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Samstag, 17. August 2013

Cabin of the Dead









Cabin of the Dead
(Wither)
mit Patrik Almkvist, Lisa Henni, Amanda Renberg, Johannes Brost, Max Wallmo, Patrick Saxe, Ingar Sigvardsdotter, Sanna Ekman, Jessica Blomkvist, Anna Henriksson, Julia Knutson
Regie: Sonny Laguna / Tommy Wiklund
Drehbuch: Tommy Wiklund / David Liljeblad / Sonny Laguna
Kamera: keine Information
Musik: Samir El Alaoui
keine Jugendfreigabe
Schweden / 2012

Eine Gruppe enger Freunde entscheidet sich das Wochenende in einer scheinbar verlassenen Waldhütte zu verbringen. Schon bald nach ihrer Ankunft kippt die gute Stimmung, denn die Anwesenheit der jungen Leute hat offenbar dämonische Kräfte zum Leben erweckt. Panik bricht aus, als sich ein Mitglied in ein zombieartiges Wesen verwandelt. Auf sich allein gestellt kämpfen die jungen Leute nun ums nackte Überleben…


Seltsam bekannt erscheint einem die Inhaltsangabe dieser schwedischen Produktion und man denkt fast zwangsläufig an den Sam Raimi Klassiker "Tanz der Teufel" aus dem Jahr 1981, dessen Neuauflage ja im Moment in aller munde ist. Eher unbemerkt schleicht sich nun die mit gerade einmal 300.00 SEK budgetierte kleine Produktion "Cabin of the Dead" um die Ecke und erhält im Schatten des "Evil Dead" Remakes kaum Beachtung. Dabei hat es dieser Film nun wirklich verdient und ganz ehrlich gesagt wäre es auch kaum aufgefallen, wenn man ihn eben "Evil Dead" genannt hätte. Gleicht sich die Geschichte doch frappierend mit der von Sam Raimi und das meine ich jetzt wirklich in keinster Weise negativ. Vielmehr bekommt man endlich mal einen Eindruck davon, wie die Europäer den sgenhaften "Tanz der Teufel" verfilmt hätten und das sich dazu entstandene Ergebnis kann sich absolut sehen lassen. Fangen wir doch gleich mit der negativen Kritik an, denn wenn es an diesem Werk überhaupt etwas auszusetzen gibt, dann ist es die etwas dürftige Erklärung für die unheimlichen Vorgänge in der Waldhütte. Hier hätte man wirklich etwas schlüssiger diverse Erklärungsversuche auf den Tisch legen können, doch bei einer Low Budget Produktion mit der hier enthaltenen Qualität sollte man nicht länger über diesen einen Punkt nachdenken.

Hier liegt geradezu ein Paradebeispiel dafür vor, das man auch mit sehr wenig Geld einen richtig guten-und extrem blutigen Horrorfilm auf die Beine stellen kann. Und wo wir gerade beim Blutgehalt des Filmes sind, nachdem die ersten gut 20-25 Minuten sich noch mit einer leichten Einführung beschäftigen, entwickelt sich danach bis zum Ende eine wahre Splatter/Gore Orgie, die man auch in einem Millionen-schweren Blockbuster nicht härter hätte gestalten können. Das Kunstblut spritzt in rauen Maßen und dem Zuschauer offenbaren sich phasenweise so derbe Passagen, das man sich einmal mehr ganz unwillkürlich die Frage stellt, wie dieses Werk bei uns ohne Zensuren durch die FSK gekommen ist. Hier bekommt man eine Schlachteplatte de Luxe geboten, wie man sie nie und nimmer in einer solch kleinen Produktion vermutet hätte. Und dabei handelt es sich auch noch um richtig gelungene Effekte und keinesfalls um diesen manchmal künstlich erscheinenden CGI-Murks, der einem die Freude an so manchem Horrorfilm vermiesen kann. Aufgrund der fast identischen Geschichte wie bei "Tanz der Teufel" ergibt sich natürlich der kleine Wermutstropfen, das man hier keine wirklichen Überraschungsmomente erwarten kann, doch insbesondere den Gorehounds wird diese Tatsache wohl vollkommen egal sein, wenn sie dafür ein blutiges-und hartes Schlachtfest geboten bekommen, das es wirklich in sich hat. Trotz der Vorhersehbarkeit der Ereignisse fiebert man als Zuschauer mit den Protagonisten mit und erfreut sich an einer äußerst gelungenen Grundstimmung, die sich durchgehend durch das gesamte Szenario zieht.

Die beiden Regisseure Sonny Laguna und Tommy Wiklund haben hier einen Film auf die Beine gestellt, den man als absolute Bereicherung für das Genre ansehen kann. Von ihrer ersten gemeinsamen Arbeit "Madness" konnte man das ja noch nicht unbedingt behaupten und auch Laguna's "Blood runs Cold" war eher ein kleiner Rohrkrepierer, doch "Cabin of the Dead" ist ein absoluter Kracher, der sich aber zugegebenermaßen hauptsächlich durch seinen Härtegrad definiert. Eine sonderlich oder gar gut erklärte Geschichte sollte man nicht unbedingt erwarten, jedoch handelt es sich um eine wirklich ausreichende Rahmenhandlung, die das blutige Geschehen ummantelt. Ich möchte mich an dieser Stelle nicht zu weit aus dem Fenster lehnen, aber meiner persönlichen Meinung nach handelt es sich hier um einen der härtesten-und vor allem blutigsten Horrorfilme, die man innerhalb der letzten Jahre zu Gesicht bekommen hat. Umso witziger erscheint darum auch der Aspekt mit der FSKK, denn weitaus harmlosere Genre-Vertreter wurden in letzter Zeit wegen harmloseren Dingen gnadenlos zerstückelt. Dem Betrachter soll das jedoch egal sein und ehrlich gesagt sollte man sich vielmehr darüber freuen, das ein solch blutrünstiges Szenario auch bei uns in seiner vollen Pracht zu genießen ist, denn das erlebt man nun wirklich nicht alle Tage.

Manch einer mag "Cabin of the Dead" als überladenes Effekt-Spektakel ansehen, das inhaltlich nicht sonderlich viel zu bieten hat. In gewisser Art und Weise mag das auch durchaus zutreffen, doch dieser Kritikpunkt trifft dann aufgrund der Ähnlichkeit auch definitiv auf Raimi's "Tanz der Teufel" zu. Letztendlich handelt es sich aber schlicht und ergreifend um einen richtig gut gemachten Horrorfilm, der unter der Berücksichtigung des extrem niedrigen Budgets sogar noch zusätzlich aufgewertet wird. Wer eine Vorliebe für äußerst deftige Szenarien hat, wird hier vor Begeisterung die Hände über dem Kopf zusammenschlagen, denn diese schwedische Produktion toppt alles, was man in letzter Zeit zu Gesicht bekommen hat. Man kann sich also definitiv auf 90 minuten beste-und blutigste Horror-Kost einstellen und sich zudem auch noch an unbekannten-und unverbrauchten Gesichtern in der Darsteller-Riege erfreuen, die nicht allesamt einem Mode-Journal entsprungen sind, sondern einen wunderbar natürlichen Eindruck hinterlassen.


Fazit:


Die Neuauflage zu "Tanz der Teufel" habe ich noch nicht gesehen, aber in Sachen Härte kann diese auch nicht besser ausgerüstet sein, als es bei "Cabin of the Dead" der Fall ist. Mit sehr wenig Geld wurde hier ein Horrorfilm zu uns gebracht, dessen Ansicht man keinesfalls versäumen sollte, da man ansonsten ein echtes Spektakel an sich vorüberziehen lässt.


8,5/10

1 Kommentar:

andy T. hat gesagt…

Ich hatte das glück dieswb Film in der UCI bei den Midnight Movie zuswhen. Auf der grossen Leinwand wirkt der Film natürlich anders gewaltiger in etwa. Als ich mir die DVD angesehen habe war ich mir meiner überzeugung sicher einen guten Film gesehen zu haben. Die Parallelen zu Evil Dead Original sowie Remake sind verblüffend. Der Film strotzt nur so vor Gore und Splatter. Mir scheint das ganze ist mehr ein Tanz der Teufel ohne die Slapstick einlagen. Wäre das Remake Evil Dead nicht gekommen hätte man Cabin of the Dead als Remake vermarkten können. Ob das ganze nun Ideenklau oder eine Homage ist muss jeder für sich entscheiden. Unergründlich bleibt mir das dieser Schocker der in Sachen Gewalt und Blut doch uncut nach Deutschland kam und Sam Rainis Original noch immer Verboten ist.
Der Bewertung stimme ich voll und ganz zu. 8,5/10 da die Ähnlichkeiten doch eher den grösstenteil überwiegen.
Meiner Meinung nach ist Cabin of the Dead ein kleinen Tick besser als der grosse Bruder

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