Jin
Regie: Li Sheng Lin
Drehbuch: Li Sheng Lin
Kamera: keine Information
Musik: keine Information
FSK 16
China / 2012

Bald Liu besitzt eine kleine Krokodilfarm. Als er seine Krokodile dem Geschäftsmann Zhao verkauft, ist ihm noch nicht klar, dass Zhao den Reptilien nicht - wie versprochen - einen schönen Platz zum Leben bieten will, sondern sie nur für sein kulinarisches Restaurant benötigt. Doch die Krokodildame Mao schafft es zu entkommen. Auf ihrer Flucht gerät sie mit Wen Yan aneinander, wobei Wen Yans Ersparnisse in Maos Magen landen. Eine wilde Jagd beginnt, denn es hat sich rumgesprochen, dass sich ein Krokodil mit einem Vermögen im Bauch in der Gegend herumtreibt



Der deutsche Film-Titel deutet schon darauf hin, das man es hier nicht unbedingt mit höchst anspruchsvoller Filmkost zu tun bekommt. Diese Vermutung bestätigt sich dann auch ziemlich schnell, was jedoch keinesfalls als negative Kritik aufgefasst werden sollte. Bekommt der Zuschauer doch einen größtenteils gelungenen Mix aus Action-und Horror-Komödie präsentiert, was auf jeden Fall für 90 Minuten kurzweilige Unterhaltung sorgt. Dabei sollte man jedoch keine großen Erwartungen an ein äußerst glaubwürdiges Szenario hegen, da das Geschehen doch so einige skurrile Passagen beinhaltet, denen eine leicht trashige Note anhaftet. Dies bezieht sich hauptsächlich auf die meisten Darsteller, unter denen man so einige grotesk anmutende Gestalten antrifft und deren Verhaltensweisen diesen Eindruck auch noch zusätzlich unterstreichen. Darin liegt aber auch gleichzeitig eine der Stärken dieses Filmes, dessen humorige Note für so manchen Schmunzler im Gesicht des Zuschauers sorgt. Zwar mag der asiatische Humor an einigen Stellen fast schon etwas albern wirken, so passt er insgesamt gesehen ganz hervorragend in das Szenario und drückt diesem einen unverwechselbaren Stempel auf.

Regisseur Li Sheng Lin hat seiner Geschichte ein recht ordentliches Tempo verliehen, so das während der gesamten Laufzeit kaum nennenswerte Längen zu erkennen sind. Die wilde Jagd nach dem entflohenen Riesen-Krokodil gestaltet sich dabei äußerst rasant und abwechslungsreich, ist allerdings nicht wirklich ernst zu nehmen. Die Methoden der Jäger können nämlich schon fast als hanebüchen bezeichnet werden, zudem scheint es auch noch ziemlich an den Haaren herbeigezogen, das diverse Protagonisten hier leichtfertig ihr Leben aufs Spiel setzen, um das Reptil möglichst lebend zu fangen. Anscheinend ist diese Inszenierung jedoch vollkommen beabsichtigt und ehrlich gesagt passt es auch ganz hervorragend in das witzige Gesamtbild, das "Million Dollar Crocodile" beim Betrachter hinterlässt. Dazu passen auch die darstellerischen Leistungen, die zwar zumeist absolut überspitzt erscheinen, aber die witzige Note des Filmes extrem hervorheben. Allein die vollkommen hysterische Hauptdarstellerin ist eine Augenweide, auch wenn ihr Gekreische phasenweise ein wenig zuviel des Guten ist und die Nerven des Zuschauers doch mächtig malträtiert.

Der Hammer ist jedoch der Trupp des Krokodil-Restaurants, der sich auch auf die Suche nach dem Tier macht, um sich das Geld aus dem Magen des Reptils zu besorgen. Da wird mit riesigen Suppen-Kellen auf die Jagd gegangen und die offensichtlich mangelnde Intelligenz der Jäger sorgt für herrlich schräge Situationskomik, die letztendlich nur noch von den sinnfreien Dialogen übertroffen wird. Zugegebenermaßen muss man schon eine gewisse Vorliebe für den manchmal gewöhnungsbedürftigen asiatischen Humor haben, denn ansonsten wirken die Ereignisse zu albern und könnten für diverse Ermüdungserscheinungen sorgen. Man sollte also von Beginn an wissen, auf welche Art von Film man sich hier einlässt, um am Ende keine Enttäuschung zu erleben.

Letztendlich ist "Million Dollar Crocodile" sicherlich kein cineastisches Highlight, aber immerhin ein Film der extrem kurzweilige Unterhaltung bietet. Zudem ist auch das Riesen-Krokodil in seiner Darstellung sehr gut gelungen und es ist schon wirklich imposant, wenn man das Tier in seiner vollen Größe sieht. Nun möchte ich das Werk keinesfalls als puren Trash bezeichnen, aber es handelt sich definitiv um eine wunderbar schräge Geschichte, die sehr temporeich und witzig erzählt wird. Sicher nicht jeden Geschmack treffend, wird dieses Werk aber ganz bestimmt seine Fan-Gruppe finden, denn wer skurrile Szenarien zu schätzen weiß, kann an dieser Stelle überhaupt nichts falsch machen und wird bestens bedient.


Fazit:


Wie immer liegt es im Auge des Betrachters, doch mich persönlich konnte diese chinesische Produktion bestens unterhalten. Anspruchsvolle Filmkost sieht anders aus, doch diese Erwartung will der Film auch gar nicht erfüllen. Viel Spaß, ordentliches Tempo und herrliche Situationskomik reichen hier vollkommen aus, um eine Empfehlung an alle auszusprechen, die ein Faible für nicht ganz ernst zu nehmende Szenarien haben.


7/10

Keine Kommentare: