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Sonntag, 21. Juli 2013

John Dies at the End









John Dies at the End
(John Dies at the End)
mit Chase Williamson, Rob Mayes, Paul Giamatti, Clancy Brown, Glynn Turman, Doug Jones, Daniel Roebuck, Fabianne Therese, Jonny Weston, Jimmy Wong, Tai Bennett, Allison Weissman, Ethan Erickson
Regie: Don Coscarelli
Drehbuch: Don Coscarelli / David Wong
Kamera: Mike Gioulakis
Musik: Brian Tyler
FSK 16
USA / 2012

Eine der wenigen Dinge, die zwischen der Menschheit, wie wir sie kennen, und totaler dämonischer Versklavung steht, ist der freundliche Gelegenheitskiffer David. Der hat bei seinem Kumpel John eine neue Superdroge namens Sojasauce gekostet und sieht seither Dinge, die er lieber nicht sehen würde. Und er steht in vorderster Front beim Kampf gegen den Dämonenfürsten Korrok. Zum Glück hat er potente Mitstreiter aus allen Zeiten und Dimensionen. Ein Journalist, der sich die Sache mal ansieht, kommt aus dem Staunen nicht heraus.


Don Coscarelli zählt definitiv nicht zu den Viel-Filmern unter den Regisseuren, hat der gute Mann doch gerade einmal bei 11 Filmen auf dem Stuhl des Regisseurs gesessen. Dennoch befinden sich mit der "Phantasm-Quadrilogie" und "Bubba Ho-tep" Werke in seiner Filmografie, die es längst zu einem Kultstatus in Fan-Kreisen gebracht haben. Sieben Jahre nach seinem Beitrag zur Masters of Horror Reihe kam nun mit "John Dies at the End" sein neuester Film auf den Markt und wieder einmal hat der gute Don einen absoluten Volltreffer gelandet. Dabei handelt es sich um eine Geschichte die so unglaublich und skurril erscheint, das man sie kaum in Worte fassen kann und auch die knappe Inhaltsangabe drückt noch nicht einmal ansatzweise das hochklassige Film-Vergnügen aus, mit dem der Zuschauer hier konfrontiert wird. Es entwickelt sich von der ersten Minute an eine Story-Line in der sich mehrere Genres miteinander verbinden, so bekommt man Elemente des Horrors, Fantasy-und SCI/FI Filmes geboten, die eine explosive Mischung darstellen und Anleihen an mehrere Filme aus den diversen Genres offenbaren. Ein wenig "Donnie Darko, eine Prise "Das Böse" oder auch Ähnlichkeiten mit "Bill und Teds verrückte Reise durch die Zeit" sind nur einige Beispiele dafür, das man sich hier auf eine extrem außergewöhnliche-und gleichzeitig skurrile Kombination freuen kann, bei der man allerdings auch konzentriert bei der Sache bleiben sollte, um die Gesamt-Zusammenhänge zu erkennen.

Das fällt nämlich phasenweise gar nicht einmal so leicht, denn obwohl es sich hier um eine aberwitzige Komödie handelt, werden auch Dinge wie Zeitreisen oder Zwischen-Dimensionen thematisiert, was gerade bei der ersten Sichtung des Filmes für kleinere Wirrungen sorgen könnte. Eine der großen Stärken von "John Dies at the End" sind ganz sicher die beiden Haupt-Charaktere David und John, die mit allen Mitteln versuchen, die Erde vor dem Untergang zu retten. Dabei ist es insbesondere David, der die Geschichte auch im Off erzählt, der am meisten im Mittelpunkt des bunten Treibens steht. Er und John sind zwei absolute Sympathie-Träger und können von Beginn an beim Zuschauer punkten, wobei ihnen ihre manchmal leicht trottelige Art ganz bestimmt sehr zu gute kommt. Die beiden Helden geraten dabei in phasenweise richtig grotesk anmutende Situationen, die man hier schwerlich in Worte fassen kann, sondern selbst gesehen haben muss, um auch deren genialen Witz zu erkennen. So sehen sie sich beispielsweise einem aus tiefgekühltem Fleisch und Würsten zusammengesetzten Monster gegenüber, oder ein Hot Dog dient mal kurz als Telefon, über das man miteinander kommuniziert. Diese Dinge einfach nur zu lesen reicht keinesfalls aus, um sich die teils brillante Situationskomik vorzustellen, die Coscarelli seiner Geschichte einverleibt hat. Ganz generell handelt es sich hier um absolut exzellenten Humor, eigentlich jeder einzelne Dialog des Filmes sprüht nur so vor Wortwitz, die kleinste zu erkennende Mimik und Gestik stellt sich im Gesamtgefüge als absolutes Highlight dar, so das "John Dies at the End" einen wirklich gezielten Angriff auf die Lachmuskeln des Betrachters darstellt.

