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Samstag, 13. Juli 2013

Gewalt rast durch die Stadt









Verdammte, heilige Stadt
(Roma violenta)
mit Maurizio Merli, Richard Conte, Silvano Tranquilli, Ray Lovelock, John Steiner, Daniela Giordano, Attilo Duse, Giuliano Esperanti, Marcello Monti, Consalvo Dell'Arti, Luciano Rossi, Pippo Pollaci
Regie: Marino Girolami
Drehbuch: Vincenco Mannino
Kamera: Fausto Zuccoli
Musik: Guido De Angelis / Maurizio De Angelis
ungeprüft
Italien / 1975

Rom hat mehr Gesichter als Touristen glauben. Die Polizei ist machtlos gegen brutale Gangster-Banden, die die Stadt terrorisieren. Doch ein Mann stellt sich der Herausforderung. Polizei-Kommissar Berti führt einen gnadenlosen Kampf gegen die Kriminellen. Für ihn zählt nur Gewalt gegen Gewalt...


Die kurze und sehr knappe Inhaltsangabe bietet sicherlich keinerlei Neuerungen, gibt es doch genügend Filme, die eine solche oder ähnlich gelagerte Thematik bearbeiten. Warum aber "Verdammte, heilige Stadt" deswegen stellenweise als langweilig oder gar altbacken bezeichnet wird, ist für mich persönlich nicht so ganz nachvollziehbar. Sicherlich mag das Werk aus heutiger Sicht ein wenig angestaubt erscheinen, doch sollte man dabei auch nicht vergessen, das der Film von Marino Girolami mittlerweile fast vier Jahrzehnte auf dem Buckel hat. So sollte man also nicht unbedingt die vorhandenen Action-Sequenzen mit denen der heutigen Zeit vergleichen, sondern vielmehr versuchen, sich in die Mitte der 70er Jahre zurückversetzen, denn nur so kann das Geschehen auch seine durchaus vorhandene Glaubwürdigkeit ausstrahlen. Und so offenbart sich dem Zuschauer eine nicht unbedingt neue, aber dafür jederzeit unterhaltsame Geschichte, die gleichzeitig ein Paradebeispiel dafür darstellt, das Gewalt immer wieder Gegen-Gewalt erzeugt.

Im Fokus der Ereignisse steht mit Maurizio Merli ein grandios agierender Hauptdarsteller, der in der Rolle des Kommissar Berti eine herausragende Performance abliefert. Im Prinzip kann man jedoch der gesamten Darsteller-Riege ein Kompliment aussprechen, ist sie doch nicht unwesentlich dafür verantwortlich, das dieser Film einen äußerst authentischen Eindruck hinterlässt. Die sehr temporeiche Erzählweise der Story lässt keinerlei langatmige Passagen entstehen, zudem wird man auch mit etlichen wilden Verfolgungs-Jagden und Schlägereien konfrontiert, so das auch der geneigte Action-Junkie durchaus auf seine Kosten kommen sollte. Doch handelt es sich keinesfalls um einen reinen Action-Kracher, denn Girolami stellt trotz aller vorhandenen Härte die grenzenlose Ohnmacht der Polizei in den Mittelpunkt, die schwerlich mit der Verbrechenswelle in Rom klar kommt.

Die Auslegung der Gesetze dient schon fast mehr dem Schutz der Verbrecher als der Bürger und so müssen Methoden angewandt werden, die nicht immer ganz den Buchstaben des Gesetzes entsprechen. Sicherlich kommt einem das äußerst bekannt vor, denn fast jeder Vertreter des italienischen Policiescos ist thematisch so aufgebaut und immer wieder werden die gleichen Kern-Themen aufgegriffen. Dennoch ist es immer wieder interessant sich mit diesen Geschichten auseinanderzusetzen, wobei vorliegender Film sich meiner persönlichen Meinung nach noch intensiver als diverse andere Genre-Vertreter mit der Thematik auseinandersetzt. Natürlich liegt das im Auge des jeweiligen Betrachters, aber "Verdammte, heilige Stadt" ist in dieser Beziehung absolut im oberen Qualitäts-Drittel anzusiedeln. Absolut passend erscheint hier auch das gewählte Ende, das ziemlich tragisch aber absolut stimmig daher kommt.

Insgesamt gesehen hat Girolami hier einen immer wieder sehenswerten Vertreter des Policiesco kreiert, der auch heute noch blendend funktioniert. Die hohe Alterseinstufung ist zwar keinesfalls gerechtfertigt, aber zu seiner Zeit war der Film schon ein hartes Stück Tobak. Wie dem aber auch sei, Freunde des Genres werden hier bestens bedient, denn die vorliegende Story beinhaltet sämtliche Zutaten, die diese Sorte von Film so auszeichnet.


Fazit:


Manch einer mag es eventuell anders sehen, aber "Verdammte, heilige Stadt" zählt zu meinen persönlichen Favoriten im Bereich der italienischen Polizei-Filme. Tempo, Rasanz und tolle Action ergeben ein exzellentes Gesamtbild und ein grandios agierender Maurizio Merli ist ein weiterer Grund, sich dieses tolle Werk in regelmäßigen Abständen immer wieder anzuschauen.


8/10

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