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Mittwoch, 6. November 2013

Father's Day









Father's Day
(Father's Day)
mit Adam Brooks, Matthew Kennedy, Conor Sweeney, Amy Groening, Garrett Hnatiuk, Brent Neale, Kevin Anderson, Meredith Sweeney, Zsuzsi, Lloyd Kaufman, Mackenzie Murdock, Billy Sadoo, Falcon Van Der Baek
Regie: Adam Brooks / Jeremy Gillespie / Matthew Kennedy / Steven Kostanski / Conor Sweeney
Drehbuch: Adam Brooks / Jeremy Gillespie / Matthew Kennedy / Steven Kostanski / Conor Sweeney
Kamera: Astron-6
Musik: Jeremy Gillespie / Paul Joyce
ungeprüft
Kanada / USA / 2011

Nachdem Ahab einen Mann ermordet hat, den er für den Killer und Vergewaltiger seines Vaters hielt, muss er für viele Jahre ins Gefängnis. Doch die Vatertags-Mordserie geht weiter und auch der Vater eines jungen Mannes wird grausam zugerichtet, geschändet und lebendig verbrannt. Ein junger Priester versucht die schockierende Mordserie zu beenden und kann Ahab nach dessen Entlassung schließlich dazu überreden, ihm zu helfen. Zusammen mit dem Sohn des letzten Opfers bilden sie ein gnadenloses Trio, das nur noch ein Ziel kennt: den blutrünstigen Vatervergewaltiger endlich zur Hölle zu schicken. Doch genau dort fühlt sich der dämonische Killer ganz besonders wohl...


Troma goes Grindhouse


Diese Erkenntnis offenbart sich dem Zuschauer schon bei den ersten Einstellungen des Filmes, denn "Father's Day" schwimmt ganz eindeutig auf der in den letzten Jahren äußerst beliebten Grindhouse Welle. Der Retro-Look verleiht der Geschichte einen ganz eigenen Charme, weicht jedoch von den ansonsten von Troma gewohnten Szenarien erheblich ab. So sollte der Zuschauer keinesfalls eine Geschichte a la "The Toxic Avenger" oder "Terror Firmer" erwarten, denn die hier eingeschlagene Richtung weicht ein wenig von den üblichen Trash-Granaten aus der Kult-Schmiede ab. Das soll jetzt aber keinesfalls bedeuten, das man hier keine überzogene Story mit aberwitzigen Passagen serviert bekommt, denn "Father's Day" beinhaltet zumindest phasenweise auch ernste Momente, die allerdings eher selten zu erkennen sind. In erster Linie präsentiert sich ein vollkommen skurriles Szenario, in dem groteske Situationskomik, Fäkalhumor und teils eklige Szenen sich gegenseitig die Klinke in die Hand geben. Schon die Inhaltsangabe deutet an, das es hier ziemlich abgedreht und überzeichnet zur Sache gehen könnte und diese Vermutung soll sich auch relativ schnell bewahrheiten. Dabei sollte man jedoch anmerken, das der Film in der ersten Stunde verhältnismäßig "normal" verläuft, wenn man dies bei einer Troma-Produktion überhaupt so nennen kann. In den letzten gut 30 Minuten hauen die Macher dann einmal so richtig auf die Kacke und fügen dem Ganzen einen ganzen Schwall abgedrehter Ideen zu, was sich insbesondere auch visuell stark bemerkbar macht.

Als Betrachter muss man ab diesem Zeitpunkt auch erst einmal ein wenig umdenken, scheint die Chose doch mit der Ermordung des berüchtigten Fuchman beendet, doch in dieser Hinsicht hat man sich dann sehr getäuscht. War das Szenario nämlich bis hierhin schon ziemlich grotesk gestaltet, so wird man nun erst mit der richtigen Portion Trash konfrontiert, die einen streckenweise fast aus den Socken haut. Ein Besuch in der Hölle soll sich nun als absolutes Highlight eines Filmes herausstellen, in dem es von Haus aus nicht gerade an Höhepunkten mangelt und auch der bisher schon nicht gerade niedrige Härtegrad erfährt noch einmal eine enorme Steigerung, so das dem geneigten Gorehound das Herz im Leibe lacht. Ganz generell ist "Father's Day" ein Film, in dem mit Kunstblut und SFX nicht gegeizt wird, teilweise geht es wirklich extrem blutig-und derbe zur Sache. Das Schöne an der Sache ist, das die vorhandenen-und handgemachten Effekte sich größtenteils wirklich sehen lassen können und man kein in der heutigen Zeit übliches CGI-Gewitter über sich ergehen lassen muss. Diverse Szenen in der Hölle erinnern sogar manchmal an die berühmte Stop Motion Technik von Ray Harryhausen, was dem Ganzen noch einmal eine sehr liebenswerte Note verleiht.

Ansonsten jedoch beinhaltet die Geschichte aber nichts Liebenswertes, vielmehr entpuppt sich "Father's Day" als ein räudiger Bastard von einem Film, der mit seiner dreckigen-und siffigen Atmosphäre jede Menge Pluspunkte sammeln kann. Natürlich gehören bei einem Werk von Troma auch die üblichen skurrilen Charaktere dazu, die sich hier hauptsächlich in Form des Jäger-Trios zu erkennen geben, die den Vater-Vergewaltiger Fuchman zur Strecke bringen wollen. Der einäugige Ahab, ein unkonventioneller Priester und ein schwuler Stricher sind hierbei eine äußerst ungewöhnliche Zusammensetzung, aber für einen Film dieser Art bestens geeignet. Und so ergeben sich innerhalb des Trios auch so manch wahnwitzige Situationen, die mit herrlich komischen Dialogen und hanebüchener Situationskomik angereichert wurden. Obwohl sich das alles jetzt nach einer absolut typischen Troma-Produktion anhört, hebt sich der Film doch von den ansonsten üblichen Szenarien ab, denn "Father's Day" entfaltet einen ganz eigenen Reiz, den man schwerlich in Worte fassen kann. Einerseits typischer Trash, beinhalten die Ereignisse doch ungewohnte Elemente, was insgesamt gesehen für eine ganz besondere Kombination sorgt, die sicherlich auch die Meinungen der Fans spalten wird. Denn ganz sicher wird dieses Werk nicht jedem zusagen, der hier eventuell eine Geschichte in der überzeichneten Art von "The Toxic Avenger" erwartet hat. Doch gerade dieser Aspekt macht eine Sichtung absolut reizvoll und man muss sich ganz einfach selbst davon überzeugen, wie "Father's Day" auf einen selbst wirkt und welchen Eindruck er beim jeweiligen Zuschauer hinterlässt.

Letztendlich wird diese Produktion höchstwahrscheinlich auch die eingefleischten Troma-Fans in zwei verschiedene Lager spalten und ich persönlich kann das auch durchaus nachvollziehen. Dabei dürfte insbesondere das letzte Filmdrittel die Geschmäcker spalten, präsentiert sich hier doch ein wahres Feuerwerk an verrückten Ideen, die jedoch absolut gekonnt ins Bild gesetzt wurden. In dieser Phase werden ganz besonders die Freunde der harten Gangart extrem auf ihre Kosten kommen, denn obwohl sich die Geschichte auch schon vorher nicht unbedingt mit visueller Härte zurückhält, erfahren die Ereignisse an dieser Stelle noch einmal eine ganz andere Qualität. Letztendlich ist "Father's Day" definitiv eine Sichtung wert und bietet einen kruden Mix aus Grindhouse, Brutalität und Trash, wie man ihn nicht jeden Tag präsentiert bekommt. Kurzweil und beste Unterhaltung sind hier vorprogrammiert, zudem kann sich die Veröffentlichung von '84 Entertainment richtig gut sehen lassen. Das 6 Disc Digipack beinhaltet den Film auf DVD und Blue-ray, eine DVD mit der Pre-Finalen Version, sowie 2 Discs randvoll mit Bonusmaterial und einer Soundtrack-CD, so das hier jedes Sammlerherz höher schlagen dürfte.


Fazit:


Mich persönlich hat der Film absolut überzeugt und ich hatte eine Menge Spaß an diesem kruden Szenario, das Blut, Ekel-Passagen, Härte und den beliebten Grindhouse-Look nahezu perfekt miteinander vereint. Natürlich muss sich jeder selbst ein Bild davon machen, doch eine Sichtung dieses skurrilen Werkes kann man nur wärmstens empfehlen, da man ansonsten ein äußerst kurzweiliges Film-Vergnügen verpasst.


9/10

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