Dabei erscheint der Humor aber zu keiner Zeit albern oder vollkommen überzogen, vielmehr handelt es sich um eine wunderbar selbst-ironische Note, die von der Story ausgeht. Der Film nimmt sich selbst nicht ernst, tut dies aber auf eine jederzeit charmante Art und Weise, wie man es eher selten zu sehen bekommt. Natürlich wird der teils tiefgründige Witz des Geschehens längst nicht jeden Geschmack treffen, doch wer ein Faible für bizarre Szenarien mit niveau sein Eigen nennt, wird an dieser Stelle mit einem absoluten Volltreffer belohnt. Gleichzeitig bekommt man aber auch einige nette-und blutige Effekte geboten und das Schöne an der Sache ist ganz einfach der Aspekt, das der Regisseur vollends auf künstlich erscheinende CGI-Effekte verzichtet. Das macht diesen Film noch sympathischer, als er von Haus aus schon erscheint und wertet ihn meiner Meinung nach noch einmal zusätzlich auf. Man könnte jetzt noch lange weiter irgendwelche positiven Aspekte aufzählen, doch viel lieber sollte sich ein jeder selbst ein Bild von diesem wunderbaren Film-Spaß machen, den Coscarelli auf die Menschheit losgelassen hat. Ein Werk wie dieses bekommt man leider viel zu selten zu Gesicht, denn leider fehlt den meisten Filme-Machern die Innovation, um ein solch hanebüchenes, aber gleichzeitig qualitativ hochwertiges Szenario ins Bild zu setzen, das den Zuschauer über die gesamte Laufzeit so glänzend unterhalten kann und dabei keinerlei Langeweile aufkommen lässt.

Don Coscarelli ist somit auch geradezu ein Paradebeispiel dafür, das ein Regisseur mit zunehmendem Alter noch längst nicht den Höhepunkt seines Schaffens überschritten haben muss, denn "John Dies at the End" ist in meinen Augen definitiv ein Film, der das Zeug zum Kultstatus hat. Die außergewöhnliche Mixtur, der mit der feinen Klinge geschwungene Humor und ein vollkommen abstruses Treiben ergeben ein Gesamtbild, das man eigentlich nur als höchst gelungen bezeichnen kann. Manch einer wird das eventuell anders sehen, doch ich bin mir ziemlich sicher, das ein Großteil der Zuschauer begeistert sein wird von einer Story, die man nun wirklich nicht jeden Tag serviert bekommt.


Fazit:


Abstrus, vollkommen durchgeknallt und gnadenlos witzig erzählt "John Dies at the Ende" eine Geschichte, die man wirklich nicht für ernst nehmen kann. Das sollte man aber auch gar nicht, legt das Werk doch keinerlei Wert darauf und nimmt sich selbst auch in keiner Phase ernst. Der Spaß steht ganz eindeutig im Vordergrund und der dadurch entstehende Unterhaltungswert siedelt sich äußerst weit oben an. Dieses Werk hat man sich ganz bestimmt nicht das letzte Mal angesehen, denn so schnell wird man das Interesse an dieser aberwitzigen Dämonenjagd bestimmt nicht verlieren.


9/10

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