Follower

Mittwoch, 18. September 2013

Der blaue Max








Der Blaue Max
(The Blue Max)
mit George Peppard, James Mason, Ursula Andress, Jeremy Kemp, Karl Michael Vogler, Anton Diffring, Harry Towb, Peter Woodthorpe, Derek Newark, Derren Nesbitt, Loni von Friedl, Friedrich von Ledebur
Regie: John Guillermin
Drehbuch: Ben Barzman / Basilio Franchina / David Pursall
Kamera: Douglas Slocombe
Musik: Jerry Goldsmith
FSK 12
Großbritannien / 1966

Die letzten Monate des ersten Weltkriegs, Westfront: Das Schlachtenglück wendet sich zunehmend gegen das deutsche Kaiserreich, dennoch kämpfen die Piloten der Jagdgeschwader aufopferungsvoll. Besonders hervor tut sich der ehrgeizige Leutnant Bruno Stachel aus einfachen Verhältnissen, dessen Geltungssucht jedoch nicht nur ihn, sondern auch seine Kameraden in tödliche Gefahr versetzt.


Basierend auf dem Roman von Jack D. Hunter aus dem Jahr 1964 erschien nur zwei Jahre später die filmische Umsetzung einer Thematik, die sich hier über gut 150 Minuten äußerst spannend und interessant präsentiert. Mit George Peppard (Das A-Team) in der Hauptrolle als ehrgeiziger Kampfflieger Bruno Stachel hat man dabei eine absolut perfekte Wahl getroffen, interpretiert er doch den Karriere-süchtigen und aus einfachen Verhältnissen stammenden Piloten mit einer Vehemenz, die das gesamte Geschehen unglaublich realistisch erscheinen lässt. Zwar steht der fast schon als krankhaft zu bezeichnende Ehrgeiz des Mannes definitiv im Vordergrund der Geschichte, doch das Szenario hat seine absoluten Höhepunkte wohl dennoch definitiv in den erstklassigen Flugschlachten, die sich dem Zuschauer hier in rauer Menge offenbaren. Dabei ist es den imponierenden Kamerafahrten geschuldet, das hier durchgehend ein sehr glaubhafter Eindruck des Geschehens entsteht, was den Gesamteindruck sichtlich positiv beeinflusst.

Insbesondere in der ersten Filmhälfte bekommt man einen äußerst guten Einblick in das Bestreben eines Mannes, der mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln den "Blauen Max" erhalten will, dabei handelt es sich um den höchsten Orden, mit dem ein Kampfpilot nach 20 erfolgreichen Abschüssen ausgezeichnet wird. Stachel schreckt dabei auch nicht davor zurück, die Mitglieder des eigenen Flug-Geschwaders immer wieder in Gefahr zu bringen, denn seine waghalsigen Manöver bedrohen nicht nu einmal die gesamte Truppe. So ist er auch nicht sonderlich gut angesehen unter seinen Kameraden, wobei ganz besonders sein Verhältnis zu Flieger-As Willi von Klugermann eine zentrale Bedeutung im ersten Teil der Geschichte einnimmt. An dieser Stelle kommt auch sehr gut der Aspekt der unterschiedlichen Herkunft zum Ausdruck, denn der aus gutem Hause stammende Willi schickt immer wieder diverse Giftpfeile in Richtung von Bruno, wobei dieser die ständigen Provokationen auch nur zu gern annimmt. Die beiden liefern sich aber nicht nur verbale Auseinandersetzungen, denn letztendlich kommt es auch in der Luft zur absoluten Katastrophe.

Peppard brilliert hier durch eine wirklich außergewöhnlich gute Performance, wobei besonders seine eingesetzte Mimik den vorhandenen Fanatismus exzellent zum Ausdruck bringt. Nicht selten hat man als Zuschauer sogar das Gefühl, aufkommenden Wahnsinn in den Augen des Mannes zu erkennen, der sogar nicht vor einer Befehlsverweigerung zurückschreckt, um sein angestrebtes Ziel zu erreichen. Interessant erscheint hier auch der Aspekt, wie auf diese Dinge von Seiten der Vorgesetzten reagiert wird, denn während Stachel's direkter Vorgesetzter ihn vor das Kriegsgericht bringen will, kommt von General Klugermann die Order, diese Absicht nicht weiter zu verfolgen. Wurde Bruno doch mittlerweile als Held des Volkes aufgebaut und ein Gerichtsverfahren würde dem Ansehen des gesamten Offizier-Corps schaden. Man sieht also, das die Geschichte nicht lediglich gelungene Kampfszenen beinhaltet, auch typisch politische Aspekte werden immer wieder in den Vordergrund gerückt, wodurch das Szenario meiner Meinung nach auch durchaus eine gewisse inhaltliche Tiefe erlangt. Auch der dezente Neben-Erzählstrang einer Liebes-Affäre erscheint hier keinesfalls störend, da er zu keiner Zeit die eigentliche Thematik verwässert und zum Ende hin sogar hauptverantwortlich für den gewählten Showdown ist, der dem Ganzen auch noch einen ordentlichen Schuss Tragik verleiht.

So kann man im Endeffekt festhalten, das "Der Blaue Max" ein wirklich in allen Belangen hervorragender Kriegsfilm mit Tiefgang ist, denn die erzählte Story kann sich jederzeit sehen lassen. Regisseur John Guillermin hat eine erstklassige Mixtur gefunden, um nicht nur ausschließlich durch sehr gelungene Flugszenen und auch ansonsten gut dargestellte Kampfhandlungen zu überzeugen, eine richtig gut besetzte-und agierende Darsteller-Riege, hervorragende Dialoge und ein überragender Hauptdarsteller lassen hier ein Gesamtpaket entstehen, das sich in Sachen Qualität auf jeden Fall im oberen Drittel ansiedelt und so absolut sehenswert erscheint.


Fazit:


"Der Blaue Max" ist ein richtig gelungener Kriegsfilm, der weitaus mehr zu bieten hat als nur gelungene Action-Passagen. Trotz seiner Länge von gut 150 Minuten lässt das Werk zu keiner Zeit das Gefühl von Langatmigkeit entstehen und bietet so ein extrem kurzweiliges film-Erlebnis, das man sich keinesfalls entgehen lassen sollte.


8/10

Keine Kommentare: