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Sonntag, 17. November 2013

Frankenstein's Army









Frankenstein's Army
(Frankenstein's Army)
mit Karel Roden, Joshua Sasse, Robert Gwilym, Alexander Mercury, Luke Newberry, Hon Ping Tang, Andrei Zayats, Mark Stevenson, Cristina Catalina, Jan de Lukowicz, Zdenek Barinka, Linda Balabanova, Valentine Berning
Regie: Richard Raaphorst
Drehbuch: Chris W. Mitchell / Richard Raaphorst
Kamera: Bart Beekman
Musik: keine Information
keine Jugendfreigabe
Niederlande / Tschechische Republik / USA / 2013

Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs erhält eine Spezialeinheit der vorrückenden Roten Armee den Auftrag, nach frisch vermissten Kameraden zu forschen. Feindaktivitäten vermutend macht sich der Trupp auf die Suche, nur um in der Umgebung eines Dorfes auf seltsam entstellte Leichen und nur mehr völlig eingeschüchterte Reste der deutschen Bevölkerung zu treffen. Sieht so aus, dass in einem nahe gelegenen Bunker geheime Experimente mit Menschen stattfanden, und deren Ergebnisse den Russen noch Arbeit bereiten werden.


Kriegsszenarien mit dem Horror-Genre zu verbinden, ist mittlerweile längst keine Neuigkeit mehr und das zumeist immer wieder Zombies oder Infizierte im Mittelpunkt solcher Geschichten sind, dürfte auch nur noch auf bedingte Begeisterung beim Zuschauer stoßen. So muss man also manchmal neue Wege gehen um einem solchen Film frische Impulse und ein gewisses Maß an Innovation zu verleihen, was Regisseur Richard Raaphorst in vorliegendem Fall ganz hervorragend gelungen ist. Bedient er sich kurzerhand der allseits beliebten Found-Footage Thematik, wodurch die berühmt-berüchtigte Wackelkamera sehr stark zum Einsatz kommt und schmückt sein Werk zudem mit extrem skurrilen Gestalten, die einem eine Menge Spaß und Freude bereiten. Man merkt dem Szenario von Beginn an den Charakter eines B-Movies an und das empfinde ich durchaus als positiv, denn so vermittelt sich dem Betrachter, sich wirklich an einem Kriegsschauplatz zu befinden. In den ersten gut 30 Minuten zieht sich das Szenario ein wenig und man wird lediglich mit den russischen Soldaten konfrontiert, die sämtliche Aktionen mit der Kamera aufnehmen, um sie für die Nachwelt zu erhalten.

Danach nimmt das Geschehen dann richtig an Fahrt auf, denn ziemlich schnell ist es vorbei mit der normalen Erkundungs-Tour, als die Gruppe auf einen scheinbar verlassenen Bunker trifft, der im Inneren doch ziemlich stark an eine Art Fabrik erinnert. Recht schnell müssen die Soldaten nun erkennen, das sie sich in einem geheimen Labor befinden, in dem ein offensichtlich wahnsinniger Arzt die unglaublichsten Experimente an Toten wie auch an Lebenden vorgenommen hat. Die daraus entstandenen Ergebnisse sind dann auch gleichzeitig der absolute Höhepunkt des Szenarios, denn an dieser Stelle lassen die Macher des Films eine ganze Menge Kreativität und Herzblut erkennen, das sie in die Geschichte investiert haben. Zwar sind die darauf folgenden Ereignisse jenseits jeglicher Realität angesiedelt, beinhalten jedoch einen unglaublich hohen Unterhaltungswert, sowie einen doch ziemlich ansehnlichen Härtegrad.

Der Zuschauer wird nun mit den skurrilsten Gestalten konfrontiert, die als halb Mensch-halb Maschine darauf aus sind, die Eindringlinge zu töten. Wenn man sich diese Fantasie-Gestalten einmal genauer anschaut, dann werden nicht selten Erinnerungen an so manch japanische Trash-Granate wach. Ebenso trashig präsentiert sich nämlich "Frankenstein's Army", wobei das hier nun wirklich als absolutes Kompliment aufgefasst werden sollte. Richard Raaphorst hat sich eine ganze Menge einfallen lassen und sorgt so dafür, das der Betrachter für die eher etwas mauen 30 Anfangs-Minuten wunderbar entschädigt wird. Dazu trägt in erster Linie eine gehörige Steigerung des Erzähltempos bei, doch auch die enthaltenen-und streckenweise sehr blutigen Passagen ergeben nun den Eindruck eines gelungenen Genre-Mixes, an dem man seine helle Freude hat. Der trashige Anstrich der ganzen Chose tut sein Übriges, um insbesondere eine bestimmte Zielgruppe anzusprechen, wobei dieser Film längst nicht nur für Trash-Liebhaber sehenswert erscheint.

Insgesamt gesehen bekommt man ein Film-Vergnügen geboten, das gerade in der zweiten Filmhälfte eine Menge kreativer Ideen erkennen lässt und für einen B-Movie präsentieren sich auch noch richtig gelungene Effekte, die das Ganze sehr stimmig abrunden. Das die Geschichte an sich dabei keinerlei Tiefgang beinhaltet und streckenweise recht hanebüchen erscheint dürfte sich von selbst verstehen, handelt es sich doch um kein Kriegs-Drama der üblichen Art, sondern vielmehr um einen größtenteils gelungenen Found-Footage Horrorfilm, der zeitlich gesehen am Ende des zweiten Weltkrieges angesiedelt ist. Wie dem aber auch sei, "Frankenstein's Army" ist definitiv ein Film der etwas schwerlich in Gang kommt, aber insbesondere in der zweiten Filmhälfte so viel Kurzweil und Innovation bietet, das es eine helle Freude ist. Skurril, grotesk und vollkommen abgedreht zeigt sich ein Szenario, in dem es vor herrlich trashigen Kreaturen nur so wimmelt, so das auch die Lachmuskeln des Zuschauers eine Menge Arbeit zu verrichten haben.


Fazit:


Sicherlich wird nicht jeder Gefallen an dieser unterhaltsamen Geschichte finden, doch wer Trash in Verbindung mit Horror-und Krieg zu schätzen weiß, kommt an diesem Werk unmöglich vorbei, das nach einem lauen Beginn so richtig durchstartet. Mit einer Laufzeit von gut 77 Minuten ist die Story auch genau richtig bemessen, so das sich letztendlich ein überzeugender Gesamteindruck ergibt.


7/10

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