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Dienstag, 8. Oktober 2013

Circus der Vampire









Circus der Vampire
(Vampire Circus)
mit Adrienne Corri, Thorley Walters, Anthony Higgins, John Moulder-Brown, Laurence Payne, Richard Owens, Lynne Frederick, Elizabeth Seal, Robin Hunter, Domini Blythe, Robert Tayman, John Bown
Regie: Robert Young
Drehbuch: Judson Kinberg / George Baxt / Wilbur Stark
Kamera: Moray Grant
Musik: David Whitaker
FSK 18
Großbritannien / 1972

1810: Noch Bevor der aufgebrachte Mob des englischen Dorfes Schettel den Vampir Graf Mitterhouse lyncht, verflucht dieser alle Bewohner und sinnt auf grausame Rache. Fünfzehn Jahre später steht Schettel unter Quarantäne: Das Grauen schleicht in Form einer unbekannten, tödlichen Krankheit um die Häuser, die durch Fledermäuse übertragen wird. Doch die mysteriöse Seuche bildet nur die Vorhut für einen Vampirclan, der als Wanderzirkus getarnt jegliches Menschenleben in Schettel auslöschen will.


In den frühen 70er Jahren passten auch die berühmten britischen Hammer Studios ihre Filme dem damaligen Zeitgeist an und so ist es nicht weiter verwunderlich, das "Circus der Vampire" mit einer ordentlichen Prise Erotik und einem ungewohnt hohen Blutgehalt ausgestattet wurde. Dennoch wohnt auch diesem originell gestalteten Vampirfilm die gewohnt grandiose Atmosphäre bei, die im Prinzip sämtliche Werke der britischen Film-Studios anhaftet. Von der ersten Minute an wird der Zuschauer dabei mit farbenprächtigen Bildern nahezu verwöhnt und findet sich in einer Geschichte wieder, die sich doch thematisch sehr wohlwollend vom klassischen Vampir-Thema abhebt. Obwohl hier keiner der ganz großen Stars der Hammer Studios mitspielt und eher unbekannte Darsteller am Werk sind, kann man sich über das dargebotene Schauspiel nicht beklagen, denn durch die Bank wird man mit äußerst gelungenen Performances der Akteure verwöhnt und kann ihnen die Spielfreude in jeder einzelnen Einstellung anmerken.

Dieses Mal spielt sich das Geschehen nicht in einem düster erscheinenden Schloss ab, denn als Schauplatz der Ereignisse hat man ein verfluchtes Dorf ausgewählt, dessen Bewohner 15 Jahre zuvor einen Vampir-Grafen getötet haben, der nun jedoch auf seine Auferstehung wartet. Der sogenannte Circus der Nacht soll ihm dabei behilflich sein, denn hinter diesem verbirgt sich nichts anderes als eine Horde Blutsauger, die mit Hilfe einiger besessener Menschen die Dorfbewohner töten wollen, um damit den Grafen wieder zum Leben zu erwecken. "Circus der Vampire" versprüht einerseits den typisch klassischen Stil der damaligen Vampirfilme, bietet aber andererseits sehr gelungene Abweichungen der üblichen Thematik und garniert sein Szenario mit herrlich artistischen Einlagen, an denen man seine helle Freude hat. Zudem gestalten sich die Ereignisse erstaunlich hart und blutig, was man aus den ansonsten üblichen Vertretern der damaligen Zeit gar nicht kennt. Einige härter anmutende Passagen sind hier wirklich das Salz in der Suppe und verleihen dem Film eine recht außergewöhnliche Note, die ihm äußerst gut zu Gesicht steht.

Gerade in der heutigen Zeit, in der die hochmodernen Vampirfilme wie "Blade" oder auch "Underworld" für Aufsehen sorgen ist es immer wieder schön, auch mal die alten Klassiker auszugraben, die allein in atmosphärischer Hinsicht von den Filmen der Neuzeit keinesfalls zu toppen sind. Natürlich wird hier in Sachen Action eher auf Sparflamme gekocht, doch wer eine Vorliebe für den klassischen Stil sein Eigen nennt, ist hier bestens aufgehoben. Regisseur Robert Young hat sämtliche notwendigen Zutaten mit einigen Neuerungen versehen und eine insgesamt extrem stimmige Geschichte ins Bild gesetzt, von der durchgehend eine ungeheuer starke Faszination ausgeht, die sich auch ganz automatisch auf den Betrachter überträgt. Zudem sind es die größtenteils herrlich bunten Bilder, von denen gleichzeitig eine ungeheure Kraft ausgeht und in diversen Passagen entfacht "Circus der Vampire" eine fast schon hypnotische Wirkung, der man sich beim besten Willen nicht verweigern kann. Eine originelle Geschichte, erstklassig agierende Darsteller und eine extrem dichte Atmosphäre lassen hier ein Gesamtbild entstehen, das man nur als herausragend bezeichnen kann.

Insgesamt gesehen bekommt man es hiermit einem Vertreter der Vampir-Thematik zu tun, der zwar ganz eindeutig die klassischen Elemente beinhaltet, von der Geschichte her jedoch ein wunderbar originelles Szenario präsentiert, das einen ganzzeitig in seinen Bann zieht. Und auch wenn hier die Aushängeschilder wie Christopher Lee oder Peter Cushing nicht mit von der Partie sind, konnte man eine Darsteller-Riege verpflichten, die mit Freude und Begeisterung bei der Sache ist und keinerlei Grund für negative Kritik bietet. Und so präsentiert sich mit "Circus der Vampire" ein herrlicher Klassiker, der auch in der heutigen Zeit immer wieder sehenswert ist und meiner persönlichen Meinung nach zu den besten Vertretern seiner Art gehört.


Fazit:


Originell, bunt und erstaunlich hart präsentiert sich hier ein Vampirfilm, der wohl ganz eindeutig zu den Klassikern des Genres zu zählen ist. Auch nach mehr als vier Jahrzehnten hat er dabei rein gar nichts von seinem unvergleichlichen Charme eingebüßt und bietet sich so jederzeit für eine neuerliche Sichtung an, die man auf keinen Fall bereuen wird.


9/10

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