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Freitag, 20. Dezember 2013

Stone Cold









Stone Cold - Kalt wie Stein
[Stone Cold)
mit Brian Bosworth, Lance Henriksen, William Forsythe, Arabella Holzbog, Sam McMurray, Richard Gant, Paulo Tocha, David Tress, Evan James, Tony Pierce, Billy Million, Robert Winley, Gregory Scott Cummins
Regie: Craig R. Baxley
Drehbuch: Walter Doniger
Kamera: Alexander Gruszynski
Musik: Sylvester Levay
ungeprüft
USA / 1991

Joe Huff ist ein knallharter Cop mit Nerven aus Stahl. Aber auf diesen höllisch heißen Job hätte er besser verzichtet: Er soll sich unter dem Decknamen John Stone in die Motorrad-Gang "Die Bruderschaft" einschleichen. Die Rocker-Gang mischt bei Drogen-Deals im großen Stil mit, kassiert Schutzgelder und arbeitet mit der Mafia zusammen. Anführer der Gang ist der skrupellose Chains Cooper, der dem Staat Mississippi den Krieg erklärt hat. Stone soll der Gang als Undercover-Agent des FBI eine Falle stellen. Stone schafft es, das Vertrauen Coopers zu gewinnen. Die Grenzen der Legalität hat er längst hinter sich gelassen. Doch dann findet Cooper Stones wahre Identiät heraus. Stone sitzt in der Falle. Aber er gibt nicht auf...


In den 80er und 90er Jahren hatte der B-Movie Actioner absolute Hochkonjunktur und hat dabei auch so manchen Action-Hero herausgebracht. Brian Bosworth zählt nicht unbedingt zur ersten Riege, hat jedoch gleich mit seinem ersten Film "Stone Cold" einen der besten B-Movies überhaupt ins Genre gebracht, wobei sich vorliegendes Werk auch durchaus mit so mancher A-Produktion messen könnte. Regisseur Craig R. Baxley erzählt hier eine äußerst unterhaltsame Geschichte, in der es stellenweise ordentlich zur Sache geht und die mit gut ins Bild gesetzter Action nicht gerade geizt. Zudem verfügt das Szenario über ein sehr ordentliches Tempo, doch die größte Stärke der Story ist sicherlich der Aspekt, das sich dem Zuschauer ein Geschehen offenbart, das gar nicht einmal so weit jenseits der Realität angesiedelt ist. Als Undercover-Cop wird Bosworth in die sogenannte Bruderschaft eingeschleust und bei der Darstellung dieser straff organisierten Rocker-Organisation muss man fast schon zwangsläufig an eine Gruppe wie die "Hell's Angels" denken.

Nach einer eher kurzen Einführung in die Geschichte entwickelt sich dann ein wirklich höchst gefährlicher Auftrag für den Cop, der immer auf der Hut sein muss, das seine Tarnung nicht auffliegt. Als Haupt-Gegenspieler wurde Bosworth mit Lance Henriksen einer der wohl besten B-Movie Darsteller überhaupt zur Seite gestellt und der gute Mann spielt in der Rolle des Rocker-Chefs Chains fast alles an die Wand. Absolut authentisch mimt er den grimmigen-und augenscheinlich eiskalten Gang-Leader, wobei ihm Bosworth in Sachen Coolness in nichts nachsteht. Die beiden liefern sich dann auch einen furiosen Showdown, auf den die Ereignisse letztendlich hinauslaufen. Doch auch bis dahin weiß der Film durchgehend zu überzeugen, relativ tiefe Einblicke in die kriminelle Gang und jede Menge Action vertreiben einem kurzweilig die Zeit, wobei es meiner Meinung nach sehr lobenswert ist, das hier auf vollkommen überzogene Action-Passagen verzichtet wurde, wodurch die Ereignisse eine Menge an Glaubwürdigkeit gewinnen.

Ein weiteres Highlight ist bestimmt die extrem gelungene Grundstimmung, geht es doch die ganze Zeit über äußerst rau zur Sache. Für einen Film mit dieser Thematik ist das zwar auch zwingend nötig um authentisch zu erscheinen, dennoch ist es hier ganz hervorragend gelungen, eine manchmal herrlich siffige Atmosphäre zu erzeugen, die den von Haus aus schon sehr guten Gesamteindruck noch einmal zusätzlich aufwertet. Mit dafür verantwortlich zeichnet auch die gänzlich großartig aufspielende Darsteller-Riege, denn bis in die kleinsten Nebenrollen ist "Stone Cold" nahezu perfekt besetzt. Neben Henriksen und Bosworth fällt einem insbesondere William Forsythe ins Auge, der in einer tragenden Nebenrolle eine blendende Performance abliefert.

Im Endeffekt ist "Stone Cold - Kalt wie Stein" ein herausragender B-Movie, der den Beinamen kalt wie Stein auch durchaus zu recht trägt. Vor allem die beiden Haupt-Darsteller stellen das durchgehend unter Beweis, wobei Mr. Bosworth außerdem auch noch rein optisch ein absoluter Leckerbissen ist. Betrachtet man nämlich einmal seine blonde Haarpracht, so muss man sich doch manchmal ein Lachen verkneifen. Die Vokuhila-Matte erscheint wie ein eher geschmackloser Scherz und ist dennoch ein wunderbares Relikt vergangener Tage. Manch einen mag die Frisur eventuell auch an eigene Jugendsünden erinnern, doch letztendlich handelt es sich hier lediglich um eine visuelle Nebensächlichkeit. Auch wenn die beiden weiter oben erwähnten Jahrzehnte so manch guten B-Actioner geliefert haben, so sticht "Stone Cold" doch ganz eindeutig aus der breiten Masse heraus und erscheint auch in der heutigen Zeit immer wieder absolut sehenswert. Genre-Fans kommen jedenfalls voll auf ihre Kosten und dürften ihre helle Freude an diesem Filmchen haben.


Fazit:


Fallen andere Genre-Vertreter der damaligen Zeit eher durch übertriebene Action-Passagen auf, so zeichnet sich vorliegendes Werk viel eher durch eine glaubwürdig inszenierte Geschichte aus, in der es zwar genügend Action zu sehen gibt, die aber grundlegend eher unspektakulär daher kommt. Auf jeden Fall aber sollte man dieses Werk in der Sammlung haben, greift man doch immer wieder gern darauf zurück, wenn man gut 90 Minuten gelungene Actionkost sehen möchte.


8/10

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