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Donnerstag, 4. Juli 2013

Dredd









Dredd
(Dredd 3D)
mit Karl Urban, Rachel Wood, Andile Mngadi, Porteus Xandau, Jason Cope, Emma Breschi, Olivia Thirlby, Rakie Ayola, Lena Headey, Tamer Burjaq, Warrick Grier, Wood Harris, Shoki Mokgapa
Regie: Pete Travis
Drehbuch: John Wagner / Alex Garland
Kamera: Anthony Dod Mantle
Musik: Paul Leonard-Morgan
keine Jugendfreigabe
Großbritannien / Indien / Südafrika / USA / 2012

Mega City One - eine gigantische Metropole voller Gewalt, Chaos und Verbrechen inmitten des düsteren und zerfallenen Amerikas. Die Bewohner leiden und immer mehr verfallen der neuen Droge Slo-Mo, die sie die Realität in extremer Zeitlupe erleben lässt. Einzig und allein die "Judges" können gegen die Verbrechen in ihrer Stadt ankämpfen, nur sie haben die Macht als Richter und Vollstrecker für Recht und Ordnung zu sorgen. Dredd, als oberster "Judge" gefürchtet, will die Stadt von ihren Plagen befreien. Zusammen mit seiner neuen Rekrutin, Cassandra Anderson, nimmt er den Kampf gegen Ma-Ma auf, eine Drogenbaronin, die eiskalt über den größten Slum der Stadt herrscht. Als Dredd und Anderson einen Handlanger aus ihrem skrupellosen Clan zu fassen kriegen, entfacht Ma-Ma einen erbitterten Krieg, in dem sie vor nichts zurückschreckt, um ihr Imperium zu schützen. Die Zahl der Todesopfer steigt und auch Dredd und Anderson müssen in diesem erbarmungslosen Kampf an ihr Äußerstes gehen, um am Leben zu bleiben....




Der auf einem Kult-Comic basierende Film "Judge Dredd" aus dem Jahr 1995 mit Sylvester Stallone in der Hauptrolle konnte zur damaligen Zeit beim Publikum nicht so wirklich überzeugen, war die filmische Umsetzung doch streckenweise zu überzogen und wirkte manchmal sogar etwas albern. Ganz anders verhält es sich bei der vorliegenden Neuauflage, in der Regisseur Pete Travis (8 Blickwinkel) ein herrlich düsteres Szenario ins Bild gesetzt hat, das genau die richtige Mischung aus SCI/FI-und Action Elementen beinhaltet. Dabei erscheint das Szenario jedoch zu keiner Zeit überladen, wie es in manch anderen Werken der Fall ist, denn die vorhandene Action ist sehr gut über die gesamte Laufzeit verteilt. Schauplatz des Geschehens ist ein riesiger Wohn-Komplex in Mega City One, der sich über 200 Etagen in die Höhe zieht und mitten in einer trostlosen-und öden Welt angesiedelt ist, in der Überbevölkerung und Tristesse vorherrscht. Von der Location her erinnert einen das Ganze schon ein wenig an den indonesischen Kracher "The Raid", so das man gewisse Parallelen schwerlich übersehen kann.

Von der ersten Minute an entfaltet sich hier eine durchgehend interessante Story, bei der man aber selbstverständlich keinen Anspruch an inhaltliche Tiefe hegen sollte. So bekommt man es auch vielmehr mit einer eher etwas dünnen Rahmenhandlung zu tun, die jedoch vollkommen ausreichend erscheint und sowieso nur als Verpackung für die rasanten Ereignisse dient, die sich innerhalb des riesigen Komplexes abspielen. Mit Karl Urban in der Hauptrolle hat man genau die richtige Wahl getroffen, spielt er doch absolut glaubwürdig den extrem coolen Gesetzeshüter, dessen Gesicht man während des gesamten Filmes nicht einmal wirklich komplett sehen kann. Das ist aber auch gar nicht zwingend notwendig, sind es doch viel eher die Taten des Mannes, die hier hauptsächlich ins Auge fallen. Unterstützt durch die Rekrutin Anderson die übrigens gleichzeitig als Medium fungiert, muss er den ungleichen Kampf gegen einen zahlenmäßig hoffnungslos überlegenen Gegner antreten, der unter dem Befehl der sogenannten Ma-Ma steht. Hinter dem Namen versteckt sich eine ehemalige Prostituierte, die mittlerweile als Drogen-Baronin agiert und die ganze Stadt unter ihre Kontrolle bringen will.

Und so entwickelt sich innerhalb des riesigen Komplexes eine gnadenlose Hetzjagd, die phasenweise klaustrophobische Züge trägt, da das Gebäude hermetisch abgeriegelt ist, so das die Judges keinerlei Möglichkeit zur Flucht haben. Die vorhandenen Action-Sequenzen treten nun reichlich in Erscheinung, wobei insbesondere die manchmal langsamen Kameraschwenke und die immer wieder eingefügten Zeitlupen-Szenen dem Ganzen eine ungeheure Intensität verleihen. An dieser Stelle offenbart der Film eine seiner ganz großen Stärken, denn die Slow Motion Passagen sind absolut erstklassig in Szene gesetzt. Zudem beinhaltet das Szenario einen sehr ordentlichen Härtegrad, denn an etlichen Stellen bekommt der Zuschauer äußerst blutige-und derbe Einstellungen zu sehen, so das auch die keine Jugendfreigabe Einstufung als durchaus gerechtfertigt erscheint. Die Geschichte an sich ist zwar ziemlich vorhersehbar und man kann jederzeit erahnen, worauf die Choose am Ende hinausläuft, doch das ändert überhaupt nichts am extrem hohen Unterhaltungswert, den dieses Werk beinhaltet. Da stört es einen auch nicht weiter, das die Charakter-Zeichnungen der einzelnen Figuren eher oberflächlich ausfallen, wobei im Prinzip eh nur drei Haupt-Charaktere (Dredd, Anderson, Ma-Ma) vorhanden sind, da es sich bei den restlichen Personen lediglich um nötige Staffage handelt.

Letztendlich kann man bei "Dredd" von einer rundum gelungenen Produktion sprechen, die vom filmischen Standpunkt her aber sicherlich nie in die "Hall of Fame" einziehen wird. Es handelt sich aber um einen mehr als nur gelungenen Blockbuster, der sämtliche Zutaten beinhaltet, die ein Film dieser Art haben muss. Eine ordentliche Rahmenhandlung, jede Menge Action und eine wunderbar düstere Atmosphäre sorgen für ein Gesamtbild, das man nur als sehr gut bezeichnen kann. Pete Travis hat alles richtig gemacht und offenbart dem Betrachter einen extrem kurzweiligen Film, bei dem die Freunde knallharter-und temporeicher Action durchgehend auf ihre Kosten kommen, ohne das man das Geschehen zu überladen dargestellt hätte. Die Slow Motion Einlagen verleihen dem Ganzen zudem eine ganz eigene Note und sorgen für etliche wirklich eindrucksvolle Szenen, an denen man seine helle Freude hat.


Fazit:


So wie Dredd" umgesetzt wurde, hätte man sich schon die 1995er Version mit Stallone gewünscht. Düster, hart-und kompromisslos wurde genau die richtige Mixtur gefunden, um einen SCI/FI-Action Kracher zu produzieren, den man sich auch gern mehrmals anschauen kann, ohne dabei das Interesse an diesem Blockbuster zu verlieren.


8/10

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