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Dienstag, 19. November 2013

Maximum Risk









Maximum Risk
(Maximum Risk)
mit Jean-Claude Van Damme, Natasha Henstridge, Jean-Hugues Anglade, Zach Grenier, Paul Ben-Victor, Frank Senger, Stefanos Miltsakakis, Frank Van Keeken, David Hemblen, Stéphane Audran, Dan Moran
Regie: Ringo Lam
Drehbuch: Larry Ferguson
Kamera: Alexander Gruszynski
Musik: Robert Folk
FSK 18
USA / 1996

Inspektor Alain Moreau von der Mordkommission in Nizza wusste nie, daß er einen Zwillingsbruder hat - bis er eines Tages vor einem Toten namens Mikhail steht, der ihm wie aus dem Gesicht geschnitten gleicht. Moreau weiß, er kann das Geheimnis Mikhails nur erkunden, indem er in dessen Haut schlüpft. Die Spur führt über Paris nach New York, mitten hinein in die höchsten Kreise der Russen-Mafia. Am eigenen Leib muß Moreau nun erfahren, daß sein Bruder mächtige Feinde hatte, mit denen er ein lebensgefährliches Spiel trieb...


"Maximum Risk" zählt zu immerhin 3 Filmen (Geballte Ladung, Replicant), in denen der Belgier Jean-Claude Van Damme in einer Doppelrolle zu sehen ist. Und auch wenn diese in vorliegendem Fall eher klein ausfällt, birgt sie doch gleich zu Beginn des Geschehens genügend Potential, um den Zuschauer auf die folgenden Ereignisse neugierig zu machen. Regisseur Ringo Lam (In Hell, Triangle) hat hier eine Geschichte ins Bild gesetzt die zwar nicht so sehr mit Action überladen ist wie einige andere Werke des Belgiers, doch gerade dieser Aspekt kommt dem Szenario extrem zu Gute. Entwickelt sich doch von der ersten Minute an eine Story mit sehr viel Spannung und immer wieder eingestreuten Action-Passagen, die ziemlich gut über die gesamte Laufzeit verteilt sind. Vielleicht vermisst manch einer die ansonsten im Überfluss vorhandenen Nahkämpfe, denn diese sind eher etwas spärlich gesät, dafür ist es aber die Gesamt-Komposition, die durchgehend zu überzeugen weiß.

Um mehr über seinen Zwillingsbruder zu erfahren, begibt sich Polizist Moreau dabei in die Welt des Verbrechens und wird dort in New York mit der Russen-Mafia konfrontiert, die ihm von nun an auf den Fersen ist. Es entwickelt sich eine gnadenlose Hetzjagd, die ihren finalen Showdown im französischen Nizza erfährt. Voller Tempo und mit etlichen gelungenen Stunts garniert entwickelt die Geschichte dabei ihre ganz eigene Dynamik und liefert dem Zuschauer auch vom Inhalt her gesehen einige interessante Ansätze. Es handelt sich nämlich keineswegs um einen der ansonsten üblichen Klopper-Filme, Ringo Lam hat seinem Werk auch durchaus qualitativ gut gelungene Passagen beigefügt, die einen insgesamt sehr guten Gesamteindruck entstehen lassen.

Auch für das Auge des männlichen Betrachters wird gut gesorgt, denn mit der bildhübschen Natasha Henstridge (Species) steht dem belgischen Muskelpaket eine der damals schönsten Darstellerinnen zur Seite, die zudem auch darstellerisch durchaus gelungene Kost anbietet. Auch bei Van Damme selbst ist meiner Meinung nach ein deutlicher Aufwärtstrend in Sachen Schauspiel zu beobachten, denn konnte die Action-Ikone bisher in ihren Werken fast ausschließlich durch das Fliegen seiner Fäuste und seiner Kampfkunst überzeugen, so kann man in vorliegendem Fall eine durchaus größere Ausdrucksstärke beobachten, die ansonsten nicht vorhanden war. Zwar wird der gute Mann wohl niemals zu einem Charakter-Darsteller aufsteigen, aber diverse Fortschritte sind hier auf jeden Fall zu erkennen. Das macht die ganze Chose umso interessanter, denn man bekommt endlich einmal eine Geschichte mit ihm präsentiert, die sich nicht einzig und allein durch ihre Action-Passagen definiert, sondern ein wenig mehr anbietet.

Letztendlich sind das für mich persönlich genügend Argumente, damit "Maximum Risk" einen weitaus höheren Stellenwert in Van Dammes Filmografie einnimmt, als manche Kritiken vermuten lassen. Zu oft wird dieses Werk viel zu niedrig bewertet und hat eigentlich nie die Aufmerksamkeit erhalten, die ihm aufgrund der vorhandenen Klasse auf jeden Fall zustehen müsste. Natürlich liegt das wie immer im Auge des Betrachters, aber man sollte diesen Film nicht zwangsläufig in die übliche Van Damme Schublade stecken, da er dort nicht hingehört. Vielmehr ist hier eine Story entstanden, die weitaus mehr zu bieten hat als die üblichen Prügeleien und die zudem auch inhaltlich so Einiges zu bieten hat.


Fazit:


Man kann Ringo Lam nur zu "Maximum Risk" gratulieren, denn endlich einmal bekommt der Zuschauer einen Film mit der belgischen Action-Ikone geboten, der sich nicht nur rein auf die vorhandene Action reduziert. Vielmehr offenbart sich ein durchgehend überzeugendes Gesamtpaket, das im Prinzip in allen Belangen überzeugen kann.


8/10

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