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Sonntag, 3. November 2013

The Orphan Killer









The Orphan Killer
(The Orphan Killer)
mit Diane Foster, David Backus, Matt Farnsworth, James McCaffrey, John Savage, Karen Young, Charlotte Maier, Spencer List, Dana DeVestern, Margot White, Mike Doyle, Ivan Martin, Karen Olivo, Matthew Arkin
Regie: Matt Farnsworth
Drehbuch: Matt Farnsworth
Kamera: Matt Farnsworth / Aaron Medick
Musik: keine Information
ungeprüft
USA / 2011

Als das Geschwisterpaar Marcus und Audrey Miller durch einen kaltblütigen Mord eines Einbrechers beide Elternteile verlieren, werden sie in das naheliegende Kinderheim gebracht. Das jener Vorfall an den beiden nicht unbeschadet vorrübergegangen ist wird deutlich, als Marcus emotionslos ein anderes gleichaltriges Heimkind mit einem Baseballschläger niederknüppelt. Fortan wird er von den betreuenden Schwestern des Heimes gehasst, gedemütigt und misshandelt. Nachdem Audrey liebevoll von Pflegeeltern aufgenommen wird und behütet heranwächst, bleibt Marcus hasserfüllt im Heim zurück. Jahre später, spürt Marcus seine Schwester auf und meuchelt alles nieder, was sich ihm in den Weg stellt.


Serienkiller mit Maske haben ja bekannterweise eine lange Tradition im Horror-Genre und mit "The Orphan Killer" kommt nun eine neue Gestalt hinzu, die mit geradezu brachialer Gewalt Jagd auf ihre Opfer macht. Genau in diesem Punkt ist aber auch gleichzeitig die Schwäche dieser Independent-Produktion zu suchen, denn reduziert sich der Film von Matt Farnsworth doch fast ausschließlich auf seine etlichen Gewaltdarstellungen und vernachlässigt die Geschichte an sich fast schon sträflich. So sollte man sich auf jeden Fall vor der Ansicht des Werkes die Inhaltsangabe durchlesen, da man ansonsten mit einem phasenweise wirren Szenario konfrontiert wird, das nur an diversen Stellen so etwas wie einen Erzählfluss erkennen lässt. In großen Teilen erscheint einem das Geschehen nämlich eher unstrukturiert und seltsam zerstückelt, die einzelnen Sequenzen hinterlassen nicht selten den Eindruck, das hier mehrere Video-Clips wild aneinandergereiht wurden, so das sich die Ansicht stellenweise sogar fast schon als anstrengend offenbart. Im Prinzip präsentiert sich die Story als eine Aneinanderreihung brutaler Splatter-Gore Passagen, die zugegebenermaßen einem wahren Gemetzel gleichen, was die Gorehounds unter den Zuschauern sicherlich mehr als nur zufriedenstellen wird. Wer jedoch ein wenig mehr von einem Film erwartet wird eher nicht auf seine Kosten kommen, da Farnsworth es vollkommen versäumt hat, den Geschehnissen auch ein wenig inhaltliche Substanz zu verleihen.

Auch einige fast willkürlich eingestreute Rückblenden in die Kindheit der Geschwister können dem Zuschauer die eigentlichen Hintergründe nur sehr oberflächlich näher bringen, konzentriert sich der gesamte Ablauf doch lediglich auf ein wahres Splatter-Gore Spektakel, das extrem derbe und blutig in Szene gesetzt wurde. Ansonsten aber präsentiert sich die äußerst dünne Rahmenhandlung vielmehr als inhaltsloses Vakuum, das jegliche Substanz vermissen lässt. Der Aspekt, das hier eigentlich so gut wie nie ein wirklicher Erzählfluss entstehen will, beeinträchtigt das Seh-Vergnügen für den Betrachter doch merklich und so stellen sich nach einer gewissen Zeit doch richtige Ermüdungserscheinungen ein. Zu monoton und stumpf gestaltet sich die Gewalt-Orgie und es macht sich schon fast so etwas wie die pure Langeweile breit. Hinzu kommt die musikalische Untermalung des Ganzen, denn fast durchgehend werden die Ohren des Zuschauers mit harten Rock-Klängen malträtiert. Zwar erscheinen die Klänge absolut passend, doch die durchgehend harte Musik geht einem mit der Zeit so richtig an die Nerven und verleitet einen fast dazu, sich den Rest des Filmes ohne Ton anzuschauen.

Man sollte "The Orphan Killer" wirklich differenziert bewerten, denn wenn man lediglich auf extrem harte-und blutige Abläufe aus ist denen es fast gänzlich an Sinn mangelt, dann ist man bei dieser Produktion bestens aufgehoben. Stellt man jedoch etwas höhere Ansprüche und erwartet eine Produktion, die auch über eine stimmige Geschichte verfügt, dann sollte man lieber die Finger von diesem Werk lassen. Zu Gute halten muss man Farnsworth jedoch, das er seinen Film mit einer herrlich kruden Grundstimmung versehen hat. Es entfaltet sich innerhalb kürzester Zeit eine wunderbar siffige-und dreckige Atmosphäre, die wiederum absolut perfekt zu den Ereignissen passt. Dafür fehlt es aber an jeglichen Emotionen die beim Betrachter aufkommen könnten, prallt das Geschehen doch eher an einem ab, als das man Mitgefühl für die Opfer des Killers empfinden könnte. Begründet ist dies in erster Linie an den äußerst schwachen Charakter-Zeichnungen, zudem kristallisiert sich auch nicht eine Person heraus, die einem sonderlich sympatisch erscheinen würde. Diese Mankos sind extrem auffällig und werten die gesamte Chose auch nicht gerade auf. So nimmt man die brutalen Abläufe dann auch eher emotionslos hin und erfreut sich lediglich an etlichen recht gut gemachten Effekten, kann dem Werk aber ansonsten nicht sehr viel abgewinnen.

Letztendlich hat mich "The Orphan Killer" doch eher enttäuscht, denn nach einigen überschwänglichen Kritiken im Netz hatte ich mir doch weitaus mehr von dieser Produktion erwartet. Im Bezug auf die Härte wurden die Erwartungen zwar mehr als nur erfüllt, doch leider ist dies meiner Meinung nach längst nicht genug, um von einem wirklich überzeugenden Horrorfilm zu sprechen. Dazu fehlt es dem Film dann doch an allen Ecken und Enden, wobei die äußerst schwache-und dünne Rahmenhandlung ganz eindeutig als größtes Defizit auszumachen ist. Mittelmäßiges Schauspiel der Darsteller und mangelnder Erzählfluss sind weitere Gründe dafür, das man "The Orphan Killer" dann letztendlich eine maximal durchschnittliche Gesamt-Bewertung verpassen kann. Erschwerend kommt noch hinzu, das auch der leicht angekratzte Aspekt der Sozialkritik vollkommen untergeht, denn gerade dieser Punkt hätte doch weitaus ausführlicher behandelt werden müssen.


Fazit:


Matt Farnsworth lässt stellenweise durchaus ambitionierte Ansätze erkennen, lässt seine Geschichte aber im Endeffekt in einem Sumpf aus Brutalität-und Blut versinken, anstatt dem Geschehen auch ein wenig inhaltliche Tiefe zu verleihen. Für den geneigten Gorehound offenbart sich hier sicherlich ein wahres Fest, da sich die Ereignisse lediglich auf den Härtegrad reduzieren. Ansonsten jedoch bietet dieses Werk so gut wie gar nichts und versinkt somit in den unendlichen Weiten des Durchschnitts-Bereiches.


5/10

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