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Freitag, 9. August 2013

Savage Love









Savage Love
(Savage Love)
mit Myriel Brechtel, Dustin Semmelrogge, Peter Brownbill, Wayne Darrin, Sanela Demirovic, Andreas Don Duering, Matthias Engel, Daniel Faust, Sarah Gorgioska, Martin Hentschel, Irene Holzfurtner
Regie: Olaf Ittenbach
Drehbuch: Olaf Ittenbach
Kamera: Axel Rubbel / Christian Weisemöller
Musik: Michael Donner
ungeprüft
Deutschland / 2012

Zwei befreundete Gangster brausen durch die Provinz und gedenken, ihr Wiedersehen nach allen Regeln der Kunst zu begießen in einem Puff auf der grünen Wiese. Dort haben bereits eine Menge Galgenvögel angedockt, als die Kumpel hinzu stoßen und sich unter die Gäste mischen. Was weder sie noch die meisten anderen Gäste ahnen: Das Bordell ist eine Falle, gestellt von keinem geringeren als Satans Tochter. Die braucht 666 Opfer und will sie heute komplett machen. Doch die Gäste haben nicht die Absicht, sich kampflos zu ergeben.




Die Rezension bezieht sich auf die ungeschnittene Version des Filmes


Die Werke von Olaf Ittenbach haben sich noch nie durch eine ausgeklügelte Geschichte oder sonderlichen Tiefgang ausgezeichnet, vielmehr ist es hauptsächlich der gesteigerte Splatter/ Gore Gehalt, den die Fans in Zusammenhang mit sehr gelungenen Effekten erwarten. Nicht weiter verwunderlich also, das auch der neueste Film "Savage Love" in erster Linie durch seine vorhandene Härte ins Auge fällt, wobei der Inhalt der Story doch eher nebensächlich erscheint. Nachdem der Regisseur in seinen letzten beiden Filmen "No Reason" und "Legend of Hell" die ansonsten üblichen Rahmenhandlungen verlassen hat und auf der Esoterik-Schiene gefahren ist, offenbart sich dem Zuschauer hier mal wieder ein Dämonen-Gemetzel, das es größtenteils wirklich in sich hat. Filmisch gesehen bewegt man sich allerdings in einem sehr bescheidenen Bereich, denn die Geschichte bietet nicht sonderlich viel Substanz und wirkt in weiten Zügen sogar unfreiwillig komisch, so das nicht selten der Eindruck entsteht, das man sich in einer äußerst skurrilen Horr-Komödie befindet, in der es extrem derbe-und blutig zur Sache geht. Mir persönlich ging es so, das ich mich an Olaf's Anfangszeiten erinnert fühlte, sind doch etliche Parallelen zu seinem Fun-Splatter "Premutos" zu erkennen, der nicht gerade von wenigen Fans als deutscher "Braindead" bezeichnet wird.

Auch hier bekommt man es nämlich mit eher dielettantisch agierenden Schauspielern zu tun, die sich wirklich die größte Mühe geben, dem Szenario eine fast schon groteske Note zu verleihen. Ob dies nun beabsichtigt oder eher ungewollt passiert ist dabei vollkommen egal, denn "Savage Love" steigert dadurch den eigenen Unterhaltungswert, wenn man denn ein Liebhaber des schrägen Humors ist. Hanebüchene Dialoge und immer wieder auftretende Situationskomik die ganz nebenbei absolut absurd daher kommt vertreiben die Zeit wie im Flug. Jedem wird diese Art von Humor jedoch bestimmt nicht zusagen, ist der Film doch größtenteils extrem trashig gestaltet, so das eine Vorliebe für eine anständige Story nicht unbedingt vorhanden sein sollte. Dafür gestalten sich die Ereignisse aber umso blutiger, nach einem recht heftigen Beginn muss man jedoch gut 30 Minuten abwarten, bevor sich die eigentliche Stärke des Werkes zu erkennen gibt. Bis dahin wird man erst einmal mit dümmlich erscheinenden Dialogen und allerhand Belanglosigkeiten konfrontiert, bevor das Geschehen dann in die Vollen geht und ein wahres Spektakel in den Vordergrund rückt, das man kaum härter hätte gestalten können.

Wirkliche Spannung oder eine dichte Atmosphäre sollte man erst gar nicht erwarten, denn in dieser Beziehung hat "Savage Love" eher nichts zu bieten, das Szenario läuft ganz eindeutig darauf hinaus, den geneigten Gorehound mit etlichen richtig derben Passagen zu verwöhnen. Und auch wenn Ittenbach wie eigentlich immer seine Schwächen in der Regie-Arbeit und beim Drehbuch erkennen lässt, bitet die zweite Filmhälfte einmal mehr eine eindrucksvolle Probe seines echten Könnens. Die vorhandenen Effekte sind nämlich einmal mehr absolute Sahne, was in seinem letzten Film "Legend of Hell" eher eintönig und monoton erschien, ist hier als absolutes Highlight anzusehen. Es präsentiert sich ein wahres Effekt-Spektakel, so das Freunde der äußerst harten Gangart eigentlich nur mit der Zunge schnalzen können. Olaf hat an dieser Stelle eine ganze Menge in die Waagschale geworfen und knüpft in dieser Beziehung an alte Stärken an, die man ihm einfach nicht absprechen kann. Dennoch kann ich es durchaus nachvollziehen, wenn das manch einem einfach nicht genug ist, doch wer auf einen meiner Meinung nach unfreiwillig komischen Fun-Splatter in der Art von "Premutos steht, der darf hier bedenkenlos zugreifen.

Letztendlich ergibt sich hier ein Gesamtbild, das man im Prinzip ausschließlich nach dem reinen Unterhaltungswert bewerten sollte. Jedermann weiß, das der deutsche Splatter-Gore Papst noch nie ein herausragender Regisseur war und dies wohl auch nie sein wird. Im Bezug auf gelungene und zahlreiche SFX macht dem guten Mann aber keiner so schnell etwas vor und bei diesem Aspekt kann vorliegender Film absolut punkten. Eindeutige Defizite bei der äußerst dünnen Rahmenhandlung des Szenarios kann man allerdings nicht übersehen und der vorhandene Humor dürfte auch für viele Leute ziemlich gewöhnungsbedürftig erscheinen. Zudem muss man sich auch leider gut 84 Minuten lang mit einem nervigen Dustin Semmelrogge rumschlagen, der hier einmal mehr unter Beweis stellt, das er alles andere als ein guter Darsteller ist.


Fazit:


Extrem hart-und blutig kommt "Savage Love" daher und ist zudem mit äußerst viel unfreiwilligem Humor versehen. Der Unterhaltungswert geht vollkommen in Ordnung, jedoch sollte man keinerlei Ansprüche an eine intelligent Geschichte stellen. Hier kocht der Film auf absoluter Sparflamme und bietet stattdessen ein Geschehen, das mit mit einigen Fetisch - Sexpraktiken angereichert wurde, die es meiner Meinung nach nicht zwingend gebraucht hätte.


7/10

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